Die Schlacht um Sansapor, auch Operation Globetrotter genannt, fand zwischen US-amerikanischen Truppen und Einheiten des japanischen Kaiserreichs zwischen dem 30. Juli und 31. August 1944 im Pazifikkrieg während des Zweiten Weltkriegs statt. Die Landungen selbst verliefen ohne japanischen Widerstand. Erst ab dem 16. August erreichte eine japanische Division das Gebiet bei Sansapor, musste sich jedoch den amerikanischen Einheiten geschlagen geben. Die Amerikaner nahmen die Inseln Middelburg und Amsterdam ein und errichteten auf Middelburg und bei Mar ein Flugfeld.
Vorgeschichte Japan Feldmarschall Graf Terauchi Hisaichi, Oberbefehlshaber der Südarmee, die ihr Hauptquartier in Saigon im besetzten Französisch-Indochina hatte, war für die Verteidigung der ostindischen und philippinischen Inselgruppen verantwortlich. Unter der Südarmee kontrollierte die 16. Armee von Generalleutnant Kumakishi Harada mit Sitz in Batavia auf Java bis Januar 1943 alle Besatzungskräfte der japanischen Armee in Ostindien.
Ab dem Herbst 1943 begannen die Japaner eine neue „absolute Zone der nationalen Verteidigung“ aufzubauen und mussten dazu die Verteidigungsstärke in Ostasien erhöhen. Im Rahmen der daraus resultierenden umfassenden Umstrukturierung wurden zwei wichtige Hauptquartiere von Mandschukuo nach Ostindien verlegt. Die japanischen Streitkräfte in ganz Ostindien mit der Ausnahme von Sumatra wurden von der 2. Regionalarmee von General Anami Korechika kontrolliert, die ursprünglich ab dem 23. November 1943 in Davao auf der Insel Mindanao in der besetzten philippinischen Inselgruppe ihren Sitz hatte. Dazu gehörten die 2. Armee von Generalleutnant Teshima Fusatarō, die 18. Armee von Generalleutnant Adachi Hatazō und die 19. Armee von Generalleutnant Tominaga Nobumasa (ab dem 15. Oktober 1943 unter Generalleutnant Kitano Kenzō).
Die ursprünglich auf Ambon stationierte 7. Luft-Division wurde jedoch der 8. Regionalarmee übergeben, um im Mai und Juni 1943 in Ost-Neuguinea zu operieren.
Im Frühjahr 1944 zeigten eine Reihe von Ereignissen, dass sich die Alliierten immer weiter dem strategisch wichtigen und wirtschaftlichem Herz von Japans sogenanntem „südlichen Ressourcengebiet“ näherten. Dazu gehörten im Westen die Cockpit-Luftangriffe der britischen Eastern Fleet auf Sabang vor der Nordküste Sumatras am 19. April und im Osten die Landung von US-Streitkräften aus Ost-Neuguinea in Hollandia an der Nordküste Niederländisch-Neuguineas am 22. April (→ Operation Reckless).
Auf der Vogelkop-Halbinsel hielten die Japaner Positionen in Manokwari an der nordöstlichen Ecke, der kleinen Insel Sorong am westlichen Ende, Babo an der Südküste des McCluer-Golf und Nabire am südlichen Ende der Geelvink-Bucht.
Alliierte Die im Rahmen des Cartwheel-Plans durchgeführte Noemfoor-Operation brachte strategisch und taktisch als Ergebnis, dass nach dem Ausbau des dortigen Flugfeldes die alliierten Kampfflugzeuge nun näher an den japanischen Stützpunkten im Südwesten, Westen und Nordwesten Neuguineas operieren konnten. Der nächstgelegene dieser Stützpunkte befand sich auf der Halbinsel Vogelkop mit der japanischen Festung in Manokwari an der nordöstlichen Ecke und damit weniger als 70 Seemeilen westlich von Noemfoor.
Die Strategie von General Douglas MacArthur für die Rückeroberung der Philippinen sah die sukzessive Besetzung von Luft- und Versorgungsbasen entlang der Nordküste Neuguineas vor und als letzte Großoffensive die Eroberung eines Luftwaffenstützpunkts auf dem westlichen Vogelkop. Von einer solchen Basis aus könnten die alliierten Luftstreitkräfte nachfolgende Operationen im Nordwesten unterstützen, entweder direkt nach Mindanao auf den südlichen Philippinen oder erforderlichenfalls über die Inseln zwischen Vogelkop und Mindanao.
