mini|Brücke der Bahnstrecke Bayreuth–Neuenmarkt-Wirsberg über den Weißen Main Schlömen (oberfränkisch: Schlehma)E. F. v. Guttenberg: Land- und Stadtkreis Kulmbach, S. 201. Dort nach den Regeln des HONB folgendermaßen transkribiert: „schlēma“. ist ein DorfSchlömen bei bavarikon.de, abgerufen am 14. Februar 2026 in der oberfränkischen Gemeinde Neuenmarkt im Landkreis Kulmbach in Bayern. Der Ort befindet sich in der Gemarkung Hegnabrunn.
Geographie Das Dorf liegt am Laubenbach, der unmittelbar südlich als rechter Zufluss in den Weißen Main mündet. Im Westen steigt das Gelände zum Eichberg () an. Die Staatsstraße 2183 führt nach Neuenmarkt (2 km nördlich) bzw. zur Staatsstraße 2182, die von da an zugleich die St 2183 ist, die nach Trebgast verläuft (1,8 km südwestlich).
Geschichte Der Ort wurde 1398 als „Slomen“ erstmals urkundlich erwähnt. Der Ortsname bedeutet Stroh[lagerplatz] (abgeleitet von slawisch sloma).E. F. v. Guttenberg: Land- und Stadtkreis Kulmbach, S. 148.Ernst Schwarz: Sprache und Siedlung in Nordostbayern. (Erlanger Beiträge zur Sprach- und Kunstwissenschaft 4). Nürnberg 1960, S. 267.
Schlömen war eine Realgemeinde, zu der Eichmühle gehörte. Gegen Ende des 18. Jahrhunderts bestand Schlömen aus 20 Anwesen. Das Hochgericht übte das bayreuthische Stadtvogteiamt Kulmbach aus. Dieses hatte zugleich die Dorf- und Gemeindeherrschaft. Grundherren waren das Kastenamt Kulmbach (10 Anwesen: 3 Höfe, 1 Söldengut, 2 Söldengütlein, 2 Tropfgütlein, 1 Tropfhäuslein, 1 geringes Tropfhäuslein) und das Stiftskastenamt Himmelkron (10 Anwesen: 7 Höfe, 1 Sölde, 1 Haus mit Schankgerechtigkeit, 1 Tropfhäuslein).R. Barth: Kulmbach: Stadt und Altlandkreis, S. 637.
Nachdem der letzte Markgraf Alexander das Fürstentum Bayreuth an den preußischen Staat ab, gehörte Schlömen ab 1792 zu Ansbach-Bayreuth. 1807 wurde der Ort mit dem ehemaligen Fürstentum an das französische Kaiserreich abgetreten und 1810 an das Königreich Bayern verkauft.
Von 1797 bis 1810 unterstand der Ort dem Justiz- und Kammeramt Kulmbach. Mit dem Gemeindeedikt wurde Schlömen dem 1811 gebildeten Steuerdistrikt Hegnabrunn und der 1812 gebildeten gleichnamigen Ruralgemeinde zugewiesen.R. Barth: Kulmbach: Stadt und Altlandkreis, S. 753f. Am 1. April 1971 wurde Schlömen nach Neuenmarkt eingegliedert.
Baudenkmäler Schlömen 2: Wohnstallhaus mit Kastenhaus Schlömen 23: Wohnstallhaus Eisenbahnbrücke über den Weißen Main Marter Steinkreuz
Einwohnerentwicklung Jahr 1809 1818 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987Einwohner 140 80 170 182 165 165 165 181 134 111 121HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Von 1871 bis 1987 werden diese als Wohngebäude bezeichnet. 22 24 25 26 29 27 34Quelle R. Barth: Kulmbach: Stadt und Altlandkreis, S. 726.
Religion Schlömen ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und nach St. Johannes (Trebgast) gepfarrt.
Verkehr mini|Stellwerk Schlömen, nach links die stillgelegte Strecke nach Bischofsgrün 1853 wurde die Bahnstrecke Bayreuth–Neuenmarkt-Wirsberg eröffnet, die den Ort am südwestlichen Rand der Bebauung tangiert. Eine eigene Bahnstation erhielt Schlömen zunächst aber nicht. Die Inbetriebnahme der abzweigenden Bahnstrecke Schlömen–Bischofsgrün im Jahr 1896 erforderte den Bau eines Stellwerks, dessen Gebäude auch nach deren Stilllegung noch existiert. Damals wurde an dieser Stelle eine – mittlerweile stillgelegte – Haltestelle angelegt.
Literatur
Weblinks
Fußnoten
Kategorie:Ort im Landkreis Kulmbach Kategorie:Geographie (Neuenmarkt) Kategorie:Ersterwähnung 1398 Kategorie:Deutscher Ortsname slawischer Herkunft