270px|mini|Angersbach (Ostansicht)Angersbach ist ein Ortsteil der Gemeinde Wartenberg im mittelhessischen Vogelsbergkreis im Tal der Lauter östlich des Hainigs.
Ortsgeschichte Mittelalter Die erste urkundliche Erwähnung von Angersbach und Landenhausen stammt aus dem Jahre 812. In einem Kopiar, dem Codex Eberhardi, heißt es: „inter lantenhusen et Zangersbach“ (zwischen Landenhausen und Angersbach).Ernst Friedrich Johann Dronke: Traditiones et antquitates Fuldenses. Fulda 1844. Kap. 18, S. 58. Am 20. September 812 weihte der Mainzer Erzbischof Richulf (787–813) in Gegenwart des Abtes Baugulf von Fulda in Schlitz eine Kirche ein, die für die Region als missionarisches Zentrum genutzt wurde. Im gleichen Kopiar, welches der Mönch Eberhard von Fulda um 1160 schrieb, wird 1114 ein Ortsadliger erwähnt: „Fridericus de Angeresbach“.Ernst Friedrich Johann Dronke: Codex dipolomaticus Fuldensis. Kassel 1850. Nr. 772, S. 375. Im Spätmittelalter gelangt der Ort unter die Herrschaft der Herren von Riedesel. Eine Urkunde von 1364 nennt „Angirsbach“.Eduard Erwin Becker: Riedeselsches Urkundenbuch. 1200–1500. Offenbach 1924. Regest, Nr. 165, S. 45. In zwei weiteren Urkunden von 1500 wird der Ort „Anderßbach“ bzw. „Angersbach“ erwähnt.Eduard Erwin Becker: Riedeselsches Urkundenbuch. Regest, Nr. 1596, S. 481; Nr. 1616, S. 486.
Der Ortsname wird in der Namensforschung von dem mhd. „anger“ abgeleitet, was „ungepflügtes wildgrünes Grasland“ bedeutet.Lutz Reichardt: Die Siedlungsnamen der Kreise Gießen, Alsfeld und Lauterbach in Hessen. Namenbuch. Dissertation. Göppingen 1973. S. 34 f.
Neuzeit Die Statistisch-topographisch-historische Beschreibung des Großherzogthums Hessen berichtet 1830 über Angersbach:
Zum 1. August 1972 wurde im Zuge der Gebietsreform in Hessen durch Landesgesetz aus den Gemeinden Angersbach und Landenhausen die neue Gemeinde Wartenberg gebildet.
Verwaltungsgeschichte im Überblick Die folgende Liste zeigt die Staaten und deren Verwaltungseinheiten,Bis zur Trennung der Rechtsprechung von der Verwaltung waren die Ämter und frühen Gerichte sowohl Gericht als auch Verwaltungsorgan. denen Angersbach angehört(e):
vor 1567: Heiliges Römisches Reich, Oberherrschaft: Landgrafschaft Hessen, Zent Lauterbach der Riedesel Freiherr zu Eisenbach ab 1567: Heiliges Römisches Reich, Oberherrschaft: Landgrafschaft Hessen-Marburg, Zent Lauterbach (zur Herrschaft Riedesel)Die Zugehörigkeit Zent Lauterbach anhand von Karten aus dem Geschichtlicher Atlas von Hessen: , und 1604–1648: Heiliges Römisches Reich, strittig zwischen Landgrafschaft Hessen-Darmstadt und Landgrafschaft Hessen-Kassel (Hessenkrieg) ab 1604: Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen-Darmstadt, Zent Lauterbach (Freiherren Riedesel zu Eisenbach) 1787: Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen-Darmstadt (Oberfürstentum Hessen), Oberamt Alsfeld, Zent Lauterbach (Freiherren Riedesel zu Eisenbach) ab 1806: Großherzogtum Hessen (Souveränitätslande),Mediatisierung infolge der Rheinbundakte. Fürstentum Oberhessen, Oberamt Alsfeld, Zent Lauterbach (zur Herrschaft Riedesel) ab 1815: Großherzogtum Hessen (Souveränitätslande), Provinz Oberhessen, Amt Lauterbach (zur Herrschaft Riedesel) ab 1821: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Landratsbezirk HerbsteinTrennung zwischen Justiz: Landgericht Lauterbach und Verwaltung. ab 1825: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Umbenennung in Landratsbezirk Lauterbach ab 1848: Großherzogtum Hessen, Regierungsbezirk Alsfeld ab 1852: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Lauterbach ab 1867: Norddeutscher Bund,Der Norddeutsche Bund war der erste deutsche Bundesstaat unter der Führung Preußens. Er war die geschichtliche Vorstufe des Deutschen Reichs. Infolge des Deutschen Krieges wurde die Provinz Oberhessen dort zwangsweise Mitglied. Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Lauterbach ab 1871: Deutsches Reich, Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Lauterbach ab 1918: Deutsches Reich (Weimarer Republik), Volksstaat Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Lauterbach ab 1938: Deutsches Reich, Volksstaat Hessen, Landkreis LauterbachIm Zuge der Gebietsreform 1938 wurde die Provinz Oberhessen aufgelöst. ab 1945: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone, Groß-Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Landkreis Lauterbach ab 1946: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone, Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Landkreis Lauterbach ab 1949: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Landkreis Lauterbach ab 1972: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Vogelsbergkreis, Gemeinde Wartenberg ab 1981: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Gießen, Vogelsbergkreis, Gemeinde Wartenberg
Einwohnerentwicklung • 1806: 987 Einwohner, 183 Häuser • 1829: 1127 Einwohner, 198 Häuser • 1867: 1269 Einwohner, 193 Häuser
Historische Religionszugehörigkeit Quelle: Historisches Ortslexikon • 1829: 1120 evangelische und 7 katholische Einwohner • 1961: 1746 evangelische (= 83,26 %), 332 katholische (= 15,83 %) Einwohner
Wappen und Flagge mini|100px
Wappen
links|100px
Blasonierung: „In grünem Schild ein silberner Schrägrechtsbach, darüber in der linken Ecke ein sechsstrahliger goldener Stern.“
Das Wappen wurde der Gemeinde Angersbach, im damaligen Landkreis Lauterbach am 25. Juni 1951 durch den Hessischen Innenminister genehmigt. Gestaltet wurde es durch den Darmstädter Heraldiker Georg Massoth.
Es basiert auf dem Wappen der, von der Burg Wartenberg stammenden Herren von Angersbach.Karl Ernst Demandt, Otto Renkhoff: Hessisches Ortswappenbuch. C. A. Starke Verlag, Glücksburg/Ostsee 1956, S. 68. Das Wappen wird, wie auch die Flagge, von der neuen Gemeinde Wartenberg weitergeführt.
Flagge
Die Flagge wurde der Gemeinde am 17. Mai 1963 genehmigt und wird wie folgt beschrieben:
„Auf breiter weißer Mittelbahn, beseitet von zwei schmäleren grünen Seitenbahnen, das Gemeindewappen.“
Kultur und Sehenswürdigkeiten Burgruine Wartenberg, die Burgruine gab der 1972 im Rahmen der Gebietsreform in Hessen gebildeten Gemeinde Wartenberg den Namen und das Wappen. Hainigturm ist ein Aussichtsturm nahe Angersbach. Evangelische Kirche Angersbach Radwanderwege durch Angersbach Burgstall Angersbach
Söhne und Töchter des Ortes Johann Heinrich Völler (1768–1834), Erfinder und Hof-Instrumentenmacher in Kassel Otto Lang (1883–1955), hessischer Landtagsabgeordneter und Kreisdirektor (NSDAP)
Weblinks
Anmerkungen und Einzelnachweise Anmerkungen
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Vogelsbergkreis Kategorie:Geographie (Wartenberg, Hessen) Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Vogelsbergkreis) Kategorie:Ersterwähnung 812 Kategorie:Gemeindeauflösung 1972