Blackout ist eine deutsche Thriller-Miniserie und Literaturverfilmung des gleichnamigen Romans des österreichischen Autors Marc Elsberg. Wie der Roman handelt die Serie von den folgenschweren Auswirkungen eines europaweiten Stromausfalls. Sie ist eine Produktion der Wiedemann & Berg Television im Auftrag des Fernsehsenders Sat.1 und Video-on-Demand-Anbieters Joyn.
Die Erstveröffentlichung fand vom 14. Oktober bis zum 11. November 2021 über Joyns kostenpflichtigen Subscription-Video-on-Demand-Angebot Joyn Plus+ statt. Auf Sat.1 wurde die Serie in Doppelfolgen an den drei Donnerstagen vom 26. Januar bis zum 9. Februar 2023 erneut ausgestrahlt.
Handlung Europaweit ist es zu einem kompletten Stromausfall gekommen. Die deutschen Behörden, vertreten durch den Krisenstab des Bundesinnenministeriums in Leitung der stellvertretenden Referatsleiterin für Krisenmanagement Frauke Michelsen, wollen die Energieversorgung wiederherstellen und gleichzeitig die Auswirkungen der Katastrophe eindämmen. Während die Regierungen und Behörden der Länder zunächst von einem kurzen Fehler im System ausgehen, glaubt der ehemalige Hacker und Aktivist Pierre Manzano an einen gezielten Anschlag. Er erkennt einen Code, den er vor Jahren selbst programmiert hat, der nun für den Ausfall verantwortlich zu sein scheint. Manzano bietet daher den Energieversorgern und den Behörden seine Hilfe an. Jedoch ermitteln dadurch Europol und das Bundeskriminalamt gegen Manzano, der flüchtet und versucht seine Unschuld zu beweisen.
Die Handlung der Serie findet im November 2021 in Südtirol (Bozen), in Genua, in Berchtesgaden, in den Niederlanden (Den Haag), auf Malta sowie vor allem an mehreren deutschen Orten wie Berlin, Kyritz, Merseburg, Göttingen und Ratingen statt. In Rückblenden werden Ereignisse während des G8-Gipfels in Genua 2001 thematisiert.
Besetzung
Rolle Darsteller Rollenbeschreibung Episode(n) Aktivistengruppe von 2001 Pierre Manzano Moritz Bleibtreu 2021: Informatiker und Pizzalieferant in Bozen, Südtirol 1–6 Anselm Bresgott 2001: Hacker und Aktivist beim G8-Gipfel in Genua 2–6 Helena Voss Jessica Schwarz 2021: Übersetzerin, Komplizin der Terroristen 4–6 Caroline Hartig 2001: Aktivistin beim G8-Gipfel in Genua 2–6 Till Philipp Hochmair 2021: Bewohner einer autonomen Gemeinschaft in Berlin, Partner von Katrin 5 Justus Czaja 2001: Aktivist beim G8-Gipfel in Genua 2–6 Clemens Diekmann Roman Knižka 2021: Anwalt, Achterbahn-Passagier 1, 5 Ludwig Simon 2001: Aktivist beim G8-Gipfel in Genua 2–6 Katrin Anna Brüggemann 2021: Bewohnerin einer autonomen Gemeinschaft in Berlin, Partnerin von Till 5 Lena Klenke 2001: Aktivistin beim G8-Gipfel in Genua 2–6 Florian † Kirk Kirchberger 2021: Terrorist in Marokko, wird beim Zugriff erschossen 6 Oskar Bücklein 2001: Aktivist beim G8-Gipfel in Genua 2–6 Robert Flemming Marc Hosemann 2021: Bewohner einer autonomen Gemeinschaft in Berlin 5 Emil Belton 2001: Aktivist beim G8-Gipfel in Genua 2–6 Chrissy Küster Milton Welsh 2021: Betreiber eines Headshops in Göttingen3 Ludger Bökelmann 2001: Aktivist beim G8-Gipfel in Genua 2–6 Ulrike † Lea van Acken 2001: Aktivistin beim G8-Gipfel in Genua, stirbt 2016 bei einem Autounfall 2–6 Bundesministerium des Innern Frauke Michelsen Marie Leuenberger stellvertretende Referatsleiterin für Krisenmanagement,Leiterin des nationalen Krisenstabs 1–6 Roman Kantor Francis Fulton-Smith Mitglied des