hochkant|mini|Dennis Josef Meseg vor einem seiner Werke (2020) alternativtext=Künstler Dennis Josef Meseg mit einer seiner Flatterband-Figuren (2020)|mini|Künstler Dennis Josef Meseg mit einer seiner Flatterband-Figuren (2020) Dennis Josef Meseg (* 1979 in Bonn) ist ein deutscher Künstler, der insbesondere mit gesellschaftskritischen Installationen im öffentlichen Raum hervortrat. Internationale Aufmerksamkeit erhielt vor allem seine Corona-Installation „It is like it is“.

Leben Meseg verwendete zunächst das Pseudonym „John Christoph Dionysos Sommersberg“ und nahm unter diesem Namen 2003 an der Gemeinschaftsausstellung „Dessins – Zeichnungen“ in der Galerie du Haut-Pavé in Paris teil.J. C. D. Sommersberg, auf haut-pave.org In den Jahren 2012/2013 war er unter demselben Pseudonym zudem in der Ausstellung „Dessin(s)“ in der Commanderie des Templiers de la Villedieu vertreten; im Ausstellungskatalog ist er mit dem Werk „Sodum und Gemurrar“ (2002) aufgeführt.

Meseg studierte an der Alanus Hochschule für Kunst und Gesellschaft Alfter/Bonn Bildende Kunst mit Schwerpunkt Bildhauerei, Installation und digitale Medien. Im Jahr 2025 wurde Meseg in den Vorstand der Deutschen Gesellschaft für Kreativität gewählt.

Meseg lebt und arbeitet heute in Wesseling.

Werk Mesegs Arbeiten sind vor allem Installationen im öffentlichen Raum. Wiederkehrend nutzt er Schaufensterpuppen, Absperrbänder und ortsbezogene Inszenierungen, um gesellschaftliche Krisen und Formen kollektiver Verletzung sichtbar zu machen. Thematisch befassen sich seine bekanntesten Arbeiten unter anderem mit den gesellschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie, mit Gewalt gegen Frauen sowie mit sexualisierter Gewalt in der katholischen Kirche.

Installationen und Aktionen

It is like it is Die 2020 entstandene Installation „It is like it is“ besteht aus 111 mit rot-weißem Absperrband umwickelten Schaufensterpuppen. Nach Angaben der Alanus Hochschule zeigte Meseg die Arbeit bereits früh in mehreren deutschen Städten, darunter Berlin, Bonn, Köln, Wolfsburg, Bochum und Hamburg; weitere frühe Stationen wie Limburg wurden in der Berichterstattung aufgegriffen. Nach Angaben des Künstlers wurde die Arbeit zwischen 2020 und 2022 an über 140 Standorten in mehr als 40 Städten Deutschlands gezeigt; darunter war eine Präsentation vor dem Brandenburger Tor in Berlin. In der Berichterstattung wurde die Installation als künstlerische Reaktion auf die Corona-Pandemie und auf gesellschaftlichen Stillstand beschrieben. Teile der Installation stehen im Wilhelm-Fabry-Museum in Hilden. Im Jahr 2020 war Meseg mit seiner Corona-Installation „It is like it is“ Teil einer Veranstaltung des Center for German Studies der University of Virginia im Rahmen der Webinarreihe „Covid-19 in Transatlantic Perspective“. Im Jahr 2024 wurde Mesegs Installation „It is like it is“ in der offiziellen Publikation „SCHULKUNST-Edition: Serie – Impulse für die Unterrichtspraxis im Fach Bildende Kunst“ im Kontext von Unterrichtsanregungen behandelt.alternativtext=Installation "It is like it is" – Münsterplatz Bonn|mini|Installation "It is like it is" – Münsterplatz Bonn (2020)

Broken Mit der 2020 vorgestellten Installation „Broken“ griff Meseg das Thema Gewalt gegen Frauen auf. Das Werk besteht aus 222 orangefarbenen Schaufensterfiguren und wurde im Rahmen der Orange Days 2020 an mehreren zentralen Orten in Deutschland gezeigt, darunter in Siegburg vor dem Kreishaus, am Frauenmuseum Bonn und am Potsdamer Platz in Berlin. Die Auftaktaktion in Siegburg stand im Kontext des Internationaler Tages zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen sowie der Arbeit des Runden Tisches gegen häusliche Gewalt im Rhein-Sieg-Kreis. Eine Station der Tour war am 27. November 2020 das Frauenmuseum Bonn. In Presseberichten wurde die Arbeit als stilles Mahnmal gegen Gewalt gegen Frauen beschrieben.

