Kenosha (, häufig auch ) ist eine Stadt (mit dem Status „City“) und Verwaltungssitz des Kenosha County im US-Bundesstaat Wisconsin. Beim Zensus 2020 hatte Kenosha 99.986 Einwohner.
Kenosha liegt im Norden der Metropolregion Chicago und ist nach Milwaukee, Madison und Green Bay die viertgrößte Stadt Wisconsins.
Am 23. August 2020 wurde dem 29-jährigen Afroamerikaner Jacob Blake bei einem Polizeieinsatz in Kenosha von zwei Polizeibeamten sieben Mal in den Rücken geschossen. Der Vorfall erzeugte im Zuge anhaltender USA-weiter Proteste gegen Polizeigewalt gegenüber Afroamerikanern, insbesondere durch den Todesfall George Floyd, große Resonanz. Die darauffolgenden tagelangen Proteste in Kenosha weiteten sich auch auf andere Städte in den USA aus.
Geografie Kenosha liegt im Südosten Wisconsins am Westufer des Michigansees fünf Kilometer nördlich der Grenze zu Illinois. Die geografischen Koordinaten von Kenosha sind 42°34′56″ nördlicher Breite und 87°50′44″ westlicher Länge. Das Stadtgebiet erstreckt sich über eine Fläche von 62,1 km².
Nachbarorte von Kenosha sind Winthrop Harbor in Illinois (12,2 km südlich), Pleasant Prairie (an der südwestlichen Stadtgrenze), Bristol (20,8 km westlich), Mount Pleasant (21,6 km nordnordwestlich) und Racine (17,4 km nördlich).
Die nächstgelegenen Großstädte sind Milwaukee (63,3 km nördlich), Wisconsins Hauptstadt Madison (169 km westnordwestlich), Rockford in Illinois (125 km westsüdwestlich) und Chicago in Illinois (94 km südlich).
Name Die Potawatomi-Indianer nannten das gesamte Gebiet gnozhé („Hecht-Ort“). Die Anishinabe-Indianer nannten den Ort Masu-kinoja („Laichplatz der Forellen“). Tausende von Fischen schwammen hier in den Michigansee. Der Fang dieser Fische ernährte die Stämme für Monate. In Michigan gibt es deswegen eine Stadt namens Masu-kegan.
Der indianische Name wurde ins Englische überführt und so zu Kenosha. Die Einheimischen nennen ihre Stadt auch „K-Town“ oder kurz „Keno“.
Verkehr mini|links|Straßenbahn Kenosha
Über das METRA-Bahnsystem ist die Stadt mit dem südlich gelegenen Chicago direkt verbunden. Vom Bahnhof aus existiert seit 2000 erstmals seit 1932 wieder eine Straßenbahnverbindung. Sie führt zu dem neuen Wohnstandort Harbourpark am Ufer des Michigansees, der auf dem ehemaligen Chrysler-Werksgelände eingerichtet wurde.
Mit dem im nordwestlichen Stadtgebiet liegenden Kenosha Regional AirportAirNav.com – Kenosha Regional Airport Abgerufen am 26. Dezember 2013. verfügt die Stadt über einen Regionalflughafen. Die nächsten Großflughäfen sind der Milwaukee Mitchell International Airport in Milwaukee (49,1 km nördlich) und der O’Hare International Airport in Chicago (81,4 km südlich).
Bevölkerung
Nach der Volkszählung im Jahr 2020 lebten in Kenosha 99.986 Menschen in 38.072 Haushalten. Die Bevölkerungsdichte betrug 1621 Einwohner pro Quadratkilometer. In den 38.072 Haushalten lebten statistisch je 2,53 Personen.
Ethnisch betrachtet setzte sich die Bevölkerung zusammen aus 79,3 Prozent Weißen, 11,5 Prozent Afroamerikanern, 0,7 Prozent amerikanischen Ureinwohnern, 2,0 Prozent Asiaten sowie 6,5 Prozent aus anderen ethnischen Gruppen; 3,6 Prozent stammten von zwei oder mehr Ethnien ab. Unabhängig von der ethnischen Zugehörigkeit waren 17,8 Prozent der Bevölkerung spanischer oder lateinamerikanischer Abstammung.
