Lateinische Alphabete sind Varianten des lateinischen Alphabets. Sie werden und wurden in vielen Schriftsprachen auf der ganzen Welt eingesetzt und zumeist nach der jeweiligen Sprache benannt. Die folgenden Tabellen geben einen Überblick.

Verwendung der Buchstaben des Grundalphabets Lateinisches GrundalphabetAaBbCcDdEeFfGgHhIiJjKkLlMmNnOoPpQqRrSsIn vielen Sprachen gab es früher zwei grafische Varianten des Buchstabens s, das lange s (ſ) und das Schluss-s.TtUuVvWwXxYyZz Latein (Antike)Die Buchstaben Y und Z wurden in dem klassischen Latein hinzugefügt für Schreibung von Fremdwörtern aus dem Griechisch. Die Buchstaben J, W und U (bzw. die Unterscheidung zwischen I und J, U und V sowie W und VV) wurden dem lateinischen Alphabet erst im Mittelalter hinzugefügt, ebenso die Digraphen Æ und Œ sowie alle Minuskeln. K wurde im klassischen Latein durch C verdrängt und konnte sich nur in dem Wort Kalendae (= Monatsanfang) erhalten. Erst mit der Verschriftlichung nicht-romanischer Sprachen mit dem lateinischen Alphabet erlangten K und Y wieder einen größeren Anwendungsbereich.ABCDEFGHI KLMNOPQRST V X AfrikaansABCDEFGHIJKLMNOPQRSTUVWXYZ AlbanischABCDEFGHIJKLMNOPQRSTUV XYZ AserbaidschanischABCDEFGHIJKLMNOPQRSTUV XYZ BaskischAB CDEFGHI JKLMNOP QRSTUV WXYZ BelarussischABCDEFGHIJKLMNOP RSTUV YZ BosnischABCDEFGHIJKLMNOP RSTUV Z ChinesischABCDEFGHIJKLMNOPQRSTU WXYZ DänischABCDEFGHIJKLMNOPQRSTUVWXYZ DeutschABCDEFGHIJKLMNOPQRSTUVWXYZ EnglischABCDEFGHIJKLMNOPQRSTUVWXYZ EsperantoABCDEFGHIJKLMNOP RSTUV Z EstnischAB DEFGHIJKLMNOP RSTUV Z FäröischAB DEFGHIJKLMNOP RSTUV Y FilipinoAB DE GHI KLMNOP RSTU W Y FinnischABCDEFGHIJKLMNOPQRSTUVWXYZ FlämischABCDEFGHIJKLMNOP RSTUVW Z BündnerromanischABCDEFGHIJ LMNOPQRSTUV X Z FranzösischABCDEFGHIJKLMNOPQRSTUVWXYZ FriesischABCDEFGHIJKLMNOP RSTU W Y GagausischABCDEFGHIJKLMNOP RSTUV YZ HawaiischA E HI KLMNOP U W IrischABCDEFGHI LMNOP RSTU IsländischAB DEFGHIJKLMNOP RSTUV XY ItalienischABCDEFGHI LMNOPQRSTUV Z Japanisch (Rōmaji)ABCDEFGHIJK MNOP RSTUVW YZ KaschubischABCDEFGHIJKLMNOP RSTU W YZ KatalanischABCDEFGHIJKLMNOPQRSTUVWXYZ KroatischABCDEFGHIJKLMNOP RSTUV Z KurmandschiABCDEFGHIJKLMNOPQRSTUVWXYZ LettischABCDEFGHIJKLMNOP RSTUV Z LitauischABCDEFGHIJKLMNOP RSTUV YZ LuxemburgischABCDEFGHIJKLMNOPQRSTUVWXYZ MaltesischAB DEFGHIJKLMNOPQRSTUVWX Z NiederländischABCDEFGHIJKLMNOPQRSTUVWXYZ NorwegischABCDEFGHIJKLMNOPQRSTUVWXYZ PolnischABCDEFGHIJKLMNOP RSTU W YZ PortugiesischABCDEFGHIJKLMNOPQRSTUVWXYZ RumänischABCDEFGHIJ KLMNOP QRSTUV WX YZ SchemaitischABCDEFGHIJKLMNOP RSTUV YZ Schottisch (Gälisch)ABCDEFGHI LMNOP RSTU SchwedischABCDEFGHIJKLMNOPQRSTUVWXYZ SlowenischABCDEFGHIJKLMNOP RSTUV Z SorbischABCDEFGHIJKLMNOP RSTU W YZ SpanischABCDEFGHIJKLMNOPQRSTUVWXYZ TschechischABCDEFGHIJKLMNOP RSTUV YZ TschetschenischABCDEFGHIJKLMNOP RSTUV Z TürkischABCDEFGHIJKLMNOP RSTUV YZ TurkmenischAB DEFGHIJKLMNOP RSTU W YZ UngarischABCDEFGHIJKLMNOP QRSTUV W X YZ VietnamesischABCDE GHI KLMNOPQRSTUV XY WalisischABCDEFGHIJ LMNOP RSTU W Y WallonischABCDEFGHIJKLMNOPQRSTUVWXYZ Afrikaans, Dänisch, Deutsch, Englisch, Finnisch, Französisch, Katalanisch, Kurmandschi, Luxemburgisch, Niederländisch, Norwegisch, Portugiesisch, Schwedisch, Slowakisch, Spanisch und Wallonisch verwenden alle 26 Buchstaben. Im Finnischen kommen b und f nur in Lehnwörtern vor, c, q, w, x, z und å („schwedisches“ o) sind sehr selten und kommen nur in Fremdwörtern vor. Im Spanischen und Rumänischen kommt w nur in Fremdwörtern vor und k nur in Ausnahmefällen. Im Chinesischen wurden in älteren als dem heute üblichen Pinyin-System anstatt q bzw. x ( bzw. vor oder ) Buchstaben oder Buchstabenfolgen wie k, c, ch’, ts’, k’, tj bzw. hs, sh, s, h, sch usw. verwendet. Auch die Buchstaben b, d, g, j, z, die heute für unaspirierte Plosive und Frikative stehen, kamen in vielen Systemen nicht vor, sondern wurden durch Entfallen des Aspirationszeichens Apostroph oder h nach p, t, k, ch/tch/tsch, ts o. ä. bezeichnet.Siehe die einzelnen im Artikel Liste von Transkriptionssystemen für die chinesischen Sprachen aufgeführten Systeme sowie die dort im Abschnitt Weblinks angeführten Vergleichstabellen. In vielen der oben aufgeführten Sprachen werden die »fehlenden« Buchstaben für einheimische Wörter fremdsprachlichen Ursprungs und ihre Abkömmlinge (z. B. newtoniano im Italienischen und Portugiesischen) oder für SI-Einheiten (z. B. W und H) verwendet. Eine Ausnahme bildet das Serbische: Die Buchstaben q, w, x und y kommen überhaupt nicht vor. Eigennamen werden stets ans Serbische angepasst. Man schreibt also Njutn statt Newton und Marks statt Marx. Der Grund dafür ist, dass die serbische Sprache in Eigenform sowohl lateinisch als auch kyrillisch geschrieben werden kann und die Buchstaben sich 1:1 übertragen lassen (nur den Digraphen dž, lj und nj entspricht jeweils ein kyrillisches Einzelzeichen). Auch im Aserbaidschanischen, Lettischen und teilweise im Litauischen werden Eigennamen angepasst geschrieben.

