Schwanebeck ist eine Kleinstadt, die zur Verbandsgemeinde Vorharz im Landkreis Harz des Bundeslandes Sachsen-Anhalt gehört.

Geografische Lage Der Ort liegt im nördlichen Harzvorland nordöstlich der Kreisstadt Halberstadt.

Geschichte Die erste Besiedlung des Umlandes fand gegen 200–400 statt. Die erste urkundliche Erwähnung ist auf das Jahr 1062 zu datieren. 1270 wurde Schwanebeck erstmals das Stadtrecht zugesprochen. Schwanebeck gehörte bis 1648 zum Bistum Halberstadt und gelangte dann an das Fürstentum Halberstadt. Der Ort unterstand direkt dem Amt Gröningen und gelangte 1815 an den Regierungsbezirk Magdeburg der preußischen Provinz Sachsen.

Von 1952 bis 2007 lag Schwanebeck im Kreis Halberstadt (1952 bis 1990 im DDR-Bezirk Magdeburg, dann im Land Sachsen-Anhalt). Seit der Kreisreform 2007 ist die Stadt Teil des Landkreises Harz.

Am 1. Januar 2010 wurde die Gemeinde Nienhagen ein Ortsteil von Schwanebeck.StBA: Gebietsänderungen vom 01. Januar bis 31. Dezember 2010

Bevölkerung Jahr Einwohner 1990 2.558 2005 2.387 2010 2.577 2015 2.515 2020 2.426 Jahr Einwohner 2021 2.400 2022 2.345 2023 2.377 2024 2.352 2025 2.328

Stand: 31. Dezember des jeweiligen Jahres (Angaben des Statistischen Landesamtes Sachsen-Anhalt), ab 2011 auf Basis des Zensus 2011, ab 2022 auf Basis des Zensus 2022

Religion mini|hochkant|Sankt-Petri-Kirche

Die evangelischen Kirchen Sankt-Petri aus dem 17. Jahrhundert am Markt und Sankt-Johannis an der Johannisstraße gehören zum Kirchspiel Schwanebeck und damit zum Kirchenkreis Halberstadt.

Die katholische Kirche Zum Allerheiligsten Altarssakrament, südlich der Kapellenstraße gelegen, besteht seit 1334 und dient als Gemeinde- und Wallfahrtskirche. Sie gehört zur Pfarrei St. Benedikt mit Sitz auf der Huysburg. Etwas südlich der Kirche befindet sich die Wallfahrtslinde, ein mehrere Jahrhunderte alter Lindenbaum.

Die Neuapostolische Kirche in der Kapellenstraße 39 wurde von 1983 bis 1987 erbaut, und 1987 eingeweiht. Der Grundriss der Kirche stellt den Großbuchstaben Omega (Ω) dar, im Christentum ein Symbol für Jesus Christus. Bereits im Dezember 2007 fand in ihr der letzte Gottesdienst statt, das Gebäude wurde verkauft. Die nächstliegenden neuapostolischen Kirchen befinden sich heute jeweils 11 km entfernt in Halberstadt und Oschersleben.

Politik Stadtrat Der Stadtrat von Schwanebeck besteht entsprechend der Einwohnerzahl der Stadt aus 14 Mitgliedern und dem Bürgermeister.Kommunalverfassungsgesetz des Landes Sachsen-Anhalt, § 37 Die Kommunalwahl am 15. September 2024 führte bei einer Wahlbeteiligung von 32,8 % zu folgendem Ergebnis:Ergebnis der Kommunalwahl am 15. September 2024

Partei / Wählergruppe Stimmenanteil2019 Sitze2019 Stimmenanteil2024 Sitze2024 CDU 39,2 % 5 39,8 % 5 AfD – – 19,9 % 3 Einzelbewerber Daniel Behrens – – 11,1 % 1 Wählergemeinschaft Nienhagen 7,5 % 1 8,6 % 1 Einzelbewerberin Nicole Bochaneck 7,3 % 1 7,1 % 1 Einzelbewerber Ronny Rücker – – 6,9 % 1 Einzelbewerberin Daniela John 6,4 % 1 6,5 % 1 Die Linke 20,4 % 3 – – Einzelbewerber Max Könnecke 9,5 % 1 – – Einzelbewerber Stefan Behrens 6,0 % 1 – – Einzelbewerberin Simone Schuldt 3,7 % 1 – – Insgesamt 100 % 14 100 % 13

Bei der Wahl 2024 entfielen auf den Einzelbewerber Stefan Behrens zwei Sitze, von denen einer unbesetzt bleibt.

