mini|Das Kampfgebiet zum Vormarsch auf die Philippinen: Morotai und Halmahera am rechten, unteren Bildrand Die Schlacht um Morotai, auch Operation Tradewind genannt, fand zwischen alliierten Truppen und Einheiten des japanischen Kaiserreichs zwischen dem 15. September und 4. Oktober 1944 im Pazifikkrieg während des Zweiten Weltkriegs statt. Versprengte japanische Soldaten sowie ein neu angelandetes Regiment wurden auf Morotai noch bis zum 14. Januar 1945 bekämpft.
Vorgeschichte Im Rahmen der Invasion Südostasiens nahmen japanische Einheiten Anfang 1942 auch die Insel Morotai, die zu Niederländisch-Ostindien gehörte, ein. Zu diesem Zeitpunkt spielte die Insel aber nur eine untergeordnete Rolle in ihren Planungen. Erst Anfang 1944 wurde sie für die Japaner zum ersten Mal wichtig, als sie begannen die benachbarte und etwas größere Insel Halmahera im Südwesten über die schmale Morotai-Straße als Mittelpunkt für die Verteidigung der südlichen Philippinen gegen die Alliierten auszubauen.
Das Oberkommando auf Halmahera lag bei General Anami Korechika der 2. Regionalarmee mit Sitz auf Celebes. Die 32. Division von Generalleutnant Ishii Nobuo landete im Mai 1944 auf Halmahera. Nach der Ankunft befahl Generalleutnant Ishii zwei Bataillone des 211. Regiments auf Morotai zu landen. Auf der Ebene von Doroeba begannen sie mit dem Bau einer Start- und Landebahn. Das Vorhaben musste jedoch aufgegeben werden, da der Boden sich als zu weich für Starts und Landungen erwies. Im Juli 1944 wurden die beiden Bataillone wieder zurück nach Halmahera beordert und die 2. Provisorische Sturmeinheit unter Major Kawashima Takenobu übernahm die Verteidigung Morotais.
Die Garnison auf der Insel bestand aus nicht mehr als 500 Mann der Armee und Männern der 26. Marinespezialbasis unter Konteradmiral Yokokawa Ichihei.
Takenobu ließ auf der Insel von seinen Männern zur Verteidigung und Verwirrung eines möglichen Angreifers mehrere leere Mannschaftslager und täuschend echte Maschinengewehrnester aufbauen. In den Lagern wurden von den Soldaten nachts Lichter entzündet, um Betriebsamkeit vorzutäuschen.
Planung Im Rahmen der Operation Cartwheel war die Eroberung des Gebiets um Sansapor und die Errichtung von Flugplätzen dort das letzte bedeutende Offensivunternehmen der Streitkräfte des Südwestpazifiks in Niederländisch-Neuguinea. Damit war die Kampagne in Neuguinea und auf den vorgelagerten Inseln strategisch, wenn nicht sogar taktisch, abgeschlossen. Das letztendliche Ziel der Alliierten, Mindanao in den Philippinen, war noch rund 1050 km entfernt. Dazwischen lagen japanisch dominierte Inseln und Seegebiete. Während der Sansapor-Operation hatten Truppen unter dem Kommando von Admiral Chester W. Nimitz die Besetzung der Marianen-Inseln abgeschlossen und begannen sich auf die Eroberung der Palau-Inseln und anderer Inseln in den westlichen Karolinen vorzubereiten.
Um die linke (Süd-)Flanke vor Luftangriffen zu schützen, die die Japaner von Ambon, Ceram und Celebes gegen alliierte Streitkräfte, die nach Mindanao vorrücken, durchführen würden, musste ein Luftwaffenstützpunkt zwischen der Vogelkop-Halbinsel und Mindanao errichtet werden. Dazu sah General Douglas MacArthur das Gebiet bei Halmahera als geeignet an. Zudem war ein Luftwaffenstützpunkt bei Halmahera nötig, um die Invasion von Mindanao von Land aus zu unterstützen, die MacArthur Mitte Juni 1944 vorläufig auf den 25. Oktober angesetzt hatte. Ein wichtiger Faktor bei der Auswahl eines Ziels in der Region Halmahera war die Reichweite von Sansapor aus. Zudem musste ausreichend Platz für den Ausbau des Flugplatzes und Ankerplatz für leichte Marineschiffe wie PT-Boote vorhanden sein. Schlussendlich sollte das Zielgebiet nicht von starken japanischen Einheiten besetzt sein, damit keine zu großen Streitkräfte eingesetzt werden mussten, um die Invasion von Mindanao nicht zu verzögern.