Erweiterungen

Von A bis I abgeleitete Buchstaben + Abgeleitete lateinische Buchstaben, A–I AlphabetÀàÁáÂâÃãÄäÅ寿ĀāĂ㥹ÇçĆćĈĉĊċČčƷʒǮǯĐðĎďĐđÈèÉéÊêËëĒēĖėĖ̄ė̄ĘęĚěƏəĜĝĞğĠġĢģǤǥǦǧĤĥĦħÌìÍíÎîÏïĪīĮįİiIı Latein Æ AlbanischAlbanisch benutzt außerdem die Digraphen dh, gj, ll, nj, rr, sh, th, xh, zh. Ç Ë Aserbaidschanisch Ç Ə Ğ İı Bosnisch Ć Č Đ Dänisch ÅÆ DeutschDeutsch benutzt außerdem die Digraphen ch, ck, sp, st und den Trigraphen: sch. Q kommt nur in der Zeichenfolge qu vor, y nur (und x fast nur) in Fremdwörtern und Eigennamen. Ä Esperanto Ĉ Ĝ Ĥ Estnisch Ä Färöisch Á Æ Ð Í FilipinoFilipino benutzt außerdem die Digraphen ng, ll. Finnisch ÄÅ Flämisch Ä Ë Ï FranzösischFranzösisch benutzt außerdem die Digraphen ch, gn, gu, ll, qu.À Â Æ Ç ÈÉÊË ÎÏ Friesisch ÄÅ Gagausisch Ä Ç İı HawaiischIm Hawaiischen wird der stimmlose glottale Plosiv mit dem Zeichen ʻOkina wiedergegeben. Die Kennzeichnung der Länge der Vokale mit einem Makron heißt Kahakō. Ā Ē Ī IrischIrisch benutzte früher die Punkt-Diakriten ḃ, ċ, ḋ, ḟ, ġ, ṁ, ṗ, ṡ, ṫ. Sie wurden inzwischen von den Digraphen bh, ch, dh, fh, gh, mh, ph, sh, th ersetzt. Á É Í Isländisch Á Æ Ð É Í ItalienischItalienisch benutzt außerdem die Digraphen ch, gh, gn, gl, sc.À ÈÉ Ì Japanisch (Rōmaji)Im Japanischen wird die Länge der Vokale mit einem Makron gekennzeichnet. Ā Ē Ī Kaschubisch à Ą É Ë KatalanischKatalanisch benutzt außerdem die Digraphen ll, ny, l·l (ŀl), rr, ss, dz, tz, ig, ix, gu, qu, nc.À Ç ÈÉ Í Ï KroatischKroatisch benutzt außerdem die Digraphen dž, lj, nj. Optional sind die vier Betonungszeichen über den Vokalen. Die serbische Variante des kyrillischen Alphabets lässt sich 1:1 auf die kroatische Variante des Lateinischen abbilden. Ć Č Đ Kurmandschi Ç Ê Î Lettisch Ā Č Ē Ģ Ī LitauischLitauisch benutzt außerdem die Digraphen ch, dz, dž, ie, uo. Sie sind aber keine eigenen Buchstaben. Ą Č Ė Ę Į Luxemburgisch Ä É Ë MaltesischMaltesisch benutzt außerdem die Digraphen ie, għ.À Ċ È Ġ ĦÌ Montenegrinisch Ć Č Đ NiederländischNiederländisch benutzt außerdem die Digraphen au, ch, ei, eu, ie, ij, oe, ou, sj, tj, ui sowie Verdoppelungen fast aller Vokale und Konsonanten. Von diesen wird nur ij wie ein Einzelbuchstabe behandelt, dessen Großschreibung am Satz- oder Namensanfang IJ ist und nicht Ij. Ä É Ë Ï NorwegischNorwegisch benutzt außerdem die Digraphen gj, hj, hv, kj, sj, sk, tj und den Trigraphen: skj. ÅÆ PolnischPolnisch benutzt außerdem die Digraphen ch, cz, dz, dż, dź, sz, rz. Ą Ć Ę PortugiesischPortugiesisch benutzt außerdem die Digraphen ch, lh, nh, qu, sc, xc, ss, rr.ÀÁÂÃ Ç ÉÊ Í Rumänisch  à Π(Nord-)Samisch Á Č Đ (Skolt-)Samisch  ČƷǮ Đ ǤǦ Schemaitisch Ā Č ĒĖĖ̄ Ī Schottisch (Gälisch)À È Ì Schwedisch ÄÅ SlowakischSlowakisch benutzt außerdem die Digraphen dz, dž, ch. Á Ä Č Ď É Í Slowenisch Č Sorbisch Ć Č Ě SpanischSpanisch benutzt außerdem die Digraphen ch, ll, rr. Das früher benutzte C mit Cedille ç wurde komplett durch z ersetzt. Á É Í TschechischTschechisch benutzt außerdem den Digraph ch. Á Č Ď É Ě Í Tschetschenisch  ÄÅ Ć Č Đ TürkischIm Türkischen werden außerdem inoffiziell die Buchstaben â, î, û benutzt. Â Ç Ğ İı Turkmenisch Ä Ç UngarischUngarisch benutzt außerdem die Digraphen cs, dz, gy, ly, ny, sz, ty, zs; und den Trigraphen: dzs. Á É Í VietnamesischVietnamesisch benutzt Tonhöhenmarkierungen über (oder unter) allen Vokalen (a, â, ă, e, ê, i, o, ô, ơ, u, ư, y), z. B.: à, ầ, ằ, è, ề, ì, ò, ồ, ờ, ù, ừ, ỳ; ả, ẩ, ẳ, ẻ, ể, ỉ, ỏ, ổ, ở, ủ, ử, ỷ; ã, ẵ, ẫ, ẽ, ễ, ĩ, õ, ỗ, ỡ, ũ, ữ, ỹ; á, ấ, ắ, é, ế, í, ó, ố, ớ, ú, ứ, ý; ạ, ặ, ậ, ẹ, ệ, ị, ọ, ộ, ợ, ụ, ự, ỵ. Es benutzt außerdem die Digraphen ch, gi, kh, ng, nh, ph, th, tr. Â Ă Đ Ê WalisischWalisisch benutzt außerdem die Digraphen: ch, dd, ff, ng, ll, ph, rh, th und manchmal Akutakzente über den sieben Vokalen (a, e, i, o, u, w, y); ñ wird oft ng geschrieben. Â Ê ÎÏ WallonischWallonisch benutzt außerdem die Di- und Trigraphen: ae, ch, dj, ea, jh, oe, oen, oi, sch, sh, tch, xh; der Buchstabe x kommt nur im Digraph xh vor, j fast nur in dj und jh. Â Å Ç ÈÉÊ Î BelarussischBelarussisch (Łacinka) benutzt außerdem die Digraphen dz, dź, dž. Ć Č

