mini|Scribner’s Magazine, Werbeplakat für den ersten Artikel der Serie African Game Trails, Oktober 1909 African Game Trails. An account of the African Wanderings of an American Hunter-Naturalist ist ein autobiografischer Reisebericht von Theodore Roosevelt, Friedensnobelpreisträger und ehemaliger Präsident der Vereinigten Staaten. In dem Buch, das er während der Smithsonian-Roosevelt African Expedition von März 1909 bis März 1910 schrieb, berichtet der Großwildjäger detailliert über die unter seiner Leitung durchgeführte Afrika–Expedition und Safari. Das Buch erschien zunächst als Serie von zwölf Artikeln im Scribner’s Magazine, beginnend im Oktober 1909.
Artikel im Scribner’s Magazine Die Finanzierung der Expedition erfolgte zu 40 Prozent durch Theodore Roosevelt selbst. Er trug darüber hinaus die Reisekosten für sich und seinen Sohn Kermit. Roosevelt hatte schon vor der Expedition mit dem Scribner’s Magazine vereinbart, fortlaufend von der Expedition zu berichten. Für die Serie von zwölf monatlich erscheinenden Artikeln erhielt er 50.000 US-Dollar, und weitere zwanzig Prozent von den Einnahmen der Buchausgabe.
Während der Expedition schrieb Roosevelt die Manuskripte seiner Aufsätze, meist am Abend im Zelt. Sie wurden von unterwegs zur Redaktion des Scribner’s Magazine verschickt und erschienen etwa sechs Monate nach den geschilderten Ereignissen. Die meisten Beiträge wurden als Cover Story auf den Titelseiten präsentiert. Für die Buchausgabe wurden mehrere der Aufsätze auf zwei Kapitel aufgeteilt.
Inhalt Da die Kapitel des Buchs zunächst im Scribner’s Magazine als abgeschlossene Beiträge veröffentlicht wurden, musste Roosevelt sie den Leser fesselnd aufbauen. Jedes Kapitel ist in sich abgeschlossen und enthält in wechselnder Reihenfolge und teils ineinander verschachtelt Schilderungen der Landschaft und ihrer Geologie, der Lebensweise der „eingeborenen“ Bevölkerung verschiedener Ethnien und der Siedler, und Roosevelts persönlicher Begegnungen und Kontakte zu Kolonialbeamten, Siedlern und europäischen Jägern. Schwerpunkte sind jedoch die Flora und Fauna der bereisten Gebiete und die Erlebnisse der Europäer auf der Jagd, seien es eigene oder von Dritten zugetragene.
Roosevelts Äußerungen über Ethnien, denen die Expedition begegnet, sind häufig rassistisch und meistens verallgemeinernd. Das schließt die indigenen Bediensteten ein, und selbst seine wohlgemeinten Einschätzungen kommen nicht ohne rassistische Stereotype aus. Der hervorgehobene Gegensatz zwischen „edlen Wilden“ wie den Massai und „primitiven Wilden“ zieht sich durch das ganze Werk, und stets schreibt Roosevelt aus der Position des überlegenen Weißen herab.
I. – Eine Eisenbahn durch das Pleistozän (A Railroad Through the Pleistocene) mini|Theodore Roosevelt, Richard John Cuninghame und Edgar Alexander Mearns auf einer Lokomotive der Uganda-Bahn Das erste Kapitel enthält als Einführung Roosevelts Gedanken über die Geschichte Ostafrikas, vom Pleistozän bis in die Gegenwart. Er zieht den Bogen von den Wurzeln der Menschheit bis zur Errichtung des Protektorats Britisch-Ostafrika, wobei er die Rolle der Eisenbahn bei der Erschließung des Landes hervorhebt.
Es folgt eine kurze Darstellung der Anreise mit den Reichspostdampfern Hamburg von New York nach Neapel und mit der Admiral weiter nach Mombasa, wo die Reisegesellschaft von Frederick John Jackson, dem Gouverneur des Protektorats, in seiner Residenz empfangen wurde. Nach der Fahrt mit der Uganda-Bahn in die Kapiti-Ebene in der Nähe des heutigen Nairobi trifft Roosevelt mit seinen Begleitern erstmals mit seiner Expeditionsmannschaft zusammen: mehr als 200 Träger und sonstiges Personal.
Während der folgenden zwei Wochen sind Theodore und Kermit Roosevelt Gäste auf der Ranch von Alfred Pease, nicht weit von der Bahnstation, und sammeln erste Erfahrungen mit der Erkundung der Umgebung und der Jagd auf kleineres Wild, während die übrigen Teilnehmer der Expedition die mitgebrachte Ausrüstung auspacken und vorbereiten. Das Kapitel schließt mit einer Beschreibung der Kleidung, persönlichen Ausrüstung und Waffen der Roosevelts, sowie einer Liste der Bücher in der Pigskin Library.
