mini|hochkant|Rafael Echagüe, 1887 Don Rafael de Echagüe y Berminghan, Conde del Serrallo, (* 13. Februar 1815 in San Sebastián, Provinz Gipuzkoa; † 23. November 1887 in Madrid) war ein spanischer General.
Leben Echagüe war ein Sohn von Joaquin Echagüe und dessen Frau María Josefa (geborene Birmingham oder Bermingham) und entstammte einer Familie des baskischen Adels, deren Vorfahren mütterlicherseits teilweise im 18. Jahrhundert von England in die Region Kantabrien eingewandert waren. Am 7. Oktober 1833 trat er im Alter von achtzehn Jahren in eine Infanteriekompanie ein, gehörte als Oberfeldwebel dem neu aufgestellten Freiwilligenbataillon Isabel II an und kämpfte in den Gefechten des Bürgerkriegs zwischen den Karlisten und Christinos. Am 2. Januar 1834 nahm er an den Kampfhandlungen bei Ormaiztegi teil und erhielt anschließend das Diplom eines Leutnants des freien Infanteriekorps. Es folgten Einsätze weiteren Gefechten, bei der Aufhebung der Belagerung von Bilbao oder in der Schlacht bei Fontarrabie. Im Juli 1837 wurde Echagüe zum Hauptmann (Kapitän) befördert.
Nach Ende des Krieges schiffte er sich im Juni 1841 nach Puerto Rico ein und trat in das Iberische Regiment ein, dem er bis Oktober 1842 diente.
Für seinen Einsatz bei der Niederschlagung des galicischen Aufstands, der Einnahme Santiagos 1846, der Verfolgung der katalanischen Fraktionen 1849 und seiner Teilnahme am Überraschungsangriff auf Berga wurde Echagüe zum Oberst ernannt. Echagüe schloss sich allmählich der gemäßigten Partei () an und plante bereits 1851 mit Leopoldo O’Donnell und anderen Generälen einen Aufstand.María Dolores Herrero Fernández-Quesada: Rafael Echagüe y Bermingham. In: Historia Hispánica. Real Academia de la Historia (spanisch, historia-hispanica.rah.es).
Nach dem misslungenen Militäraufstand bei Campo de Guardias im Februar 1854, brach am 28. Juni in Madrid ein neuer aus und Echagüe war mit seinem Regiment daran beteiligt. Sie mussten sich zunächst nach Andalusien zurückziehen, konnten am 30. Juni jedoch mit seiner Kavallerie unter dem Kommando der Generäle Domingo Dulce y Garay und O’Donnell die Regierungstruppen bei Vicálvaro (Madrid) schlagen und in den Rang eines Feldmarschalls erhoben. Diese Aktion endete mit der Berufung der freisinnigen Regierung von General Baldomero Espartero. Darauf zum General und unter dem Ministerium O’Donnell zum Generalmajor befördert. Durch einen königlichen Erlass vom 12. November 1859 erhielt er das Kommando über die 1. Division des Expeditionsregiments für Afrika. Echagüe wehrte im Krieg mit Marokko am 19. November 1859, in Ceuta landend, den Angriff der Mauren ab, eroberte die Höhen des Serrallo und hisste die spanische Flagge. Echagüe hielt vom 22. bis 25. November den Angriffen der Feinde bei dem Dorf El Serallo stand, bis endlich die Verstärkung eintraf. Königin Isabella II. ernannte ihn daraufhin zum Generalleutnant. Auch in der Schlacht bei Tetuan im Januar 1860 zeichnete er sich aus.
Gouverneur der Philippinen Von Afrika begab sich Echagüe zunächst als Gouverneur von 1860 bis 1862 nach Puerto Rico 1862 und anschließend über Valencia als Generalkapitän und Gouverneur auf die Philippinen. Am 3. Juni 1863 war er dort Zeuge des verheerenden Erdbebens, das einen Großteil der Hauptstadt Manila zerstörte. Unter den Trümmern wurden Hunderte von Menschen verschüttet. In der Beilage zur Posener Zeitung wurde am 28. August berichtet, dass es bis zum 22. Juni 350 Tote und 450 Verwundete gegeben habe. 46 öffentliche Gebäude [wie Kirchen, darunter die Kathedrale, Kasernen und Denkmäler] sowie 570 Privatgebäude seien eingestürzt und weitere 28 öffentliche und 528 Privathäuser vom Einsturz bedroht. Die Nationalsubskription hatte bisher nur rund 259.000 Reales ergeben. Echagüe ließ unverzüglich mit der effizienten Beseitigung der Trümmer und der Bergung der Leichen beginnen und versprach die Opfer zu entschädigen. Kurz darauf verstarb seiner Frau an einer Choleraerkrankung. Es gelang ihm während seiner Amtszeit eine Eskalation der Spannungen zwischen den Mönchsorden zu verhindern und bewältigte erfolgreich die Krise, die nach dem Erdbeben und der dadurch hervorgerufenen Epidemie, die Bevölkerung heimsuchte und reduzierte, in Anbetracht der misslichen Lage, zusätzlich sein eigenes Gehalt.
