Die Oldenburgische Landesbank Aktiengesellschaft (OLB) mit Sitz in Oldenburg (Oldb) ist ein Finanzinstitut, das seine Kunden unter den Marken OLB und Bankhaus Neelmeyer betreut. Seit Januar 2026 gehört die OLB zur TARGO Deutschland GmbH, der deutschen Holding der französischen Großbank Crédit Mutuel Alliance Fédérale.

Zu den Geschäftsfeldern gehören das Privatkundengeschäft inklusive Private Banking und Wealth Management sowie das Geschäftskundengeschäft und Spezialfinanzierungen zum Beispiel im Bereich Gewerbliche Immobilien- oder Akquisitionsfinanzierung und auch die Vermittlung von Immobilien, Bausparverträgen und Versicherungen.

Geschichte Die ersten Jahre bis Ende des Zweiten Weltkriegs mini|Siegelmarke Oldenburgische Landesbank – Oldenburg i-Gr. Der Ausbau des Eisenbahnnetzes in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts machte die Stadt Oldenburg zu einem Verkehrsknotenpunkt und die daraus resultierende wirtschaftliche Entwicklung durch Handel und Gewerbe machten ein Bankhaus in Oldenburg unumgänglich. Die seit 1845 bestehende Oldenburgische Spar- und Leihbank konnte die neuen Anforderungen nicht erfüllen.

Der entscheidende Anstoß zur Gründung der OLB ging von dem Oldenburger Geheimen Finanzrat Carl Wilhelm Siebold aus, der als Sekretär beim Deutschen Bund in Frankfurt arbeitete. Bei dem Frankfurter Bankhaus Erlanger & Söhne fiel sein Plan auf fruchtbaren Boden. Gedacht war ein privates Aktienunternehmen mit dem Privileg der Banknotenausgabe.

Am 15. Januar 1869 eröffnete die Oldenburgische Landesbank ihre ersten Geschäftsräume in der Ritterstraße 9 in Oldenburg. Lorenz Zuckermandel war der erste Direktor.Erster Jahres-Abschluss am 31. Dezember 1869, in: Königlich Preußischer Staats-Anzeiger, Nr. 57. 8. März 1870 Abends, S. 927–928 Die Konzession als Notenbank war äußerst großzügig. Die Bank durfte das Vierfache ihres Kapitals an Banknoten ausgeben. Auch waren die Begrenzungen der Ausgabe kleiner Noten (die als Ersatz des schweren Edelmetallgeldes beliebt waren) weniger einschränkend als bei den anderen Privatnotenbanken. Der Banknotenumlauf belief sich auf 6 Millionen Goldmark.

Mit dem Bankgesetz von 1875 wurden die Möglichkeiten der Privatnotenbanken entscheidend eingeschränkt. Die OLB hätte nur noch Banknoten bis zur Höhe des Eigenkapitals herauslegen können und wäre weiteren Einschränkungen unterlegen. Da sich das neue Bankhaus ausgesprochen gut entwickelt hatte, entschied es sich 1875 gegen das Notenprivileg und für das allgemeine Bankgeschäft, um in Zukunft den Einzugsbereich der Bank erweitern zu können.Bekanntmachung RGBl. 1876, S. 124 vom 1. April 1876

1904 übernahm die Dresdner Bank das Bankhaus Erlanger & Söhne und damit auch dessen Beteiligung an der OLB. Um in der unruhigen Zeit zwischen beiden Weltkriegen mehr Sicherheit gewähren zu können, insbesondere infolge der Weltwirtschaftskrise, schloss sich die OLB mit Wirkung zum 31. Dezember 1933 mit der Oldenburgischen Spar- und Leihbank zusammen.

Wiederaufbau Am 20. Juni 1948 setzte die Währungsreform den Wirrnissen der Nachkriegszeit ein Ende. Die Bankguthaben der Kreditinstitute und der öffentlichen Institutionen erloschen. Zum dritten Mal in den fast 80 Jahren ihres Bestehens stand die OLB vor einem Neuanfang. Durch den Wiederaufbau der Wirtschaft florierte das kurzfristige Kreditgeschäft. In den 1950er Jahren spannte die OLB ihr Niederlassungsnetz noch weiter. Die Größe und Leistungsfähigkeit der Bank steigerte sich in diesen Jahren ebenso wie der Umfang ihrer Geschäfte.

Die letzten Jahrzehnte mini|OLB-Verwaltungsgebäude Stau 17, Oldenburg In zwei Schritten veränderte sich in den 1970er und 1980er Jahren die Zusammensetzung des Aktionärskreises der Bank entscheidend. 1978 übertrug die Staatliche Kreditanstalt Oldenburg, die ihren Anteil auf über 25 % aufgestockt hatte, 14 % des Aktienkapitals auf die Dresdner Bank. Diese hatte seit 1904 ihre 25%ige Beteiligung gehalten und inzwischen sukzessive hinzugekauft. Nun konnte die Dresdner Bank eine Mehrheit am Kapital verbuchen. Die Anteile des Landes Niedersachsen von 11 % und die der Staatlichen Kreditanstalt Oldenburg wurden zur Erhaltung des Schachtelprivilegs von etwas mehr als 25 % in der Oldenburgischen Beteiligungsgesellschaft zusammengefasst.

