Ümit Bir (* 27. Juni 1929 in Freiburg im Breisgau; † 28. Juni 2014 in Flechtorf) war ein türkisch-deutscher Arzt und Kunstsammler.

Leben und Wirken Ümit Bir wuchs als Sohn eines türkischen Vaters und einer deutschen Mutter in Izmir und Istanbul auf. Nach seinem Medizinstudium in Istanbul war er als Arzt am Klinikum Charlottenburg in Berlin und ab 1958 an einer Klinik für Geburtshilfe in Wolfsburg tätig. In Wolfsburg führte er später eine eigene Praxis für Gynäkologie und Geburtshilfe.

Bir war leidenschaftlicher Sammler orientalischen Schmucks, womit er anlässlich einer Nord-Ost-Afrika-Reise im Jahr 1960 begann. Im Laufe der Zeit folgten weitere 180 Reisen durch Europa und Länder des Orients. Zu den Exponaten seiner Sammlung zählen insbesondere Schmuck sowie Handschriften, Gefäße, Textilien, Prunkwaffen u. a.

Die „Sammlung Dr. Bir“ gehört mit über 4000 Exponaten weltweit zu den größten Privatsammlungen von orientalischem Schmuck, die bis heute als Ganzes erhalten ist. Birs umfangreicher Nachlass wird von der Stiftung Sammlung Dr. Bir betreut und in Kooperation mit dem Museum für Völkerkunde zu Leipzig im Grassimuseum der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Ausstellungen 1969: Schmuck aus islamischen Ländern. Ausstellung im Kabinett Griesebach in HeidelbergDokumentation des Sammlers 1969: Schmuck aus islamischen Ländern. Ausstellung (mit Katalog) im Schloss Wolfsburg 1971: Sieraden uit islamitische landen. Ausstellung im Tropenmuseum Amsterdam 1974: Schmuck aus islamischen Ländern und den Nachbargebieten. Ausstellung (mit Katalog) im Deutschen Goldschmiedehaus Hanau 1975: Schmuck aus Asien. Vom Kaukasus zum Himalaja. Ausstellung (mit Katalog) im B.A.T. Haus Hamburg 1982: Sieraden uit de wereld van de islam. Ausstellung im Tropenmuseum Amsterdam 1986: Traditioneller Silberschmuck der islamischen Welt. Sonderausstellung (mit Katalog) im Kestner-Museum Hannover 1988: Schmuck der islamischen Welt. Ausstellung im Mayer Memorial Museum in Jerusalem 1995: Kostbarkeiten orientalischer Basare. Schmuck aus einer niedersächsischen Privatsammlung, Ausstellung (mit Katalog) im Museum für Völkerkunde zu Leipzig 2001: Das Erbe der Antike. Ausstellung (mit Katalog) im Braunschweigischen Landesmuseum 2004: Botschaften der Schönheit.Traditioneller Volksschmuck zwischen Orient und Okzident. Ausstellung im Museum für Völkerkunde zu Leipzig (Interim)s. Faltblatt Museum für Völkerkunde zu Leipzig, April 2004 2019: Vaterland trifft Mutterland. Ausstellung in der Galerie am Nikolaikirchhof in Leipzig Dazu kommen Präsentationen im Museum für Kunsthandwerk Frankfurt/M. (1988), im Völkerkundemuseum Berlin (1992), im Überseemuseum Bremen (1992), im Goldschmiedehaus Hanau (2009) u. a.

Literatur Wolf-Dieter Seiwert. Schmuck aus dem Orient: Kostbarkeiten der Sammlung Dr. Bir Stuttgart, Arnoldsche Verlagsanstalt, 2009, ISBN 978-3-89790-318-0

Einzelnachweise

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