Gegen Ende Juli hatten MacArthur und Nimitz die Abfolge der Operationen im Südwest- und Zentralpazifik für die letzten Phasen bis zu Landung auf den Philippinen festgelegt. Der Zeitplan lautete wie folgt:
15. September – Morotai und die südlichen Palaus 5. Oktober – YapDie Operationen wurde später abgesagt, da Aufklärungen ergeben hatten, dass sich um die 1.000 Japaner auf den Talaudinseln befinden und die Operation auf Leyte auf den 20. Oktober vorgezogen werden kann. und das Ulithi-Atoll 15. Oktober – Die Talaudinseln 15. November – Mindanao (in der Bucht von Sarangani)
Für den 15. September waren neben der Landung auf Morotai die nachstehenden koordinierten Aktionen geplant:
Operation Stalemate II, die Schlacht um die Palau-Inseln (Landung auf Peleliu), 15. September bis 25. November 1944 Operation Light: Unter Konteradmiral Clement Moody. Ziel war es, vom 16. bis 23. September 1944 Luftangriffe auf japanische Stellungen in Sigli, Nord-Sumatra, Indonesien, und Luftaufklärung über den Nikobaren durchzuführen.
Der Morotai-Plan sah vor, dass im südwestlichen Teil der Insel ein etwa 25 Kilometer langer Verteidigungskreis um die Flugplätze besetzt werden sollte. An den Ufern sollten Radarstationen errichtet und ein starker Brückenkopf aufgebaut werden um japanischen Entlastungsangriffen von Halmahera aus entgegenwirken zu können. MacArthur war der Ansicht, dass nicht weniger als eine verstärkte Division und ein weiteres Regimentskampfteam erforderlich sein würden.
Für die Operation Tradewind wählte Generalleutnant Walter Krueger die 31st Infantry Division (der Großteil lag in Wakde-Sarmi, mit Ausnahme eines Regimentskampfteams in Aitape) und das 126. Regimentskampfteam der 32nd Infantry Division (ebenfalls in Aitape). Die 31. Division (jetzt als Tradewind Task Force bezeichnet) unter Generalmajor John C. Persons sollte die ersten Landungen durchführen. ALAMO Force Reserve für die Operation war die 6th Infantry Division (minus ein Regimentskampfteam) in Sansapor.
Generalleutnant Krueger hatte gehofft die gesamte TRADEWIND Task Force in der Maffin-Bucht bereitstellen zu können, doch durch die Überfüllung dort mit anderen Einheiten und die schlechten Verladebedingungen war dies nicht möglich. Daher wurde die Operation durch Generalleutnant Krueger und Konteradmiral Barbey aufgeteilt. Die 31. Division, abzüglich des 124. Regimentskampfteams, wurde in der Maffin-Bucht aufgestellt, wo auch etwa 1000 Mann der alliierten Luftstreitkräfte verladen wurden. Die meisten Luftwaffeneinheiten wurden in Hollandia oder Biak stationiert, während verschiedene Ingenieureinheiten in Hollandia, Aitape, der Maffin-Bucht, Sansapor und Finschhafen stationiert wurden.
Die Landungsvorbereitungen mini|Die USS Wasatch, von der aus die Landungen geleitet wurden Der Landungsverband der Seventh Amphibious Force (TF.77) lief am 10. September 1944 nach CTF 77 Operation Plan (8-44) von den Stützpunkten zur Landung auf Morotai aus. Die Landungen waren auf der Westseite der Gila-Halbinsel vorgesehen, damit die Unterstützungstruppen schnell mit den Arbeiten an den Flugplätzen im Norden beginnen konnten. Dazu wurden zwei Strände ausgewählt; White-Beach etwa auf halber Höhe der Halbinsel und Red-Beach gleich hinter der Nordspitze. Die angreifende Streitmacht bestand aus rund 28.000 Kampfeinheiten und etwas mehr als 40.000 Unterstützungstruppen.
Konteradmiral Barbey fuhr als Oberkommandierender des Unternehmens auf dem Führungsschiff Wasatch zum Ziel White. Konteradmiral Fechteler war der kommandierende Offizier für das Ziel Red und befand sich an Bord des Zerstörers Hughes. General MacArthur verfolgte die Landungen an Bord des Leichten Kreuzers Nashville.
Die komplette Landungsflotte bestand aus zwei australischen Einsatztransportern (APA), fünf amerikanischen Schnelltransportern (APD), 45 Panzerlandungsschiffen (LST), 24 Infanterielandungsbooten (LCI), 20 Panzerlandungsbooten (LCT) und einem Docklandungsschiff (LSD). Die Sicherungsgruppe bestand aus 24 Zerstörern, vier Fregatten, sechs Patrouillenbooten, zwei Transportern, vier Minensuchern sowie weiteren elf Landungseinheiten.
