Veronika Dreier (* 1954 in Voitsberg) ist eine österreichische Grafikdesignerin, Performance-, Medien- und Objektkünstlerin.

Leben und Karriere Veronika Dreier wurde 1954 in Voitsberg geboren und wuchs im nahe gelegenen Kainach bei Voitsberg auf. Von 1971 bis 1975 besuchte sie die Grafikklasse an der Ortweinschule und war ab 1976 als Grafikdesignerin und freie Künstlerin tätig. Ab 1982 betrieb sie ein eigenes Atelier in Graz, wo sie heute (Stand: 2021) noch immer lebt und arbeitet. 1994 erhielt sie ein Staatsstipendium der österreichischen Bundesregierung für Bildende Kunst; drei Jahre später erhielt sie ein Arbeitsstipendium. Von 1980 bis 1992 – anderen Quellen zufolge von 1982 bis 1992Eva & Co – Die feministische Kulturzeitschrift, abgerufen am 24. Januar 2021 oder ab 1981 –Pressemappe – FEMINISTISCHE AVANTGARDE – MADE IN AUSTRIA – Werke aus der SAMMLUNG VERBUND, abgerufen am 24. Januar 2021 war sie Redakteurin und Herausgeberin der feministischen Kulturzeitschrift Eva & Co. Ab 1986 wurde die Zeitschrift vom eigens gegründeten Verein Künstlerinnengemeinschaft Eva & Co herausgegeben; federführend waren hierbei neben Dreier auch Eva Ursprung und die Germanistin Brigitte Krenn. Der Künstlerinnengemeinschaft stand sie von 1980 bis 1992 als Obfrau vor. Die Zeitschrift wurde eingestellt, da „die beteiligten Künstlerinnen kaum mehr Zeit für ihre eigenen Arbeiten fanden und außerdem eine Ghettoisierung von Frauenkunst befürchteten“.

Zu ihren öffentlichen Kunstwerken der 1980er Jahre zählt unter anderem das PudDing, das sie im Jahr 1986 vor der Universität Graz vorstellte. Es war ein lebensgroßer Abguss einer weiblichen Figur aus 65 Liter Pudding, der öffentlich verspeist wurde.PudDing auf OFFSITE_GRAZ, abgerufen am 24. Januar 2021 1988 gewann sie den Wettbewerb um die künstlerische Gartengestaltung der internen Park- und Gartenflächen des Seniorenzentrums in Graz – die Durchführung der Gestaltung erfolgte in den Jahren 1988 bis 1989. Anlässlich des steirischen herbstes gestaltete sie 1991 an der Außenfassade des Ferdinandeums auf dem Färberplatz 5 eine Großbilddiaprojektion.women artists auf OFFSITE_GRAZ, abgerufen am 24. Januar 2021 Im Zuge des europaweiten Projektes Women light up the Night, bei dem sie die Projektleitung für Österreich innehatte, war sie 1994 mit einer weiteren Großbilddiaprojektion an der Außenfassade des Versicherungsgebäudes auf der Adresse Mariahilferplatz 5 beteiligt.Women light up the night auf OFFSITE_GRAZ, abgerufen am 24. Januar 2021 Für die Grazer Organisation ESC (extreme subversive culture) beteiligte sie sich 1995 an dem Projekt Tarzomaktion (Multimediale Installation und Plakatwände).Tarzomaktion auf OFFSITE_GRAZ, abgerufen am 24. Januar 2021 1995 beteiligte sie sich an der von der Grazer Künstlergruppe Gruppe 77 veranstalteten Plakataktion Kunst auf Zeit, die von 1986 bis 2006 jährlich in den Monaten Juli und August stattfand, und gestaltete eine Litfaßsäule an der Adresse Erzherzog-Johann-Allee 3.600 Schilling bzw. 60*10 Groschen auf OFFSITE_GRAZ, abgerufen am 24. Januar 2021 Noch im selben Jahre installierte sie hoch über der Grazer Elisabethstraße beim zweistöckigen Gebäude auf der Adresse Elisabethstraße 34 eine Wäscheleine / Model 1:10 aus rostreifem Stahl, lackiert.

1996 gründete sie KUNST://ABSEITS VOM NETZ (1996 bis 1998), womit sie seitdem in der österreichischen Szene der Netzkultur aktiv war.Offizielle Webpräsenz von KUNST://ABSEITS VOM NETZ, abgerufen am 24. Januar 2021 Im gleichen Jahr installierte sie in rund zwei Meter hohen Ziffern aus poliertem rostfreiem Stahl die Telefonnummer des Grazer Frauennotrufs (671160) auf einer freien Wiesenfläche in der Nähe der Hauptbrücke und des Kapistran-Pieller-Platzes (schräg gegenüber der Franziskanerkirche). Das Kunstwerk wurde einige Jahre später aufgrund der Errichtung eines Kinderspielplatzes auf dieser Wiesenfläche demontiert.Mahnmal (Telefonnummer des Grazer Frauennotrufes) auf OFFSITE_GRAZ, abgerufen am 24. Januar 2021 Mit dem Kunstwerk wollte sie auf die Notwendigkeit eines Frauennotrufdienstes hinweisen und Gewalt an Frauen an die Öffentlichkeit zu bringen und zu thematisieren. Ebenfalls 1996 war sie am Kunstprojekt W/BB – Women beyond borders beteiligtW/BB – Women beyond borders auf OFFSITE_GRAZ, abgerufen am 24. Januar 2021 und gestaltete anlässlich der Aktion Kunst auf Zeit abermals die Litfaßsäule bei der Adresse Erzherzog-Johann-Allee 3.