Zu der Zeit rückte das Klamono-Ölfeld auf der Vogelkop-Halbinsel südöstlich von Sorong in den Fokus der Alliierten. Obwohl das Feld vor Ausbruch des Krieges entdeckt wurde, war es noch weitgehend unerschlossen. Schätzungen zufolge war das Ölreservoir eines der größten in Niederländisch-Ostindien und würde eines der leichtesten bekannten Rohöle produzieren, das reich an wertvollen flüchtigen Fraktionen wie Benzin ist. Es wurde geschätzt, dass das Feld bei richtiger Erschließung bis zu 25.000 Barrel Rohöl pro Tag produzieren könnte. Die meisten Erdölförder- und -raffinerieanlagen in Niederländisch-Ostindien waren teilweise oder vollständig durch den Rückzug niederländischer Streitkräfte oder durch zivile Ölunternehmen selbst zerstört worden. So mehrten sich die Stimmen aus dem Armeehauptquartier, dem Army-Navy Petroleum Board, ziviler Ölfirmen mit Vorkriegsinteressen an Ölfeldern in Niederländisch-Ostindien und anderer an entsprechenden Sanierungsprojekten. Letztendlich wurde im Dezember 1942 die etwas chaotische Situation in Bezug auf die Planung der Ausbeutung von Ölfeldern in Ostindien den Joint Chiefs of Staff der USA zur Kenntnis gebracht. Tatsächlich wurde General MacArthur damit beauftragt den Standort und die zeitlichen Einzelheiten von Ölsanierungsprojekten in Ostindien zu planen und diese Pläne vorbehaltlich der Zustimmung der Joint Chiefs of Staff auszuführen. Gleichzeitig wiesen die Joint Chiefs of Staff an, mit der Organisation spezieller militärischer Erdölproduktions- und Raffinerieeinheiten zu beginnen. Dazu organisierten sie sogar das 5000 Mann starke Petroleum Production Depot für Ingenieure in Kalifornien. Die Pläne wurden jedoch fallen gelassen, als klar wurde, dass weniger Ressourcen erforderlich wären, um weiterhin Öl von Kalifornien in den Südwestpazifik zu transportieren, als die Felder zu erschließen.
Alliierte Planung Während die Annullierung des Klamono-Ölprojekts die Notwendigkeit für die Besetzung des Gebietes um Sorong und die vorgelagerte Insel Waigeo beseitigte, spielte die Aufgabe dieses Projekts eine relativ geringe Rolle bei späteren Änderungen in General MacArthurs Plänen für Operationen auf dem Vogelkop.
Sowohl RENO IV als auch der neue RENO V-Plan zeigte, dass es notwendig sein würde, auf halber Strecke zwischen der Geelvink-Bucht und Halmahera einen vorgelagerten Luftwaffenstützpunkt einzurichten. Dieser würde dazu beitragen, Halmahera zu neutralisieren, die Konvois und die Invasionsstrände dort abzudecken und die japanischen Luftstreitkräfte auf der linken Flanke des Vorrückens in Richtung der Philippinen abzuwehren.
MacArthur teilte am 20. Juni General Walter Krueger mit, dass neue Studien zu Möglichkeiten des Baus eines Flugfeldes an der Nordwestküste des Vogelkop, in Sansapor und Mar, durchgeführt würden. Die beiden Dörfer liegen rund 100 Kilometer östlich von Waigeo und etwa 112 Kilometer nordöstlich von Sorong. Aufklärungsfotos von Waigeo zeigten keine geeigneten Gebiete für etwaige Flugfelder. Die alliierten Seestreitkräfte wurden daraufhin angewiesen die Aufklärung auf das Gebiet Sansapor-Mar zu konzentrieren, um andere Flugplatzstandorte zu suchen.