II. – Auf einer ostafrikanischen Ranch (On an East African Ranch) Die beiden Wochen auf der Ranch der Peases sind von kurzen Ausflügen unter der Begleitung von Alfred Pease geprägt. Roosevelt beschreibt die Lebensweise der indigenen Bevölkerung, insbesondere der Akamba. Auch das Verhältnis der europäischen Siedler zu ihren einheimischen Arbeitern und Angestellten sowie zwischen Briten und Buren – der Burenkrieg liegt erst wenige Jahre zurück – wird geschildert.
Es folgt eine umfangreiche Beschreibung der Flora und Fauna der Kapiti Plains, in der das Verhalten des jagdbaren Wilds einen breiten Raum einnimmt.
III. – Löwenjagd auf der Kapiti-Ebene (Lion Hunting on the Kapiti Plains) mini|Die Roosevelts, in der Mitte Alfred Pease, mit dem ersten erlegten Löwen Auf der Kapiti-Ebene findet Roosevelts erste Löwenjagd statt. Die Big Five als begehrteste Ziele der Großwildjagd – Nashorn (Breitmaulnashorn und Spitzmaulnashorn zusammengefasst), Elefant, Löwe, Leopard und Kaffernbüffel – und die von ihnen ausgehenden Gefahren für die Jäger sind Gegenstand der Einführung in dieses Kapitel. In Relation zu diesen fünf wird die Gefährlichkeit von anderen afrikanischen Tieren wie Nilkrokodilen, Flusspferden, Giftschlangen und Tsetsefliegen für die allgemeine Bevölkerung erörtert, wobei die Tüpfelhyäne im Vordergrund steht.
An einem Morgen während des Aufenthalts auf der Ranch von Alfred Pease begeben sich die Roosevelts mit der Familie Pease – Ehepaar und Tochter sowie einem weiteren Gast und einem Wildhüter – auf eine ganztägige erfolglose Löwenjagd. Sie können auf einer weiteren Jagd mehrere ausgewachsene Löwen mit ihren Jungen erlegen. Die dritte Löwenjagd hat ein ähnliches Ergebnis und findet erst nach dem Aufbruch der Expedition statt. Roosevelt beschreibt detailreich die eigentliche Jagd und den Transport der Häute zum Lager, unter den Gesängen der Träger.
IV. – Auf Safari. Nashorn und Giraffe (On Safari. Rhino and Giraffe) mini|Roosevelt mit seinem ersten Spitzmaulnashorn Bei einem Ausritt mit einem britischen Straußenfarmer kann Roosevelt eine erste Elenantilope schießen. Überraschend werden sie von einem Indigenen auf ein etwa eine dreiviertel Meile entferntes Spitzmaulnashorn aufmerksam gemacht. Roosevelt kann es mit zwei Schüssen aus seiner Doppelbüchse erlegen. Das Heranholen des für die Felle zuständigen Edmund Heller mit den Trägern und das Häuten des Nashorns benötigen fast die ganze Nacht.
Am folgenden Tag begibt sich Roosevelt erneut mit seinem Begleiter auf die Jagd. Dieses Mal stoßen sie auf Giraffen, und Roosevelt kann zunächst einen ausgewachsenen Bullen und nach einer längeren Verfolgung zu Pferd einen Jungbullen schießen. Beide werden auf dieselbe Weise wie am Vortag das Nashorn und die Elenantilope gehäutet, zerlegt und ins Lager gebracht. Unterdessen sind Kermit Roosevelt, Alfred Pease und ein Begleiter ebenfalls zu einem Ausritt aufgebrochen. Sie stoßen auf eine Giraffenherde und können einen großen Bullen aus der Herde treiben, über eine längere Strecke verfolgen, und schließlich erlegen.
Das Lager wird anschließend auf einem zweitägigen Marsch nach Juja am Rande der Athi-Hochebene verlegt, wo Roosevelt William Northrup McMillan, einen britischen Siedler und Abenteurer, treffen will. Er selbst bleibt zunächst zurück, um die amerikanische Missionsstation in Machakos zu besuchen, und verbringt seine letzte Nacht auf der Farm der Peases.
V. – Juja-Farm. Flusspferd und Leopard (Juja Farm; Hippo and Leopard) mini|Roosevelt und Cuninghame mit einem erlegten Flusspferd Auf der Juja-Farm trifft Roosevelt auf seinen Freund Frederick Courteney Selous, der die Expedition vorbereitet und mit der Auswahl von Ausrüstung, Wissenschaftlern und den Führern Cuninghame und Tarlton geholfen hat. Selous will mit ihrem Gastgeber McMillan eine mehrmonatige Safari antreten. Den Aufenthalt auf der Juja-Farm nutzt Roosevelt für tägliche morgendliche Ausritte in die wildreiche Umgebung. Er beschreibt die Lebensweise und die Jagd auf Impalas, Wasserböcke, Flusspferde und Leoparden.