Als Vorstandsmitglied gehört sie auch dem 1993 gegründeten Kunstverein W.A.S. (Women’s Art Support) an.Offizielle Webpräsenz von W.A.S., abgerufen am 24. Januar 2021 Dieser beschreibt sich als „ein Zusammenschluss von Künstlerinnen zur Realisierung interkultureller und interdisziplinärer Projekte und hat zum Ziel, ein dichtes physisches und virtuelles Netzwerk zu bilden und damit die Position der Künstlerinnen zu stärken“. Anlässlich der Eröffnung des sogenannten Schlupfhauses, einer von der Caritas betriebenen Notschlafstelle für Jugendliche, arbeitete sie an einer Fahnenaktion und einer öffentlichen Versteigerung.Caritas = =, Menschlichkeit hat Zukunft auf OFFSITE_GRAZ, abgerufen am 24. Januar 2021 Daneben gab es Besuche und Dokumentation von 30 Künstlern und Künstlerinnen in Österreich. Der Ertrag dieser Benefizaktion kam der Jugendnotschlafstelle zugute. Im Jahr darauf veranstaltete sie für das Museum der Wahrnehmung unter dem Titel Talking Cities, „Die öffentliche Frau“ Stadtspaziergänge zu öffentlichen Kunstwerken und -projekten in Graz.Talking Cities, "Die öffentliche Frau" auf OFFSITE_GRAZ, abgerufen am 24. Januar 2021

Im Mai 2000 gründete sie in Zusammenarbeit mit dem in Graz ansässigen Verein Zebra den Kunstverein BAODO.Offizielle Webpräsenz des Kunstvereins BAODO, abgerufen am 24. Januar 2021 Im März 2004 initiierte Dreier die Anmietung der Räumlichkeiten des ehemaligen Celery’s, davor Imbiss Treuer, in der Lazarettgasse 5 in Graz, wo in weiterer Folge auf 120 Quadratmetern der Kunstraum NIL mit angeschlossenem Café-Restaurant entstand. Für die Arbeit des spartenübergreifenden und interdisziplinären Kunstvereins wurde sie im Jahr 2009 mit dem Menschenrechtspreis des Landes Steiermark geehrt.

Gemeinsam mit anderen Künstlerinnen rief sie die Stadt Graz in den 1980er Jahren zum „intergalaktischen Zentrum für Superfrauen“ aus und schuf in Zusammenarbeit mit Eva Ursprung im Jahr 1988 das Leitmotiv der Grazer Frauenszene: Superwoman.Superwoman auf der offiziellen Webpräsenz des Women’s Action Forum (W.A.F.), abgerufen am 24. Januar 2021 In den folgenden Jahrzehnten war diese Superwoman immer wieder ein Leitbild der Grazer Frauenszene, unter anderem vom Frauennetzprojekt WOMENT!, das im Rahmen des Kulturhauptstadtjahres 2003 entstand. Die Figur wurde auf Werbematerial wie Luftballons oder Kugelschreiber gedruckt, war aber auch auf ausgewählten Gebäudefassaden, wie über dem Media-Center des Grazer Rathauses, angebracht.Superwoman auf OFFSITE_GRAZ, abgerufen am 24. Januar 2021 Bereits 1988 hatten sie die Intergalaktische Superfrau als mobiles Kunstwerk im Grazer Stadtgebiet ausgestellt.Intergalaktische Superfrau auf OFFSITE_GRAZ, abgerufen am 24. Januar 2021

An der Erwachsenenbildungseinrichtung Urania Steiermark lehrt Dreier Aquarellieren und andere Techniken.

Wettbewerbe / Preise / Stipendien 1988: Künstlerische Gartengestaltung der internen Park- und Gartenflächen des Seniorenzentrums in Graz, Ausführung 1988–1989 1993: Kunst auf Zeit, der Gruppe 77, Kunst im öffentlichen Raum (1. Preis) 1994: Förderungspreis für Bildende Kunst der Stadt Graz 1994: Staatsstipendium des Bundeskanzleramtes 1994: Neugestaltung eines aufgelassenen Kohlespeichers in Bärnbach (2. Preis) 1994: Verleihung des goldenen „Babsko-Ordens“ der Frauenbeauftragten der Stadt Graz 1995: Grünraumgestaltung des Seniorenzentrum Graz, 1. Preis mit Ausführung 1995: Auswahl im Wettbewerb zur künstlerischen Gestaltung des Regierungsviertels St. Pölten 1997: Arbeitsstipendium des Bundeskanzleramts, Sektion Kunst 2002: „Graz lebt auf“, 1. Preis (Performance mit BAODO), Interaktion im öffentlichen Raum 2009: Menschenrechtspreis des Landes Steiermark 2014: Wirtschaftskammer Steiermark, Auszeichnung für 10 Jahre NIL 2016: „Orte des Respekts 2016“, Nominierung für das NIL

Aktionen, Einzel- und Personalausstellungen (Auswahl)

Ausstellungsbeteiligungen (Auswahl)

Vorträge (Auswahl)

Weblinks Offizielle Webpräsenz von Veronika Dreier (offline) Veronika Dreier auf der offiziellen Webpräsenz von BAODO (KünstlerInnengruppe und Kunstverein) Veronika Dreier auf der Kulturserver der Stadt Graz Veronika Dreier auf der offiziellen Webpräsenz der Gruppe 77

Einzelnachweise

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