Poco war eine Country-Rock-Band, die 1968 in Los Angeles gegründet wurde.

Bandgeschichte Poco wurde von Richie Furay und Jim Messina (beide ex Buffalo Springfield), zusammen mit George Grantham (* 20. Januar 1947) und Rusty Young (* 23. Februar 1946 in Long Beach, Kalifornien; † 14. April 2021 in Davisville, Missouri) (beide ex Boenzye Creque aus Denver) sowie Randy Meisner (ex The Poor) gegründet.

Im Jahr 1969 erschien ihr erstes Album Pickin’ Up the Pieces. Die Alben Poco (1970) und Deliverin’ (1971) folgten, auf denen Timothy B. Schmit Randy Meisner am Bass und Gesang ersetzte. Meisner wurde Mitglied der Eagles, wo ihn 1977 erneut Schmit ablöste. Messina verließ ebenfalls die Band und war anschließend zusammen mit Kenny Loggins als Loggins and Messina recht erfolgreich. Als Ersatz kam Paul Cotton (Illinois Speed Press) in die Band, deren Stil sich ein wenig zum Rock ’n’ Roll hin verschob.

Nach den beiden Alben A Good Feelin’ to Know und Crazy Eyes verließ auch Furay die Band, um die Souther-Hillman-Furay Band zu gründen.

Das fünfte Album A Good Feelin’ to Know besprach die deutsche Musikzeitschrift Sounds im April 1973. Michael Wallossek bezeichnete Poco darin als seit Jahren „Geheimtip“ unter Amerikas Country-Gruppen, da der große Erfolg den Kollegen von Crosby, Stills, Nash & Young vorbehalten geblieben sei. Das Ergebnis der mehr als einjährigen Arbeit nannte er eine „wohlausgewogene, sehr sorgfältig produzierte Platte, mit zahlreichen Höhepunkten“, exakt vorgetragen, mit bisweilen „etwas hochstilisierten gesanglichen Arrangements“ und traumwandlerisch sicherem Zusammenspiel. Die Ansätze zu Improvisationen hätten für seinen Geschmack reichlicher bemessen sein dürfen, zumal gerade diese Art von Musik spontane Ausdrucksmittel benötige, damit ihr Anliegen „nicht einer perfektionierten Darbietung zum Opfer fällt“. Richie Furay, sonst der mit Abstand produktivste und fähigste Stückeschreiber der Band, habe diesmal nur drei Titel beigesteuert: das die Platte schwungvoll eröffnende And Settlin’ Down mit „packenden Gitarrenduetten“, das Titelstück und das „allzu schnulzige“ Sweet Lovin’. Daneben hob Wallossek Paul Cottons sechseinhalbminütiges Ride the Country sowie eine Neubearbeitung von Stephen Stills’ Buffalo-Springfield-Titel Go and Say Goodbye hervor. Die Aufmachung des Covers und des beigelegten achtseitigen Text- und Bildheftes mute „etwas wie ein Poesiealbum“ an, passe aber zum Charakter dieser Musik.

Es folgten die Alben Seven, Cantamos, Head over Heels, Rose of Cimarron und Indian Summer, bis 1977 Schmit und Grantham die Band verließen und von Steve Chapman und Charlie Harrison ersetzt wurden. Schmit ersetzte Meisner bei den Eagles, was bedeutete, dass deren Bassisten alle früher bei Poco gespielt hatten.

In der neuen Besetzung wurde das Album Legend (1978) aufgenommen, auf dem die Hits Crazy Love und Heart of the Night enthalten waren. Nachdem Kim Bullard zur Band gestoßen war, wurden fünf weitere Alben veröffentlicht: Under the Gun, (1980) Blue and Gray (1981), Cowboys and Englishmen (1982), Ghost Town (1982) und Inamorata (1984). Dann begann allerdings eine fünfjährige Pause.

1989 wurde das Album Legacy in der Gründungs-Besetzung von 1968 (George Grantham, Rusty Young, Jim Messina, Richie Furay und Randy Meisner) aufgenommen und von David Cole produziert. Es war nach „Legend“ das zweite Gold-Album der Band.

