Mehrdad Minavand (; * 30. November 1975 in Teheran; † 27. Januar 2021 ebenda) war ein iranischer Fußballspieler, der hauptsächlich auf der Position eines Mittelfeld- oder Flügelspielers zum Einsatz kam, aber auch als Linksverteidiger eingesetzt werden konnte. Der 67-fache iranische Nationalspieler gewann mit dem FC Persepolis zweimal die iranische Meisterschaft und wurde mit dem österreichischen Bundesligisten SK Sturm Graz österreichischer Meister, Cupsieger und Supercupsieger.

Nach seinem Karriereende als Aktiver arbeitete er zeitweise als Fußballtrainer in seinem Heimatland und trat erfolgreich als Sänger in Erscheinung.

Vereinskarriere Meistertitel mit Persepolis Mehrdad Minavand wurde am 30. November 1975 in Teheran geboren und begann hier auch seine Karriere als Fußballspieler. Im Alter von 18 Jahren hatte er seine ersten Profieinsätze für den Hauptstadtklub PAS Teheran, der in der vorangegangenen Saison in der recht dicht gestaffelten Endtabelle den fünften Platz belegt und in den beiden Jahren davor wiederum den Meistertitel gewonnen hatte. Innerhalb der Hauptstadt wechselte er im Jahr 1995 zum FC Persepolis, der sich zu dieser Zeit gerade in einem Aufbruch befand. Gleich von Beginn an fungierte Minavand als Stammspieler der Mannschaft und wurde in der Saison 1995/96 in allen 30 Meisterschaftsspielen seines Teams eingesetzt, wobei er vier Tore beisteuerte. Die Mannschaft gewann am Ende mit sechs Punkten Vorsprung auf den Zweitplatzierten, den Bahman FC – punktegleich mit dem drittplatzierten Stadtrivalen Esteghlal – den iranischen Meistertitel. Für den Klub war es nach 1971/72, 1973/74 und 1975/76 der vierte Meistertitel in einer landesweiten Meisterschaft in der seit 1963 laufenden Vereinsgeschichte.

In der anschließenden Asian Club Championship, an dem Minavand mit seiner Mannschaft aufgrund des Meistertitels teilnahm, zog Persepolis nach Siegen über Köpetdag Aşgabat aus Turkmenistan in Runde 1, Spartak Semei aus Kasachstan in Runde in das als Gruppenphase ausgetragene Viertelfinale ein. Nach einem dortigen Gruppensieg schied Minavands Team gegen den späteren Turniersieger, die Pohang Steelers aus Südkorea, im Halbfinale aus, konnte sich am Ende im Spiel um Platz 3 noch einen Podiumsplatz sichern. Weiters schaffte es Minavand im April 1996 erstmals in das Aufgebot der iranischen Fußballnationalmannschaft, in der ab Jahresende zur Stammkraft avancierte.

Wie bereits in der vorangegangenen Spielzeit kam der Linksfuß auch in der Saison 1996/97 in allen Ligapartien seiner Mannschaft zum Einsatz und erzielte hierbei fünf Treffer. Im Endklassement rangierte er mit Persepolis abermals mit sechs Punkten Vorsprung auf den Bahman FC erneut an erster Tabellenposition, was den zweiten Meistertitel in Folge bedeutete. In der nachfolgenden Asian Club Championship 1997/98 erging es dem 1,78 m großen Flügelspieler und seinem Team ähnlich wie in dem vorherigen Turnier. Nach einem abermaligen Gruppensieg im Viertelfinale unterlag Persepolis im Semifinale diesmal dem Klub Dalian Wanda aus China und verlor auch das Spiel um Platz 3 deutlich gegen den Klub al-Hilal aus Saudi-Arabien. In der Spielzeit 1997/98 zog sich der Persepolis FC während der laufenden Saison vom Spielbetrieb der höchsten iranischen Fußballliga zurück. Als Grund wurden die internationalen Verpflichtungen seiner Spieler – Persepolis war der einzige iranische Vertreter in der Asian Club Championship und hatte zu dieser Zeit zahlreiche aktive Nationalspieler im Kader – angegeben. Laut den diversen Statistikseiten im Internet, darunter unter anderem auch national-football-teams.com, kam Minavand in abermals allen 28 Ligaspielen zum Einsatz und erzielte vier Tore.

