Dies ist eine Teilliste von Luftfahrt-Zwischenfällen seit dem Jahr 2020 beim Betrieb von Verkehrsluftfahrzeugen. Für übrige Zeitspannen siehe Listen von Luftfahrt-Zwischenfällen.

Für militärische Zwischenfälle siehe Liste von Zwischenfällen (Militärluftfahrt) ab 1981.

Für Zwischenfälle von Luftfahrzeugen der Allgemeinen Luftfahrt siehe Liste von Zwischenfällen (Allgemeine Luftfahrt).

In diese Liste sollen nur Unfälle eingetragen werden, die den Relevanzkriterien für Zwischenfälle genügen.

Einträge mit eigenem Artikel in Wikipedia sind mit (A) gekennzeichnet.

Auflistung nach Jahr 2020 2021 2022 2023 2024 2025 2026

Liste 2020 (A) 8. Januar – Eine Boeing 737-800 der Ukraine International Airlines (Luftfahrzeugkennzeichen UR-PSR) verunglückte kurz nach dem Start vom Flughafen Teheran-Imam Chomeini nach Raketenbeschuss durch das iranische Militär. An Bord befanden sich 176 Personen (167 Passagiere und 9 Crew-Mitglieder). Es gab keine Überlebenden (siehe auch Ukraine-International-Airlines-Flug 752).176 killed after Ukraine International Airlines plane crashes in Tehran shortly after takeoff, CNN, 8. Januar 2020, abgerufen am 14. Januar 2020.

(A) 23. Januar – Ein US-amerikanisches Löschflugzeug des Typs Lockheed EC-130Q Hercules der US-amerikanischen Coulson Aviation (N134CG) stürzte über dem Gebiet Peak View nordöstlich von Cooma, New South Wales, Australien bei Löscharbeiten ab. Die 3 Besatzungsmitglieder starben (siehe auch Coulson-Aviation-Flug B134).Kevin Nguyen, Matthew Doran: Three firefighters dead after Large Air Tanker crashes while fighting bushfires in southern NSW. In: Australian Broadcasting Corporation vom 23. Januar 2020.

(A) 5. Februar – Eine Boeing 737-800 der türkischen Pegasus Airlines (TC-IZK) setzte bei der Landung am Flughafen Istanbul-Sabiha Gökçen bei starkem Regen erst sehr spät auf der Landebahn auf und rutschte über deren Ende hinaus in eine Begrenzungsmauer des Flughafengeländes. Dabei brach der Rumpf an zwei Stellen und ein Triebwerk geriet in Brand. Bei dem Unfall wurden drei Personen getötet und 179 verletzt (siehe auch Pegasus-Airlines-Flug 2193).Unfall in der Türkei : Boeing 737 von Pegasus zerbricht nach Landung in Istanbul aerotelegraph.com, 5. Februar 2020, abgerufen am 5. Februar 2020.

(A) 4. Mai – Eine Embraer EMB 120 der kenianischen African Express Airways (5Y-AXO) stürzte auf einem Flug mit 4 Passagieren und zwei Besatzungsmitgliedern an Bord im Anflug auf Berdale (Somalia) ab, nachdem sie von äthiopischen Truppen beschossen worden war. Keiner der an Bord befindlichen Menschen überlebte den Absturz (siehe auch African-Express-Airways-Flug 711).Unfallbericht Embraer EMB 120 5Y-AXO, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 1. November 2020.avherald, abgerufen am 12. Mai 2020 (englisch).

(A) 22. Mai – Ein Airbus A320-214 der Pakistan International Airlines (Luftfahrzeugkennzeichen AP-BLD) verunglückte kurz vor der Landung am Flughafen Karatschi. Die Piloten flogen beim ersten Anflug viel zu hoch und zu schnell an, worauf der Fluglotse sie mehrfach hinwies. Trotzdem setzten sie den Anflug fort. Beim ersten Landeversuch schlug das Flugzeug mit eingefahrenem Fahrwerk etwa 1300 Meter, 1650 Meter und 2100 Meter hinter der Schwelle der Landebahn mehrfach mit den Triebwerken auf selbiger auf, wobei die Triebwerke beschädigt wurden. Trotzdem wurde das auf dem Bauch rutschende Flugzeug durchgestartet und die Piloten zwangen ihre schwer beschädigte Maschine wieder in die Luft. Aufnahmen von Augenzeugen zeigen, dass die Triebwerke an der Unterseite Schleifspuren aufwiesen. Während einer Platzrunde fielen dann auf 1800 Fuß Höhe beide Triebwerke aus. Aufgrund der geringen Höhe gelang es den Piloten nicht mehr, zum Flughafen zurückzukehren. Das aus Lahore kommende Flugzeug stürzte mit hochgezogener Nase 1400 Meter östlich der Landebahn in ein dicht besiedeltes Wohngebiet, wobei 89 der 91 Passagiere und alle acht Besatzungsmitglieder ums Leben kamen. Am Boden gab es ein Todesopfer und sieben Verletzte, während 19 Gebäude beschädigt und etwa ein Dutzend Fahrzeuge zerstört wurden. Der Absturz wurde von mindestens zwei Überwachungskameras aufgenommen (siehe auch Pakistan-International-Airlines-Flug 8303).Flight International, April 2024 (englisch), S. 38–40.

