Barbara Rodbell-Ledermann (geboren am 4. September 1925 in Berlin als Barbara Charlotte Rose Ledermann) ist eine deutschstämmige Holocaustüberlebende. Sie ist die Schwester von Sanne Ledermann und war eine gute Freundin Margot Franks.
Leben mini|Jeker School Amsterdam, die Barbara Ledermann gemeinsam mit Margot Frank, Eva Schloss und Sanne Ledermann besuchte. Barbara Ledermann wurde 1925 als erste Tochter des Wirtschaftsanwalts und Notars Franz Ledermann (1889–1943) und dessen Ehefrau Ilse Luise Ledermann-Citroën (1904–1943) in Berlin geboren. Ihre Schwester Sanne (1928–1943) war drei Jahre jünger als sie. Nach der nationalsozialistischen Machtergreifung verlor Franz Ledermann durch das Gesetz über die Zulassung zur Rechtsanwaltschaft zahlreiche Mandanten. Als jüdischer Anwalt durfte er nur noch Juden vertreten und musste schließlich seine Kanzlei schließen. Er emigrierte 1933 mit seiner Familie in die Niederlande, wo Verwandte seiner Frau lebten.
Ledermann ließ sich mit Frau und Kindern in Amsterdam nieder, wo er mit Hans Goslar eine Beratungsstelle für jüdische Emigranten eröffnete. Im Jahr 1940 gerieten die Niederlande unter deutsche Besatzung. Barbara und ihre Schwester Sanne mussten von da an eine jüdische Schule besuchen. Am 16. November 1943 wurden Barbara Ledermanns Eltern und ihre Schwester in das KZ Auschwitz-Birkenau deportiert und am 19. November 1943 nach der Ankunft in der Gaskammer ermordet.Melissa Müller: Das Mädchen Anne Frank. Die Biographie. Claasen, München 1998, S. 381–382. Nur Barbara überlebte. Sie versteckte sich bis Mai 1945, als Amsterdam von kanadischen Truppen befreit wurde.
Im November 1947 wanderte Barbara Ledermann in die Vereinigten Staaten aus. In Baltimore (Maryland) heiratete sie am 10. September 1950 den Wissenschaftler und späteren Nobelpreisträger Martin Rodbell.Angaben in Barbara Ledermanns Einbürgerungsantrag vom 30. Dezember 1953; eingesehen auf ancestry.de am 7. Juni 2026. Mit ihm bekam sie vier Kinder.
Ehrungen mini|Stolperstein für Barbara Ledermann am Haus Genthiner Straße 14 in Berlin-Tiergarten Am 8. September 2022 wurden vor ihrem ehemaligen Wohnort, Berlin-Tiergarten, Genthiner Straße 14, Stolpersteine für sie und ihre Familie verlegt.
Weblinks
ID-Karte von Barbara Ledermann (deutsch) in der Holocaust Encyclopedia des United States Holocaust Memorial Museum (USHMM) 3 Video-Interviews mit Barbara Ledermann Rodbell, aufgezeichnet am 12. Juni 1990 im Rahmen des Oral-History-Projekts des USHMM (englisch)
Einzelnachweise
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