24,7 Prozent der Bevölkerung waren unter 18 Jahre alt, 62,4 Prozent waren zwischen 18 und 64 und 12,9 Prozent waren 65 Jahre oder älter. 51,0 Prozent der Bevölkerung war weiblich.
Das jährliche Median-Einkommen eines Haushalts lag bei 55.417 US-Dollar. Das Pro-Kopf-Einkommen betrug 28.680 USD. 16,0 Prozent der Einwohner lebten unterhalb der Armutsgrenze.
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Söhne und Töchter der Stadt
Joseph V. Quarles (1843–1911), Politiker Charles Wallace Richmond (1868–1932), Ornithologe Charles Jeffery (1876–1935), Automobilfabrikant Edward T. Newell (1886–1941), Numismatiker William H. Stevenson (1891–1978), Politiker Edward F. Cline (1892–1961), Schauspieler, Drehbuchautor und Regisseur Milt Herth (1902–1969), Jazz-Organist Ray Berres (1907–2007), Baseballspieler Don Ameche (1908–1993), Schauspieler Carl Alvar Wirtanen (1910–1990), Astronom Robert Thomas (1912–2008), Radrennfahrer Paul Russo (1914–1976), Autorennfahrer Orson Welles (1915–1985), Regisseur, Schauspieler und Autor Al Molinaro (1919–2015), Schauspieler Robert Pfarr (1920–2006), Radrennfahrer Bert I. Gordon (1922–2023), Filmregisseur Tony Russel (1925–2017), Schauspieler und Synchronsprecher Paul Sorensen (1926–2008), Schauspieler Buddy Clark (1929–1999), Jazz-Bassist und Arrangeur Spike Robinson (1930–2001), Elektroingenieur und Jazzmusiker (Tenorsaxophonist) Dominic Spera (1932–2021), Jazzmusiker, Hochschullehrer und Professor an der Indiana University Alan Ameche (1933–1988), American-Football-Spieler Margaret Farrow (1934–2022), Politikerin Robert Glaeser (* 1934), Biochemiker, -physiker und Strukturbiologe Charles Siebert (1938–2022), US-amerikanischer Schauspieler und Regisseur Daniel J. Travanti (* 1940), Schauspieler Concetta Tomei (* 1945), Schauspielerin Chester Biscardi (* 1948), Komponist und Musikpädagoge Peter W. Barca (* 1955), Politiker Jim Rygiel (* 1955), VFX-Supervisor Mark Pocan (* 1964), Politiker Paul Thorn (* 1964), Liedermacher und Sänger Mark Ruffalo (* 1967), Schauspieler Nick Van Exel (* 1971), Basketballspieler Angelica Ross (* 1980), Geschäftsfrau und Schauspielerin Laura Kaeppeler (* 1988), Schönheitskönigin, Miss America 2012 Trae Waynes (* 1992), Footballspieler Melvin Gordon (* 1993), Footballspieler
Partnerstädte mini|Der „Wolfenbüttel Park“ in Kenosha Städtepartnerschaften existieren mit: , Italien (seit 1979) , Frankreich (seit 1981) , Philippinen (seit 1986) , Deutschland (seit 1970)
Weblinks
Webpräsenz der Stadt Kenosha, Wisconsin. In: City-Data.com
Trivia Die Großmutter des US-amerikanischen Autors Paul Auster erschoss am 23. Januar 1919 ihren getrennt von ihr lebenden Ehemann in Kenosha. Im folgenden Prozess wurde sie wegen zeitweiser Unzurechnungsfähigkeit freigesprochen. In mehreren Büchern kommt Auster auf diese Geschichte zurück, u. a. im Buch Bloodbath Nation, in dem es um die besonderen amerikanischen Befindlichkeiten rund um das Thema Schusswaffen bzw. Waffenbesitz geht. Auster selbst erfuhr diese fünf Jahrzehnte in seiner Familie als Tabu behandelte Geschichte erst per Zufall und auf Umwegen.Michael Sauer: Bartlebys Rettung. Auf taz.de, vom 10. März 2001Paul Auster: The gun that killed my grandfather was the same gun that ruined my father’s life. In: Guardian, 15. kanuar 2023
Einzelnachweise
Kategorie:County Seat in Wisconsin
Kategorie:Gemeindegründung 1836