Die Bürger Für Frankfurt BFF sind eine 1994 gegründete Wählervereinigung in der Rechtsform eines eingetragenen Vereins. Sie sind ausschließlich in Frankfurt am Main tätig, wo sie seit 1997 regelmäßig an den Kommunalwahlen teilnehmen. Die Vereinigung legt Wert auf ihre Parteifreiheit und Unabhängigkeit, ihre politische Arbeit bezeichnet sie selbst als "vernünftig". In Teilen der Öffentlichkeit wird sie als rechtskonservativTobias Rösmann: Sieben rechts der CDU, Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 24. November 2015. oder auch rechtspopulistischClaus-Jürgen Göpfert: Rechtspopulisten empfehlen Volker Stein, in: Frankfurter Rundschau vom 30. Januar 2018. wahrgenommen.
Geschichte
1994 bis 2006 Der Verein Bürger für Frankfurt BFF e. V. wurde 1994 gegründet und trat 1997 erstmals zur Kommunalwahl in Frankfurt an. In drei Ortsbezirken konnte seinerzeit die damals noch bestehende Fünf-Prozent-Hürde übersprungen werden, so dass die Wählervereinigung von 1997 bis 2001 mit jeweils einem Mandat in drei Ortsbeiratsgremien vertreten war. Nach Abschaffung dieser Sperrklausel gewann die Wählervereinigung im Jahr 2001 mit Wolfgang Hübner erstmals ein Mandat in der Stadtverordnetenversammlung.
Die BFF beansprucht die Rekonstruktion der Neuen Frankfurter Altstadt als eigenen politischen Erfolg. Den politischen Antrag NR 1988 "Technisches Rathaus: Den Abriss als Chance nutzen" stellte dazu im August 2005 deren damaliger Stadtverordneter Wolfgang Hübner, der seinerzeit zunächst abgelehnt wurde. Nach der Kommunalwahl 2006 wurde das Projekt dann jedoch im Jahr 2007 von der großen Mehrheit der Stadtverordneten beschlossen; dem Beschluss vorangegangen waren ein städtebaulicher Wettbewerb und ein vom damaligen Viererbündnis aus CDU, SPD, FDP und Grünen eingesetzter Sonderausschuss der Stadtverordneten.Matthias Alexander: Sonderausschuß zur Altstadt. Viele Wünsche und manche Bedenken. In: faz.net, 8. Dezember 2005.
2006 bis 2026
Bei der Kommunalwahl 2006 gewann die Wählervereinigung mit einem Stimmenanteil von 2,8 % drei Mandate in der Stadtverordnetenversammlung. Im Jahr 2010 wechselte der Stadtverordnete Patrick Schenk in der laufenden Wahlperiode von der CDU zur Fraktion der Bürger Für Frankfurt BFF, womit sich die Zahl der Mandate auf vier erhöhte.
2010 benannte der Verein sich in „Freie Wähler Frankfurt e. V.“ um und trat dem Landesverband der Freien Wähler Hessen bei. Bei der Kommunalwahl 2011 gewann die Wählervereinigung vier Stadtverordnetenmandate und war mit Roland Beck als ehrenamtlichem Stadtrat erstmals auch im Magistrat der Stadt Frankfurt vertreten.
2015 verließen die Freien Wähler im Römer im Konflikt den Landesverband der Freien Wähler und benannten sich wieder um in „Bürger Für Frankfurt BFF“.
Seit 2016
Bei der Kommunalwahl 2016 gewannen die BFF 2,7 % der Stimmen und drei Mandate in der Stadtverordnetenversammlung sowie Mandate in allen 16 Frankfurter Ortsbezirken. Carl-Philip Graf zu Solms-Wildenfels wurde über eine Gemeinschaftsliste mit der AfD-Fraktion zum ehrenamtlichen Stadtrat gewählt.