Als Deckungsgruppe und für die vorbereitende Beschießung der Ziele diente die TF.75 unter Konteradmiral Russell S. Berkey, aufgeteilt in zwei Task Forces. Die TG.75.1 mit den US-Kreuzern Phoenix, Boise und Nashville sowie den Zerstörern Hutchins, Beale, Bache, Daly, Abner Read und Bush. Und die TG.75.2 mit den australischen Kreuzern Australia, Shropshire und den Zerstörern Arunta, Warramunga, Mullany und Ammen. mini|Der Geleitflugzeugträger Chenango Luftunterstützung bekam die Operation durch die TG.77.1 unter Konteradmiral Clifton Sprague mit den Geleitträgern Sangamon, Suwanee, Chenango, Santee, Saginaw Bay und Petrof Bay mit weiteren acht Zerstörern als Deckung.
Der Plan sah für White-Beach die Landung der 124. Infanterie der 31. Division vor, die sich dann aufteilen sollte. Ein Bataillon für den Süden, um den Rest der Halbinsel zu sichern, und eines für den Nordosten, um die Nordküste der Potoe-Bucht zu erobern. Die 167. Infanterie der 31. Division sollte in der südlichen Hälfte von Red-Beach landen. Zwei Bataillone waren für das Vorrücken nach Osten vorgesehen um den japanischen Flugplatz einzunehmen, während der Rest eine Reserve bildete. Auf der nördlichen Hälfte von Red-Beach sollte die 115. Infanterie der 31. Division landen und dann nördlich des Flugplatzes vorrücken.
Am frühen Morgen des D-Day bombardierten landgestützte Bomber der Alliierten Luftstreitkräfte japanische Flughäfen auf der Insel Batjan südlich von Halmahera. Kreuzer und Zerstörer der Deckungsgruppe fuhren um 07:15 Uhr in die Galelabucht am nordwestlichen Ende von Halmahera ein, um feindliche Flugplatzanlagen und Bodenverteidigungen entlang der Ufer zu bombardieren. Der Beschuss dauerte etwa eine Stunde, wobei Gebäude und Versorgungsdepots in Flammen aufgingen und einige Truppen- und Frachtschiffe zerstört wurden. Anschließend überflogen Flugzeuge der Geleitträger Nord-Halmahera. Ab 09:00 Uhr übernahmen wiederum landgestützte Bomber die Aufgabe, die feindlichen Flugfelder in diesem Gebiet zu neutralisieren. Aufgrund dieser Aktionen kam tagsüber kein einziges japanisches Flugzeug in die Reichweite von Morotai. mini|Die Gila-Halbinsel mit den Landestränden Zwei Stunden vor Beginn der Landungen begann das Artilleriefeuer von See. Zwei Zerstörer öffneten das Feuer am Kap Dehegila an der Südspitze der Gila-Halbinsel und auf der Insel Mitita, etwa fünf Kilometer vom Kap entfernt, um die Anfahrt des Angriffskonvois nach Nordwesten durch die Meerenge zu decken. Eine Stunde lang, bis 20 Minuten vor den Landungen, wurden von zwei Schweren Kreuzern die Landungsstrände bombardiert. Danach begannen Kanonenboote ein dauerndes Sperrfeuer zu schießen. Währenddessen nahmen die Landungsboote ihre Positionen ein und bildeten die erste Welle, die sich auf Kurs zu den Stränden White und Red begaben.
Die Landungen Die LVTs brachten am 15. September zwischen 8:30 Uhr und 9:00 Uhr die Truppen der 155. und 167. Infanterieregimenter zur Küste. Japanischen Widerstand gab es keinen, so dass die Angriffstruppen an Land schnell ihre taktischen Einheiten neu formieren konnten. Gemäß der ihnen zugewiesenen Missionen begannen sie sich landeinwärts oder entlang der Küste zu bewegen. Allerdings sollten sich die Bedingungen an den Stränden als das größte Hindernis erweisen.
Um das entscheidende Überraschungsmoment zu bewahren, hatten die Alliierten nur wenige Luftbildmissionen über die Insel unternommen. Eine Patrouille des Allied Intelligence Bureau war im Juni auf der Insel gelandet, aber die gesammelten Informationen wurden nicht an Generalleutnant Krueger weitergeleitet. mini|LCIs am Red-Beach. Deutlich ist der Abstand zur Strandlinie zu erkennen.
Red-Beach