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Marjorie Taylor Greene (geb. Taylor; * 27. Mai 1974 in Milledgeville, Baldwin County, Georgia), auch mit ihren Initialen MTG genannt, ist eine US-amerikanische Politikerin (Republikanische Partei). Von Januar 2021 bis Anfang Januar 2026 hat sie den 14. Distrikt des Bundesstaats Georgia im Repräsentantenhaus der Vereinigten Staaten vertreten. Sie gilt innerhalb der Partei als polarisierend und galt lange Zeit als weit rechts stehend und als Anhängerin von Donald Trump. Mehrfach wurde ihr die Verbreitung von Verschwörungstheorien sowie rassistischen und rechtsextremen Positionen vorgeworfen.Frauke Steffens: Trumps schrille Scharfmacherin www.faz.net, 31. Januar 2021 Nach einem wochenlangen Konflikt mit US-Präsident Donald Trump gab sie am 21. November 2025 bekannt, am 5. Januar 2026 (also zum Ende der ersten Hälfte der Amtsperiode) aus dem Kongress auszuscheiden.AFP/Reuters/dpa 22. November 2025: Zerwürfnis mit Donald Trump – Marjorie Taylor Greene kündigt Rücktritt aus US-Kongress an
Leben Greene wuchs in Cumming auf. Nach ihrem Abschluss an der dortigen South Forsyth High School studierte sie Betriebswirtschaftslehre an der University of Georgia und erlangte einen Bachelorabschluss. 2002 erwarb sie das Bauunternehmen ihres Vaters in Alpharetta und führte es mit ihrem Ehemann Perry Greene. Von 2007 bis 2011 war sie Chief Financial Officer. 2012 war Taylor Greene als Fitnesstrainerin in einem CrossFit-Studio in Atlanta beschäftigt. Im Jahr 2013 gründete sie zusammen mit einem Geschäftspartner ein CrossFit-Studio in Alpharetta. Greene lebte lange Zeit in Alpharetta und zog kurz vor ihrer Kongresskandidatur in das Paulding County um, um dort für den 14. Kongresswahlbezirk kandidieren zu können. Seither lebt sie in Rome. Im September 2022 reichte ihr Ehemann die Scheidung ein.
Sie ist seit 2023 offiziell mit dem Journalisten Brian Glenn in einer Beziehung, der für das Right Side Broadcasting Network arbeitet.
Greene ist evangelikale Christin und wurde 2011 durch einen Pastor der North-Point-Community-Megachurch in einem Vorort von Atlanta wiedergetauft. Sie hat mit ihrem Ex-Mann drei inzwischen erwachsene Kinder.
Politische Karriere Im Jahr 2019 bewarb sich Taylor Greene um eine Kandidatur bei den Wahlen zum Repräsentantenhaus für den sechsten Kongresswahlbezirk von Georgia. Nach der Ankündigung von Tom Graves, bei den Wahlen nicht zur Wiederwahl anzutreten, bewarb Taylor Greene sich im Dezember 2019 für dessen Wahlbezirk und wechselte daraufhin ihren Wohnort. Im Wahlkampf wurde Taylor Greene unter anderem von Donald Trump, den Repräsentantenhausabgeordneten Jim Jordan und Andy Biggs sowie dem damaligen Stabschef des Weißen Hauses Mark Meadows mit Wahlempfehlungen unterstützt. Wahlkampfspenden erhielt sie unter anderem von Barb Van Andel-Gaby aus dem Vorstand der Heritage Foundation.
In der parteiinternen Vorwahl setzte sich Taylor Greene gegen den Neurochirurgen John Cowan durch. Cowan warnte Parteifreunde, darunter Trumps Kabinettsmitglieder, Taylor Greene sei eine Anhängerin der QAnon-Verschwörungstheorie.FAZ.net vom 2. Februar 2021: Ihre Wahl war kein Betriebsunfall Bei der Wahl am 3. November 2020 sollte Taylor Greene, der ein sicherer Wahlerfolg vorausgesagt wurde, gegen Kevin Van Ausdal antreten. Dieser zog seine Kandidatur im September 2020 zurück, nachdem er von Greene-Anhängern Morddrohungen erhalten hatte.The 31-day campaign against QAnon, Stephanie McCrummen, The Washington Post, 17. Oktober 2020What Happened When a Nice Guy Ran Against a QAnon Candidate, Diane Ravitch, 22. Kotober 2020 Taylor Greene trat ohne Gegenkandidaten an und erhielt 74,6 Prozent der Stimmen. Van Ausdal, dessen Name nicht von den Stimmzetteln gestrichen wurde, erhielt 25,3 Prozent der Stimmen.
