mini|Nikolaus Wyss im Frühjahr 2026 in Zürich Nikolaus Wyss Nikolaus Wyss (* 20. Februar 1949 in Zürich) ist ein Schweizer Ethnologe, Herausgeber und Autor. Er wurde insbesondere durch seine publizistische Tätigkeit sowie als Rektor der Hochschule Luzern – Design und Kunst bekannt.

Leben und Werk Nikolaus Wyss wurde 1949 in Zürich geboren. Er ist der Sohn der Journalistin und Schriftstellerin Laure Wyss.Biografie von Laure Wyss. In Biel-Bienne. Sein Vater war der Jurist und Politiker Emil Bösch (1909–1992). Nach der Matura war er zunächst als Werbetexter und Journalist tätig. Anfang der 1970er Jahre hielt er sich längere Zeit in Lateinamerika auf, unter anderem in Bogotá und São Paulo, wo er als Buchhändler arbeitete.Unionsverlag: Autorenporträt Nikolaus Wyss. Von 1974 bis 1977 studierte er Volkskunde, Ethnologie und Soziologie an der Universität Zürich. In seiner Lizenzitatsarbeit, die er bei Arnold Niederer einreichte, beschäftige er sich mit alltäglichen Beobachtungen am Hauptbahnhof Zürich.Nikolaus Wyss: Blickfeld Hauptbahnhof Zürich: Treffpunkt und Durchgangsorte. Schweizerisches Archiv für Volkskunde 1986. No.82. Online

1974–1997 lebte er in Schwamendingen und initiierte dort verschiedene Kulturprojekte wie etwa den Schwamendinger Opernchor, den Schwamendinger Büchertreff oder Führungen durch das Quartier.Schwamendingen Imagepflege - 10 vor 10 - Play SRF 1992–1997 gestaltete er eine Reihe von Produktionen in der Trinkhalle des Restaurants Ziegelhütte in Schwamendingen, unter anderem Die Grosse Schwamendinger Oberdorfoper (1992), die Donizetti-Oper Viva la Mamma (1993), Schwamiland (1994) und Jacques Offenbachs Le roi Carotte/Der Rüeblikönig (1996).Auf dem Weg zur Vorstadtoper. In: Neue Zürcher Zeitung 8. August 1994:

Seit den 1980er Jahren arbeitete Wyss als Journalist und Herausgeber. Beiträge von ihm erschienen unter anderem im Tages-Anzeiger und in der Schweizer Illustrierten. Gemeinsam mit Walter Keller war er Mitbegründer der Zeitschrift Der Alltag – Sensationen des Gewöhnlichen. Diese Zeitschrift entstand aus einer Reihe von Talkshows im Zürcher Uni-Studententheater an der Rämistrasse und später im Theater an der Winkelwiese. Die Redaktion befand sich in Schwamendingen.Keller, Walter; Wyss, Nikolaus: Der Alltag – Sensationen des Gewöhnlichen. Zürich, diverse Jahrgänge; nachgewiesen in Swisscovery.

In de 1980er Jahren publizierte er für den Zürcher Tages-Anzeiger und verantwortete zahlreiche längere Beiträge im Magazin des Tages-Anzeigers.1988-1991 war er beim Magazin des Tages Anzeigers angestellt. 1991 wurde er vom damaligen Chefredaktor fristlos entlassen, nachdem er den Kurswechsel kritisiert hatte und in einer Publikation21 Jahre TAM – vom Nährwert einer Beilage. Zürich 1991. Autorinnen und Autoren der ersten Stunde des Magazins zu Wort kommen liess.Nikolaus Wyss: Ein Tag im Leben. In: Das Magazin 22.09.2018

1998 wurde Wyss zum Rektor der Hochschule Luzern – Design und Kunst gewählt. Während seiner Amtszeit wurde das Studienangebot ausgebaut und stärker international ausgerichtet. Die Hochschule führte zusätzliche Studiengänge ein, unter anderem in den Bereichen Animation und Designmanagement. 2009 trat Wyss als Rektor zurück.Neue Luzerner Zeitung 23. Januar 2009. S. 27

