Auf der Couch in Tunis ist ein Spielfilm von Manele Labidi aus dem Jahr 2019. Die deutsche Premiere war im Juli 2020.
Handlung Die Psychologin Selma kehrt enttäuscht und desillusioniert aus Frankreich in ihr Heimatland Tunesien zurück, um in Ezzhara, einem Vorort von Tunis, eine Praxis für Psychotherapie zu eröffnen. Die anfängliche Skepsis gegenüber der Heimkehrerin weicht schnell einer großen Neugierde: der Redebedarf der Tunesier ist in den Jahren nach der Revolution ungestillt. Zunächst empfängt Selma ihre gesprächigen Klienten in einer kleinen Dachmansarde. Als Kunden findet sich eine skurrile Klientel bei ihr ein; dazu gehören eine überdrehte Beautysalon-Besitzerin und ein depressiver Imam und andere sympathische Gestalten einer zutiefst verunsicherten Gesellschaft im Umbruch. Zusammen mit ihrer Nichte Olfa, die eine neue, westlich orientierte tunesische Generation verkörpert, kämpft Selma gegen kafkaeske Behördenwillkür, überkommene Familienbande und auch noch den Widerstand des manchmal aufdringlichen und undurchsichtigen Polizisten Naïm an, um dann doch, wie auf wunderbare Weise ihre Träume verwirklichen zu können. Am Ende der Handlung ergibt sich für Salma die Option, mit dem doch noch rechtschaffenen Naïm ein Verhältnis zu beginnen.
Produktion und Veröffentlichung mini|Selma fährt in dem Film einen altersschwachen Peugeot 404 Pickup Auf der Couch in Tunis ist der erste Spielfilm der französischen Drehbuchautorin Manele Labidi (* 1982). Produziert wurde der Film von Kazak Productions in Koproduktione mit Arte France. Die Filmaufnahmen fanden in Tunis und in Radès statt. Die Filmmusik komponierte Flemming Nordkrog. Die beiden Lieder „Città vuota“ und „Io Sono Quel Che Sono“ singt die italienische Pop-Sängerin Mina.
Die Uraufführung des Films war am 4. September 2019 während der Giornate degli Autori (Venice Days) in Venedig, wo er den Venice Days Audience Award gewann. Im selben Monat wurde der Film auf dem Toronto International Film Festival vorgestellt. In Deutschland kam der Film ab dem 30. Juli 2020 in die Kinos. 2020 veröffentlichte das Label Prokino eine DVD in deutscher und französischer Sprache.
Synchronisation Golshifteh Farahani: Sanam Afrashteh Majd Mastoura: Julian Manuel Feriel Chammari: Claudia Urbschat-Mingues Ramla Ayari: Christine Stichler Hichem Yacoubi: Jakob Riedl Aïsha Ben Miled: Malika Bayerwaltes Najoua Zouhair: Eva-Maria Reichert Jamel Sassi: Markus Pfeiffer Moncef Ajengui: Tayfun Bademsoy Rim Hamrouni: Katharina Friedl Dalila Meftahi: Kathrin Simon
Kritiken Der Filmdienst schreibt:
Die SZ zieht einen anderen Vergleich:
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Filmtitel 2019 Kategorie:Französischer Film Kategorie:Tunesischer Film Kategorie:Filmkomödie