mini|Marjorie Taylor Greene bei ihrer Vereidigung am 3. Januar 2021 Greene trat ihr Amt am 3. Januar 2021 an, dem Beginn der neuen Legislaturperiode. Sie gehört dem Freedom Caucus an. Sie war eine der 139 Abgeordneten, die am 7. Januar 2021, dem Tag nach der Erstürmung des Kapitols in Washington, D.C., nicht für die Bestätigung Joe Bidens als Gewinner der Präsidentschaftswahl 2020 stimmten. Taylor Greene wurde Ende Januar 2021 Mitglied im United States House Committee on Education and Labor und im United States House Committee on the Budget. Am 4. Februar 2021 schloss das Repräsentantenhaus Taylor Greene aus den beiden Ausschüssen aus. Zuvor hatten die Demokraten die Republikaner aufgefordert, selbst Maßnahmen gegen Taylor Greene zu ergreifen. Der Minderheitsführer der Republikaner in der Kammer, Kevin McCarthy, hatte dies aber abgelehnt.FAZ.net vom 5. Februar 2021: Repräsentantenhaus wirft Marjorie Taylor Greene aus zwei Ausschüssen (F+ = Artikel hinter Bezahlschranke)SRF vom 5. Februar 2021: Umstrittene Republikanerin verliert Ausschussposten
2023 distanzierte sie sich von QAnon;Marie-Astrid Langer: Die «Maga-Queen» überwirft sich mit Trump / Bereitet sich Marjorie Taylor Greene auf eine grössere Rolle in der Republikanischen Partei vor? In: Neue Zürcher Zeitung vom 24. November 2025, Seite 5 in diesem Jahr stieg sie nach einem Bündnis mit Kevin McCarthy zu den tonangebenden republikanischen Politikern auf. Unter anderem wurde sie in drei wichtige Ausschüsse des Repräsentantenhauses gewählt, die sich mit dem Umgang der US-Regierung mit der COVID-19-Pandemie in den Vereinigten Staaten, der Einwanderung an der Südgrenze der USA sowie dem angeblichen Machtmissbrauch durch US-Präsident Joe Biden und seinen Sohn Hunter Biden befassten. Im Juli 2023 wurde sie von Sitzungen der ultrarechten Gruppe Freedom Caucus ausgeschlossen. Kurz zuvor hatte sie eine andere ultrarechte Abgeordnete, Lauren Boebert, im Parlament als „little bitch“ bezeichnet. Als Grund für den Ausschluss gilt jedoch vor allem ihr Bündnis mit dem als eher gemäßigt geltenden Kevin McCarthy. Ein von Taylor Greene am 8. Mai 2024 mit Unterstützung von den republikanischen Abgeordneten Paul Gosar und Thomas Massie gegen den Sprecher des Repräsentantenhauses Mike Johnson eingebrachtes Misstrauensvotum wurde am gleichen Tag mit großer Mehrheit beider Parteien abgewiesen.Scott Wong, Rebecca Kaplan, Sahil Kapur und Kyle Stewart: House votes overwhelmingly to save Speaker Johnson from Marjorie Taylor Greene's push to oust him, NBC News vom 8. Mai 2024
Bei der Kongresswahl 2024 gewann sie in ihrem Wahlkreis gegen den ehemaligen Brigadegeneral Shawn Harris.Khaleda Rahman: Marjorie Taylor Greene Opponent Vows To 'Fight Like Hell' To Bring Her Down, Newsweek vom 19. Juni 2024 Taylor Greene ist Vorsitzende des Subcommittee on Delivering on Government Efficiency (DOGE), eines Ausschusses des Repräsentantenhauses, der unabhängig vom außerparlamentarischen DOGE von Elon Musk agiert, jedoch die gleiche politische Ausrichtung hat.
Am 21. November 2025 erklärte sie, dass sie zurücktreten werde. Der 5. Januar 2026 werde ihr letzter Arbeitstag sein. Sie wolle nach dem Zerwürfnis mit Trump ihrem Wahlkreis einen schmutzigen Vorwahlkampf ersparen.Sarah Ferris/Kaitlan Collins/Kaanita Iyer: GOP Rep. Marjorie Taylor Greene will leave Congress after five turbulent years, CNN vom 21. November 2025 Am 7. April 2026 wurde ihr Parteifreund Clay Fuller in einer Nachwahl zu ihrem Nachfolger gewählt. Richard Fausset/Rick Rojas: Republican Wins Special Election to Replace Marjorie Taylor Greene, The New York Times vom 7. April 2026
Positionen und Kontroversen Am 26. November 2017 erklärte Taylor Greene in einem auf YouTube veröffentlichten Video, rechtsextreme Verschwörungstheorien von QAnon in Teilen zu unterstützen. Während ihrer Kandidatur für das Repräsentantenhaus distanzierte sich Taylor Greene von QAnon-Verschwörungstheorien und erklärte, diese nach dem Auffinden von Ungereimtheiten und Fehlinformationen nicht mehr zu unterstützen.
