mini|Nooshi Dadgostar, 2026 Mehrnoosh „Nooshi“ Dadgostar (; * 20. Juni 1985 in Ängelholm) ist eine schwedische Politikerin iranischer Abstammung. Sie gehört der sozialistischen Vänsterpartiet an, deren Vorsitzende sie seit Oktober 2020 ist. Seit 2014 ist sie Abgeordnete im schwedischen Reichstag.

Herkunft und Ausbildung Dadgostars Eltern kamen als politische Flüchtlinge aus der Islamischen Republik Iran nach Schweden. Sie kam in Ängelholm zur Welt, während ihre Eltern in einer Flüchtlingsunterkunft in Perstorp wohnten. Nach einigen Jahren in Norrköping zog sie im Alter von 13 Jahren mit ihrer Familie nach Göteborg, wo ihre Mutter die Ausbildung zur Krankenpflegerin machte.

Im Jahr 2005 schloss sie ihre Schulzeit am Schillerska gymnasiet in Göteborg ab. Anschließend zog sie nach Stockholm. An der dortigen Universität studierte sie von 2009 bis 2015 Rechtswissenschaften. Ihr Studium schloss sie in der Zeit nicht ab. Neben ihrem Studium arbeitete sie teilweise als Pflegehelferin.

Parteikarriere Ung Vänster Im Alter von 14 Jahren begann sie sich in der Parteijugend der Vänsterpartiet, der Ung Vänster, zu engagieren. Von 2006 bis 2009 war sie die Schatzmeisterin der Jugendorganisation. Dadgostar fungierte zudem als stellvertretende Vorsitzende der Parteijugend.

Parteivorsitzende (seit 2020) Im Februar 2020 kündigte Dadgostar ihre Kandidatur für den Parteivorsitz an, nachdem Jonas Sjöstedt bekannt gegeben hatte, dass er nicht zur Wiederwahl antreten werde. Zu diesem Zeitpunkt war sie bereits seit März 2018 stellvertretende Parteivorsitzende und sie galt als eine der Favoritinnen auf das Amt. Am 31. Oktober 2020 wurde sie schließlich auf einem Parteitag zur neuen Vorsitzenden gewählt.

Beim Misstrauensvotum gegen Ministerpräsident Stefan Löfven am 21. Juni 2021 unterstützte Dadgostar mit ihrer Parteifraktion, die bis dato die Minderheitsregierung Löfven toleriert hatte, das Votum. Grund war ein Streit über die Mietpreise. Dadgostar hatte zuvor einen Kompromissvorschlag abgelehnt.

Im Jahr 2022 wurde sie auf einem Parteitag einstimmig in ihrem Amt bestätigt. Bei der Wahl 2022 trat Dadgostar erstmals als Spitzenkandidatin an. Ihre Partei fiel um 1,25 Prozentpunkte auf 6,75 % zurück. Während des Wahlkampfs zur Reichstagswahl 2026 wurde ein von Fröken Snusk, Rasmus Gozzi und Louise Andersson Bodin veröffentlichtes Spottlied über sie zum Nummer-eins-Hit in Schweden. Bei der Wahl 2026 konnte sich ihre Partei auf 8,4 % der Stimmen verbessern. Zugleich gewann der linke Block um die Sozialdemokratin Magdalena Andersson die Mehrheit. Dadgostar und ihre Partei kamen nach der Wahl jedoch wegen des Verdachts auf Wahlbetrug durch den Vänsterpartiet-Politiker Mohamed Abdukardir Ali in der Stadt Borlänge in die Kritik.

Öffentliche Ämter Kommunalpolitik Dadgostar wurde im Jahr 2014 Mitglied des Kommunalparlaments der Gemeinde Botkyrka.

Abgeordnete im Reichstag (seit 2014) mini|Nooshi Dadgostar im Reichstag, 2021 Bei der Wahl zum Schwedischen Reichstag 2014 zog Dadgostar erstmals in den Reichstag ein. Sie gehörte in der bis Herbst 2018 andauernden Legislaturperiode dem Ausschuss für zivile Angelegenheiten an.

Bei der Parlamentswahl 2018 erhielt sie erneut ein Mandat für den Wahlkreis Stockholm. Dadgostar ging anschließend in den Sozialversicherungsausschuss über, dem sie bis November 2020 angehörte. Zudem wurde sie im Oktober 2018 Mitglied in der Kriegsdelegation. Im November 2020 wurde sie Mitglied im Beirat für auswärtige Angelegenheiten.

Nach der Wahl 2022 wurde Dadgostar erneut Mitglied in der Kriegsdelegation und im Beirat für auswärtige Angelegenheiten.

Weblinks

Nooshi Dadgostar beim Riksdag (schwedisch)

Einzelnachweise

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