Erst 2002, nach weiteren 13 Jahren Pause, erschien das Album Running Horse in der Besetzung Rusty Young, Paul Cotton, George Grantham und Jack Sundrud. Im Mai 2004 kam es zu einem spektakulären Auftritt in Nashville. In der Besetzung George Grantham, Paul Cotton, Rusty Young, Jack Sundrud und Ritchie Furay spielte die Band eine CD/DVD ein (Keep the legend alive). Die DVD ist in Deutschland auch unter dem Namen Pickin’ Up the Pieces zu haben.

Mit dem Live-Album Bareback at Big Sky (aufgenommen im April 2005, erschienen im September 2005) gab es einen Wechsel an den Drums. George Grantham, der während eines Konzertes der Band einen Schlaganfall erlitt und seitdem teilweise gelähmt ist, wurde durch George Lawrence ersetzt.

Die Band tourte im Mai 2005 auch durch Dänemark, Frankreich, Deutschland und die Niederlande. Im Juni 2006 traten sie unter anderem in den Niederlanden und in Belgien auf. Im Dezember 2006 wurde das Live-Album The Wildwood Sessions veröffentlicht. Dabei handelt es sich um einen Acoustic-Gig von Rusty Young, Paul Cotton und Jack Sundrud.

Ende 2010 verließ Paul Cotton die Band und wurde durch Michael Webb ersetzt. Am 7. April 2021 erlag das einzig in der Band verbliebene Gründungsmitglied Rusty Young im Alter von 75 Jahren einem Herzinfarkt.Rusty Young, Poco’s Co-Founder and Longtime Frontman, Dies at 75, abgerufen am 17. April 2021 (englisch) Paul Cotton verstarb am 31. Juli 2021 im Alter von 78 Jahren in Eugene, Oregon.Paul Cotton, Mainstay of the Country-Rock Band Poco, Dies at 78, abgerufen am 1. Oktober 2021 (englisch)

Diskografie

Studioalben

Weitere Studioalben 2002: Running Horse 2013: All Fired Up

Livealben

Weitere Livealben 2004: The Last Roundup 2004: Keeping the Legend Alive 2005: Bareback at Big Sky 2006: The Wildwood Sessions 2010: Live from Columbia Studios, Hollywood 9/30/1971 2011: Setlist: The Very Best of Poco Live 2014: Crazy Love

Kompilationen

Weitere Kompilationen 1979: Ride the Country 1979: Poco: The Songs of Paul Cotton 1980: Poco: The Songs of Richie Furay 1980: The Best Of 1982: Backtracks 1989: Crazy Loving: The Best of Poco 1975–1982 1990: Retrospective 1990: The Forgotten Trail (1969–74) 1995: Ghost Town/Inamorata 1996: On the Country Side 1997: The Essential Collection (1975–1982) 1998: The Ultimate Collection 69-89 1999: The Very Best of Poco 2000: 20th Century Masters – The Millennium Collection 2001: Take Two 2002: The Very Best of Poco 2002: From the Inside/A Good Feelin’ to Know 2004: Pickin’ Up the Pieces/Poco 2005: Alive in the Heart of the Night 2006: Keep on Tryin’ 2006: Poco Live 2006: The Essential Poco 2006: Gold 2006: Best of Poco Live 2006: Seven/Cantamos 2007: Standing Room Only Live 2008: Original Album Classics 2011: Under the Gun/Blue and the Gray 2011: Head Over Heels/Rose of Cimarron 2018: Collected 1969 - 2017

Singles

Weitere Singles 1971: Just for Me and You 1972: A Good Feelin' to Know 1974: Faith in the Families 1979: Legend 1980: The Everlasting Kind 1981: Widowmaker 1982: Sea of Heartbreak 1982: Ghost Town 1990: The Nature of Love 1990: When It All Began 1990: What Do People Know

Auszeichnungen für Musikverkäufe Goldene Schallplatte

1979: für das Album Legend

Weblinks

Offizielle Website

Musikbeispiele Poco: Poco:

Einzelnachweise

Kategorie:Countryband Kategorie:Rockband Kategorie:US-amerikanische Band