Die 3,7-cm-Flak M 42 war eine leichte Flugabwehrkanone der Kriegsmarine im Zweiten Weltkrieg.
Geschichte Die Entwicklung der Waffe war 1939 vom Oberkommando Kriegsmarine (OKM) als Schiffs-Bordwaffe gefordert worden. Der Entwicklungsauftrag wurde an Rheinmetall vergeben.
Es wurde ein Vollautomat (Rückstoßlader) entwickelt, der die Eigenschaften einer Schnellladekanone haben sollte. Durch die Anordnung der Bauteile (Selbstspanner, Verschlussbeweger, Patronenzuführung, Patronenansetzer und der selbsttätigen Abfeuerung) war ein ununterbrochenes Feuern möglich. Die Munitionszufuhr erfolgte über Rahmen mit 5 Granatpatronen.
Der eigentliche Zeitpunkt der Einführung lässt sich aus den Unterlagen kaum ermitteln. Die Vorschrift WB 950 vom 21. September 1943 führt die Einzelteile der Waffe detailliert auf.
Es kamen verschiedene Lafetten zum Einsatz:
3,7-cm-Flaklafette LM 42 (Rheinmetall-Borsig) 3,7-cm-Flaklafette LM 43 (Rheinmetall-Borsig) 3,7-cm-Doppellafette DLM 42 (Rheinmetall-Borsig) 3,7-cm-Flaklafette C/36 3,7-cm-U-Bootlafette C/39
Ab 1944 kam auch bei der Kriegsmarine verstärkt die 3,7-cm-FlaK 43 zum Einsatz und die Fertigung der M 42 lief aus.
Technische Beschreibung Die 3,7-cm-Flak M 42 war eine vollautomatische Waffe, welche durch einen Rückstoßlader funktionierte. Beim Feuern liefen das Rohr und das Bodenstück gemeinsam auf der Rohrwiege zurück und durch zwei Flüssigkeitsbremsen abgefangen. Mittels zweier Federvorholer wurde das Rohr wieder in die Ausgangsposition zurück geführt. Die Feuergeschwindigkeit betrug bei Dauerfeuer 140 bis 160 Schuss in der Minute. Zwar konnte die Kadenz höher eingestellt werden, aufgrund Materialschonung sollte diese jedoch nicht gemacht werden.
mini|Nachladen der 3,7 cm Flak M 42 Die Flak bestand aus drei Hauptgruppen. Dazu zählten das Rohr, das Bodenstück mit Schwingkeil und die Wiege mit Patronenzuführung. Alle drei Hauptkomponenten ließen sich leicht voneinander trennen und wieder zusammen bringen. Das Rohr konnte wiederum in mehrere Teile zerlegt werden. Dazu zählten das Rohr selber, der Mündungsfeuerdämpfer und die Rohrhülse mit Verschraubungen. Das Bodenstück konnte ebenfalls zerlegt werden, wodurch 16 kleinere Einzelteile entstanden. Dazu zählten unter anderem die Rohrverriegelung, die Bremsstange, die Vorholerstange, die Federhüsle oder auch die Schubkurbelwelle. Die Rohrwiege konnte in 15 weitere Einzelteile zerlegt werden. Darunter unter anderem der Wiegendeckel, der Schildzapfen, der Spannhebel mit KLinke oder der Beobachtungsschlitz.
mini|Patronen im Patronenrahmen Die Munition wurde in einem Patronenrahmen gehalten, welcher fünf Patronen halten konnte. Beim Laden oder Nachladen fielen die Patronen vom Patronenrahmen selbstständig ab. Das Laden wurde von links aus durchgeführt. Dabei wurden die Patronen eingeführt und der Patronenrahmen fiel nach links weg. Das Abfeuern erfolgte durch die Betätigung der Abfeuerfußstütze oder eine Abzugsleine. Solange eine davon betätigt war, feuerte die Waffe ohne Unterbrechung.
Einsatz Der bekannteste Einsatz dürfte der auf den U-Booten des Typ VII C sein. Doch die Kriegsmarine setzte diese Waffe auf allen verschiedenen Fahrzeugen (Boote und Schiffe) ein.
Literatur
Einzelnachweise Gander, Chamberlain: Enzyklopädie deutscher Waffen, Seite 137.
Kategorie:Geschütz Kaliber bis 50 mm Kategorie:Flugabwehrwaffe aus dem Zweiten Weltkrieg Kategorie:Rheinmetall Kategorie:Flugabwehrkanone (Wehrmacht) Kategorie:Schiffsgeschütz (Wehrmacht)