Wechsel zu Sturm Graz und Beginn der Erfolgsgeschichte Binnen kürzester Zeit hatte es Minavand zu einem einsatzstarken Nationalspieler gebracht; so hatte er bis zum Start der Weltmeisterschaft 1998 in Frankreich bereits 29 Länderspiele für sich verbucht. Bei der WM war er in allen drei Gruppenspielen der Iraner über die vollen 90 Minuten auf dem linken Flügel im Einsatz, schaffte mit seinem Heimatland jedoch aufgrund eines dritten Gruppenplatzes kein Weiterkommen im Turnier. Bei dieser WM-Endrunde waren bei der österreichischen Nationalmannschaft auch fünf Akteure des amtierenden Meisters SK Sturm Graz im Einsatz. Hannes Kartnig, damals Präsident von ebendiesem SK Sturm, hatte sich zum Ziel gesetzt, für die kommende Saison WM-Spieler unter Vertrag zu nehmen.Wir sind Sturm!, S. 342 Neben dem damals bereits schwer angeschlagenen Kameruner Didier Angibeaud wurde auch der 22 Jahre alte Mehrdad Minavand in die höchste österreichische Fußballliga gelotst, wo er bei den Grazern einen Dreijahresvertrag unterzeichnete. Die kolportierte Ablösesumme für den Iraner betrug umgerechnet rund 15 Millionen Schilling,Ruhe in Frieden, Mehrdad Minavand (1975 – 2021), abgerufen am 28. Januar 2021 womit er einer der teuersten Spieler in Vereinsgeschichte des amtierenden Fußballmeisters wurde. Sein Gehalt für diese drei Jahre belief sich auf kolportierte und umgerechnete zwei Millionen Dollar, womit er einer der bestbezahlten iranischen Spieler seiner Zeit war.World: Middle East – Iranian international footballer joins Austrian club (englisch), abgerufen am 29. Januar 2021 Angeboten wurde Minavand Kartnig, der sich während dieser Zeit auf einer mehrmonatigen Südamerika-Reise befand, von einem deutschen Anwalt. Die telefonischen Verhandlungen übernahm der damalige Manager und Vizepräsident des FC Tirol, Robert Hochstaffl. Auch der Karlsruher SC und der LASK waren an dem Mittelfeldakteur dran, scheiterten jedoch in den Verhandlungen.

Sein Pflichtspieldebüt erfolgte am 24. Juli 1998, als die Grazer mit einem klaren 4:0-Sieg über die SV Ried den ÖFB-Supercup gewannen, wobei er für den Doppeltorschützen Hannes Reinmayr eingewechselt wurde. Sein Debüt in der österreichischen Bundesliga gab Minavand erst in der dritten Runde (4. August), als er bei einem 3:0-Heimerfolg über den SC Austria Lustenau von Trainer Ivica Osim in der 71. Spielminute für Mario Haas ins Spiel gebracht wurde. Auch in der Folgezeit blieben längere Einsätze Minavands weitestgehend aus. Im Hinspiel der zweiten Qualifikationsrunde zur UEFA Champions League 1998/99 noch ohne Einsatz auf der Ersatzbank, kam Minavand im Rückspiel gegen Újpest Budapest ab Minute 76 für Didier Angibeaud aufs Spielfeld. Danach begann für den SK Sturm die „goldene Champions-League-Ära“, an der zum Teil auch Minavand mitwirkte. Bei seinem ersten Champions-League-Einsatz, dem Auswärtsspiel gegen Inter Mailand, war es jedoch ein Fehler des gerade erst eingewechselten Minavand, der zur knappen 0:1-Niederlage der Grazer führte. Danach kam er in der Champions League nur mehr bei der deutlichen 1:5-Heimniederlage gegen Real Madrid über die vollen 90 Minuten zum Einsatz und schied mit der Mannschaft mit einem einzigen Punkt als Letzter der Gruppe C vom laufenden Turnier aus.

In der Liga hatte er zumeist die Rolle des Reservisten inne und wurde von Osim oftmals nur als Joker ins Rennen geschickt. Beim 5:0-Kantersieg im Grazer Derby gegen den Grazer AK am 6. November 1998, der gleichzeitig auch der höchste Derbysieg seit 1946 war, war Minavand das einzige Mal in dieser Saison in der Liga über die vollen 90 Minuten auf dem Spielfeld. Am Ende schaffte er mit den Grazern mit drei Punkten Vorsprung auf den SK Rapid Wien den abermaligen Meistertitel in der österreichischen Bundesliga. Er selbst hatte es dabei auf 17 Ligaeinsätze gebracht. Nur wenige Tage davor hatte er mit Sturm im Finale des ÖFB-Cups 1998/99 den LASK im Elfmeterschießen mit 5:3 bezwungen. Im Verlauf des ÖFB-Cups fungierte der Iraner als Stammkraft, wurde bis auf die Viertelfinalpartie gegen den GAK in allen restlichen Spielen über die volle Spieldauer eingesetzt und konnte dabei auch zwei Tore erzielen. Bemerkenswert war hierbei sein Treffer zur 2:0-Führung beim 5:0-Sieg über die SV Ried im Cup-Halbfinale, das er in der siebenten Minute mit einem Schuss von der Mittellinie erzielte. Ebenso im Einsatz war er, als Sturm am 25. Juni 1999 knapp gegen den LASK den ÖFB-Supercup und somit das Triple gewann.