Bei einem der Ausflüge setzten Kermit Roosevelt und McMillan sich von der übrigen Gruppe ab und können einen ersten Leoparden finden, den Kermit erlegt. Es handelt sich um ein altes und recht kleines Weibchen. An einem anderen Tag stoßen Roosevelt und McMillan bei der Suche nach Flusspferden auf eine alte Nashornkuh, die sie anzugreifen scheint. Roosevelt erlegt sie mit fünf Schüssen aus seiner Winchester und dreien aus der Doppelbüchse. Am Nachmittag begibt sich Roosevelt zu einem Fluss in der Nähe der Juja-Farm, um erneut nach Flusspferden zu suchen.
Er kann tatsächlich auf dem Rückweg, nur eine halbe Meile von der Farm entfernt, eines erlegen. Doch da tote Flusspferde zunächst auf den Grund des Gewässers absinken kann das Tier erst am folgenden Tag geborgen werden. Nach einer Woche auf der Juja-Farm reist die Expedition weiter, zu einer benachbarten Farm in Kamiti.
VI. – Eine Büffeljagd bei Kamiti (A Buffalo-hunt by the Kamiti) mini|Kermit und Theodore Roosevelt mit ihrem ersten Kaffernbüffel Das Kapitel beginnt wiederum mit einer Beschreibung der Landschaft und des reichen Wildbestands in der Umgebung der Farm. Dort gibt es Thomson-Gazellen, Grant-Gazellen, Kongoni-Kuhantilopen, Streifengnus, Steppenzebras und Warzenschweine in großer Zahl. Zur Fauna dieser Landschaft gehören zahlreiche Vogelarten. Strauße waren als in Gefangenschaft gezüchtete Nutztiere von geringem Interesse, doch es gab Rotgesicht-Hornraben, Südafrika-Kronenkraniche, Witwenvögel und bei den Büffelherden zahlreiche Gelbschnabel-Madenhacker. Rotschnabel-Madenhacker sind meist auf die Nähe von Hausrindern und Nashörnern beschränkt.
Roosevelt und seine Begleiter schießen die für das National Museum of Natural History der Smithsonian Institution benötigten Tiere und darüber hinaus, wie während der ganzen Expedition, Wild zur Verpflegung der 250 Mann starken Expedition. Eine Jagd gilt gezielt einer Kaffernbüffel-Herde, die sich in der Nähe der Farm aufhält. Theodore und Kermit Roosevelt brechen mit Cuninghame und Heller auf und können drei Bullen erlegen. Drei Tage später schießen sie noch eine Kuh. Zu diesem Zeitpunkt sind sie fünf Wochen unterwegs und haben bereits zahlreiche Sammlungsexemplare geschossen oder gefangen und für den Versand in die Vereinigten Staaten präpariert.
VII. – Marsch durch die Wüste zum Sotik (Trekking Through the Thirst to the Sotik) mini|Kermit Roosevelt mit einem Leoparden Anfang Juni 1909 begibt sich die Expedition auf die Reise nach Süden durch die Wüste zum Fluss Uaso Nyiro in der Sotik-Region. Wegen der Hitze und Trockenheit wird während der Nachtstunden marschiert. Am Fluss wird für mehrere Tage ein Lager errichtet, um Mearns und Loring die Gelegenheit zum Untersuchen der gefangenen Kleintiere zu geben. Die übrigen Teilnehmer der Expedition nutzten das Lager als Startpunkt für Jagdausflüge.
Bei den ersten dieser Jagden wurden nur wenige Exemplare für das Museum geschossen, das meiste Wild diente der Verpflegung. Doch Kermit gelingt es, auf einer Jagd mit Tarlton zwei Leoparden und einen großen männlichen Löwen zu schießen. Später kann Roosevelt noch eine Löwin erlegen.
VIII. – Jagd im Sotik (Hunting in the Sotik) mini|Cuninghame mit einem Nashornkalb Das nächste Lager befindet sich inmitten einer ausgedehnten Ebene. Am Tag nach der Ankunft begeben sich Kermit und Theodore Roosevelt auf die Suche nach Nashörnern oder Giraffen. Tatsächlich finden sie zwei Giraffenkühe und ein Jungtier für das Smithsonian. Weil Heller mit dem Präparieren der Giraffen vollauf beschäftigt ist lassen sie drei Nashörner ziehen.