Diploderma polygonatum (japanisch ) ist eine Art aus der Familie der Agamen, die im Süden Japans und im Norden Taiwans verbreitet ist. Die Art wurde zeitweise in die Gattung Japalura eingeordnet.

Etymologie Der lateinische Gattungsname Diploderma besteht aus zwei Teilen. Diplo-, was soviel bedeutet wie „doppelt“ und -derma, das lateinische Wort für „Haut“. Das ganze Wort hat ein neutrales grammatisches Geschlecht. Wie der bisherige Gattungsname Japalura waren die meisten Artennamen dieser Gattung weiblich. Die meisten Namen von Arten, die inzwischen der Gattung Diploderma zugeordnet sind, mussten daher ihr Geschlecht in ein neutrales ändern. So wurde auch aus Japalura polygonata der aktuelle Artname Diploderma polygonatum.

Merkmale und Lebensweise Reptilien der Gattung Diploderma unterscheiden sich von eng verwandten Gattungen aus der Familie der Agamen durch die folgenden morphologischen Eigenschaften: Schuppen sind an der Kopfseite gekielt Nacken- und Rückenkammschuppen sind relativ kurz und dick Post-okzipitale und post-orbitale Stacheln fehlen Die Kehlschuppen (Gularia) sind größtenteils homogen Schuppen am seitlichen Kiefer, deren Größe über den Gularbereich nicht gleich groß ist Rückenschuppen sind in Größe und Form signifikant heterogen Paravertebrale dorsolaterale Kämme, die bei den meisten Arten vorhanden sind und durch vergrößerte gekielte Schuppen gebildet werden (außer bei D. swinhonis und D. leui) Das Fehlen von V-förmigen Graten entlang der Mittellinie des Rückens bei allen Arten mit Ausnahme von D. swinhonis

Die Art Diploderma polygonatum hat einen gemusterten bräunlichen bis grünen Farbton je nach Unterart, Alter, Geschlecht, Jahreszeit und Situation. Ausgewachsene Tiere können ihre Farbe ins Dunkelbraune wechseln und haben eine Gesamtlänge von ca. 20 bis 31 cm, je nach Unterart und Geschlecht. Weibchen sind etwas kleiner als Männchen, wobei dieser sexuelle Dimorphismus je nach Unterart unterschiedlich stark ausgeprägt ist. Ihr Körper ist auf das Leben in Bäumen angepasst, mit langen Gliedmaßen und Zehen mit großen Krallen. Die Art frisst u. a. Ameisen, Schmetterlinge, Schmetterlingslarven, Käfer, Zikaden und Spinnen. Die Weibchen legen von April bis August jeweils 1 bis 4 Eier. Die Tiere sind tagaktiv, leben hauptsächlich auf Bäumen und haben ein komplexes Sozial- und Territorialverhalten.

Verbreitungsgebiet und Gefährdungsstatus mini|Ryūkyū-Inseln Diploderma polygonatum ist im Norden Taiwans und im Süden Japans auf den Ryūkyū-Inseln insbesondere der Yaeyama- und Miyako-Inseln verbreitet, sowie inzwischen auf Kyūshū. Die Art wird von der IUCN nicht gelistet. Auf der nationalen Roten Liste gefährdeter Reptilien Japans von 2020 sind jedoch drei der fünf Unterarten als gefährdet oder potenziell gefährdet eingestuft. Bedrohungen stellen dabei unter anderem der Rückgang an geeignetem Waldlebensraum und möglicherweise invasive Tierarten wie der Kleine Mungo dar.

Unterarten mini|rechts|Ein Exemplar auf Okinawa Es werden insgesamt fünf Unterarten unterschieden:

Unterart Japanischer Name Autor VerbreitungsgebietDiploderma polygonatum donanYonaguni-Kinobori-Tokage(Ota 2003)Insel Yonaguni(Teil der Yaeyama-Inseln)Diploderma polygonatum ishigakienseSakishima-Kinobori-Tokage(Van Denburgh 1912)Sakishima-Inseln(Miyako- und Yaeyama-Inseln)Diploderma polygonatum miyakense(Van Denburgh 1912)Ryūkyū-Inseln(nicht auf Yonaguni)Diploderma polygonatum polygonatumOkinawa-Kinobori-TokageHallowell 1861Ryūkyū-Inseln und KyūshūDiploderma polygonatum xanthostomumKiguchi-Kinobori-Tokage(Ota 1991)Norden Taiwans

Diese werden im Folgenden nach alphabetischer Reihenfolge im Detail beschrieben.

Diploderma polygonatum donan Die Unterart D. p. donan (jap. ) ist auf der zu den Yaeyama-Inseln gehörenden Yonaguni-Insel endemisch. Auf der Roten Liste gefährdeter Arten Japans aus dem Jahr 2020 wird sie als gefährdet (Vulnerable) eingestuft.

