mini|hochkant|José López Domínguez (1897) José López Domínguez (* 29. November 1829 in Marbella; † 17. Oktober 1911 in Madrid) war ein General, liberaler Politiker und kurzzeitig Ministerpräsident Spaniens.

Leben López Domínguez war Sohn eines vorzeitig pensionierten Offiziers der Königlichen Garde. Durch General Francisco Serrano Domínguez, Herzog von La Torre, einem Verwandten seiner Mutter, wurde er ermutigt eine militärische Laufbahn einzuschlagen und so trat er am 6. Januar 1845 in die Königliche Artillerieschule im Alcázar von Segovia ein. Er wurde fünf Jahre lang ausgebildet und mehrmals befördert zuletzt am 23. Dezember 1850 zum Artillerieleutnant. Anschließend wurde er dem 3. Infanterieregiment zu Fuß in Sevilla zugeteilt und kam im Folgejahr zur berittenen Brigade. Domínguez schloss sich der Liberalen Union Leopoldo O’Donnells an und nahm am 16. Juli 1854 am progressiven Aufstand teil. Danach wurde er in den Rang eines Majors der Infanterie erhoben und Ende 1854 in die Artilleriekommission berufen, die an die Front auf der Krim entsandt wurde, um gemeinsam mit den Truppen aus England, Frankreich und dem Piemont die Türkei gegen Russlands Souveränitätsansprüche zu unterstützten. Hier wurde er der französischen Armee unter Marschall Aimable Pélissier Herzog von Malakoff zugeteilt und nahm an der Belagerung von Sewastopol teil, in der die neuesten technologischen Errungenschaften der Zeit zum Einsatz kamen. Domínguez hatte den Auftrag, die Organisation und die neuesten Entwicklungen der Kriegsführung in Europa zu studieren.

Von April bis August 1856 reiste Domínguez entlang der Donau und besuchte die Armeen Ungarns, Deutschlands, Belgiens und zuletzt Frankreichs. In Paris wurde er General Serrano zugeteilt, der als Nachfolger Salustiano Olózagas zum Botschafter am Hof des Kaisers Napoleon III. ernannt worden war. Im April 1857 kehrte er nach Spanien zurück und wurde zum Artilleriehauptmann befördert. 1859 trat er für die Liberale Union an und gewann für die Legislaturperiode von 1858 bis 1864 einen Sitz als Abgeordneter für den Wahlkreis Coín und wurde nach Madrid versetzt, um es ihm zu ermöglichen sowohl seine militärischen als auch die politischen Pflichten zu erfüllen. 1859 diente Domínguez im Zweiten Italienischen Unabhängigkeitskrieg in der sardisch-französischen Koalitionsarmee.

Im Oktober 1859 wurde er zum Kommandeur der neuen Gebirgsartilleriekompanie ernannt, die im in Sevilla aufgestellt worden war und die mit neuartigen gezogenen Geschützen ausgestattet war, die die Treffgenauigkeit deutlich verbesserte. Seine Kompanie wurde dem Ersten Armeekorps unter Feldmarschall Rafael Echagüe zugeteilt, das Teil der Expeditionsarmee war, die von O’Donnell Ende 1859 nach Marokko entsandt worden war. Domínguez nahm während des Afrikafeldzugs Ende Dezember 1859 an Störaktionen teil und zeichnete sich in mehreren Gefechten aus, unter anderem am 1. Januar 1860 bei Los Castillejos oder am 23. März 1860 bei Wad-el-Ras. Für seine Verdienste in der Schlacht von Wad-el-Ras wurde er mit dem Ritterkreuz Karls III. und dem Kreuz 1. Klasse des Ordens von San Fernando ausgezeichnet.Pablo González-Pola de la Granja: José López Domínguez. In: Historia Hispánica. Real Academia de la Historia (spanisch, historia-hispanica.rah.es)

Sturz der Spanischen Königin Am 22. Juni 1866 bekämpfte er gemeinsam mit Leopoldo O’Donnell, Ramón María Narváez und Francisco Serrano Domínguez die durch Juan Prim von Paris aus initiierte revolutionäre Bewegung an die mit einer Meuterei in der Kaserne von San Gil im Zentrum Madrids begann. Nach dem Gefecht an der heutigen Plaza de España wurde Domínguez zum Oberstleutnant der Kavallerie ernannt und stieg aufgrund seiner Dienstjahre zum Kommandeur seiner Artillerieabteilung auf. Anfang 1868 begab er sich nach Paris, wo er sich vermutlich mit General Prim, um sich der Verschwörung anzuschließen, an der auch Juan Bautista Topete beteiligt war.

