mini|Heinz-Rudi Müller, 1980 Heinz-Rudi Müller (* 30. Oktober 1919 in Guben, Niederlausitz; † 22. Juni 2005 in Hofheim am Taunus) war ein deutscher Maler.
Leben und Wirken
Heinz-Rudi Müller wuchs in Schneidemühl auf. Er besuchte das humanistische Gymnasium, das er aber noch vor dem Abitur abbrach, um an der Werkkunstschule Stettin zu studieren. Damit kam er einer geplanten Regelung zuvor, die nur noch Absolventen einer Handwerksausbildung das Kunststudium erlaubte. Er studierte von 1935 bis 1939 bei Vincent Weber und Kurt Schwerdtfeger, beide ehemalige Bauhausschüler.Heinz-Rudi Müller. Gegensätze – Acrylbilder und Aquarelle. 2001, S. 64 (Biografie). 1939 legte er die Abschlussprüfung in Entwurf, Zeichnen und Malen mit „sehr gut“ ab. Wegen angeblicher „Entartung“ wurde eine Aufnahme in die Reichskulturkammer abgelehnt, was praktisch einem Berufsverbot gleichkam.Magistrat der Landeshauptstadt Wiesbaden (Hrsg.): Heinz-Rudi Müller. Zeichnungen, Aquarelle, Gemälde. Faltblatt zur Ausstellung in der Villa Clementine, Febr. 1980
Von 1939 bis 1945 war er im Kriegsdienst, unterbrochen durch eine Verwundung und einen Studienurlaub an der Hochschule für Bildende Künste Berlin, u. a. bei Kurt Wehlte. Von 1945 bis 1947 war er in britischer Kriegsgefangenschaft in Ägypten. Dort leitete er eine Theatergruppe.
Nach der Entlassung aus der Kriegsgefangenschaft ließ er sich in Hofheim am Taunus nieder, arbeitete in der Hofheimer Werkkunst und trat dem „Ring Bildender Künstler“ in Wiesbaden bei. Er lernte Hanna Bekker vom Rath kennen, die ihn förderte. Für kurze Zeit betrieb er in Lorsbach eine Stoffdruckwerkstatt. 1948 heiratete er Liselotte Scheller, aus der Ehe gingen drei Söhne hervor. Gemeinsam mit anderen Wiesbadener Künstlern, darunter auch seine Studienkollegin aus Stettin, Christa Moering, gründete er die „Gruppe 50“.Heinz-Rudi Müller. Gegensätze – Acrylbilder und Aquarelle. 2001, S. 15.
1952 wurde er Lehrer an der Werkkunstschule Wiesbaden, wo sein früherer Lehrer Vincent Weber unterrichtete und ab 1954 deren Leiter war.Kunstarche Wiesbaden: Die Werkkunstschule Wiesbaden 1949-1970. 2016, S. 144.
Er führte zahlreiche Aufträge für Farbgestaltungen, künstlerische Wand-, Decken- und Bodengestaltungen sowie Mosaikarbeiten an öffentlichen Gebäuden aus, dabei erhielt er auch mehrere erste Preise in Wettbewerben.Heinz-Rudi Müller. Gegensätze – Acrylbilder und Aquarelle. 2001, S. 66. mini|240x240px|Elba, 1957 1964 wurde er mit voller Stelle in den Schuldienst übernommen, zunächst am Pädagogischen Fachinstitut in Wiesbaden, Fachbereich Kunsterziehung, später an der Fachoberschule für Gestaltung. Außerdem gab er Malkurse an der Volkshochschule.
1972 erwarb er eine alte Ölmühle in Ligurien, in der er in den Sommermonaten eine Malschule betrieb. 1982 wurde er in den Ruhestand versetzt und konnte sich als freischaffender Künstler seinem eigenen Schaffen widmen. Er verbrachte die Sommermonate in Ligurien, wo er eine Atmosphäre und landschaftliche Umgebung fand, die ihn beim Malen inspirierte. Er trat in dieser Zeit auch der Hofheimer Gruppe beiHeinz-Rudi Müller. Gegensätze – Acrylbilder und Aquarelle, 2001, S. 16, 23..
Kunstauffassung mini|240x240px|Zwei Töpfe, 1958 Heinz-Rudi Müllers Bilder sind überwiegend gegenständlich. Er betonte aber, dass die Übertragung des Motivs auf die Fläche des Bildes allein den Gesetzen der Kunst folgen müsse. Seine Haltung zu Abstraktion und Gegenständlichkeit wird aus Äußerungen in Ausstellungskatalogen deutlich:
mini|240x240px|Stilleben mit gelben Trauben, 1997
mini|240x240px|Weißes Haus und schwarzer Baum, 1999 Äußerungen von Kollegen betonen die Bedeutung des Bauhaus-Einflusses sowohl für sein Schaffen als auch für sein Wirken als Lehrer:
Ausstellungen, auch Beteiligungen (Auswahl) 1956: Museum Wiesbaden 1957: Biennale 57, Paris 1957: Künstler des Ostens, Paulskirche Frankfurt 1979: Villa Clementine, Wiesbaden 1981: Fränkische Galerie, Nürnberg 1983: Galerie Christa Moering, Wiesbaden 1985: BBK Frankfurt in Peking 1987: Bilder und Zeichnungen, Rathaus Hofheim am Taunus 1992: 30 Jahre Hofheimer Gruppe, Stadtmuseum Hofheim am Taunus 2001: Heinz-Rudi Müller. Gegensätze, Stadtmuseum Hofheim am TaunusHeinz-Rudi Müller. Gegensätze – Acrylbilder und Aquarelle, 2001, S. 65.
Literatur Kultur in Wiesbaden - Bildende Künstler. Herausgegeben im Auftrag des Magistrats der Landeshauptstadt Wiesbaden. 1981, ISBN 3-921223-03-2.
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Einzelnachweise
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