Das subspezifische Epitheton "donan" bezieht sich auf einen alten einheimischen Namen der Insel Yonaguni-jima, der derzeit nicht offiziell verwendet wird. Der Begriff wird jedoch immer noch häufig von den Bewohnern der Insel verwendet. "Donan" bezieht sich auch auf einen speziellen Likör aus Yonaguni-jima.

Die Gesamtlänge der Unterart beträgt 18 cm für Männchen und 16 cm für Weibchen. Der Schwanz ist recht lang und beträgt etwa 70 % der Gesamtlänge. Dagegen beträgt die Kopf-Rumpf-Länge bei Männchen 7,7 cm und bei Weibchen 7,5 cm. Im Vergleich zu anderen Unterarten ist der Unterschied in der Körpergröße zwischen Männchen und Weibchen gering, es wird jedoch auch hier ein sexueller Dimorphismus beobachtet. Bei den Männchen entwickeln sich besonders ausgeprägte, große und gezackte Schuppen im Nacken. Die Körperfarbe ist normalerweise graubraun bei Männchen, mit mehreren gelblich-weißen Flecken, die parallel zur Körperseite aufgereiht sind. Die Variation dieser Flecken ist groß, so sind sie bei einigen Individuen voneinander getrennt während sie bei anderen vollständig miteinander verschmelzen. Weibchen sind dunkelgrün mit dunkelbraunen bis hellgrünen Mustern. Sowohl Männchen als auch Weibchen können ihre Körperfarbe ins Dunkelbraune ändern. Besonders Männchen tun dies während der Balz.

Da es auf der Insel Yonaguni aus der Agamen-Familie nur die Art Diploderma polygonatum gibt, besteht keine Verwechslungsgefahr mit anderen Arten der Gattung. Neben D. p. donan finden sich jedoch noch zwei andere Unterarten auf der Insel, nämlich D. p. ishigakiensis und D. p. xanthostimum. Die Unterart D. p. ishigakiensis weist eine gelb-weiße Färbung an der Körperseite auf mit je einem glatten vertikalen Streifen, während Männchen der Unterart D. p. donan mehrere aufeinanderfolgende gelb-weiße unregelmäßige Flecken anstelle vertikaler Streifen aufweisen. Darüber hinaus haben Weibchen eine dunklere grüne Farbe als andere Unterarten. Die dritte Unterart D. p. xanthostimum lässt sich an ihrem leuchtend gelben Maul unterscheiden, welches bei anderen Unterarten dagegen beige bis rosagrau gefärbt ist. Die anderen drei in dieser Art enthaltenen Unterarten sind auf den Amami-Okinawa-Inseln (D. p. polygonatum), den Yaeyama-Inseln und Miyako-Inseln (D. p. miyakense) – jedoch mit Ausnahme der Insel Yonaguni – sowie im Norden und Nordosten Taiwans (D. p. xanthostomum) verbreitet.

D. p. donan leben an Rändern von immergrünen Laubwäldern, die reich an Bodentieren und Insekten sind. Bevorzugt werden helle, spärliche Wälder mit wenig Unterholz. Die Art kommt nicht in abgelegenen Sekundärwäldern um Dörfer oder in Küstennähe vor. Obwohl die Populationsdichte nicht gering ist, ist das Verbreitungsgebiet auf Berggebiete und deren Wälder beschränkt, und aufgrund des geringen potenziellen Lebensraumgebiets wird die Population in gewissem Maße als begrenzt angesehen. Da die Insel selbst nur etwa 29 km² groß ist, stellt ein weiterer Verlust an Lebensraum durch Abholzung eine große Bedrohung für das Überleben der Unterart dar. Auch Raubtiere wie Blaue Pfauen, die sich auf der Insel niedergelassen haben, sind eine zusätzliche Gefahr.

Die Insel Yonaguni, auf der diese Unterart verbreitet ist, ist eine Übergangszone, in der taiwanesische Landtiere und Yaeyama-Landtiere gemischt vorkommen. Die Unterart D. p. donan ist jedoch biogeografisch speziell, da sie eine auf dieser Insel endemische Unterart ist. Der Ursprung der terrestrischen Biota der Insel Yonaguni ist von Forschungsinteresse. Auch die Entwicklung ökologischer Merkmale wie sozialem Verhalten und dem geringen Grad an sexuellem Dimorphismus in der Größe ist Gegenstand von Forschungen.

Diploderma polygonatum ishigakiense mini|Diploderma polygonatum ishigakiense (Männchen) auf der Insel Iriomote Die Unterart D. p. ishigakiense (jap. ) ist in der Roten Liste gefährdeter Arten Japans als potenziell gefährdet (Near Threatened) eingestuft. Sie ist in Japan auf den Miyako-Inseln (Miyako-jima, Ōgami-jima, Ikema-jima, Irabu-jima und Kurima-jima) und den Yaeyama-Inseln (Ishigaki-jima, Iriomote-jima und Kohama-jima) endemisch.

