Jehsen (oberfränkisch: Gießn) ist ein Gemeindeteil der Stadt Münchberg im Landkreis Hof (Oberfranken, Bayern). Jehsen liegt in der Gemarkung Markersreuth. Zum Gemeindeteil Jehsen zählen die Einöden Jehsenmühle und Schotteneinzel.
Geografie Das Dorf besteht aus fünf Siedlungen. Die Hauptsiedlung liegt am Ulrichsbach, einem linken Zufluss der Sächsischen Saale. Eine Gemeindeverbindungsstraße führt an Gottschalk vorbei, die Bundesautobahn 9 unterquerend nach Schwarzholzwinkel (1,7 km westlich) bzw. nach Schotteneinzel zur Staatsstraße 2461 (1,1 km südöstlich).
Geschichte Jehsen gehörte zu den Sieben freien Dörfer. 1374 verkaufte Hans von Sparneck u. a. diesen Ort an den Nürnberger Burggraf Friedrich V.O. Knopf: Thüringer Schiefergebirge, Frankenwald, Obermainisches Bruchschollenland , Sp. 260.
Gegen Ende des 18. Jahrhunderts bestand Jehsen und Jehsenmühle aus 20 Anwesen. Die Hochgerichtsbarkeit sowie die Dorf- und Gemeindeherrschaft stand dem bayreuthischen Stadtrichteramt Münchberg zu. Grundherren waren die Gemeinde: 2 Tropfhäuser; das Kastenamt Münchberg: 1 Mühle, 1 Hof, 4 Halbhöfe, 3 Viertelhöfe, 2 Dreiachtelhöfe, 4 Tropfhäuser; die Hofkanzlei Bayreuth: 1 Hof, 1 Wohnung, 1 Tropfhaus.A. Haberlah-Pohl: Münchberg, S. 417.
Von 1797 bis 1810 unterstand Jehsen dem Justiz- und Kammeramt Münchberg. Infolge des Ersten Gemeindeedikts wurde Jehsen dem 1812 gebildeten Steuerdistrikt Markersreuth und der zugleich entstandenen die Ruralgemeinde Markersreuth zugewiesen.A. Haberlah-Pohl: Münchberg, S. 492. Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde Jehsen am 1. Mai 1978 nach Münchberg eingemeindet.
Baudenkmäler Ein Kreuzstein
ehemalige Baudenkmäler Haus Nr. 1: Eingeschossiger Wohnstallbau mit strohgedecktem Satteldach, wohl 18. Jahrhundert, Giebel verschalt.T. Breuer: Landkreis Münchberg, S. 22. Denkmalschutz aufgehoben, Objekt evtl. abgerissen. Haus Nr. 8: Zweigeschossiger Wohnstallbau mit Halbwalmdach, der Scheitelstein des Türsturzes bezeichnet „LS 1822“ (=Lorenz Seuß). Haus Nr. 15: Wohnstallbau mit Frackdach, wohl 18. Jahrhundert, Erdgeschoss massiv, Obergeschoss verschaltes Fachwerk.
Einwohnerentwicklung Jahr 1799 1812 1819 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987Einwohner 140 134 146 151 160 147 126 95 153 102 95 68HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Von 1871 bis 1987 werden diese als Wohngebäude bezeichnet. 21 23 23 20 20 19 22 20Quelle J. K. Bundschuh: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken, Bd. 3, Sp. 6.
Religion Jehsen ist bis heute nach St. Martin (Ahornberg) gepfarrt und seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt.
Literatur
Weblinks
Fußnoten
Kategorie:Geographie (Münchberg) Kategorie:Ort im Landkreis Hof