Sachsens Glanz und Preußens Gloria ist eine sechsteilige Fernsehproduktion, die auf der Romantrilogie des polnischen Autors Józef Ignacy Kraszewski über die historischen Ereignisse der Jahre 1697 bis 1763 basiert. Zusammen mit dem Mehrteiler Die gläserne Fackel von 1989, der die Chronik der Firma Carl Zeiss wiedergibt, gehört die Großproduktion am Ende der DDR zu den wenigen positiv auslegbaren Darstellungen des Feudalismus bzw. des Imperialismus der DDR-Filmgeschichte und thematisiert die brandenburgisch-sächsischen Beziehungen. Die Ausstattungsqualität und die Zahl der Darsteller übertraf alle bisherigen DEFA-Filme.

Handlung Gräfin Cosel I August II. glaubt fest an die Prophezeiung, sein Geschlecht, das Haus Wettin, würde eines Tages die Kaiserkrone tragen. Mit der Krönung zum König von Polen wähnt sich der sächsische Kurfürst, der von seinen Zeitgenossen "der Prächtige" und "der Starke" genannt wird, seinen Zielen einen entscheidenden Schritt näher. Doch die Niederlage im Großen Nordischen Krieg gegen Schweden dämpft seine Ambitionen. Karl von Schweden nutzt das reiche Sachsen fortan als Rückzugsort für seine Armee, während er seine Kampagne gegen Russland vorbereitet. August, sein Minister Flemming und der einfallsreiche Generalakzisor Hoym, der die Finanzen des Kurfürsten verantwortet, bemühen sich um Schadensbegrenzung, aber sie haben dem jungen schwedischen Widersacher und dessen Soldaten nichts entgegenzusetzen. Der Sieger verlangt den Verlierertribut von Sachsen und seinem Volk.

Verletzt und missgestimmt sucht August der Starke Abwechslung in unbändigen Festen und Gelagen. Eines dieser Gelage endet mit einer Wette, in deren Ausgang Anna Constantia von Hoym, geborene von Brockdorff – die Frau des sächsischen Akzisedirektors Hoym – an den Hof beordert wird, um zu zeigen, ob ihr Gatte seine Wette – sie sei die schönste Frau in Sachsen – gewinnen kann. August lässt die widerwillige Adelige, deren Besitz kurz zuvor vom Schwedenkönig persönlich geplündert wurde, durch Rittmeister von Rosen an den Hof bringen. Im Rahmen eines förmlichen Empfangs treffen die beiden erstmals aufeinander. August gesteht Hoym zu, die Wette und somit tausend Taler gewonnen zu haben, denn vom ersten Moment an ist der Fürst fasziniert von dieser Frau, die er später zur Gräfin Cosel machen wird. Die Fürstin Teschen ist vergessen, Hoym in Begleitung von Rosen zur Steuererhebung in die Lausitz geschickt und August beginnt ein zähes Werben um seine schönste und langjährigste Mätresse. Sie ringt ihm ein Eheversprechen ab und zeigt damit ihrem Schicksal den Weg.

Unter nachdrücklichem Zureden willigt der betrogene Hoym in die Scheidung ein und die Gräfin Cosel, die zunehmend politische Ideen entwickelt, nimmt eine immer bedeutendere Stellung am Hofe ein, was das Missfallen des Ministers Flemming zur Folge hat. Aber auch August selbst gefallen nicht alle Ideen seiner einfallsreichen Mätresse. So lehnt er es ab, Karl gefangen zu nehmen, als der sich in Dresden aufhält, ein Plan den Gräfin Cosel gemeinsam mit General Schulenburg ausgearbeitet hat. Zudem kann August es nicht über sich bringen, Flemming zu entlassen, obwohl die Gräfin dahingehend zunehmend heftiger auf ihn einwirkt und auch Beweise für Veruntreuungen durch den Minister zusammengetragen hat. Als der Alchemist Johann Friedrich Böttger in den Kasematten der Festung Königstein die Geheimnisse der Herstellung des Porzellans ergründet und der Schwedenkönig in der Schlacht bei Poltawa vernichtend geschlagen wird, wendet sich das Glück des sächsischen Kurfürsten. Er ist nun wieder Herr im eigenen Lande, während die sächsische Wirtschaft einem wirtschaftlichen Aufschwung entgegensieht.