Krisenstabs, Referatsleiter für Sicherheit und Ordnung 1–6 Reinhard Severin Herbert Knaup Bundesinnenminister 1–6 Veit Rhees Stephan Kampwirth Leitungsstab des Bundesinnenministers, Mitglied des Krisenstabs 1–6 Carmen Laschitz Milena Dreißig Mitarbeiterin im Referat für Krisenmanagement 1–6 Philipp Lindner Yung Ngo Mitarbeiter im Referat für Krisenmanagement 1–4 Europol Francois Bollard Carlos Leal Leiter für Terrorismusbekämpfung 2, 6 Pascaline Valois Banafshe Hourmazdi Mitglied der Terrorismusbekämpfung 2 Ricarda Ruiz Susana Fernandes Genebra Mitglied der Terrorismusbekämpfung 2 Bundeskriminalamt Jürgen Hardtland Heiner Lauterbach Kriminalhauptkommissar vom Zentrum für Terrorismusbekämpfung 2–6 Viola Stachwitz Pia-Micaela Barucki Kriminalkommissarin im Zentrum für Terrorismusbekämpfung 2–6 Patrick Brasch Thilo Prothmann Kriminalkommissar im Zentrum für Terrorismusbekämpfung 2–3 Ishan Kaan Hassan Akkouch Teil der Ermittlergruppe um Jürgen Hartlandt 2–6 Familie Ruge Dieter Kehlmann Hansjürgen Hürrig Vater von Franziska Ruge, Mörder von Herbert Vogt 3 Kai Ruge Oliver Bröcker Schwiegersohn von Dieter Kehlmann, Ehemann von Franziska Ruge 3–6 Franziska Ruge Jule Böwe Tochter von Dieter Kehlmann, Ehefrau von Kai Ruge 3–6 Jessica Ruge Eline Doenst Tochter von Kai und Franziska Ruge 3–6 Rafael Ruge Leopold von Schleyer Sohn von Kai und Franziska Ruge 3–6 Sonstige Carlo Bandoni Claudio Caiolo Freund von Pierre, lebt in Bozen, Südtirol 1–6 Sascha Kosack Rüdiger Klink Mitglied des Krisenstabs, zuständig für den Kontakt mit den Bundesländern 1–6 Jelka Göran Adriana Altaras Mitglied des Krisenstabs, Mitarbeiterin im Umweltministerium 1–6 Eva Müller Anna König Mitglied des Krisenstabs, Mitarbeiterin im Gesundheitsministerium 2–6 Herbert Vogt † Thomas Lawinky Passagier im ICE 691, Entführer von Lisa und Marie Michelsen, Mordopfer 1–3 Lisa Michelsen Lotta Herzog Passagierin im ICE 691, Tochter von Frauke Michelsen und Axel Kjaer 1–6 Marie Michelsen Naila Schuberth Passagierin im ICE 691, Tochter von Frauke Michelsen und Axel Kjaer 1–6 Lauren Shannon † Hannah Hoekstra Journalistin bei CBN News, wird bei einem Aufenthalt in Merseburg erstochen. 2–4 Kessler Richard Sammel Deutscher Bundeskanzler 2–5 Axel Kjaer Barry Atsma Ex-Ehemann von Frauke Michelsen, Vater von Lisa und Marie 3–6 Markus Jung Sönke Möhring Schichtleiter im (fiktiven) AKW Werthe, Ehemann von Isabel Jung 4–6 Isabel Jung Marie Burchard Ehefrau von Markus Jung 4–5 Jorge Pucao Vladimir Korneev Terrorist 2–6 Balduin von Ansen Gabriel von Berlepsch Unternehmer, Millionär und Terrorist 5–6 Bäuerin Theresa Zoch Katrin Filzen Bewirtschaftet einen Milchbauernhof in Südtirol 2–3, 5–6 Bauer Anton Peter Mitterrutzner Bewirtschaftet einen Milchbauernhof in Südtirol 2–3, 5–6 Renate Voss Renate Serwotke Mutter von Helena Voss 3 Max Dieckmann Samuel Benito Stiefsohn von Clemens Diekmann, Achterbahn-Passagier 1, 5
Produktion
Projektentwicklung Der österreichische Autor Marc Elsberg veröffentlichte im Frühjahr 2012 den Thriller-Roman Blackout – Morgen ist es zu spät und landete anschließend auf der Spiegel-Bestsellerliste. Mittlerweile wurden über 1,8 Millionen Exemplare im deutschsprachigen Raum verkauft und bisher in über 20 Sprachen veröffentlicht (Stand: 2020). 2012 wurde der Roman von der Zeitschrift Bild der Wissenschaft in der Kategorie „Unterhaltung“ zum Wissensbuch des Jahres gekürt.