Am 8. August 1868 wurde Domínguez zum Adjutanten Serranos ernannt, der sich im Exil in La Orotava befand. Gemeinsam schifften sich die Verschwörer auf der Buenaventura ein und erreichten am 18. September Cádiz. Als Oberst der Kavallerie war er an der Revolution von September 1868 beteiligt, die am 24. September die Truppen von General Manuel Pavía y Lacy, Marqués von Novaliches in der Schlacht an der Brücke von Alcolea besiegte. Für seine Verdienste auf dem Schlachtfeld wurde er zum Brigadegeneral befördert. Durch seine Teilnahme an dieser Aktion war er maßgeblich am Sturz der Königin Isabella beteiligt.

Erste Republik Domínguez bekleidete gemeinsam mit Serrano unter dem neuen Regime einige wichtige Positionen in der Zivilverwaltung. Er wurde am 5. März 1871, kurz nach seiner Ernennung zum Feldmarschall, Adjutant des neuen, von den Cortes gewählten Königs Amadeus. Er reiste als Chef des Generalstabs der Operationsarmee in die nördlichen Provinzen, um den dritten Versuch von Don Carlos abwehrten, der danach strebte selbst den Thron zu besteigen.

Im Juni 1872 trat er von seinem Amt als Adjutant zurück, um sich seinen Pflichten als Parlamentsabgeordneter zu widmen. Es folgte nach der Abdankung von Amadeus die Ausrufung der Ersten Republik, die das Land in neue Unruhen stürzte. Nicolás Salmerón begann im Juli 1873 die Streitkräfte zu reorganisieren und auch Emilio Castelar setzte sich für die Wiederherstellung der Disziplin in den Kasernen und die Wiedereinführung des Artilleriekorps ein. Im Sommer 1873 entwickelte sich bei Cartagena ein Aufstand, in dem für eine föderale Reorganisation Spaniens gekämpft wurde. Domínguez übernahm am 11. Dezember 1873 den Oberbefehl über die Belagerungsarmee. Er sorgte für die Herbeischaffung größerer Belagerungsgeschütze und betrieb die Beschießung Cartagenas aufs energischste, so dass die Revolutionsjunta unter General Juan Contreras schon am 29. Dezember an Bord ihres Panzerschiffs Numancia flüchtete. Nach Einnahme des Fort Atalaya am 11. Januar 1874 ergab sich die Stadt am 12. Januar. Anschließend wurde er zum Generalleutnant befördert und die Erste Republik endete mit dem Staatsstreich General Manuel Pavías.

Domínguez zog mit seiner Armee nach Norden und kämpfte in den folgenden Monaten unter Serrano und José Gutiérrez de la Concha gegen die Carlisten in den baskischen Provinzen.

Politisches Engagement mini|hochkant|José López Domínguez in Uniform und mit Orden (1907) Nach seinem Ausscheiden aus dem aktiven Militärdienst widmete sich Domínguez nun ganz der Politik, wobei er weiterhin eng mit General Serrano zusammenarbeitete. Als Mitglieder der von Práxedes Mateo Sagasta geführten Konstitutionellen Partei schlossen sie sich 1880 mit anderen politischen Gruppen zusammen, aus der in der Restauration die Liberale Partei wurde.

In der Regierung Posada Herrera übernahm Domínguez im Oktober 1883 das Kriegsministerium, trat jedoch schon im Januar 1884 wieder zurück und war von 1892 bis 1895 erneut Kriegsminister. Später wurde er Präsident des Senats der spanischen Cortes und übernahm am 6. Juni 1906 für vier Monate das Amt des Ministerpräsidenten. Er trat nach kurzer Zeit aufgrund innerparteilicher Differenzen zurück, sein Vorgänger Segismundo Moret wurde sein provisorischer Nachfolger. 1908 wurde ihm der Orden vom Goldenen Vlies verliehen und er wurde zum zweiten Mal nach 1905 Senatspräsidenten ernannt.

Domínguez war seit 1892 mit Manuela (geborene Liaño y Liaño; 18. April 1850 – 7. August 1909) verheiratet. Der Bildhauer Mariano Benlliure y Gil (1862–1947) fertigte 1908 eine Marmorbüste von ihm an.José López Domínguez senadocultural.senado.es (spanisch).

Schriften (Auswahl) San Pedro de Abanto y Bilbao. Operaciones del Ejército del Norte mandados por el Capitán General Duque de la Torre en 1874. Imprenta de José Cayetano Conde, Madrid 1876. Cartagena: Memoria y comentarios subre el sitio de Cartagena. J. C. Donde y compañía, Madrid 1878 (spanisch, ).

Literatur

José López Domínguez (1829–1911). In: Enciclopedia de Historia de España. Band IV Diccionario biográfico. Alianza Editorial, Madrid 1991 (spanisch xtec.cat).

Weblinks

Pablo González-Pola de la Granja: José López Domínguez. In: Historia Hispánica. Real Academia de la Historia (spanisch, historia-hispanica.rah.es)

Einzelnachweise

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