miniatur|hochkant|Friedrich von Müller miniatur|Friedrich Müller als Harmonistensenior (1799) miniatur|Gedenktafel am Haus Windischenstraße 12, in Weimar Friedrich (Theodor Adam Heinrich) von Müller (* 13. April 1779 in Kunreuth; † 21. Oktober 1849) war Staatskanzler des Großherzogtums Sachsen-Weimar-Eisenach und ein enger Freund Goethes.

Leben In Coburg wurde er Mitglied des Harmonistenordens. Am 3. Mai 1796 immatrikulierte er sich an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen als Student der Rechtswissenschaft.Einst und Jetzt. Bd. 46 (2001), S. 128 Nach dem Examen kam der Bürgersohn Friedrich Müller im Alter von 22 Jahren nach Weimar und trat als Regierungsassessor in den Weimarer Staatsdienst. 1804 wurde er zum Regierungsrat befördert. Als am 28. Oktober 1806 bei Prenzlau Preußen unter Friedrich Ludwig Fürst zu Hohenlohe-Ingelfingen vor der französischen Armee kapituliert hatte, wurde Müller von Herzog Carl August persönlich beauftragt, mit den Siegern zu verhandeln. Da Müller sein Verhandlungsgeschick bereits mehrfach unter Beweis gestellt hatte, lag es an seiner Diplomatie, in Verhandlungen die Erhaltung der Unabhängigkeit des Herzogtums zu erreichen. Nach erfolgreichem Abschluss dankte man ihm mit der Ernennung zum Geheimen Rat und dem Adelsbrief. 1809 wurde Müller Freimaurer. Sein Freund Goethe wirkte bei seiner Aufnahme in die Weimarer Loge Amalia aktiv mit. Müller blieb weiter in der Verwaltung tätig und übernahm 1815 die Stellung des Staatskanzlers des Großherzogtums.

Müller war ein vielseitig begabter und gebildeter Jurist und Politiker, von der Herzoginmutter Anna Amalia und Carl August gleichermaßen geschätzt. Auch Goethe zog ihn in seinen Freundeskreis und suchte sein unabhängiges und sachkundiges Urteil. Müller hat in mehreren Büchern seine Eindrücke der Zeit niedergeschrieben. Sein Buch über seine Gespräche mit Goethe gilt als wichtiges literarisches Zeugnis.

Anekdotisches Emil Ludwig überliefert eine denkwürdige Begegnung zwischen Müller und Napoleon I. in Erfurt im Jahr 1813, welche ein Licht auf den Mut des Kanzlers, aber auch auf das moralische Gefühl des Kaisers wirft:

Werke Betrifft Goethe. Rede und Gegenrede (1832). Fischer, Frankfurt/Main 1995, ISBN 3-10-049114-9 Unterhaltungen mit Goethe. C.H. Beck, München 1982, ISBN 3-406-08497-4 Erinnerungen aus den Kriegszeiten 1806-1813 / von Friedrich von Müller Grossherzoglich Sächsischem Geheimen Rat und Kanzler. [Hrsg.: Adolf Schöll]. [Vorw.: Adolf Metz], (vollständiges Digitalisat der HAAB Weimar)

Literatur

Eugen Lennhoff, Oskar Posner, Dieter A. Binder: Internationales Freimaurerlexikon, Überarbeitete und erweiterte Neuauflage der Ausgabe von 1932, München 2003, 951 S., ISBN 3-7766-2161-3. Heide Schulz: Weimars schönster Stern. Anna Amalia von Sachsen-Weimar und Eisenach. Quellentexte zum Entstehen einer Ikone, Heidelberg 2011, ISBN 978-3-8253-5887-7, S. 7–17.

Weblinks

Einzelnachweise

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