1863 unterstützte Echagüe einen französischen Admiral mit einem Bataillon aus 1000 Filipinos, das den französischen Truppen in Cochinchina im Kampf gegen die dortigen Rebellen zu Hilfe kam, so dass diese zerschlagen wurden und sich nach dem Sieg in die Berge und Sümpfe der Region zurückzogen. Für diese Hilfe wurde er vom französischen Kaiser Napoleon III. mit dem Großoffiziersrang der Ehrenlegion belohnt.
Echagüe trat im Oktober 1864 als Generalkapitän des philippinischen Archipels und bat um seine Rückkehr auf die Iberische Halbinsel.
Rückkehr nach Spanien In Spanien wurde er im März 1865 zum Generalkapitän von Katalonien und später zum Generaldirektor der Ingenieurregiment ernannt. Der Minister Luis González Bravo ließ Echagüe, Francisco Serrano, Dulce y Garay und andere liberalen Generale am 7. Juli 1868 verhaftet und auf die Kanarischen Inseln verbannen, weil sie am Septemberaufstand beteiligt waren, der zuletzt zum Sturz der Königin Isabella II. führte. Aufgrund seiner Tapferkeit in den Feldzügen wurde Echagüe mit königlichem Dekret vom 21. März 1871 durch König Amadeus I. zum Grafen von Serrallo und am 12. April 1876 wurde er zum Granden erster Klasse ernannt. Von 1868 bis 1872 diente er als Generaldirektor des Ingenieurregiments und von 1873 bis 1874 übernahm er mehrmals Kommandos gegen die Karlisten.
Familie Echagüe war seit 1842 mit María [de las] Mercedes (geborene Méndez de Vigo y Osorio; 23. November 1820 – 24. November 1864) verheiratet, einer Tochter des damaligen Generalkapitäns (Gouverneurs) von Puerto Rico Santiago Méndez de Vigo y García Sanpedro und dessen Frau Ana Isabel (geborene Osorio y Zayas). mini|hochkant|Sohn Ramón de Echagüe (Foto Christian Franzen) Manuel de Echagüe y Méndez de Vigo, 2. Graf von Serrallo († 1902) María Belén de Echagüe y Méndez de Vigo (5. Januar 1847 – 18. Januar 1907) ⚭ 27. Dezember 1866 mit Andrés Avelino de Arteaga y Silva Marquis von Valmediano,Almudena de Arteaga y del Alcázar. Marquesa de Cea: María Belén de Echagüe y Méndez-Vigo. In: Historia Hispánica. Real Academia de la Historia (spanisch, historia-hispanica.rah.es) María de las Mercedes-Ana-Eladia-Rafaela-Jacoba-Joaquina-Josefa de Echagüe y Mendez de Vigo (20. Februar 1855 – 1927) ⚭ 20. November 1873 mit Andrés Caballero y Muguiro, († 30. November 1887) Ramón de Echagüe y Méndez de Vigo, 3. Graf von Serrallo (15. November 1852 – 25. November 1917) später KriegsministerFernando Puell de la Villa: Ramón Echagüe y Méndez Vigo. In: Historia Hispánica. Real Academia de la Historia (spanisch, historia-hispanica.rah.es) Rafael-Alfonso-Carlos Nicolás de Echagüe y Méndez de Vigo (* 18. November 1856)
Auszeichnungen (Auswahl) 1846: Lorbeerkreuz (Kreuz 1. Klasse) des Ferdinandsordens September 1854: Königlicher Kammerherr 1863: Großoffizier der Ehrenlegion Großkreuz des Ordens des heiligen Hermenegild Großkreuz des Ordens Isabella der Katholischen Großkreuz des Ordens Karls III. 21. März 1871: Erhebung in den erblichen Grafenstand (erster Graf von Serrallo) 12. April 1876: Grande erster Klasse 1877: Kommandeur der Königlichen Hellebardier-Leibgarde und Generalinspekteur der königlichen Festungsanlagen Zudem erhielt er Medaillen für seinen Einsatz im Afrikakrieg und bei der Belagerung von Bilbao und war Abgeordneter der Cortes von Huelva und Córdoba sowie Senator auf Lebenszeit für Puerto Rico und Gipuzkoa.
Literatur
Weblinks
María Dolores Herrero Fernández-Quesada: Rafael Echagüe y Bermingham. In: Historia Hispánica. Real Academia de la Historia (spanisch, historia-hispanica.rah.es) Rafael Echagüe y Bermingham (1815–87) Foto von 1861 rct.uk
Einzelnachweise
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