(A) 7. August – Eine Boeing 737-800 der Air India Express (VT-AXH) überrollte bei der Landung am Flughafen Calicut bei Kozhikode das Landebahnende und zerbrach hinter dem Cockpit, wobei der vordere Rumpfabschnitt zerstört wurde. Dabei wurden beide Piloten und 19 Passagiere getötet und über 100 weitere verletzt. An Bord der aus Dubai kommenden Maschine befanden sich 184 Passagiere und 6 Besatzungsmitglieder. Laut ersten Erkenntnissen landete die Maschine mit etwa 12 Knoten Rückenwind und bei starkem Monsunregen erst 100 Meter hinter dem Ende der Aufsetzzone (siehe auch Air-India-Express-Flug 1344).Unfallbericht B-737-800 VT-AXH, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 29. Dezember 2020.

22. August – Eine Antonow An-26B der südsudanesischen South West Aviation (EX-126) stürzte kurz nach dem Start vom Flughafen Juba (Südsudan) ab. Das Flugzeug war auf dem Weg nach Wau und Aweil. Die in Kirgisistan registrierte Maschine war mit 8 Tonnen Fracht um 2,5 Tonnen überladen. Von der russischen Besatzung und 8 Passagieren an Bord überlebte nur eine Person schwer verletzt. Außerdem gab es 9 Todesopfer am Boden (siehe auch Flugunfall einer Antonow An-26 bei Juba 2020).

2021 (A) 9. Januar – Eine Boeing 737-500 der indonesischen Sriwijaya Air (Luftfahrzeugkennzeichen PK-CLC) stürzte vier Minuten nach dem Start vom Flughafen Soekarno-Hatta (Indonesien) durch einen Strömungsabriss in die Javasee. Das Flugzeug befand sich auf dem Weg zum Flughafen Supadio in Pontianak. Alle 62 Insassen, 56 Passagiere und sechs Besatzungsmitglieder, kamen ums Leben (siehe auch Sriwijaya-Air-Flug 182).

2. März – Eine Let L-410 der südsudanesischen South Supreme Airlines mit dem gefälschten kolumbianischen Luftfahrzeugkennzeichen HK-4274 stürzte kurz nach dem Start von einer unbefestigten Piste in Pieri (Südsudan) ab, wobei alle 10 Insassen, die beiden Piloten und acht Passagiere, ums Leben kamen. Die Betreibergesellschaft South Supreme Airlines hatte dasselbe Flugzeug schon vorher mit dem ebenfalls gefälschten gabunischen Kennzeichen TR-KSS betrieben.Unfallbericht LET L-410 „HK4274“, The Aviation Herald (englisch), abgerufen am 7. März 2021.Zehn Tote bei Flugzeugunglück im Südsudan abgerufen am 6. März 2021.

12. Mai – Ein Frachtflugzeug des Typs Swearingen SA226-TC Metro II der US-amerikanischen Key Lime Air (N280KL), mit welcher ein Charterfrachtflug durchgeführt wurde, kollidierte im Anflug auf den Flughafen Centennial (nahe Denver, Colorado, USA) mit einer privaten Cirrus SR22 (N416DJ). Obwohl infolge der Kollision die Rumpfoberseite der Metro im hinteren Bereich großflächig auf- bzw. abgerissen wurde, gelang es den Piloten, das Flugzeug unter Kontrolle zu behalten und diese sicher zu landen. Der Pilot der Cirrus aktivierte das Gesamtrettungssystem, sodass die Maschine an einem Fallschirm zu Boden glitt. Bei dem Unfall gab es unter den insgesamt drei Insassen der beiden Maschinen keine Todesopfer.