2010–2016 lebte er in Schlieren, wo er als Mitglied der Grünliberalen Partei (GLP) ins Stadtparlament gewählt wurde,Ein Exot tritt ab. Limmattaler Zeitung 24.Juni 2016 zudem war er Kirchenpfleger in der evangelisch-reformierten Kirche von Schlieren.Nikolaus Wyss ist nun Kirchenpfleger. Limmattaler Zeitung vom 12. Mai 2015 2013 bewarb er sich zusammen mit drei weiteren Schweizern für eine Reise auf den Mars.Mars einfach. In: Beobachter vom 18. Oktober 2013. S. 32Das Alter ist ein Einwegticket. Sonntagsgespräch. In: Schweiz am Sonntag 13. Oktober 2013 Das Projekt wurde nicht realisiert.Nikoaus Wyss bleibt vorläufig auf der Erde. Limmattaler Zeitung vom 4. Januar 2014. S. 17 Die Erfahrungen mit dem Projekt von Mars One inspirierten ihn zum Roman Steve Huges unglaubliche Reise zum Mars, den er 2026 publizierte.Nikolaus Wyss: Steve Huges unglaubliche Reise zum Mars. Zürich, 2026.

2017–2025 lebte er in Bogotá, Kolumbien und führte ein Bed and Breakfast im Stadtteil Chapinero. In dieser Zeit führte er einen Blog und publizierte rund 200 biografische Einträge. Sie bildeten die Grundlage der Publikation Auf dem Amakong,Nikolaus Wyss: Auf dem Amakong. Ein Lesebuch gegen den Hunger. Zürich 2020. ISBN 978-3-033-07941-0. Mit dem Verkaufserlös gründete er das Community-Projekt Sanchocho Lab, einer Suppenküche in einem Armenviertel der kolumbianischen Hauptstadt. Das Projekt wurde von arbeitslosen Jugendlichen geführt, die damit eine Qualifikation erwerben konnten.Ein Exot liest gegen den Hunger in Kolumbien. In: Aargauerzeitung vom 21. Oktober 2020.

Werke

Der Festtag, 20. Juni 1978 : Ein Magazin zu Ehren von Laure Wyss. Sonderausgabe von Der Alltag. Zürich 1979. Schwamendinger Buch. Herausgegeben vom Quartierverein Schwamendingen. Text und Redaktion Nikolaus Wyss, Gestaltung Marcel Graf. Zürich 1981 Keller, Walter; Wyss, Nikolaus: Reisen ins tägliche Leben. Zürich: Unionsverlag, 1982. ISBN 978-3-293-00034-6. 21 Jahre TAM – vom Nährwert einer Beilage. Mit Beiträgen von Dieter Bachmann, Peter Bichsel, Jürg Federspiel, Markus Kutter, Hans Manz, Elisabeth Michel-Alder, Martin Schaub, Rudolf Schilling, Laure Wyss. ISBN 978-3-952-01-400-4. Zürich, 1991. S. 128–134. Blickpunkt Hauptbahnhof Zürich: Treffpunkte und Durchgangsorte. Schweizerisches Archiv für Volkskunde 1986. No.82. Online Rudolf Zinggeler : Fotografien von 1890 - 1936. Ein Zürcher Industrieller erwandert die Schweiz. Einleitung und Auswahl der Fotos von Nikolaus Wyss Zürich 1991. ISBN 3908122333 Auf dem Amakong. Ein Lesebuch gegen den Hunger. Zürich 2020. ISBN 978-3-033-07941-0 Maria, Danika, Laure u. a. m. – Vom Gestalten des eigenen Schicksals, Bogotà, 2024. ISBN 978-628-01-3358-4 Chai, Bruno, Edwar u. a. m. – Erfahrungen in Männerliebe, Bogotá, 2024. ISBN 978-628-01-3359-1 Jean-Paul, Boubakar, Leza u. a. m. – Über Leben, Kunst und Überlebenskunst, Bogotá 2024. ISBN 978-628-01-3357-7 Steve Huges unglaubliche Reise zum Mars. Zürich, 2026. ISBN 978-3-9526348-7-5

Weblinks

Blog von Nikolaus Wyss ab 2007 Helveticat: Nikolaus Wyss Institut für populäre Kulturen: Bernhard Tschofen spricht mit Nikolaus Wyss. 30.Mai 2024. Youtube Podcasts: 71 Minuten mit Nikolaus Wyss. Podcast vom 27. Januar 2020. Online Nikolaus Wyss und die Mars-Reise von Steve Huge. 8. April 2026. 26. Minuten. Online

Einzelnachweise

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