Der Kreis Freiberg war ein Landkreis im Bezirk Karl-Marx-Stadt der DDR. Ab 1990 bestand er als Landkreis Freiberg im Freistaat Sachsen fort. Sein Gebiet liegt heute im Landkreis Mittelsachsen. Der Sitz der Kreisverwaltung befand sich in Freiberg.
Geographie Lage Der Kreis lag im Nordosten des Bezirks Karl-Marx-Stadt.
Nachbarkreise Der Kreis Freiberg grenzte im Uhrzeigersinn im Norden beginnend an die Kreise Meißen, Freital, Dippoldiswalde, Brand-Erbisdorf, Flöha und Hainichen.
Geschichte Am 25. Juli 1952 kam es in der DDR zu einer umfassenden Verwaltungsreform, bei der unter anderem die Länder ihre Bedeutung verloren und "Bezirke" gebildet wurden. Aus Teilen der alten Landkreise Freiberg, Meißen und Dresden wurde ein neuer Kreis Freiberg gebildet. Der Kreis wurde dem Bezirk Karl-Marx-Stadt zugeordnet, Kreissitz wurde Freiberg.
Folgende 34 Gemeinden bildeten den neuen Kreis Freiberg: 26 Gemeinden vom alten Landkreis Freiberg: Conradsdorf, Freiberg, Großschirma, Großvoigtsberg, Halsbach, Halsbrücke, Hetzdorf b. Freiberg, Hilbersdorf b. Freiberg, Hohentanne, Kleinschirma, Kleinvoigtsberg, Kleinwaltersdorf, Krummenhennersdorf, Langhennersdorf, Loßnitz, Lößnitz b. Freiberg, Naundorf b. Freiberg, Niederbobritzsch, Niederschöna, Oberbobritzsch, Oberschöna, Reichenbach b. Siebenlehn, Seifersdorf b. Freiberg, Sohra, Weißenborn/Erzgeb. und Zug. 7 Gemeinden vom alten Landkreis Meißen: Bieberstein, Dittmannsdorf, Hirschfeld, Neukirchen, Obergruna, Reinsberg und Siebenlehn. sowie die Gemeinde Mohorn aus dem alten Landkreis Dresden.
Die Gemeinde Bräunsdorf wechselte am 4. Dezember 1952 vom Kreis Hainichen in den Kreis Freiberg, am gleichen Tag wurde die Gemeinde Mohorn vom Kreis Freiberg in den Kreis Freital im Bezirk Dresden umgegliedert.
Durch Gemeindegebietsveränderungen und Umgliederungen sank die Zahl der Gemeinden ständig: 1. Januar 1957 Eingliederung von Loßnitz und Lößnitz b. Freiberg in die Stadt Freiberg 1. April 1974 Eingliederung von Sohra in Oberbobritzsch 1. Januar 1979 Eingliederung von Halsbach in die Stadt Freiberg 1. Januar 1994 Eingliederung von Hohentanne in Großschirma 1. Januar 1994 Eingliederung von Kleinschirma in Oberschöna 1. Januar 1994 Eingliederung von Obergruna in die Stadt Siebenlehn 1. Januar 1994 Eingliederung von Berthelsdorf/Erzgeb. in Weißenborn/Erzgeb. 1. März 1994 Eingliederung von Kleinwaltersdorf und Zug in die Stadt Freiberg 1. März 1994 Eingliederung von Großvoigtsberg und Kleinvoigtsberg in Großschirma 1. März 1994 Eingliederung von Conradsdorf und Krummenhennersdorf in Halsbrücke 1. März 1994 Eingliederung von Hetzdorf in Niederschöna 1. März 1994 Eingliederung von Seifersdorf in Reichenbach b. Siebenlehn 1. März 1994 Eingliederung von Bieberstein, Dittmannsdorf, Hirschfeld und Neukirchen in Reinsberg 1. März 1994 Zusammenschluss von Niederbobritzsch, Oberbobritzsch und Naundorf zu Bobritzsch 1. März 1994 Zusammenschluss von Bräunsdorf und Langhennersdorf zu Bräunsdorf-Langhennersdorf
Am 17. Mai 1990 wurde der Kreis in Landkreis Freiberg umbenannt.Durch Gesetz über die Selbstverwaltung der Gemeinden und Landkreise in der DDR (Kommunalverfassung) vom 17. Mai 1990, im Gesetzblatt der DDR 1990, Band I, S. 255, Online (PDF). Anlässlich der Wiedervereinigung der beiden deutschen Staaten wurde der Landkreis im Oktober 1990 dem wiedergegründeten Land Sachsen zugesprochen. Bei der ersten sächsischen Kreisreform ging er am 1. August 1994 im neuen Landkreis Freiberg auf.
Bevölkerungsdaten Bevölkerungsübersicht aller 30 Gemeinden des Kreises, die 1990 in das wiedergegründete Land Sachsen kamen.Regionalregister Sachsen
AGS Gemeinde Einwohner Fläche (ha) 3.10.1990 31.12.1990 14025010 Bieberstein 566 571 660 14025020 Bräunsdorf 891 866 386 14025030 Conradsdorf 1.174 1.183 1.228 14025040 Dittmannsdorf 681 669 1.013 14025050 Freiberg, Stadt 48.925 48.609 2.686 14025060 Großschirma 2.004 2.004 1.577 14025070 Großvoigtsberg 706 702 455 14025090 Halsbrücke 1.913 1.896 340 14025100 Hetzdorf 945 947 351 14025110 Hilbersdorf 1.391 1.383 555 14025120 Hirschfeld 721 719 786 14025130 Hohentanne 250 254 374 14025140 Kleinschirma 509 500 594 14025150 Kleinvoigtsberg 252 252 193 14025160 Kleinwaltersdorf 789 792 1.088 14025170 Krummenhennersdorf 537 534 927 14025180 Langhennersdorf 786 800 1.437 14025190 Naundorf 1.124 1.117 770 14025200 Neukirchen 813 809 1.569 14025210 Niederbobritzsch 1.654 1.644 1.611 14025220 Niederschöna 1.140 1.137 1.262 14025230 Oberbobritzsch 1.638 1.645 2.589 14025240 Obergruna 493 493 478 14025250 Oberschöna 1.314 1.321 2.065 14025260 Reichenbach b. Siebenlehn 679 679 825 14025270 Reinsberg (Sachsen) 686 685 948 14025280 Seifersdorf 377 385 611 14025290 Siebenlehn, Stadt 1.983 1.983 1.598 14025310 Weißenborn/Erzgeb. 1.837 1.834 1.032 14025320 Zug 1.218 1.202 991 14025 Landkreis Freiberg 77.996 77.615 30.996
Kfz-Kennzeichen Den Kraftfahrzeugen (mit Ausnahme der Motorräder) und Anhängern wurden von etwa 1974 bis Ende 1990 dreibuchstabige Unterscheidungszeichen, die mit den Buchstabenpaaren TF und XF begannen, zugewiesen. Die letzte für Motorräder genutzte Kennzeichenserie war XZ 00-01 bis XZ 50-00.
Anfang 1991 erhielt der Landkreis das Unterscheidungszeichen FG.
Einzelnachweise
Freiberg Kategorie:Ehemalige Verwaltungseinheit (Landkreis Mittelsachsen) Kategorie:Bezirk Karl-Marx-Stadt Freiberg Landkreis Freiberg