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Giacomo Antonio Domenico Michele Secondo Maria Puccini (italienisch []; * 22. Dezember 1858 in Lucca; † 29. November 1924 in Brüssel) war ein italienischer Komponist. Er ist bekannt für seine oft gespielten Opern.

Puccini entstammte einer Musikerfamilie, die über mehrere Generationen Berufsmusiker hervorgebracht hatte, und ergriff, der Familientradition folgend, ebenfalls den Musikerberuf. Nachdem er unter anderem am Konservatorium in Mailand studiert hatte, schrieb er für einen Musikerwettbewerb, der die italienische Musik fördern sollte, seine erste Oper Le Villi.

Im Laufe seiner Karriere wurde er vom selben Verlag betreut wie Giuseppe Verdi, als dessen legitimer Nachfolger er bald galt, zu dem er aber kaum persönlichen Kontakt hatte. Zu seinen Werken gehören Opern wie La Bohème, Tosca, Madama Butterfly und Turandot. Die Ansprüche, die er an die Libretti seiner Opern stellte, führten zeitweise zu Spannungen mit seinen Librettisten, die immer wieder seinen Änderungswünschen nachkommen mussten.

Puccini war mit Elvira Bonturi verheiratet, die für ihn ihren Ehemann verließ, mit dem sie bereits zwei Kinder hatte. Puccini und Elvira hatten den gemeinsamen Sohn Antonio. Trotz seiner Beziehung zu Elvira pflegte Puccini mehrere Frauenbekanntschaften und Affären. Zu einer Ehekrise kam es, als Elvira ihren Ehemann und die gemeinsame Haushälterin Doria Manfredi fälschlicherweise verdächtigte, eine Affäre gehabt zu haben, was zu Dorias Suizid führte. Im Jahr 1903 erlitt der begeisterte Automobilliebhaber einen Autounfall. Im Jahr 1924 starb Puccini, der passionierter Raucher war, in Brüssel während einer Operation eines Tumors am Kehlkopf.

Puccinis Werke gelten als Endpunkt einer dreihundertjährigen großen Tradition italienischer Oper. Mitunter wurde sein Werk dem Verismo zugerechnet, charakteristischer ist jedoch ein Fokus auf Frauenfiguren auf der Suche nach Glück und das Abzielen auf unmittelbare emotionale Wirkung, ferner Detailreichtum der Ereignisse und Bewegtheit trotz Puccinis Ökonomie im Umgang mit seinem Material. Auf Basis der gängigen Funktionsharmonik integrierte er verschiedene musikalische Mittel der Moderne oder auch anderer Kulturen in seine Musiksprache. Seine einprägsamen Melodien erwachsen stets der Bühnensituation. Damit die Handlung fortschreiten kann, wechseln sie zwischen Gesang und Orchester, das die Schauplätze atmosphärisch zeichnet, und dem Puccini originelle Klangwirkungen entlockte. Im Kontext der Moderne wird heute die Brechung des Realismus und die für seine Zeit außergewöhnliche interkulturelle Rezeption asiatischer Musik gesehen.

Lange Zeit wurde von der Kritik vor allem in Deutschland Puccinis Werk wenig geschätzt und der Komponist als kommerziell verunglimpft. Erst in den 1980er-Jahren setzte eine intensivere Beschäftigung der Forschung mit Puccini ein. Dies steht im Gegensatz zum außerordentlichen Erfolg als Opernkomponist, der von Puccinis Lebzeiten bis zur Gegenwart anhielt. So stehen seine Opern im 21. Jahrhundert an dritter Stelle hinter denen von Giuseppe Verdi und Wolfgang Amadeus Mozart, was die Aufführungszahlen betrifft. Die Popularität findet auch Niederschlag in einer Diskographie von über 2000 Gesamteinspielungen und der Verwendung seiner Musik zur Untermalung von Filmen unterschiedlicher Gattungen.

Leben Herkunft und Familie Puccini stammte aus einer Musikerfamilie. Seine Eltern waren Albina Magi und Michele Puccini. Dieser war Leiter der Stadtkapelle von Lucca, Organist am Martinsdom und Komponist von Opern und Messen, sein Großvater Domenico Puccini war ebenfalls ein Komponist von Orchesterwerken und Klavierstücken, und schon sein Ururgroßvater Giacomo Puccini war Komponist und Organist. Als Ursprungsort der Familie Puccini gilt das 20 Kilometer von Lucca, dem Geburtsort des Opernkomponisten, entfernte Dorf Celle dei Puccini (heute Ortsteil von Pescaglia), in dem Ururgroßvater Giacomo Puccini geboren wurde.Dieter Schickling: Puccini – Biografie. Carus, Stuttgart 2017 Kurz nach Puccinis Geburt wurde mit dem Sardinischen Krieg der Zweite Italienische Unabhängigkeitskrieg geführt, nach dessen Ende das Königreich Italien entstand.