Anfang Dezember 2012 wurde bekannt, dass die Münchner Produktionsfirma Dreamtool Entertainment die Verfilmungsrechte erworben hat. Außer der Information, dass ein Fernsehfilm entstehen soll, wurden keine weiteren Details kommuniziert. Mehrere Jahre später gab die Künstleragentur la gente in der Filmografie des deutschen Drehbuchautors Thorsten Wettcke für 2016/2017 an, dass dieser Drehbücher für eine sechsteilige internationale Fernsehserie nach der Buchvorlage von Elsberg entwickelt. Dabei wurde angegeben, dass für die Produktion das Münchner Unternehmen Wiedemann & Berg im Auftrag des Medienkonzerns ProSiebenSat.1 Media zuständig sein wird.
Im April 2018 wurde im Rahmen eines Blickpunkt:Film-Interviews mit der Chefin für fiktionale Eigenproduktionen der ProSiebenSat.1-Media-Gruppe Yvonne Weber die Information bestätigt, dass mit Wiedemann & Berg für den deutschen Fernsehsender Sat.1 eine Verfilmung von Blackout in Planung sei. Im Dezember 2019 wurden weitere Details bekannt. Wiedemann & Berg Television wird im Auftrag von Sat.1 in Kooperation mit dem deutschen Video-on-Demand-Anbieter Joyn Elsbergs Roman als eine High-End-Miniserie mit sechs jeweils 45-minütigen Episoden verfilmen. Die Drehbücher stammen von den deutschen Autoren Lancelot von Naso und Kai Uwe Hasenheit.
Projektfinanzierung Das Projekt bzw. die Fernsehserie wurde unter anderem mit Mitteln von ProSiebenSat.1 Media und Joyn verwirklicht. Darüber hinaus erhielt sie mehrere Produktionsfördermittel. Während im Juni 2020 durch das Medienboard Berlin-Brandenburg eine Fördersumme von einer Million Euro zugesagt wurde, erhielt das Projekt einen Monat später von FilmFernsehFonds Bayern eine Zusage von 400.000 Euro. Zudem gab es von dem German Motion Picture Fund eine Produktionsförderung in Höhe von rund 2,11 Millionen Euro. Die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien und die Malta Film Commission unterstützten ebenfalls die Produktion.
Vorproduktion und Dreharbeiten Für das Casting war Suse Marquardt zuständig. Marquardt wirkte zuvor unter anderem als Casting Directorin bei Mordkommission Berlin 1 und Dogs of Berlin mit. Im Juni 2020 wurde mit dem deutschen Schauspieler Moritz Bleibtreu die erste Besetzung bekannt. Bleibtreu spielt die Hauptfigur des ehemaligen Hackers Pierre Manzano.
Das Szenenbild wurde von Christian Schäfer federführend entwickelt. Für das Maskenbild zeichnete Mandy Steiger verantwortlich sowie für das Kostümbild Stephanie Rieß.
Die Dreharbeiten für die sechs Episoden fanden unter der Regie von Lancelot von Naso und Oliver Rihs von September bis November 2020 statt. Gedreht wurde in den deutschen Ländern Berlin, Brandenburg, Bayern, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen und Nordrhein-Westfalen, in den italienischen Städten Genua und Bozen in Südtirol sowie in der österreichischen Stadt Innsbruck. Für die Kamera zeichneten Jann Döppert und Kolja Brandt verantwortlich.
Veröffentlichung
Deutschsprachiger Raum
Der erste Trailer mit Ausschnitten aus der Serie wurde am 26. August 2021 auf dem YouTube-Kanal der Streamingplattform Joyn veröffentlicht.
Sieben Wochen später am 14. Oktober 2021 begann die Erstveröffentlichung der ersten beiden Episoden auf der Streamingplattform Joyn in Deutschland. Während die erste Episode kostenlos abrufbar ist, werden die restlichen fünf Episoden über den kostenpflichtigen Subscription-Video-on-Demand-Angebot Joyn Plus+ zum Abruf bereitgestellt.
Die Premiere im linearen Fernsehen fand im September 2022 auf dem Free-TV-Sender ORF 1 in Österreich statt. Die Serie wurde vom 19. September bis zum 3. Oktober 2022 jeden Montag ab 20:15 Uhr in Doppelfolgen ausgestrahlt. Nach der TV-Ausstrahlung waren die jeweiligen Folgen sieben Tage lang aus Österreich in der ORF-TVthek abrufbar.
Im Januar und Februar 2023 wurde die Serie auf dem Free-TV-Sender Sat.1 donnerstags ab 20:15 Uhr in Doppelfolgen ausgestrahlt. Nach den Folgen wurde begleitend zunächst Blackout – Der Talk, dann Blackout – Die Doku und schließlich Blackout – Das Experiment gesendet.
International Für den weltweiten Vertrieb unter dem Titel Blackout – Tomorrow Is Too Late ist die Red Arrow Studios International zuständig.
Episodenliste
Rezeption Kritik Die Serie wird in den deutschen Medien positiv bis solide aufgenommen.