Bürgermeister 1990–2001: Jürgen Nowack 2001–2008: Hans-Richard Wegner 2008–2015: Christina Brehmer 2015–2023: Benno Liebner (parteilos) seit 2024: Max Könnecke (parteilos)

Liebner wurde bei der Bürgermeisterwahl am 6. März 2022 ohne Gegenkandidat mit 100 % der gültigen Stimmen in seinem Amt bestätigt. Er wurde am 17. September 2023 zum Bürgermeister der Verbandsgemeinde Vorharz gewählt.

Könnecke wurde bei der Bürgermeisterstichwahl am 30. Juni 2024 mit 59,6 % der gültigen Stimmen zu seinem Nachfolger gewählt.Ergebnis der Bürgermeisterstichwahl am 30. Juni 2024 Seine Amtszeit beträgt sieben Jahre.Kommunalverfassungsgesetz des Landes Sachsen-Anhalt, § 61

Wappen und Flagge Blasonierung: „In Blau einen im Wasser aufrecht stehenden silbernen Schwan mit roter Bewehrung und ausgebreiteten Flügeln, nach links blickend.“Hauptsatzung der Gemeinde § 2 Absatz 1

Die Flagge zeigt die Farben Blau-Weiß.

Sehenswürdigkeiten und Kultur Bauwerke

Gedenkstätten Grabstätte auf dem Ortsfriedhof für den kommunistischen Funktionär Kurt Schmuhl, der 1944 in Brandenburg-Görden ermordet wurde Grabstätten auf dem gleichen Friedhof für fünf unbekannte Polen, die während des Zweiten Weltkrieges nach Deutschland verschleppt und Opfer von Zwangsarbeit wurden Schubert-Stein im Stadtpark Denkmal für die Gefallenen der beiden Weltkriege

Museen Museum of war & artWebsite des Museums

Verkehr Durch den Ort führt die Bundesstraße 245 von Halberstadt nach Hamersleben. Die nächstgelegene Autobahnanschlussstelle ist Quedlinburg-Mitte an der A 36 in etwa 20 km Entfernung.

Die Bahnhöfe Schwanebeck und Nienhagen (b Halberstadt) lagen an der 2001 stillgelegten Bahnstrecke Jerxheim–Nienhagen.

Persönlichkeiten Söhne und Töchter der Stadt Stephan Kunze (1772–1851), Theologe und Heimatforscher Ludwig Thilo (1775–1854), Philosoph Otto Nolte (1887–1934), Agrikulturchemiker Helmut Peters (1930–2023), Sinologe Soscha zu Eulenburg (* 1944), Verbandsfunktionärin, in Nienhagen geboren Manfred Herzog (* 1946), Wasserballspieler Detlef Enge (1952–2025), DDR-Fußballspieler

Mit Schwanebeck verbundene Persönlichkeiten Friedrich Sickel (1799–1865), Rektor in Schwanebeck Julius Richter (1862–1940), Pfarrer in Schwanebeck Gerhard Dittmar (1900–1972), Lehrer in Schwanebeck Werner Nickel (1935–2016), Bildhauer, lebte in Schwanebeck

Literatur Berent Schwineköper (Hrsg.): Handbuch der historischen Stätten Deutschlands. Band 11: Provinz Sachsen Anhalt (= Kröners Taschenausgabe. Band 314). 2., überarbeitete und ergänzte Auflage. Kröner, Stuttgart 1987, ISBN 3-520-31402-9, S. 431–432. Willi Nehrig: Chronik der Stadt Schwanebeck, Schwanebeck 1958

Weblinks

Stadt Schwanebeck bei der Verbandsgemeinde Vorharz

Einzelnachweise

Kategorie:Ort im Landkreis Harz Kategorie:Ehemalige Kreisstadt in Sachsen-Anhalt Kategorie:Ersterwähnung 1062 Kategorie:Stadt in Sachsen-Anhalt Kategorie:Stadtrechtsverleihung 1270