Puccini war der erste Sohn seiner Eltern. Seine Geschwister waren:

Zemi (geb. Oktober 1853; starb wenige Monate nach der Geburt) Otilia (geb. o. get. 23. Januar 1851), heiratete später Massimo del Carlo (Augenarzt und später Bürgermeister von Lucca) Tomaide (geb. o. get. 14. April 1852), heiratete Enrivo Gherardi (verwitweter Bankbeamter) Nitteti (geb. o. get. 27. Oktober 1854), heiratete Alberto Marsili (Anwalt) Iginia (geb. o. get. 19. November 1856), ging ins Kloster und wurde Oberin Ramelde (geb. o. get. 18. Dezember 1859), heiratete Raffaelo Franceschini (Finanzamtsleiter) Macrina (geb. o. get. 13. September 1862, starb siebenjährig Anfang des Jahres 1870) Michele (geb. o. get. 13. April 1864)

Puccini wurde am 23. Dezember 1858 unter dem Namen Giacomo Antonio Domenico Michele Secondo Maria in der Kirche San Giovanni getauft. Puccinis Eltern entstammten dem damaligen gehobenen Bürgertum, das nicht besonders reich, aber auch nicht arm war. Wie der Vater entstammte auch die Mutter einer musikalischen Familie. Am 23. Januar 1864 starb Vater Michele; Mutter Albina erhielt eine Pension von 72 Lire (heute: etwa 615 Euro).

Puccini erhielt eine ordentliche Schulbildung, und zwar sehr wahrscheinlich als externer Absolvent der geistlichen Seminare, die an die Hauptkirchen von Lucca, Sani Michele und San Martino angeschlossen waren, war jedoch ein schlechter Schüler. Onkel Fortunato Magi unterstützte die Familie mit der Hälfte seines Gehalts und gab Puccini zusätzlichen Musikunterricht.

Ausbildung (1871–1883) Istituto Musicale Pacini Im Jahr 1871 wechselte Puccini von der Seminarschule an das Istituto Musicale Pacini, um in der Tradition der Familie Berufsmusiker zu werden, wo er den Unterricht mehr schlecht als recht absolvierte. So meinte einer seiner Lehrer angeblich:

Ihn interessierte eher das Machen von Musik. Dementsprechend erhielt er erste Preise wie zum Beispiel in der Orgelklasse im Jahr 1875 und für Komposition und Kontrapunkt im Jahr 1878. Ein enges Verhältnis entwickelte Puccini am Istituto Musicale Pacini zu Carlo Angeloni, Lehrer für Gesang und Kompositionstheorie, der auch Puccinis Leidenschaft für die Jagd geweckt haben soll, distanzierte sich aber von ihm, als Angeloni ein Vierteljahrhundert später starb.

Für den Lebensunterhalt betätigte Puccini sich als Orgelspieler an den weniger wichtigen Kirchen der Stadt und nahm mit Carlo Della Nina den einzigen Schüler seines Lebens an. Im Zusammenhang mit seiner Kirchenmusik- und Unterrichtstätigkeit unternahm Puccini auch seine ersten kompositorischen Versuche. Viele Anekdoten aus dieser Zeit hat Puccini später als erfunden bezeichnet, aber zumindest seinem priesterlichen Bekannten Don Pietro Panichelli gegenüber zugegeben, dass er zu dieser Zeit Geld, das er für sein Orgelspiel erhielt und das für den Familienhaushalt bestimmt war, unterschlagen hat und einmal Pfeifen aus einer Kirchenorgel als Altmetall verkauft hatte. Dass er in einem Bordell nahe des Doms verkehrte und dort eine Freundin namens Lola hatte, gilt zumindest als nicht unwahrscheinlich. Ein besonderer Bezugspunkt für intellektuellen Austausch war für ihn auch noch Jahrzehnte später das „Caffè Caselli“ (heute Cafè „De Simo“) an der alten Hauptstraße, das dem Vater seines späteren Freundes Alfredo Caselli gehörte. Er war sehr an Oper interessiert und besuchte das Teatro del Giglio, wo er Gioachino Rossini, Vincenzo Bellini, Gaetano Donizetti und Giuseppe Verdi sah. Als prägend beschrieb Puccini die Aufführung von Aida im Jahr 1876 in Pisa, von der er noch im Jahr 1903 berichtete, dass er für sie zu Fuß eine Gesamtstrecke von 40 Kilometern nach Pisa und zurück gewandert sei.

