Harsleben, niederdeutsch Harschlewe,seit 6. Oktober 2021 auch amtlich; Statistisches Bundesamt, Verzeichnis Namens- und Gebietsänderungen der Gemeinden, "Ausgabe 1. Januar bis Ende April 2022", Tabelle Gebietsänderungen ,Spalte 20, MDR-Meldung vom 25. Oktober 2021 auf mdr.de ist eine Gemeinde, die zur Verbandsgemeinde Vorharz im Landkreis Harz (Sachsen-Anhalt) gehört.

Geografie mini|hochkant=1.2|Harsleben aus 1000 m Höhe Der Ort liegt im nördlichen Harzvorland am Goldbach südöstlich der Kreisstadt Halberstadt.

Geschichte Harsleben wurde im Jahre 1136 erstmals urkundlich erwähnt (um 1220 bis in das 14. Jahrhundert Hersleve genannt). Der in Sachsen-Anhalt weit verbreitete Namensbestandteil -leben bedeutet „Hinterlassenschaft, Erbe“. Die Edelherren von Meinersen waren hier begütert. Sie gaben um 1220 im Ort zwei Hufen als Lehen an Friedrich von Harsleben.Peter Przybilla: Die Edelherren von Meinersen, Hrsg.: Uwe Ohainski und Gerhard Streich, Hahnsche Buchhandlung Hannover 2007, S. 493

Harsleben gehörte bis 1648 zum Bistum Halberstadt, das dann säkularisiert und als Fürstentum Halberstadt mit dem Kurfürstentum Brandenburg vereinigt wurde. Harsleben war Sitz eines eigenen Amtes und gelangte 1815 an den Regierungsbezirk Magdeburg der preußischen Provinz Sachsen.

Von 1952 bis 2007 lag Harsleben im Kreis Halberstadt (1952 bis 1990 im DDR-Bezirk Magdeburg, dann im Land Sachsen-Anhalt). Seit der Kreisreform 2007 ist die Gemeinde Teil des Landkreises Harz.

Bevölkerung Jahr Einwohner 1990 1.924 2005 2.328 2010 2.209 2015 2.180 2020 2.148 Jahr Einwohner 2021 2.137 2022 2.147 2023 2.168 2024 2.154 2025 2.112

Stand: 31. Dezember des jeweiligen Jahres (Angaben des Statistischen Landesamtes Sachsen-Anhalt), ab 2011 auf Basis des Zensus 2011, ab 2022 auf Basis des Zensus 2022

Religion Die Kirchengemeinde Harsleben gehört zum Pfarrbereich Wegeleben im Kirchenkreis Halberstadt der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland.

Nachdem infolge der Flucht und Vertreibung Deutscher aus Mittel- und Osteuropa 1945–1950 die Zahl der Katholiken im seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägten Harsleben erheblich angestiegen war, wurde die nach Konrad von Parzham benannte katholische Bruder-Konrad-Kapelle als Außenstation der Halberstädter Pfarrei St. Andreas eingerichtet,P. Innozenz Weber 50 Jahre Priester im Franziskanerorden. In: Tag des Herrn. Ausgabe 7/1977 vom 26. März 1977, S. 55. die inzwischen wieder geschlossen wurde.

Politik Gemeinderat Der Gemeinderat von Harsleben besteht aus 14 Mitgliedern und der Bürgermeisterin. Die Kommunalwahl am 15. September 2024 führte bei einer Wahlbeteiligung von 41,5 % zu folgendem Ergebnis:Ergebnis der Kommunalwahl am 15. September 2024

Partei / Wählergruppe Stimmenanteil2019 Sitze2019 Stimmenanteil2024 Sitze2024 Alternative für Harsleben 32,4 % 5 43,4 % 6 Bürger für Harsleben 40,2 % 6 34,2 % 5 CDU 24,0 % 3 11,6 % 2 Einzelbewerber Uwe Hildebrandt – – 10,8 % 1 Freie Wähler 3,4 % – – – Insgesamt 100 % 14 100 % 14

Bürgermeister 1991–1994: Udo Haase 1994–2001: Klaus Gabrisch 2001–2015: Holger Bauermeister seit 2015: Christel Bischoff

Bischoff wurde bei der Bürgermeisterwahl am 6. September 2015 gewählt.Ergebnis der Bürgermeisterwahl am 6. September 2015 Am 19. Juni 2022 wurde sie ohne Gegenkandidat mit 100 % der gültigen Stimmen in ihrem Amt bestätigt.Ergebnis der Bürgermeisterwahl am 19. Juni 2022 Ihre Amtszeit beträgt sieben Jahre.Kommunalverfassungsgesetz des Landes Sachsen-Anhalt, § 61

Wappen Das Wappen wurde am 17. Februar 1936 durch den Oberpräsidenten der Provinz Sachsen verliehen.

Blasonierung: „Schräggeteilt von Rot über Silber; oben drei im rechten Winkel abwärts kehrend gestellte sechsstrahlige silberne Sterne, unten ein abnehmender roter Mond.“Hauptsatzung der Gemeinde § 2 Absatz 1

Sehenswürdigkeiten mini|hochkant=0.8|Kirche Harsleben mini|Rathaus

Die evangelische Kirche St. Simon und Judas, die das Ortsbild prägt, ist eine Kirche des frühen 17. Jahrhunderts mit romanischem Turm und reicher Ausstattung, unter anderem einem wertvollen Orgelprospekt. Grabstätten auf dem Ortsfriedhof für einen sowjetischen und drei polnische Zwangsarbeiter (darunter ein 13-jähriges Mädchen), die während des Zweiten Weltkrieges nach Deutschland verschleppt und Opfer von Zwangsarbeit wurden

Wirtschaft Bis August 2007 war in Harsleben die traditionsreiche Käserei Rusack ansässig, die nur wenige Jahre nach der Übernahme durch die Müller-Gruppe geschlossen wurde.

In der Gemeinde existieren die üblichen Handwerksbetriebe, des Weiteren gibt es im Gewerbegebiet einige Autohäuser sowie Lebensmittelproduktionsbetriebe und einen Medizinartikelhersteller.

Verkehr Durch den Ort führt die Bundesstraße 79 zwischen Halberstadt und Quedlinburg, von der östlich die Landesstraße L 24 nach Wegeleben abzweigt. Die nächstgelegene Autobahnanschlussstelle ist Quedlinburg-Mitte an der A 36 in etwa 8 km Entfernung.

Der nächstgelegene Bahnhof ist Halberstadt Hbf.

Persönlichkeiten Söhne und Töchter der Gemeinde Karl Sigismund Kramer (1759–1808), Arzt und Schriftsteller Alfred Freyberg (1892–1945), Politiker (NSDAP), 1932–1940 Ministerpräsident von Anhalt, 1939–1945 Oberbürgermeister von Leipzig

Mit Harsleben verbundene Persönlichkeiten Adolf Strube (1894–1973), Kantor und Organist in Harsleben Elisabeth Sittig (1899–2001), Malerin, lebte in Harsleben Wilhelm Kamlah (1905–1976), Philosoph, in Harsleben aufgewachsen

Weblinks

Gemeinde Harsleben bei der Verbandsgemeinde Vorharz

Einzelnachweise

Kategorie:Ort im Landkreis Harz Kategorie:Ersterwähnung 1136