Friedrich-W. „Freddy“ Schwardtmann (* 1954Schauspieler sucht seine „entführte Katze“. In: kurier.at, 11. September 2014, abgerufen am 30. Dezember 2020. in Köln; † Juli 2025 in Wien) war ein deutsch-österreichischer Schauspieler.
Leben Friedrich Schwardtmann wurde in Köln geboren und wuchs zum Teil in Südtirol auf. Er absolvierte eine Ausbildung zum Heimtextilkaufmann für Groß- und Einzelhandel und begann ein Jurastudium, das er zugunsten seiner Schauspielkarriere aufgab. Seine Schauspielausbildung erhielt er bei Werner Kraut an der Folkwangschule in Essen-Werden. Ein erstes Engagement hatte er an den Vereinigten Städtische Bühnen Krefeld und Mönchengladbach, wo er in Die Leiden des jungen Werthers die Titelrolle verkörperte und als Harold in Harold und Maude zu sehen war.
Von seiner Wahlheimatgemeinde Klosterneuburg wurde er 2013 mit dem Kulturpreis der Stadtgemeinde ausgezeichnet. Er starb im 70. Lebensjahr im Juli 2025 nach einem Herzanfall im AKH.
Theater Am Wiener Theater in der Josefstadt war er über 30 Jahre Ensemblemitglied. An der Josefstadt bzw. den Kammerspielen der Josefstadt stand er unter anderem ab 1982 als Momo und Ordulf in Heinrich IV., als Erich in Geschichten aus dem Wiener Wald, als Dr. Kurt Pflugfelder in Professor Bernhardi, als Valère in Tartuffe, als Mortimer Brewster in Arsen und alte Spitzen und als Friedrich Eilers in Des Teufels General (1998) auf der Bühne. In der 2002 an den Kammerspielen aufgezeichneten Komödie Der keusche Lebemann spielte er unter der Regie von Teddy Podgorski an der Seite von Ossy Kolmann und Martin Zauner den deutschen Lebemann Heinz Fellner. 2013 war er an der Josefstadt in Hochzeit auf Italienisch – Filumena Marturano von Eduardo De Filippo zu sehen, 2014 wirkte er dort in Milo Dors Die Schüsse von Sarajewo mit.
Im Jedermann bei den Salzburger Festspielen war er von 1979 bis 1983 während der Ära Ernst Haeusserman Mitglied der Tischgesellschaft. Beim Festival Steirischer Herbst verkörperte er 1980 in der Uraufführung des Stückes Veränderungen von Felix Mitterer an der Seite von Guido Wieland und Dorothea Parton die Rolle des Stefan. 2000 stand er bei den Sommerspielen Perchtoldsdorf unter der Intendanz von Gerhard Tötschinger in Carlo Goldonis Der Impresario von Smyrna mit Waldemar Kmentt, Susanne Michel und Guggi Löwinger auf der Bühne. Bei den Seefestspielen Mörbisch war er unter anderem 2010 als Ministerpräsident in Der Zarewitsch an der Seite von Harald Serafin als Großfürst zu sehen.
Film und Fernsehen 1984 spielte er im deutsch-österreichischen Fernsehfilm Weltuntergang über das Attentat von Sarajevo die Rolle des Sutej. In der Tatort-Folge Seven Eleven war er 1990 als Anwalt zu sehen. 1993 verkörperte er in der Fernsehserie Almenrausch und Pulverschnee die Rolle des Leopold sowie in der Serie Familie Merian die Rolle des Jörg. In der Serie Schloßhotel Orth hatte er 1997 in der Folge Happy Birthday eine Episodenrolle als Wolffi Stauffer. In Der Bockerer III – Die Brücke von Andau von Franz Antel war er 2000 als Reporter Otto zu sehen.
Im österreichisch-französischen Fernsehdrama Wir sind so verhasst (2006) mit Sarah Biasini und Paweł Deląg in den Hauptrollen verkörperte er die Rolle des Arnaud Apprederis. 2008 spielte er in der auf dem Drehbuch von Uli Brée und Angelika Hager basierenden ORF-Serie Polly Adler mit Petra Morzé in der Titelrolle unter der Regie von Peter Gersina die Rolle des Michael Granier.
Filmografie (Auswahl) Als Schauspieler
Als Synchronsprecher 1987: Die weiße Bestie (1982) – Jameson Parker als Roland Gray 1990: Das rote Zimmer (1977) – Patrick Dewaere als Mattei 1980: Asylum – Irrgarten des Schreckens (1972) – Robert Powell als Dr. Martin 1989: Die Attacke der leichten Brigade (1936) – Patric Knowles als Perry Vickers
Hörspiele (Auswahl) 1979: Martin Kurbjuhn: Öffentliche Armut (2. Männerstimme) – Regie: Dieter Carls (Hörspiel – WDR/BR/RB) 1981: Walter Kappacher: Die irdische und die himmlische Liebe (2. Engel) – Regie: Karl Wilhelm Schwarz (ORF) 1981: Friedrich Schiller: Maria Stuart (Wilhelm Davison) – Bearbeitung und Regie: Gert Westphal (ORF) 1982: Rudolf Bayr: Windmühlen (Partybesucher) – Regie: Klaus Gmeiner (ORF) 1983: Walter Kappacher: Bänder (Kaufmann) – Regie: Christian Lichtenberg (ORF) 1985: William Shakespeare: Der Liebe Lust und Leid (Lord Dumain) – Bearbeitung und Regie: Klaus Gmeiner (ORF) 1985: Gerhart Hauptmann: Michael Kramer (Quantmeyer) – Bearbeitung und Regie: Heinz Wilhelm Schwarz (ORF)
Auszeichnungen (Auswahl) 2013: Kulturpreis der Stadtgemeinde Klosterneuburg
Weblinks
Friedrich Schwardtmann auf vollfilm.com Ö1-Hörspielsuche
Einzelnachweise
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