mini|Herkules im Kampf gegen die Hydra. mini|Hydra in der Zuteilungsliste für Schlüsselkenngruppen.

Hydra (kurz: MH; vor 1943: Heimische Gewässer, von den Briten kurz Heimisch genannt)Ralph Erskine: Naval Enigma –The Breaking of Heimisch and Triton. In: Intelligence and National Security, 2008. war im Zweiten Weltkrieg der deutsche Deckname eines Funkschlüsselnetzes der Kriegsmarine zur geheimen Kommunikation mit Schiffen in Küstennähe. Die britische Tarnbezeichnung war Dolphin ().Naval Enigma Ciphers (englisch), abgerufen am 9. November 2020.

Benannt ist es nach der Hydra, dem vielköpfigen Seeungeheuer aus der griechischen Mythologie.

Geschichte Im August 1939, also noch vor Beginn des Zweiten Weltkriegs, hatte die deutsche Kriegsmarine die beiden separaten Schlüsselnetze „Heimische Gewässer“ und „Außerheimische Gewässer“ gebildet. So trennte sie zwischen Marineeinheiten, die sich in Küstennähe von Deutschland oder besetzter Gebiete befanden, und Einheiten, die auf Hoher See beziehungsweise vor feindlichen Küsten operierten. Zunächst wurden diese Netze gleichermaßen für Überwasserschiffe und für U-Boote genutzt.

Am 5. Oktober 1941 wurde ein neues Netz gebildet. Exklusiv für die im Atlantik auf alliierte Geleitzüge operierenden U-Boote wurde ein neues Schlüsselnetz namens Triton eingeführt.Ralph Erskine und Frode Weierud: Naval Enigma – M4 and its Rotors. Cryptologia, 11:4, 1987, S. 236 Somit stand „Heimische Gewässer“ nun nur für Überwassereinheiten nahe eigener Küsten zur Verfügung.

Zu Jahresbeginn 1943 wurde „Heimische Gewässer“ in „Hydra“ umbenannt und weiterhin für den Küstenfunkverkehr in Nord- und Ostsee sowie der Biskaya eingesetzt.Funkschlüssel der deutschen Kriegsmarine, abgerufen am 9. November 2020.

Wie fast alle Schlüsselnetze der Kriegsmarine, gelang es britischen Codebreakers im englischen Bletchley Park (B.P.),Gordon Welchman: The Hut Six Story – Breaking the Enigma Codes. Allen Lane, London 1982; Cleobury Mortimer M&M, Baldwin Shropshire 2000, S. 11. ISBN 0-947712-34-8 auch Hydra regelmäßig zu brechen.Friedrich L. Bauer: Entzifferte Geheimnisse. Methoden und Maximen der Kryptologie. 3., überarbeitete und erweiterte Auflage. Springer, Berlin u. a. 2000, S. 426.

Literatur Friedrich L. Bauer: Entzifferte Geheimnisse. Methoden und Maximen der Kryptologie. 3., überarbeitete und erweiterte Auflage. Springer, Berlin u. a. 2000, ISBN 3-540-67931-6. David Kenyon: Bletchley Park and D-Day. Yale University Press, New Haven und London 2019 (englisch), ISBN 978-0-300-24357-4. Hugh Sebag-Montefiore: Enigma – The battle for the code. Cassell Military Paperbacks, London 2004, ISBN 0-304-36662-5.

Weblinks Umschlag der Schlüsseltafeln Hydra für April 1945.

Einzelnachweise

Kategorie:Schlüsselnetz der Kriegsmarine Kategorie:Verfahren mit Bezug zur Enigma-Maschine Kategorie:Nachrichtendienstlicher Begriff