Nach den Kongresswahlen 2018 behauptete sie, die Wahl von Ilhan Omar und Rashida Tlaib in das Repräsentantenhaus seien eine „islamische Invasion der Regierung.“
Während der Waldbrände in Kalifornien 2018 mutmaßte sie auf Facebook, hinter den Feuern könnten Geschäftsverbindungen der jüdischen Bankiersfamilie Rothschild stehen, an denen auch der Geschäftsmann Richard C. Blum beteiligt sei. Blum war bis zu seinem Tod 2022 mit der kalifornischen Senatorin Dianne Feinstein (Demokratische Partei, Jüdin) verheiratet. Taylor Greene spekulierte, geostationäre Satelliten des PG&E-Partnerunternehmens Solaren könnten die Feuer entfacht haben, um den Bau der Eisenbahn-Schnellfahrstrecke California High-Speed Rail zu begünstigen. Diese Äußerungen wurden in zahlreichen Late-Night-Shows kommentiert und verspottet.Daniel C. Hellinger: Conspiracies and Conspiracy Theories in the Age of Trump. 2. Auflage, Palgrave Macmillan, London 2019, ISBN 978-3-031-44828-7, S. 47. Jonathan Chait bewertete sie im New York Magazine als alternative Modernisierung altbekannter antisemitischer Verschwörungsmythen – statt „Rothschild“ durch „Soros“ als neuen Schurken zu ersetzen, habe Taylor Greene hier ersteren einen futuristischen „secret, powerful space laser“ angedichtet. Solaren stellte klar, dass das Unternehmen noch gar keine Satelliten in Umlauf gebracht habe, dass die von Taylor Greene verdächtigte Geschäftsbeziehung mit PG&E bereits 2015 aufgelöst worden sei und dass die in der Technologie verwendete Mikrowellenstrahlung nicht einmal theoretisch die vermeintlich beobachteten Lichterscheinungen verursachen könne. Eine Untersuchung des kalifornischen Amts für Forstwirtschaft und Brandschutz ergab, dass schlecht gewartete Stromleitungen von PG&E das Camp Fire verursacht hatten.Es waren die Stromleitungen In: tagesschau.de, 16. Mai 2019, abgerufen am 16. Mai 2019.
In einem ebenfalls 2017 veröffentlichten Video bezichtigte Taylor Greene den jüdischen Investor George Soros, mit Nazis zusammenzuarbeiten. Sie äußerte Zweifel daran, dass der Attentäter des Massenmords in Las Vegas 2017 alleine gehandelt habe. 2018 stimmte Taylor Greene einem Facebook-Kommentar zu, in dem Schießereien wie das Schulmassaker von Parkland und der Amoklauf an der Sandy Hook Elementary School als „false flag operations“ bezeichnet wurden. Der Kommentar basiert auf dem Verschwörungsmythos, die Amokläufe seien auf Anweisung von Politikern der Demokratischen Partei inszeniert worden, um so Vorwände für verschärfte Waffengesetze zu schaffen. Mehrere Überlebende des Schulmassakers von Parkland, unter anderem David Hogg und Cameron Kasky, sowie Fred Guttenberg, der bei dem Amoklauf seine Tochter verloren hatte, widersprachen im Januar 2021 Taylor Greenes Aussagen und forderten sie zum Rücktritt auf. Am 27. Januar 2021 wurde ein Video aus dem Jahr 2019 veröffentlicht, in dem zu sehen ist, wie Taylor Greene David Hogg verfolgt, belästigt und ihn beschuldigt, Kinder für seine Zwecke auszunutzen, um ihr die durch das Second Amendment zugesicherten Rechte wegzunehmen. Nachdem Hogg nicht auf ihre Fragen reagierte, bezeichnete Taylor Greene ihn später im Video als „Feigling“. Im September 2020 (während des Wahlkampfs zu zahlreichen Wahlen am 3. November 2020) nahm sie in Ringgold an einer Kundgebung für den 2. Zusatzartikel zur Verfassung der Vereinigten Staaten teil und kündigte dort an, nicht für Gesetze zu stimmen, die das Recht auf Waffenbesitz einschränken würden.Armed Supporters Surround Trump-Backed QAnon Candidate at Second Amendment Rally