Gräfin Cosel II Gräfin Cosel regiert Sachsen und seinen Kurfürsten. Aber die Ambitionen der ehrgeizigen Frau, die sich in die Politik einmischt und mehr sein will als Bettgespielin für den launischen sächsischen Herrscher, beunruhigen dessen Umfeld. Insbesondere der Erste Minister Flemming befürchtet zukünftige Streitigkeiten aufgrund des schriftlichen Heiratsversprechens, das Gräfin Cosel sich von ihrem geliebten August ausbedungen hat. Da die Mätresse dem Kurfürsten inzwischen einen Sohn geboren hat, soll ihr das verfängliche Dokument abgenommen werden, um einen Streit innerhalb des Hauses Wettin zu vermeiden, für das August immer noch die Kaiserkrone zu erringen entschlossen ist. Doch zunächst muss er seine Ansprüche auf den polnischen Thron durchsetzen und reist nach Warschau. Da Gräfin Cosel wegen ihres Neugeborenen in Dresden zurückbleibt, kann Flemming die Gelegenheit nutzen, die Liebenden weiter zu entfremden. Und wiederum nehmen die Intrigen ihren Lauf. Der Erste Minister enthält seinem Fürsten einen Großteil der Liebesbriefe vor, die ihm die Mätresse aus Sachsen schickt und stellt ihm zudem die Gräfin Dönhoff vor, in die August sich Hals über Kopf verliebt. Zudem weiß man, es am Hof geschickt zu lancieren, dass AnnaHistorisch korrekter ist der Rufname Constantia. in Ungnade fällt.

Da sie sich in Sachsen nicht mehr sicher fühlt, flieht die Gräfin mit ihren Kindern ins preussische Berlin. Als sich August unter Zuspruch Flemmings entschließt, den preussischen König um ihre Auslieferung zu bitten, ergreift der Page Heinrich von Brühl die Gelegenheit, mit dem Verfassen eines entsprechenden Schreibens auf den Kurfürsten Eindruck zu machen. Er ist fortan Augusts Sekretär. Seine ehemalige Mätresse verbannt August hingegen auf die Burg Stolpen. Mehrfach versucht sie, ihn um Gnade anzuflehen, mehrfach versucht sie mit Hilfe verschiedener Kavaliere, wie Rittmeister von Rosen, zu fliehen. August indessen vergnügt sich mit neuen Mätressen und neuen Festen. Bei einem gemeinsamen Manöver mit dem König von Preussen versucht dessen Sohn mit Hilfe Brühls aus der väterlichen Obhut zu fliehen, was allerdings scheitert. Als August sich entschließt, seine neuen Kanonen, die auf dem gemeinsamen Manöver einen guten Eindruck hinterlassen haben, an den Basaltfelsen unterhalb von Burg Stolpen zu erproben, hofft die gefallene Gräfin ein letztes Mal vergeblich auf eine Gelegenheit, Gnade von ihrem ehemaligen Liebhaber zu erlangen.

Brühl – Die große Karriere Nach dem Tode Augusts des Starken entspinnt sich am Dresdner Hofe ein variantenreiches Intrigenspiel. Der Favorit des Nachfolgers August ist Graf Sulkowski, der zudem ein Freund des neuen Kurfürsten ist. Es gelingt jedoch dem einfallsreichen Heinrich von Brühl durch eine List, die Nachricht vom Tode Augusts des Starken als Erster dessen Sohn zu überbringen. Mit dabei hat Brühl ein Empfehlungsschreiben, das August die Dienste des Politikers anempfiehlt. Aber August III. tut sich schwer mit der Entscheidung zwischen Brühl und dem Grafen Sulkowski, seinem besten Freund. Dieser wird zunächst zum Ersten Minister ernannt, während Brühl die Hoheit über die Finanzen des kunstsinnigen Königs obliegt. Und so beginnt hinter dessen Rücken ein erfolgreiches Ränkespiel, in dem mehrere Parteien mit wechselnden Präferenzen teilnehmen.

Die Hofbeamten unter dem findigen Advokaten Ludovici und dem skrupellosen Aufsteiger Hennicke bevorzugen Sulkowski, der ihnen nicht so auf die Finger schauen würde, wie Brühl, der sich mit Buchhaltung gut auskennt. Die katholische Kirche, vertreten durch den Beichtvater des neuen Kurfürsten, der zudem mit dessen Gattin im Bunde ist, bevorzugt Brühl, obwohl dieser Protestant und Sulkowski Katholik ist. Dieser trägt dem Einfluss der Hofbeamten Rechnung, indem er Ludovici zu seinem Sekretär macht. Der hierdurch sehr verärgerte Hennicke erhält seinerseits ein Angebot von Brühl, das er willig annimmt. Als ersten Auftrag im Dienste Brühls setzt Hennicke den Drucker Eroll unter Druck, der anonyme Pamphlete veröffentlicht hat, die das Intrigenspiel am Hofe kenntnisreich kritisieren.