(A) 2. Juli – Ein Frachtflugzeug des Typs Boeing 737-200 der US-amerikanischen Trans Executive Airlines (Transair Cargo) (N810TA) wurde 12 Minuten nach dem Start vom Flughafen Honolulu drei Kilometer vor der Küste der Hawaii-Insel Oʻahu notgewassert. Das Flugzeug befand sich auf einem NachtflugBoeing 737 muss im Meer bei Hawaii notwassern aero telegraph, 2. Juli 2021, abgerufen am 3. Juli 2021. nach Kahului, als das Triebwerk Nr. 2 (rechts) ausfiel. Kurz darauf wurden auch Probleme mit dem Triebwerk Nr. 1 gemeldet, was aber daran lag, dass der Kapitän auf Zuruf des Kopiloten den Schubhebel Nr. 1 kritiklosFlight International, August 2023 (englisch), S. 37. auf Null zurückgezogen und damit das falsche Triebwerk lahmgelegt hatte.Flight International, Februar 2023 (englisch), S. 37. Die Piloten versuchten, zum Flughafen zurückzukehren, mussten aber 9 Kilometer westsüdwestlich davon notwassern. Der Kopilot wurde nach Eintreffen der Rettungskräfte auf treibender Fracht liegend gerettet, der Kapitän stand auf dem gerade noch herausragenden Heck des versinkenden Flugzeugs. Wenige Sekunden danach versank es vollständig und er konnte schwimmend gerettet werden. Beide wurden verletzt (siehe auch Transair-Flug 810).Unfallbericht B-737-200 N810TA, The Aviation Herald (englisch), abgerufen am 3. Juli 2021.2 pilots rescued after Boeing 737 cargo plane crashes in water shortly after takeoff from Honolulu hawaiinewsnow.com, 2. Juli 2021, abgerufen am 3. Juli 2021 (englisch).Source: Pilot critically injured in cargo plane crash off Kalaeloa released from hospital hawaiinewsnow.com, 5. Juli 2021, abgerufen am 5. Juli 2021 (englisch).Communication with the ATC, abgerufen am 4. Januar 2022 (englisch).

(A) 6. Juli – Ein Passagierflugzeug des Typs Antonow An-26B-100 der russischen Regionalfluggesellschaft Petropavlovsk-Kamchatsky Air Enterprise (RA-26085) kollidierte bei schlechten Sichtbedingungen mit einer Klippe. Es befand sich im Landeanflug auf den Flughafen von Palana. Das Flugzeug kam von Petropawlowsk-Kamtschatski in Russlands fernem Osten. Die Bürgermeisterin von Palana, Olga Mokhirewa, war an Bord der Maschine. Alle 28 Insassen (sechs Besatzungsmitglieder und 22 Passagiere) wurden bei diesem CFIT (Controlled flight into terrain) während eines Sichtanfluges getötet (siehe auch Kamchatka Aviation Enterprise Flug PTK-251).

(A) 17. August – Einer der Prototypen des neuen Transportflugzeugs Iljuschin Il-112 (RF-41400) stürzte bei einem Testflug ab, nachdem das Triebwerk Nr. 2 (rechts) Feuer gefangen hatte. Die Maschine war vier Minuten vorher vom Militärflugplatz Kubinka westlich von Moskau gestartet. Alle drei Insassen, die beiden Piloten und ein Ingenieur, überlebten den Unfall nicht (siehe auch Flugunfall einer Iljuschin Il-112 bei Kubinka 2021).

15. September – Eine De Havilland Canada DHC-6 Twin Otter 300 der Rimbun Air (PK-OTW) verunglückte auf einem Frachtflug an einem bewaldeten Berghang im Regierungsbezirk Intan Jaya (Indonesien). Dabei kamen alle 3 Besatzungsmitglieder ums Leben. Die Maschine war ursprünglich auf dem Weg vom Flugplatz Nabire zum Flugplatz Bilogai-Sugapa. Aviation Safety Network

2. November – Eine Antonow An-26 der Optimum Aviation aus Benin (TR-NGT) stürzte kurz nach dem Start 2500 Meter nördlich des Flughafens Juba (Südsudan) ab. Das Flugzeug wurde für die südsudanesische Euro Airlines betrieben und war in Gabun registriert. Das Frachtflugzeug war mit 5,4 Tonnen Diesel in 28 Fässern auf dem Weg nach Maban und war nach dem Abheben nur sehr langsam gestiegen. Alle 5 Besatzungsmitglieder kamen bei dem Unfall ums Leben.

23. Dezember – Eine Short 360-300 der kongolesischen Malu Aviation (9S-GPS) stürzte 15 Kilometer nordwestlich des Zielflughafens der Stadt Shabunda (Provinz Sud-Kivu, Demokratische Republik Kongo) in den Urwald. Alle 5 Insassen, drei Besatzungsmitglieder und 2 Passagiere, wurden getötet.

2022 26. Februar – Eine Cessna 208B Grand Caravan der AB Aviation (Luftfahrzeugkennzeichen 5H-MZA) stürzte vor der Insel Mohéli (Komoren) ins Meer. Die Maschine war ursprünglich auf dem Weg vom Prince Said Ibrahim International Airport zum Flughafen Mohéli Bandar Es Eslam. Von den 14 Personen an Bord überlebte niemand. Aviation Safety Network

27. Februar – Die einzige flugfähige Antonow An-225 der ukrainischen Antonov Airlines (UR-82060) wurde beim russischen Überfall auf die Ukraine auf ihrer Heimatbasis Hostomel in der Ukraine zerstört.Unfallbericht AN-225 UR-82060, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 17. Juli 2025.