Im Frühjahr 1986 wurden die Beteiligungsverhältnisse am Grundkapital der Oldenburgische Landesbank AG neu gegliedert: Dresdner Bank (64,1 %) Anteil der privaten Investoren, einschließlich Belegschaftsaktionäre (10,6 %) OLB-Beteiligungsgesellschaft mbH 25,3 % Die Anteile an der OLB-Beteiligungsgesellschaft mbH hielten die Hauptgesellschafterin Dresdner Bank mit 98,8 % und mehrere Dauerinvestoren aus dem Nordwesten, mit 1,2 %.

Mit Wirkung vom 23. Dezember 2008 hat die Allianz Deutschland die vormals von der Dresdner Bank gehaltenen Stimmrechte an der Oldenburgische Landesbank AG und an der OLB-Beteiligungsgesellschaft mbH übernommen. Damit stellten sich die Beteiligungsverhältnisse zum 23. April 2009 wie folgt dar: Allianz Deutschland AG 64,3 %, OLB-Beteiligungsgesellschaft mbH 25,3 %, Anteil der privaten Investoren einschließlich Belegschaftsaktionäre 10,4 %. Die Anteile an der OLB-Beteiligungsgesellschaft mbH hielten die Hauptgesellschafterin Allianz Deutschland AG mit 98,8 % und mehrere Dauerinvestoren aus dem Nordwesten mit 1,2 %. Die Prozentzahlen wurden gerundet.olb.de

Die Allianz Bank war von 2009 bis Mitte 2013 eine Zweigniederlassung der Oldenburgische Landesbank AG. Durch Verbleib der OLB bei der Allianz wurde 2009 in der Allianz Deutschland AG das neue Ressort „Allianz Banking Deutschland“ geschaffen. Am 26. Januar 2009 wurde die Allianz Bank als Zweigniederlassung der OLB mit der Bankleitzahl 700 350 00modern-banking.de gegründet. Bis Ende Mai 2009 wurden die von der Allianz Beratungs- und Vertriebs-AG (ABV) an die frühere Dresdner Bank (DreBa) vermittelten Bankkunden gefragt, ob sie von der Dresdner Bank auf die neue Allianz Bank übertragen werden wollen. Nach der Migration von ungefähr 350.000 Kunden mit einem Geschäftsvolumen von ca. 3,1 Mrd. Euro startete der operative Betrieb der Allianz Bank am 1. Juni 2009.allianzdeutschland.de In: Handelsblatt, 20. April 2009. Schwerpunkt war das Anlage- und Einlagengeschäft. Es wurden Kredit- und Maestro-Karten im „Allianz-Blau“ ausgegeben. Ab 2011 wurde ein Girokontenmodell angeboten, das weltweit eine kostenlose Bargeldversorgung ermöglichte. Ende 2012 hatte die Allianz Bank 817 Fachagenturen und Bankfilialen. Im Geschäftsjahr 2012 beliefen sich die operativen Verluste der Allianz Bank auf 45,2 Mio. Euro. Zwischen der Oldenburgische Landesbank AG und der Allianz Deutschland AG war vereinbart, dass die Allianz Deutschland AG alle bis Ende 2014 auflaufenden Verluste der Allianz Bank ausgleicht. Aufgrund der anhaltend defizitären Ergebnisse wurde die Geschäftstätigkeit der Allianz Bank mit dem 30. Juni 2013 beendet.DGAP-Adhoc: „Oldenburgische Landesbank AG: Geschäftstätigkeit der Zweigniederlassung Allianz Bank wird eingestellt“. In: eqs-news.com, 12. September 2024.

Ende September 2016 erwog die Allianz, ihre OLB-Anteile zu verkaufen.Rüdiger zu Klampen, Jörg Schürmeyer: Rätselraten um neuen Partner der OLB. In: Nordwest-Zeitung. 28. September 2016. Abgerufen am 29. September 2016. In: Handelsblatt, 27. Januar 2017. Am 23. Juni 2017 wurde die Übernahme der Anteile der Allianz Deutschland AG an der OLB (rund 90,2 %) für 300 Millionen Euro durch die Bremer Kreditbank, hinter der unter anderem der US-amerikanische Finanzinvestor Apollo Global Management steht, bekanntgegeben.Lisa Boekhoff: Allianz verkauft OLB-Beteiligung an Bremer Kreditbank. In: Weser-Kurier, 23. Juni 2017, abgerufen am 24. Juni 2017. Für den Verkauf am 7. Februar 2018 lag die Übernahmegenehmigung der Aufsichtsbehörden vor.NWZ Online: „Jetzt fix – Übernahme der OLB genehmigt“. Zum 31. August 2018 erwarb die Bremer Kreditbank die Oldenburgische Landesbank von der Allianz. Der Name Bremer Kreditbank wurde aufgelöst. Der ehemalige Hauptsitz der BKB wurde zur größten OLB Filiale.