Der sexuelle Dimorphismus der Körpergröße ist deutlich. Die Gesamtlänge beträgt 27 cm für Männchen und 20 cm für Weibchen, dabei macht der Schwanz etwa 70 % der Gesamtlänge aus. Die Kopf-Rumpf-Länge beträgt 6,8 bis 7,7 cm für Männchen und 6,5 bis 6,8 cm für Weibchen. Die Population auf den Miyako-Inseln ist größer als die der Yaeyama-Inseln. Große gezackte Schuppen an der Rückenlinie vom Nacken bis zum Oberkörper entwickeln sich bei den Männchen besonders ausgeprägt. Die Körperfarbe hat bei Männchen zudem normalerweise einen graubraunen Grundton mit einem einzelnen gelb-weißer Streifen, der auf der Körperseite parallel zur Körperachse verläuft. Viele Weibchen haben dagegen ein schwarzbraunes Muster auf einem dunkelgrünen Untergrund, aber einige zeigen auch relativ breite braune vertikale Streifen auf dem Rücken. Sowohl Männchen als auch Weibchen können ihre Körperfarbe in Dunkelbraun ändern. Jungtiere können dies nicht. Sie zeigen ein unregelmäßiges Muster auf einem braunen Unterton, das etwas dunkler als die Grundfarbe ist.

Es gibt keine Verwechslungsgefahr mit anderen Arten, da es nur diese Art der Agame-Familie auf den Sakishima-Inseln gibt. Männchen einer anderen Unterart, der D. p. donan, weisen mehrere aufeinanderfolgende gelb-weiße unregelmäßige Flecken auf, während die D. p. ishigakiense durch einen einzelnen gelb-weißen vertikalen Streifen auf der Körperseite identifiziert werden kann. In einer anderen Unterart der D. p. polygonatum können Männchen anhand der grünen Körperfarbe identifiziert werden. Eine andere Unterart, D. p. xanthostomum, hat ein leuchtend gelbes Maul (bei anderen Unterarten beige bis rosagrau).

Auf der Insel Iriomote ist die Überlebensrate niedrig, da es viele natürliche Feinde gibt wie die Iriomote-Katze, Schlangen wie die Sakishima-Habu und Dinodon rufozonatum walli sowie Vögel wie den Feuerliest, die die Jungtiere fressen. Die Paarungszeit dauert von März bis September. Die Männchen bleiben während dieser Zeit an einer höheren Position in den Bäumen, um ihr Territorium gegen Paarungskonkurrenten zu verteidigen. Der sexuelle Dimorphismus, dass Männchen größer als Weibchen sind, wird durch die soziale Struktur erhalten, die größeren Männchen größere Territorien erlaubt, die mehr Weibchen sichern. Diese legen jeweils 1 bis 3 Eier. Unmittelbar nach dem Schlüpfen beträgt die Kopf-Rumpf-Länge etwa 2,1 bis 2,4 cm. Die Art lebt in immergrünen, nahrungsreichen Laubwäldern, bevorzugt an Orten mit wenig Unterholz.

Die Anzahl der geeigneten Lebensräume nimmt ab aufgrund der Entwicklungen im gesamten Verbreitungsgebiet. Besonders auf den Miyako-Inseln ist der Populationsrückgang bemerkenswert, und selbst im tropischen Botanischen Garten der Stadt Miyakojima, der Mitte der 1980er Jahre noch eine hohe Populationsdichte aufwies, war die Art bereits um 2005 selten zu beobachten. In den guten Lebensräumen von Iriomote-jima und Ishigaki-jima, die Teil des Iriomote-Ishigaki-Nationalparks sind, ist die Populationsdichte relativ hoch, jedoch gering auf Kohama-jima und auch auf den Miyako-Inseln. Neben dem anhaltenden Verschwinden von Lebensräumen in verschiedenen Teilen des Landes wird angenommen, dass wilde Blaue Pfauen die Situation auf Kohama-jima weiter verschlechtern wird. Auf Miyako-jima nimmt die Anzahl der Individuen selbst in Waldgebieten, in denen sich die Umwelt nicht wesentlich verändert hat, deutlich ab. Ein Einfluss von Raubtieren wie dem japanischen Wiesel und Blauen Pfau wird auch hier vermutet.

Diploderma polygonatum miyakense Die Unterart ist auf den Ryūkyū-Inseln endemisch. Der Art-Name leitet sich von ihrem Hauptverbreitungsgebiet auf den Miyako-Inseln ab.

Diploderma polygonatum polygonatum mini|Diploderma polygonatum polygonatum auf dem Berg Nago-dake auf Okinawa Hontō beim Fressen einer Zikade