Urheber der Texte ist Graf Watzdorf, der sowohl die Ränke Brühls, als auch die Bemühungen Sulkowskis kritisch sieht. Er wird ungewollt in die Vorgänge hineingezogen, als seine Geliebte Franziska von Kolowrat durch Vermittlung des Paters Guarini und auf Drängen der habsburgischen Gattin Augusts Brühl zugeführt wird, um durch eine katholische Ehefrau zusätzlichen Einfluss auf diesen zu gewinnen. So entspinnt sich ein Machtspiel, das Heinrich von Brühl einige Zeit später zum teuersten Ersten Minister seiner Hoheit des sächsischen Kurfürsten machen soll. Die von Hennicke gesammelten Beweise gegen Watzdorf spielt Brühl geschickt dem ahnungslosen Ludovici zu, der sie wiederum an Sulkowski weitergibt. Dieser lässt Watzdorf in der Festung Königstein inhaftieren, wodurch er sich den Zorn der Komtess Kolowrat zuzieht. Diese hatte unter der Zusage, ihr Verhältnis zu Watzdorf aufrecht halten zu dürfen, in die Ehe mit Brühl eingewilligt, mit dem sie sich nun auch im Hass auf Sulkowski verbunden fühlt, nicht ahnend, dass ihr neuer Gatte der wahre Drahtzieher hinter Watzdorfs Unglück ist.

Brühl – Der Zweikampf August III. ist inzwischen polnischer König wie sein Vater. Er hat dafür gesorgt, dass seine Krönung in Warschau in Allem der seines Vaters gleicht, aber das Regieren fällt dem unentschlossenen Schöngeist schwerer. Er überlässt die Staatsgeschäfte seinen Höflingen. Auch die Position der Konkurrenten Sulkowski und Brühl ist inzwischen gefestigt, so bereiten sich beide darauf vor, in das Spiel der europäischen Mächte einzugreifen. Die Beziehungen zwischen den Staaten sind durch ein gewisses Gleichgewicht geprägt, somit liegt es unter dem Eindruck gerade überwundener kriegerischer Konflikte im Interesse der europäischen Diplomatie, keinen Akteur zu mächtig werden zu lassen. Aber Sulkowski hat Pläne, die das sorgsam austarierte Kräftespiel aus dem Gleichgewicht bringen können.

Im Bemühen, die Bindung zwischen dem Kurfürstentum Sachsen und dem Königreich Polen zu kräftigen und beider Länder wirtschaftliche Vorteile ideal zu kombinieren, erarbeitet der Erste Minister Sachsens den Plan, sich des dazwischenliegenden Schlesiens zu bemächtigen, das zum Habsburgerreich gehört. Da er einerseits dafür Gelder benötigt, die nur Brühl ihm verschaffen kann und er zudem diesem gegenüber vertrauensselig ist, überlässt Sulkowski seinem Konkurrenten die Papiere, in denen er sein Schlesisches Projekt darlegt. Brühl stellt die Unterlagen sofort dem österreichischen Gesandten zur Verfügung, der seinerseits veranlasst, dass Sulkowski im Dienste des Reiches im Türkenkrieg auf ein weit entferntes Kommando berufen wird.

Brühl intrigiert sich erfolgreich an die Spitze. August III. ist gezwungen, Joseph von Sulkowski, mit dem ihn eine innige Freundschaft verbindet, aus dem Dienst zu entlassen und zu verbannen. Der Aufstieg des Heinrich von Brühl ist unvermeidlich.

Aus dem Siebenjährigen Krieg I Zwei hoffremde Kavaliere, der Schweizer Lebenskünstler Simonis und der Pole Maszlowski, machen auf unterschiedlichen Wegen Bekanntschaft mit den sich verhärtenden Fronten des Siebenjährigen Krieges. Der eine auf der Seite des preußischen Königs, der andere auf der Seite von dessen erklärtem Feind – Sachsen, seinem König und dessen erstem Minister im Besonderen. Preußen marschiert in Sachsen ein, König und Gefolge ziehen sich auf die Festung Königstein zurück und versuchen von dort aus, sich der preußischen Belagerung zu erwehren.

Aus dem Siebenjährigen Krieg II Die Bemühungen der Sachsen, sich des Preußenkönigs und seiner marodierenden Übermacht zu entledigen, nehmen ihren Lauf. Friedrich II. jedoch entgeht nicht nur den Anschlägen, er setzt sich in Sachsen fest. Seine Truppen plündern und brandschatzen. Er lässt seine Wut auf Brühl an der sächsischen Bevölkerung aus. Königin Maria Josepha stirbt erschöpft in Dresden, während ihr Mann und sein erster Minister die Folgen ihrer jahrelangen Misswirtschaft zu spüren bekommen. Beide fliehen nach Warschau.

Produktion und literarische Vorlage