Shattered Souls … in a Sea of Silence Im August 2023 zeigte Meseg vor dem Kölner Dom die Installation „Shattered Souls … in a Sea of Silence“. Sie bestand aus 333 Kinderfiguren, die in weiß-purpurne Bänder eingehüllt waren und auf sexuellen Missbrauch in der römisch-katholischen Kirche aufmerksam machen sollten. Anlass war der Weltjugendtag in Lissabon. Deutschlandfunk und Deutschlandfunk Kultur hoben hervor, dass die Arbeit insbesondere den Umgang mit Tätern und Opfern kritisierte und den Betroffenen Sichtbarkeit geben sollte; zudem wurde sie im August 2023 in der Printausgabe des Magazins Focus vorgestellt.

Aus Galerie wird Armenküche – Suppe statt Champagner Mit der 2023 in Bonn gezeigten Kunstaktion „Aus Galerie wird Armenküche – Suppe statt Champagner“ thematisierte Meseg soziale Ungleichheit und Armut. Dabei wurde eine Galerie zeitweise in eine Suppenküche umgewandelt.

Absolvo te! Mit der 2023 auf der Discovery Art Fair in Köln gezeigten Installation „Absolvo te!“ thematisierte Meseg den sexuellen Missbrauch in der katholischen Kirche. Die begehbare Inszenierung bezog einen gotischen Beichtstuhl ein und wurde in Messeinformationen der Discovery Art Fair als Auseinandersetzung mit den Missbrauchsskandalen der Kirche beschrieben.

Stumme Zeugen Mit der 2024 vorgestellten Installation „Stumme Zeugen“ erinnerte Meseg an die Opfer der Flutkatastrophe im Ahrtal. Die Arbeit umfasst 135 weiß umwickelte Schaufensterfiguren, von denen jede symbolisch für ein Todesopfer steht. Erstmals wurde die Installation am 16. Februar 2024 vor dem Landtag Rheinland-Pfalz in Mainz im Zusammenhang mit dem Untersuchungsausschuss zur Flutkatastrophe gezeigt. Im April 2024 wurde sie auf einer Rheinfahrt von Remagen nach Mainz eingesetzt, mit der Hinterbliebene und Unterstützer an die Opfer erinnerten und eine weitere Aufklärung der Katastrophe forderten. Am 15. Juli 2024 folgte an der zentralen Gedenkstätte für die Flutopfer in Blankenheimerdorf eine von Meseg ausgearbeitete Performance mit 49 Akteuren in Morphsuits, die an die 49 Todesopfer in Nordrhein-Westfalen erinnerte.

HOPE Mit dem Pop-up-Projekt „HOPE“ betrieb Meseg Ende 2024 in der Bonner Innenstadt zeitweise eine Pop-up-Galerie beziehungsweise einen Art Store. Die Eröffnung fand am 21. November 2024 statt; auf der Veranstaltungsseite wurde die Aktion für den Zeitraum vom 22. November 2024 bis zum 6. Januar 2025 angekündigt. In der Lokalzeit aus Bonn des WDR vom 13. November 2024 wurde das Projekt als „Kunstaktion gegen Leerstände in Bonn“ vorgestellt; Meseg war dort Studiogast.

Eure Armut kotzt mich an Mit der 2025 gezeigten Kunstaktion „Eure Armut kotzt mich an“ griff Meseg soziale Ungleichheit und Armut auf.

alternativtext=Portraitfoto von Künstler Dennis Josef Meseg neben einer Figur von der Installation "It is like it is" (2021)|mini|Portraitfoto von Künstler Dennis Josef Meseg neben einer Figur von der Installation "It is like it is" (2021)

Auszeichnungen Meseg erhielt 2021 für die Installation „It is like it is“ den CREO-Preis der Deutschen Gesellschaft für Kreativität. Im Jahr 2024 wurde ihm die Kulturplakette der Stadt Wesseling verliehen.

Weblinks

Offizieller Internetauftritt des Künstlers

Einzelnachweise

Kategorie:Künstler (Deutschland) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1979 Kategorie:Mann