Jörl (dänisch: Jørl, auch HjørdelJohn Kousgård Sørensen: Danske sø- og ånavne: T-Å, Akademisk Forlag 1989, S. 108) ist eine Gemeinde im Kreis Schleswig-Flensburg in Schleswig-Holstein.
Geographie Geographische Lage Das Gemeindegebiet von Jörl erstreckt sich im Bereich der naturräumlichen Haupteinheit Schleswiger Vorgeest (Nr. 697) südwestlich des Unterzentrums Tarp. Das Gebiet ist ein Teilgebiet der Region Schleswigsche Geest. Das Hauptgewässer innerhalb der Gemeinde ist die Jörlau, ein orographisch linker Zufluss der Ostenau, welche das Wasser über die Arlau in die Nordsee weiterleitet. Prägend für dieses Gebiet ist das nur schwach geneigte Landschaftsrelief von Grundmoränen. Diese sogenannten Sandergebiete wurden zum Ende der Weichsel-Eiszeit durch das abfließende Gletscherwasser hervorgebracht.
Gemeindegliederung Großjörl (Store Jørl), Kleinjörl (Lille Jørl), Paulsgabe (PovlsgabForeningen Danmarks folkeminder: Danmarks folkeminder 67, 1957, Seite 184), Rimmelsberg (Rimmelsbjerg), Rupel (Rubøl oder RugbølJohannes Kok: Det danske folkesprog i Sønderjylland, Band 2, Kopenhagen 1867, S. 325), Stieglund (Stiglund) und Südermoor liegen im Gemeindegebiet.
Nachbargemeinden Jörl grenzt an:
Geschichte Der Ort wurde 1240 erstmals als Jorlum erwähnt, 1462 findet sich die Form Iorle. Im Den Danske Atlas aus dem 18. Jh. heißt es Jordel. Der Name geht auf die altdänische Form iørul (entsprechend altnordisch jǫrvi) zurück und bedeutet Grus, SandhöheWolfgang Laur: Historisches Ortsnamenlexikon von Schleswig-Holstein, 2. Auflage, Neumünster 1992, S. 365. Rupel (dän. Rubøl) könnte auf den altnordischen Tiernamen hrútr für WidderAnders Bjerrum, Kristian Hald, Peter Jørgensen: Sydslesvigs stednavne, Band 7, Kopenhagen 1948, S. 69, auf den Rufnamen Ruki oder auf nordfriesisch Ruuke für Sandhaufen zurückgehen. Die Endung -pel entspricht der dänischen Endung -bøl, dt. -büll.Wolfgang Laur: Historisches Ortsnamenlexikon von Schleswig-Holstein, 2. Auflage, Neumünster 1992, S. 365 Der Name Rimmelsberg geht auf dän. rimme (altn. rimi) für eine Dünenreihe oder einen Erdrücken zurück.Anders Bjerrum: Sydslesvigs stednavne, Band 4, Kopenhagen 1979–1984, S. 410
Die St.-Katharinen-Kirche wurde im 14. Jahrhundert errichtet. Der Glockenturm von 1914 ersetzte einen älteren Turm, der separat von der Kirche stand. Bis zum Deutsch-Dänischen Krieg bildete Jörl das Zentrum des Kirchspiels Jörl (dän. Jørl Sogn oder auch Hjørdel Sogn) innerhalb der Uggelharde.
Von 1889 bis 1968 war Jörl Sitz der Verwaltung des Amtsbezirks bzw. des Amtes Jörl. Seit dessen Auflösung gehört Jörl zum Amt Eggebek.
Politik Gemeindevertretung Bei der Kommunalwahl am 14. Mai 2023 wurden insgesamt elf Sitze vergeben. Diese fielen erneut alle an die Kommunale Wählergemeinschaft Jörl. Die Wahlbeteiligung betrug 52,9 %.wahlen-sh.de
Wappen Blasonierung: „In Gold ein dreiteiliger grüner Wacholderzweig mit sieben schwarzen Früchten (Beeren).“[ Kommunale Wappenrolle Schleswig-Holstein]
Das Wappen weist auf das Naturschutzgebiet Rimmelsberg hin, wo es eine Vielzahl Wacholderbüsche gibt. Die sieben Beeren sollen die Ortsteile darstellen.
Kultur und Sehenswürdigkeiten In der Liste der Kulturdenkmale in Jörl stehen die in der Denkmalliste des Landes Schleswig-Holstein eingetragenen Kulturdenkmale.
Der Pobüller Bauernwald und die Binnendüne am Rimmelsberg sind ausgewiesene Naturschutzgebiete. Weiterhin befinden sich in der Gemeinde die NATURA 2000-Schutzgebiete Pobüller Bauernwald und Dünen am Rimmelsberg.
Wirtschaft und Infrastruktur Die Gemeinde ist überwiegend landwirtschaftlich geprägt, wobei die Milchwirtschaft überwiegt.
Persönlichkeiten Heinrich Müller (* 1759 in Jörl; † 1814 in Kiel), evangelischer Theologe, Leiter des Lehrerseminars und Professor der Theologie an der Universität Kiel
Weblinks
Gemeinde Jörl beim Amt Eggebek
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Kreis Schleswig-Flensburg Kategorie:Ort in Südschleswig Kategorie:Binnendüne