Bei der Kommunalwahl 2021 gewann die BFF mit 2,0 % der Stimmen zwei Mandate und verlor den Fraktionsstatus. Die beiden BFF-Stadtverordneten bildeten mit dem gewählten Vertreter der Partei BIG eine gemeinsame Fraktion BFF-BIG. Mit 13 Mandaten war die BFF in den 16 Frankfurter Ortsbeiratsgremien vertreten.
Ende Februar 2025 trat der Stadtverordnete Uwe Schulz, der vorher für die FDP-Fraktion im Römer saß, in die BFF-BIG-Fraktion ein. Auch im Ortsbeirat 5 (Sachsenhausen, Niederrad, Oberrad). trat er der BFF bei. Im März 2025 wechselte der Stadtverordnete Peter Paul Thoma von der FDP-Fraktion im Römer zur BFF-BIG-Fraktion. Bis zur Kommunalwahl 2026 verfügte die Fraktion über fünf Mandate in der Frankfurter Stadtverordnetenversammlung.
Bei der Kommunalwahl 2026 erreichte die BFF 1,4 % der Stimmen und gewann ein Mandat in der Frankfurter Stadtverordnetenversammlung. Zudem erhielt sie elf Mandate in zehn Frankfurter Ortsbeiräten. Mit Wirkung vom 21. Mai 2026 schlossen sich die Vertreter von BFF, DFRA und FREIEN WÄHLERN zur Fraktion „BFF-DFRA-FREIE WÄHLER im Römer“ zusammen.
Tätigkeit und Kritik
Pegida Rhein Main
Der BFF-Vorsitzende Mathias Pfeiffer, ehemals Mathias Mund war im Zusammenhang mit dem Frankfurter Pegida-Ableger Pegida Frankfurt/Rhein-Main aktiv Nach eigenen Angaben nahm er aus Solidarität mit seiner damaligen Ehefrau Heidi Mund an Aktivitäten der Bewegung teil.
Personelle Überschneidung mit rechten Parteien 2016 traten BFF und AfD bei der Wahl des ehrenamtlichen Magistrats mit einer Gemeinschaftsliste an. Der ehemalige Vorsitzende Patrick Schenk war von 2018 bis 2020 Mitglied bei AfD und BFF und kandidierte bei den Kommunalwahlen 2021 als Spitzenkandidat der Frankfurter AfD.
Bevor Rosemarie Lämmer bei der Kommunalwahl 2021 für die BFF antrat, war sie von 2001 bis 2006 Stadtverordnete der Republikaner, und von 2007 bis 2013 deren Kreisvorsitzende.
Zusammenarbeit mit rechtsextremen Personen und Organisationen Der damalige Erste Vorsitzende Wolfgang Hübner arbeitete 1999 in der „Frankfurter Initiative“ gegen die doppelte Staatsbürgerschaft mit dem Neonazi Horst Mahler zusammen. Er publiziert regelmäßig auf dem gesichert rechtsextremen Blog „PI-News“. Hübner ist Autor sowohl auf der BFF-Homepage als auch dem BFF-Facebook-Profil. Vereinsvorsitze
Vereinsvorsitzender der Bürger Für Frankfurt BFF e. V. seit 2018 ist Mathias PfeifferMathias Pfeiffer abgerufen am 13. Jan. 2024, seine beiden Stellvertreter, Thomas Budenz und Marcus Kapust, sowie Schatzmeister Marc Hense und die Schriftführerin Rosemarie Lämmer komplettieren den geschäftsführenden Vorstand des Vereins. Beisitzer im Vorstand sind Qing CHEN, Marceau Casin, Niklas Pauli und Ralf Schneider.
Weblinks Website des Vereins Bürger Für Frankfurt BFF Website der Fraktion BFF-BIG in der Stadtverordnetenversammlung
Einzelnachweise
Kategorie:Politik (Frankfurt am Main) Kategorie:Wählergruppe (Hessen) Kategorie:Vereinsgründung 1994