Eduard Carl Gotthard Rentz (* 17. Mai 1898 in Riga; † 28. August 1962 in Lübeck) war ein deutsch-baltischer Pharmakologe und Toxikologe.
Leben Rentz besuchte die Oberrealschule in Riga. Nach dem Abitur (1918) studierte er an der Universität Lettlands Medizin. 1921 wurde er im Corps Concordia Rigensis recipiert.Kösener Corpslisten 1960, 59/48; Concordia Rigensis. Festschrift. Hamburg 1969. Nr. 349. 1930 wurde er zum Dr. med. promoviert.Dissertation: Uber phasische Ein- und Austrittswirkungen der Kokaingruppe am Gefäßpräparat und Versuch einer allgemeinen Wertung der phasischen Eingriffswirkungen überhaupt. 1932 habilitierte er sich für Pharmakologie und Toxikologie.Habilitationsschrift: Rationelle Arzneiverordnung. Zunächst war er Privatdozent in Riga und ab 1941 an der Universität München,Ernst Klee: Das Personenlexikon zum Dritten Reich. Frankfurt am Main 2005, S. 492. wo er als Prüfer Stellvertreter von Walther Straub war.Personenstand der Universität München 1942, PDF (S. 104)
Zu der Zeit befasste er sich nicht nur mit der "Pharmakodynamik des Chlorophylls"Sonderdruck aus: Skandinavisches Archiv f. Physiologie Bd. 56, S. 36–117. Berlin/Leipzig, Gruyter, 1929, sondern in mehreren Aufsätzen auch mit der Wirkung von Kokain, die vor allem im Archiv für experimentelle Pathologie und Pharmakologie erschienen.Joel L. Phillips, Ronald D. Wynne: A Cocaine Bibliography: Nonannotated. National Institute on Drug Abuse, 1975 (S. 96 f.)
Nach der Umsiedlung der Deutsch-Balten erhielt er am 1. Dezember 1942 an der Reichsuniversität Posen ein Extraordinariat. Als Soldat des Heeres war er 1945 kurzzeitig Kriegsgefangener der Sowjetunion. 1945/46 war er Dolmetscher des Greifswalder Oberbürgermeisters Paul Hoffmann. 1946/47 kam er in seinem Beruf als Pharmakologe bei der Firma Dr. Willmar Schwabe in Leipzig unter. Die Christian-Albrechts-Universität zu Kiel berief ihn 1948 als a.o. Professor. Am 3. September 1960 wurde er emeritiert.Eduard Carl Gotthard Rentz (Kieler Gelehrtenverzeichnis) Sein Werdegang in Posen und Kiel ähnelt dem von Manfred Monjé.
In Lübeck war er zeitweise Leiter der damals zu Possehl gehörenden Chemischen Fabrik Dr. Christian Brunnengräber (1979 von Ciba-Geigy übernommen).
Literatur Ernst Klee: Das Personenlexikon zum Dritten Reich. Wer war was vor und nach 1945. 2. Auflage. Frankfurt am Main 2005, 4. aktualisierte Auflage 2013, ISBN 978-3-596-16048-8. Nekrolog in Werner Schuder (Hrsg.): Kürschners Deutscher Gelehrten-Kalender 1966. N-Z und Register. Berlin: Walter de Gruyter 1966 (S. 2823)
Weblinks WorldCat Personeneintrag im Kieler Gelehrtenverzeichnis
Einzelnachweise
Kategorie:Mediziner (20. Jahrhundert) Kategorie:Pharmakologe Kategorie:Toxikologe Kategorie:Hochschullehrer (Reichsuniversität Posen) Kategorie:Hochschullehrer (Christian-Albrechts-Universität zu Kiel) Kategorie:Corpsstudent (20. Jahrhundert) Kategorie:Deutsch-Balte Kategorie:Geboren 1898 Kategorie:Gestorben 1962 Kategorie:Mann Kategorie:Person (Lübeck) Kategorie:Deutscher