In dieser Zeit spielte Puccini zum Gelderwerb im „Cafè Buon Gusto“ in einer Tanzkapelle, die vom Geiger Augusto Michelangeli geleitet wurde, der auch am Instituto Pacini unterrichtete und am Teatro del Giglio dirigierte.

In politischer Hinsicht war Puccini enttäuscht, dass Korruption an die Stelle des abgeschafften Absolutismus trat und der politische Neubeginn im politischen Alltag unterging. Sowohl in Lucca als auch in ganz Italien gab es viele Auswanderungen ins Ausland. Das politische Leben im Italien jener Zeit war eine Mischung aus revolutionärem Aufbruch, bürokratischer Kleinkrämerei, sozialen Spannungen, wirtschaftlicher Depression, aufklärerischem Freidenkertum und klerikaler Reaktion. Für Puccini bedeutete der Wegfall des Absolutismus in erster Linie die Unabhängigkeit von aristokratischen Dienstherren.

Aus Puccinis Anfangszeit sind das Preludio a Orchestra (SC 1), das Vexilla regnis prodeunt für zweistimmigen Männerchor und Orgel (SC 7) und die Romanze A te für Singstimme und Klavier (SC 8), die lange verschollene, aber fragmentarisch wiederaufgetauchte Kantate I figli dell'Italia bella erhalten. Öffentlichen Erfolg hatte Puccini mit dem am 29. April 1877 am Istituto Pacini uraufgeführten Mottetto per San Paolino für Solobariton, vierstimmigen gemischten Chor und großes Orchester (SC 2). Sein umfangreichstes und musikalisch bedeutendstes Werk ist die Messa a 4 voci (SC 6).

Konservatorium in Mailand Puccini strebte den Weggang nach Mailand an. In Mailand bestand das angesehenste Konservatoriums Italiens; Mailand bot die Beziehungen, die ein erfolgreicher Komponist brauchte; schließlich war das Teatro alla Scala das bedeutendste Opernhaus im Königreich und eines der weltweit ersten überhaupt. Da die Familie sich einen Studienaufenthalt Puccinis in Mailand aus eigener Kraft nicht leisten konnte, bat seine Mutter Königin Margherita erfolgreich um Hilfe, die ihm ein einjähriges Stipendium von 100 Lire gewährte; weitere finanzielle Hilfe kam von Onkel Cerù. Im Herbst 1880 trat Puccini die Reise nach Mailand an.

Am 14. Oktober 1880 reichte Puccini sein Aufnahmegesuch beim Mailänder Conservatorio Giuseppe Verdi ein. Eigentlich war Puccini schon zu alt für den Eintritt am Konservatorium, doch konnte er wegen seines guten Ergebnisses bei der Aufnahmeprüfung und der Empfehlung seines Lehrers Fortunato Magi trotzdem an das Konservatorium. In seiner Anfangszeit knüpfte Puccini erste Kontakte zu seinem lucchesischen Landsmann Alfredo Catalani, dessen erste Opernerfolge bevorstanden, und zu Signora Lucca, der siebzigjährigen Chefin des gleichnamigen Musikverlages, der unter anderem die italienischen Rechte an Richard Wagners Opern besaß. Seine ersten Stunden in Komposition hatte Puccini bei Professor Antonio Bazzini.

Puccini konzentrierte sich ganz auf seine Studien, ohne aber das gesellschaftliche Leben zu vernachlässigen. Zunächst klagte er dennoch, dass er aus Geldmangel nicht in die Oper gehen konnte, was sich dank der finanziellen Unterstützung durch seine Mutter bald änderte. Die Scala könne er, so klagte er, auf Grund der dortigen hohen Preise, dennoch nicht besuchen. Auch zeigte er sich enttäuscht von Frau Lucca, die, obwohl Verfechterin von Richard Wagner, der Macht des großen Traditionsverlags Ricordi unterworfen war und damit der Konvention Giuseppe Verdis. Trotzdem berichtete er in den Briefen an seine Familie von weiteren Premieren an der Scala, wobei unklar ist, wie viel er davon wirklich gesehen hat, da er sparsam mit seinem Geld umgehen musste.

Am Konservatorium gehörte Puccini zu den besten Studenten, aber nicht wegen seines Fleißes, sondern wegen seiner Begabung. So bekam er wegen unentschuldigten Fehlens schon nach zwei Monaten eine Geldstrafe von 10 Lire. Bagazzi, inzwischen Direktor des Konservatoriums, schrieb an Puccinis Mutter, dass ihr Sohn faul war und oft fehlte und trotz Bagazzis Empfehlung wegen der großen Konkurrenz in Mailand nicht mit einer profitablen Stelle rechnen könne.