Kauernburg (oberfränkisch: KauanbuichE. F. v. Guttenberg: Land- und Stadtkreis Kulmbach, S. 200. Dort nach den Regeln des HONB folgendermaßen transkribiert: „kauɘrnburich“.) ist ein Gemeindeteil der Großen Kreisstadt Kulmbach im Landkreis Kulmbach (Oberfranken, Bayern). Die Gemarkung Kauernburg hat eine Fläche von 2,443 km². Sie ist in 604 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Flurstücksfläche von 4044,50 m² haben. In ihr liegen neben dem namensgebenden Ort die Gemeindeteile Aichig, Dörnhof, Grundhaus und Venetianischer Stadel.

Geografie Das Dorf Kauernburg bildet mit Aichig im Osten eine geschlossene Siedlung. Diese liegt in einer Talmulde des Kesselbachs, der etwas weiter südlich als rechter Zufluss in den Weißen Main mündet. Im Nordwesten befindet sich der Biegigsberg (). Eine Gemeindeverbindungsstraße führt am Venetianischen Stadel vorbei nach Blaich (1 km westlich) bzw. zur Bundesstraße 289 (0,5 km südöstlich), weitere führen an Dörnhof vorbei nach Eggenreuth (1,3 km nördlich) und an Grundhaus vorbei nach Gumpersdorf (3 km nördlich).

Geschichte 1338 wurde ein „Kawerburgerbach“ urkundlich erwähnt, was zugleich die erste urkundliche Erwähnung des Ortes ist. 1381 wurde der Ort erstmals erwähnt.E. F. v. Guttenberg: Land- und Stadtkreis Kulmbach, S. 75. Das Bestimmungswort ist wahrscheinlich Curo, der Personenname des Siedlungsgründers.E. F. v. Guttenberg: Land- und Stadtkreis Kulmbach, S. 76.

Kauernburg bildete mit Eggenreuth eine Realgemeinde. Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Kauernburg 16 Anwesen. Das bayreuthische Stadtvogteiamt Kulmbach übte das Hochgericht aus und hatte zugleich die Dorf- und Gemeindeherrschaft. Grundherren waren das Klosteramt Kulmbach (1 Mahlmühle, 1 Halbhof, 1 Gut, 2 Söldengüter, 1 Söldengut mit Zapfenschankgerechtigkeit, 3 Söldengütlein, 1 Haus mit Zapfenschenkgerechtigkeit, 2 Tropfgütlein, 1 Tropfhaus) das Rittergut Kirchleus (2 Gütlein) das St. Katharinen-Spital Kupferberg (1 Sölde).R. Barth: Kulmbach: Stadt und Altlandkreis, S. 606f.

Von 1797 bis 1810 unterstand der Ort dem Justiz- und Kammeramt Kulmbach. Mit dem Gemeindeedikt wurde Kauernburg dem 1811 gebildeten Steuerdistrikt Burghaig und der 1812 gebildeten gleichnamigen Ruralgemeinde zugewiesen. Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) entstand die Ruralgemeinde Kauernburg, zu der Aichig, Dörnhof, Grundhaus und Venetianischer Stadel gehörten. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Kulmbach zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Kulmbach (1919 in Finanzamt Kulmbach umbenannt). In der freiwilligen Gerichtsbarkeit unterstanden einige Anwesen bis 1848 zum Patrimonialgericht Untersteinach bzw. PG Kirchleus. Ab 1862 gehörte Kauernburg zum Bezirksamt Kulmbach (1939 in Landkreis Kulmbach umbenannt). Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Kulmbach (1879 in das Amtsgericht Kulmbach umgewandelt).R. Barth: Kulmbach: Stadt und Altlandkreis, S. 745f. Die Gemeinde hatte eine Gebietsfläche von 2,426 km².

Am 1. April 1946 wurde die Gemeinde Kauernburg nach Kulmbach eingegliedert.

Einwohnerentwicklung Gemeinde Kauernburg Jahr 1818 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939Einwohner 198 213 217 200 209 217 222 235 237 249 254 289 313 306 302 302 336 460 467HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Von 1871 bis 1987 werden diese als Wohngebäude bezeichnet. 39 38 40 39 45 52 Quelle

Ort Kauernburg Jahr 1809 1818 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987Einwohner 89 93 87 111 114 195 208 371 422 154 Häuser 18 18 21 29 45 65 Quelle R. Barth: Kulmbach: Stadt und Altlandkreis, S. 725.

Religion Kauernburg ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und nach St. Petrus (Kulmbach) gepfarrt.

Literatur

Weblinks

Fußnoten

Kategorie:Geographie (Kulmbach) Kategorie:Ort im Landkreis Kulmbach Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Kulmbach) Kategorie:Ersterwähnung 1338 Kategorie:Gemeindegründung 1818 Kategorie:Gemeindeauflösung 1946 Kategorie:Gemarkung im Landkreis Kulmbach