Weitere Champions-League-Teilnahmen und Vizemeistertitel In der Saison 1999/2000 konnte sich der in Graz für seine weißen Fußballschuhe und seine nach erfolgreichem Dribbling nicht immer gelingenden Bananenflanken bekannte MinavandSturm-Graz-Legende Mehrdad Minavand mit 45 Jahren verstorben, abgerufen am 28. Januar 2021 kaum von seiner Reservistenrolle lösen – zu stark war die Konkurrenz auf seiner angestammten Position innerhalb der Mannschaft. Erst in vier der letzten fünf Meisterschaftsspielen bis zur Winterpause ließ ihn Osim als Stammkraft in Erscheinung treten, danach hatte er im Frühjahr 2000 wieder seine Reservistenrolle einzunehmen. In der erfolgreichen Qualifikation zur UEFA Champions League 1999/2000 und im Wettbewerb selbst hatte der 1,78 m große Linksfuß ebenfalls nur eine untergeordnete Rolle. Während seiner kurzen Zeit als Stammspieler im Herbst 1999 brachte er es dann auch auf zwei Einsätze in der Champions League – beim 3:2-Erfolg über Olympique Marseille wurde er ab der 76. Spielminute durch Georg Bardel ersetzt und bei der knappen 1:2-Niederlage auswärts gegen Manchester United spielte er durch. Nach dem Ausscheiden aus der Champions League hatte Sturm als Drittplatzierter der Gruppe D die Möglichkeit ab der dritten Runde am UEFA-Pokal 1999/2000 teilzunehmen. Auch dort agierte Minavand als Stammkraft und war sowohl im Hinspiel, als auch beim skandalträchtigen Rückspiel gegen den AC Parma über die volle Spieldauer am Rasen.DAS „PARMA-TOR“ FEIERT JUBILÄUM, abgerufen am 28. Januar 2021 In der Liga brachte es der Mittelfeldakteur, der in dieser Zeit des Öfteren auch weiter hinten eingesetzt wurde, aber vorwiegend über den Flügel spielte auf immerhin 23 Meisterschaftsauftritte, wobei er erneut torlos blieb. Im ÖFB-Cup 1999/2000 ereilten ihn und die Mannschaft bereits in der zweiten Runde gegen den Regionalligisten ASKÖ Pasching ein jähes Ende – bis dahin war er in beiden Pokalspielen seiner Mannschaft über die gesamte Spieldauer im Einsatz gewesen.

Bei den Grazern, deren Budget sich innerhalb weniger Jahre beinahe verzwanzigfacht hatte und deren Profikader mittlerweile aus 30 Mann bestand,Wir sind Sturm!, S. 366 konnte sich „Mini“ oder „Mina“, wie er in Graz gerufen wurde, ab der Spielzeit 2000/01 immer mehr als Stammkraft etablieren. Nach Siegen über Hapoel Tel Aviv in der zweiten und Feyenoord Rotterdam in der dritten Qualifikationsrunde zur UEFA Champions League 2001/02 schaffte Sturm Graz zum dritten Mal in Folge den Einzug in die Champions League, was bis heute (Stand: 2021) keiner anderen österreichischen Mannschaft gelungen ist. Am 26. Juli 2000 schrieb er Geschichte, als er nach über 20 Jahren der erste Spieler war, der sich dem Bann des Mullahs widersetzte und gegen eine israelische Mannschaft (Hapoel Tel Aviv) antrat (siehe Nahostkonflikt).Bestraft, weil sie spielten, abgerufen am 28. Januar 2021 Das riskante Vorgehen Minavands wurde jedoch nicht von der iranischen Regierung geahndet. Laut eigener Aussage soll die Entscheidung, ob er spielen soll oder nicht ihm selbst überlassen worden sein. Das eine Woche später stattfindende Rückspiel gegen die Israelis konnte Minavand nicht bestreiten; als iranischer Staatsbürger wurde ihm die Einreise nach Israel verweigert. In dieser Zeit oft im defensiven Mittelfeld und auf den Flügeln im Einsatz gehörte Minavand zum Stammpersonal der in dieser Saison international so erfolgreichen Sturm-Mannschaft.