Giuseppe Fiocco (geboren 16. November 1884 in Giacciano con Baruchella; gestorben 5. Oktober 1971 in Padua) war ein italienischer Kunsthistoriker.
Leben Fiocco war ein Sohn von Luigi Fiocco und dessen Frau Maria (geborene Carpani). Er absolvierte zunächst ein Jurastudium an der Universität Rom, das er im Jahr 1904 abschloss. Von 1908 bis 1911 studierte er Kunstgeschichte in Bologna und von 1911 bis 1914 an der Kunsthistorischen Schule der Universität Rom. Er vertiefte dort seine Kenntnisse unter Adolfo Venturi und unternahm Studienreisen nach Deutschland, Österreich und in die Schweiz. In München war er unter anderem Hugo von Tschudi und dem Archäologen Carlo Anti begegnetItalo Furlan: Fiocco, Giuseppe. In: Dizionario biografico dei friulani. (dizionariobiograficodeifriulani.it) und traf sich in Wien mit Julius Meier-Graefe. Anschließend leistete er seinen Militärdienst, aus dem er im Februar 1919 im Rang eines Leutnants entlassen wurde. Von 1919 bis 1925 arbeitete er in der Galerie von Venedig und wurde anschließend nach Florenz versetzt. 1926 erhielt er zunächst den Lehrstuhl für Kunstgeschichte an der Universität Pisa und wurde noch im selben Jahr an die Universität Florenz versetzt. Als die Universität Padua 1929 einen Lehrstuhl für Kunstgeschichte eingerichtet hatte, wurde ihm diese Stelle angeboten. Hier zählten angehende Kunsthistoriker wie Rodolfo Pallucchini (1908–1989), Terisio Pignatti oder Lionello Puppi (1931–2018) zu seinen Schülern.
In den Jahren von 1921 bis 1947 war er Mitarbeiter des Allgemeinen Lexikons der Bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart und verfasste von 1929 bis 1937 auch zahlreiche Einträge zur Enciclopedia Italiana, die sich überwiegend mit venezianischen Künstlern befassten. Er widmete sich zeitlebens der Erforschung der Künstler der venezianischen Renaissance und befasste sich auch mit der kritischen Neubewertung einiger Persönlichkeiten des Barock und des 18. Jahrhunderts. Sein besonderes Interesse galt Francesco Guardi und seinen Werken.
1947 wurde er zum Mitglied der Accademia dei Lincei gewählt.
Publikationen (Auswahl)
Giovanni Antonio Pordenone. La Panarie, Udine 1939; 2. Auflage Le Tre Venezie, Padua 1943; 3. Auflage Cosarini, Pordenone 1969.
Literatur
Rodolfo Pallucchini: Ricordo di Giuseppe Fiocco. In: Arte Veneta 8, 1954, S. 9–12 (archimagazine.com). Giovanni Mariacher: Ricordo di Giuseppe Fiocco (16.XI.1884–6.X.1971). In: Bollettino dei Musei Civici Veneziani. 17, 1972, Nr. 1/2, S. 1–2.
Il magistero di Giuseppe Fiocco. Giornata di studi; Padova, Musei Civici agli Eremitani, 6 giugno 2005. In: Saggi e memorie di storia dell’arte 29, Fondazione Giorgio Cini, Venedig 2007, ISBN 978-88-222-5758-1, S. 215–349. Adriano Amendola: Gli esordi di Giuseppe Fiocco alla Scuola di Perfezionamento in Storia dell’Arte di Adolfo Venturi attraverso un’inedita relazione di viaggio. In: Annali di critica d’arte 7, 2011, S. 247–273, 515.
Weblinks Italo Furlan: Fiocco, Giuseppe. In: Dizionario biografico dei friulani. (dizionariobiograficodeifriulani.it)
Einzelnachweise
Kategorie:Kunsthistoriker Kategorie:Hochschullehrer (Universität Padua) Kategorie:Mitglied der Accademia dei Lincei Kategorie:Italiener Kategorie:Geboren 1884 Kategorie:Gestorben 1971 Kategorie:Mann