Durch einen Squeeze-out-Prozess erhöhte die Bremer Kreditbank ihren OLB-Anteil auf über 95 %. Hierzu übertrugen die Minderheitsaktionäre ihre Aktien gegen eine Barabfindung.NWZ Online: „OLB Hauptversammlung – OLB-Kleinaktionäre kritisieren Rauswurf“. Mit der Eintragung des aktienrechtlichen Squeeze-out-Beschlusses ins Handelsregister am 27. Juni 2018 wurde die Übertragung wirksam,NWZ Online: „Übernahme der Regionalbank – Bremer haben OLB komplett“ auch endete die Börsennotierung kurz darauf.NWZ Online: „Abschied von der Börse – Historischer Tag für die OLB“. Die Aktien der Oldenburgische Landesbank AG waren bis zur Beendigung der Börsennotierung am 28. Juni 2018 im regionalen Aktienindex Nisax20 enthalten, der die 20 wichtigsten börsennotierten Unternehmen im Bundesland Niedersachsen umfasst. Sie wurden an den Börsen Berlin, Hamburg und Hannover im Geregelten Markt sowie in Düsseldorf und Frankfurt im Freiverkehr gehandelt. Im August 2018 wurde die Muttergesellschaft Bremer Kreditbank auf die OLB verschmolzen.Bekanntmachung des Amtsgerichts Oldenburg Aktenzeichen HRB 3003 am 31. August 2018

Übernahme durch Targo Deutschland Anstatt eines für 2025 avisierten, zuvor mehrmals verschobenen, Börsengangs übernimmt die französische Fédérale de Crédit Mutuel mit ihrer deutschen Tochtergesellschaft Targo Deutschland, zu der auch die Targobank gehört, die OLB.

Am 2. Januar 2026 gab die Crédit Mutuel Alliance Fédérale bekannt, den Erwerb von 100 Prozent der OLB AG über ihre lokale Holding Targo Deutschland, erfolgreich abgeschlossen zu haben. Die Targo Deutschland wiederum ist eine Tochter der Banque Fédérative du Crédit Mutuel. Die Transaktion ist Teil des strategischen Plans „Gemeinsam, Leistungsstark, Solidarisch“ 2024–2027. Der genossenschaftlich organisierte Konzern verfolgt das Ziel, sein integriertes Allfinanzmodell der Bancassurance in Europa voranzutreiben, allen voran in Deutschland, dem zweiten Heimatmarkt.

Die OLB soll bis auf Weiteres als eigenständige Tochtergesellschaft der Targo Deutschland bestehen bleiben. Der Mutterkonzern Crédit Mutuel Alliance Fédérale will seine Aktivität in Deutschland zu einer Universalbank ausweiten und das Portfolio der OLB, mit seinen Schwerpunkten u. a. bei Mittelstands- und Immobilienfinanzierung und Private Banking, neben das auf Endkunden und Konsumenten ausgerichteten Geschäft der Targobank sowie, im Rahmen von Bancassurance, das 2026 als ACM Deutschland AG aufzunehmende Privatkunden-Versicherungsgeschäft der Assurances du Crédit Mutuel stellen.

Die OLB heute Geschäftsfelder Ihre Geschäftsaktivitäten hat die OLB ab 2022 neu geordnet hinsichtlich der Zielkunden, Produkte und Dienstleistungen. Die erste tragende Säule bildet das Geschäft mit Privatkunden und regionalen kleinen bis mittelgroßen Unternehmenskunden. Hier legt die Bank den Fokus auf einen Multikanalansatz in Kombination mit regionalen Filialverbünden und einem bundesweiten digitalen Auftritt. Basis für die angebotenen Leistungen sind schlanke und automatisierte Prozesse. Diese Aktivitäten sind seit 2022 dem Geschäftssegment Private & Business Customers zugeordnet.

Die zweite Säule des Geschäftsmodells bildet seit 2022 das Segment Corporates & Diversified Lending. Hierzu gehören das größervolumige Corporate-Geschäft, Fußballfinanzierungen sowie die Spezialfinanzierungen mit Schwerpunkten in der Akquisitionsfinanzierung und der gewerblichen Immobilienfinanzierung. Hierbei geht es um ein individuell zugeschnittenes Profil, größere Einzeltransaktionen und einen stärkeren Ressourceneinsatz in der Beratung und Abwicklung zwecks Durchsetzung höherer Margen.