Am 23. Juni setzte das U-Boot S-47 Kundschafter in der Nähe von Mar an Land. Die Gruppe blieb fast eine Woche in der Gegend, entdeckte gute Landungsstrände und fand ein oder zwei Standorte, an denen nach zeitaufwändiger Arbeit Flugplätze errichtet werden könnten. Der Bericht wurde am 30. Juni MacArthur übermittelt. Dieser wies die ALAMO-Force mit Unterstützung der alliierten Luft- und Seestreitkräfte an, das Gebiet Sansapor-Mar anstelle der Region Sorong-Waigeo zu sichern. Die Sansapor-Mar-Landung war für den 30. Juli vorgesehen. mini|V. l. n. r.: (über den Tisch gesehen): Generalleutnant Walter Krueger, Generalmajor Franklin C. Sibert, Konteradmiral William M. Fechteler, Generalmajor Charles E. Hurdis Auf der Konferenz am 8. Juli wollte General Krueger, dass die Landung im ersten Licht erfolgte, obwohl Generalmajor Ennis C. Whitehead, der jetzt das Kommando über die 5th Air Force innehatte, erst fünfundvierzig Minuten später Luftschutz versprechen konnte. Konteradmiral Fechteler, der für die amphibische Phase der Operation verantwortlich war, war bereit, auf Luftabdeckung zu verzichten, da keine feindliche Opposition erwartet wurde, aber er würde die frühe Landezeit nur genehmigen, wenn eine Vorabgruppe an Land gebracht werden könnte, um LSTs zu den richtigen Stränden zu führen. Die Konferenzteilnehmer kamen zu dem Schluss, dass die Landung einer Vorabgruppe die Chancen für die taktische Überraschung zerstören und japanische Flugzeuge anlocken könnte. Daher wurde die H-Hour vorläufig auf 7:00 Uhr festgelegt, etwa fünfzehn Minuten vor Sonnenaufgang.
Die endgültigen Pläne konnten nun schnell aufgestellt werden. Die Landung sollte am 30. Juli um 7:00 Uhr zwischen den beiden kleinen Kaps nordöstlich von Mar erfolgen. Die erste Landebahn sollte in einem teilweise geräumten Gebiet unmittelbar im Landesinneren am westlichsten Vorgebirge errichtet werden. Das Gebiet um Kap Sansapor, das jetzt als ungeeignet für eine Landebahn erachtet wurde, wurde von den Marineplanern als PT-Boot-Basis ausgewählt und es wurde geplant, dieses Gebiet durch eine Land-zu-Land-Operation am Tag nach der Landung zu sichern. Die Insel Middleburg sollte nur 35 Minuten nach den erfolgten Landungen bei Mar eingenommen werden, um dort einen weiteren Flugplatz zu errichten.
Für die Operation Globetrotter wurde die 6. Infanteriedivision unter Generalmajor Franklin C. Sibert mit dem 1., 20. und 63. Infanterieregiment vorgesehen, die nach der Operation Straightline im Gebiet um Sarmi-Wakde stationiert war. Zusammen mit Ingenieurseinheiten zum Bau der Flugfelder bildete sie die Task Force Typhoon.
Bombardierung japanischer Flugplätze Aufklärungsfotos, die am 22. Juli aufgenommen wurden, zeigten insgesamt 128 Flugzeuge, die auf den japanischen Flugplätzen Galela, Lolobata und Miti auf Halmahera verteilt waren. Anscheinend versuchten die Japaner auch neue Landebahnen in Kaoe, Hatetabako und Laboeha zu errichten, offensichtlich, um dort größere Einheiten zu stationieren. Von den Luftwaffenstützpunkten in Biak, Owi und Noemfoor flog am frühen Morgen des 27. Juli, unter Brigadegeneral Hutchison die größte koordinierte Bomberformation die seit Hollandia in der SWPA eingesetzt wurde Angriffe auf die Halmaheras. Insgesamt erreichten 52 Liberator Lolobata und weitere 28 bombardierten Miti. Während sie zehn japanische Flugzeuge in Lolobata und sieben weitere in Miti zerstören konnten, wurden nur zwei B-24 durch Luftabwehr leicht beschädigt. mini|B-25 Mitchells über Neuguinea Vom Flugplatz Mokmer waren am selben Morgen 44 B-25 Mitchell-Bomber gestartet, die ab Ajoe von zwei Staffeln P-38 Jägern begleitet zum Flugplatz Galela flogen. In zwei Wellen überraschten sie die Japaner, deren Maschinen noch auf dem Boden standen mit Tiefflugangriffen. Die Landebahn erhielt schwere Treffer und zehn Flugzeuge wurden zerstört bei nur drei leichten eigenen beschädigten Maschinen.
Bei Verteidigungsluftkämpfen griffen KI-43 Oscars, KI-48 Lilys und KI-61 Tonys die Bomber bei Miri und Lolobata an, von denen viele flüchteten oder abgeschossen wurden. Die Bomber bei Galela meldeten keine Feindbegegnung.
Die Landung mini|Die USS Crosby, einer der zum Schnelltransporter umgebauten Zerstörer