Handlungsstrang hierunter werden die in besonderer Form miteinander verbundene und deshalb mehr oder weniger eigenständige, sinnhaft verknüpfte Ereignisfolgen verstanden, die in einem erzählerischen Werk, im weitesten Sinn, auftreten.Tilmann Köppe, Tom Kindt: Erzähltheorie. Eine Einführung. (Reclams Universal-Bibliothek (=17683), Reclam, Stuttgart 2014, ISBN 978-3-15-017683-2, S. 108) In der internationalen Filmsprache .

Als erzählerische Handlung gilt in der Literaturtheorie – aber auch in Filmen, Theaterstücken, Comics – eine des jeweiligen Werks bilden.Handlung. In: duden.de/woerterbuch; abgerufen am 19. Januar 2021. Es ist die Gesamtheit dessen, was sich ereignet und unterscheidet sich damit zur Art und Weise der narrativen Darstellung.Matías Martínez, Michael Scheffel: Einführung in die Erzähltheorie. C.H. Beck, München 2019; 11., aktual. u. überarb. Aufl. 2016, ISBN 978-3-406-74283-5, S. 222–224 Als Ereignis soll dabei und im allgemeinen Sinn eine Situation verstanden werden, die durch Dynamik oder Veränderung gekennzeichnet ist. Sie ist die kleinste thematische Einheit der Handlung, die aus Figurenhandlungen oder Geschehnissen bestehen. Der Handlungsstrang wird so zum Verlauf einer Handlung, dass kann die Haupthandlung selbst sein, die etwa den gesamten Roman oder Film aufbaut oder wie ein „Roter Faden“ durchzieht, es kann aber auch eine Nebenhandlung sein, die parallel zu der Haupthandlung verläuft, oder nur eine kleine Handlungssequenz. Die verschiedenen Handlungsstränge „verflechten“ sich dann zur Gesamtgeschichte und ein Ende für die alle Handlungen.Tilmann Köppe, Tom Kindt: Erzähltheorie. Eine Einführung. Reclam, Stuttgart 2014, ISBN 978-3-15-017683-2, S. 108–112. Der Begriff verweist metaphorisch auf einen textilen „Strang“ der mit anderen zu einem „Gewebe“ verflochten werden kann.

Plot und Handlung, Beziehung zum Handlungsstrang mini|Der Unterschied zwischen Handlung und Geschichte. Handlung ist Ursache und Wirkung. Im Plot () wird nach zentralen und marginalen Vorkommnissen (Matías Martínez, Michael Scheffel: Einführung in die Erzähltheorie. C.H. Beck, München 2019; 11., aktual. u. überarb. Aufl. 2016, ISBN 978-3-406-74283-5, S. 117Edward Morgan Forster (1927)) unterschieden. In der erzählten Geschichte dominiert die temporale Ordnung. Ein Plot ist die Handlungsstruktur, auch Handlungsschema eines dramatischen oder erzählenden Textes und entwirft demzufolge der Grundriss der Handlung. In einem Plot sind die Ereignisse einer Erzählung in eine dramaturgisch wirkungsvolle Reihenfolge gebracht, die nicht der Chronologie entsprechen muss.Jonas Geldschläger: Wortwuchs: Plot. Es ist der, aus der individuellen Handlungen der Erzählung ableitbare, abstrahierte Grundriss mit einer abgeschlossenen, sinnhaften Struktur.Matías Martínez, Michael Scheffel: Einführung in die Erzähltheorie. C.H. Beck, München 2019; 11., aktual. u. überarb. Aufl. 2016, ISBN 978-3-406-74283-5, S. 222 In einem Plot werden nicht nur die temporalen und sinnhaften Beziehungen der dargestellten Ereignisse erfasst, vielmehr sind zwischen zentralen Vorkommnissen und marginalen zu differenzieren.Tilmann Köppe, Tom Kindt: Erzähltheorie. Eine Einführung. (Reclams Universal-Bibliothek (=17683), Reclam, Stuttgart 2014, ISBN 978-3-15-017683-2, S. 105) Damit besteht die Handlung oder der Plot aus einer Kette von (temporal und sinnhaft angeordneten) Ereignissen. Ein Handlungsstrang ist eine selbständige Handlungseinheit, die in dem Hauptplot eingeflochten ist. Andes formuliert, bedeutet es von Handlungssträngen zu sprechen, wenn in einem Erzähltext mehrere Plots angelegt sind.Tilmann Köppe, Tom Kindt: Erzähltheorie. Eine Einführung. (Reclams Universal-Bibliothek (=17683), Reclam, Stuttgart 2014, ISBN 978-3-15-017683-2, S. 109) Ein Handlungsstrang oder Plotline ist eine Erzählung innerhalb der Geschichte. Im Verlauf einer Handlung verflechten sich die einzelnen Handlungsstränge häufig mehrfach. Sie bilden ein „Gewebe“, sie kreuzen, verkoppeln und entkoppeln sich, greifen ineinander und überlagern sich, vereinen sich und splitten sich wieder auf. Die meisten Geschichten bestehen aus einem Hauptplot sowie mehreren Nebenhandlungen in Form von weniger komplexen Neben- bzw. Sub-Storylines.

Allgemein verbinden sich mindestens zwei Figuren in einer Handlungsstruktur, um eine Handlung zu entwickeln. Mit dem Hinzukommen weiterer Figuren entwickelt sich die Möglichkeit, mehr als einen Handlungsstrang zu erzählen. Ein Subplot wäre dann eine Erzählung in der Geschichte.

Nach Schmid (2014) konstituiert sich eine Erzählung in folgender Abstufung, durch: es passieren Dinge, ein Geschehen; hieraus werden bestimmte Vorfälle, Ereignisse ausgewählt, eine Geschichte stellt sich auf; die Vorfälle, Ereignisse werden auf eine bestimmte Weise angeordnet, es ist die Ebene der Erzählung; letztlich wird die Anordnung der Vorfälle präsentiert, die Präsentation der Erzählung.Wolf Schmid: Elemente der Narratologie. De Gruyter, Berlin 2014, ISBN 978-3-11-035010-4, S. 251 Die ersten drei Abstufungen lassen sich dem Plot zuordnen. Die meisten Erzählungen konstituieren sich aus mehr als einem Handlungsstrang. In jedem dieser Handlungsabläufe liegt eine geschlossene Handlung vor, sie bilden einen Subplot.

Literatur Wolf Schmid: Elemente der Narratologie. De Gruyter, Berlin 2014, ISBN 978-3-11-035010-4 Edward Morgan Forster: Aspects of the Novel. Brace & Company, New York 1927; (deutsch. Ansichten des Romans 1949) Ronald Samuel Crane: Critics and criticism, ancient and modern. University of Chicago Press, Chicago 1952

Weblinks Lexikon der Filmbegriffe. Handlungslinie auch: Handlungsstrang; engl.: storyline

Einzelnachweise

Kategorie:Literarischer Begriff Kategorie:Fiktion