Von J bis Z abgeleitete Buchstaben + Abgeleitete lateinische Buchstaben, J–Z AlphabetĴĵĶķǨǩĹĺĻļĽľŁłÑñŃńŅņŇňŊŋÒòÓóÔôÕõÖöŌōØøŐőŒœƠơŔŕŘřẞߌśŜŝŞşȘșŠšÞþŢţȚțŤťŦŧÙùÚúÛûÜüŪūŬŭŮůŰűŲųƯưŴŵŸÿÝýŶŷŹźŻżŽž Latein Œ Albanisch Aserbaidschanisch Ö Ş Ü Bosnisch Š Ž Dänisch Ø Deutsch Ö ẞ Ü EsperantoĴ Ŝ Ŭ Estnisch ÕÖ Š Ü Ž Färöisch Ó Ø Ú Ý Filipino Ñ Finnisch Ö Flämisch Ö Ü Französisch Ô Œ Ù ÛÜ Ÿ Friesisch Ö Ü Gagausisch Ö Ş Ţ Ü Hawaiisch Ō Ū Irisch Ó Ú Isländisch Ó Ö Þ Ú Ý Italienisch Ò Ù Japanisch (Rōmaji) Ō Ū Kaschubisch Ł Ń ÒÓÔ Ù Ż Katalanisch ÒÓ Ú Ü Kroatisch Š Ž Kurmandschi Ş Û Lettisch Ķ Ļ Ņ Š Ū Ž Litauisch Š Ū Ų Ž Luxemburgisch Ö Ü Maltesisch Ò Ù Ż Montenegrinisch Ś Š Ź Ž Niederländisch Ö Ü Norwegisch Ø Polnisch Ł Ń Ó Ś ŹŻ Portugiesisch ÓÔÕ Ú Ü Rumänisch Ș Ț (Nord-)Samisch Ŋ Š Ŧ Ž (Skolt-)Samisch Ǩ Ŋ Õ Š Ž Schemaitisch Ō Š Ū Ž Schottisch (Gälisch) Ò Ù Schwedisch Ö Slowakisch Ĺ Ľ Ň ÓÔ Ŕ Š Ť Ú Ý Ž Slowenisch Š Ž Sorbisch Ł Ń Ó ŔŘ Ś Š Ź Ž Spanisch Ñ Ó Ú Ü Tschechisch Ň Ó Ř Š Ť Ú Ů Ý Ž Tschetschenisch Ö Š Ü Ž Türkisch Ö Ş Ü Turkmenisch Ň Ö Ş Ü Ý Ž Ungarisch Ó Ö Ő Ú Ü Ű Vietnamesisch Ô Ơ Ư Walisisch Ô ŴŸ Ŷ Wallonisch Ô Û Belarussisch Ł Ń Ś Š Ŭ Ź Ž

Anmerkungen

Andere auf dem lateinischen Alphabet aufbauende Alphabete Afrika-Alphabet, pannigerianisches Alphabet Türkisches Lateinalphabet, Turksprachen Baskisches Alphabet, dem katalanischen Alphabet ähnlich Serbisches Alphabet, dem kroatischen Alphabet ähnlich Tatarisches Alphabet, dem türkischen Alphabet ähnlich Zulu-Alphabet Japanisches Alphabet (Rōmaji) und diverse andere Transkriptionen und Transliterationen Internationales Phonetisches Alphabet »1337«-Alphabet

Weblinks Michael Everson: Alphabets of Europe Buchstabendatenbank des estnischen Standardisierungsinstituts

* LateinAlphabete