Oleksij Potapowytsch Lohwynenko (, auch Oleksiy/Oleks/Olexij Logvynenko/Logvinenko; geboren 31. März 1946 in Towmatsch, Ukrainische SSR; gestorben 18. Januar 2016 in Kiew) war ein ukrainischer Übersetzer, der zahlreiche deutschsprachige und einige englischsprachige Werke ins Ukrainische übersetzt hat. Aus dem Deutschen übersetzte er unter anderem Werke von Robert Musil, Cornelia Funke, Günter Grass, Elias Canetti, Wilhelm Raabe, Max Frisch, Franz Kafka, Peter Handke Hermann Hesse, Erwin Strittmatter und Siegfried Lenz.

Jugend und Ausbildung Oleksij Lohwynenko kam 1946 in dem kleinen Dorf Towmatsch in der Oblast Tscherkassy zur Welt. Er studierte von 1965 bis 1970 am Institut für Ausländische Sprachen mit Schwerpunkt Germanistik der Nationalen Taras-Schewtschenko Universität Kiew.

Lektor und Übersetzer Nach dem Studium arbeitete Lohwynenko als Korrektor, Lektor und Lektoratsleiter bei verschiedenen Verlagen. Er arbeitete an der Monatszeitschrift für Weltliteratur Wseswit (dt. die ganze Welt) mit. Von 1992 bis 1998 war er Exekutivdirektor des neu gegründeten Verlages für Übersetzungsliteratur Osnovy (dt. Grundlagen). Er hat über 50 Bücher von deutsch- und englischsprachigen Autoren ins Ukrainische übersetzt. Auch für Zeitschriften, das Fernsehen, den Rundfunk und das Theater war er mit Übersetzungen tätig.

Seit 1982 war er Mitglied des ukrainischen Schriftstellerverbandes.

Seit 1999 arbeitete Lohwynenko freiberuflich. 2002 bekam er ein Präsenz-Stipendium im Stuttgarter Schriftstellerhaus. 2008 nahm er an einer internationalen Übersetzerwerkstatt teil, die regelmäßig von der Robert-Bosch-Stiftung und dem Literarischen Colloquium Berlin gemeinsam veranstaltet wird.

Lohwynenko beteiligte sich 2001 an den Solothurner Literaturtagen an einer Lesung ukrainischer Literatur.

Er war regelmäßiger Gast des Europäischen Übersetzer-Kollegiums (EÜK) in Straelen, wo er in Ruhe arbeiten konnte und eine riesige Bibliothek zur Verfügung hatte: In mehreren Aufenthalten zwischen 2007 und 2009 arbeitete er an der Übersetzung von Robert Musils Der Mann ohne Eigenschaften. 2010 war er drei Monate Translator in Residence im EÜK, dort vollendete er die Übersetzung von Robert Musils Der Mann ohne Eigenschaften. Später übersetzte er auch Erzählungen und Briefe von Franz Kafka, den Roman Der Tod des Vergil von Hermann Broch und die Erzählung Der Räuber von Robert Walser. Von Carl Spitteler übersetzte er den Roman Imago sowie Gedichte und eine Erzählung. Privates Oleksij Lohwynenko lebte in Kiew und starb 2016.

Übersetzungen (Auswahl) Aus dem Deutschen

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Alle Buchtitel wurden in kyrillischer Schrift veröffentlicht.

Aus dem Englischen /

Alle Buchtitel wurden in kyrillischer Schrift veröffentlicht.

Auszeichnungen Preise 1993 Mykola-Lukasch-Preis für Literatur die Übersetzung des Romans Die letzte Welt von Christoph Ransmayr als die beste Übersetzung des Jahres 1992 in Ukraine 2003 Prämie des Bundeskanzleramtes der Republik Österreich für die Leistungen als literarischer Übersetzer 2006 Maksym-Rylskyi-Preis für Literatur (Ukraine) für das übersetzerische Schaffen

Stipendien 2002 dreimonatiges Präsenz-Stipendium im Stuttgarter Schriftstellerhaus 2008 Internationale Übersetzerkonferenz, organisiert von Robert-Bosch-Stiftung und Literarischem Colloquium Berlin 2010 Translator in Residenz des Europäischen Übersetzer-Kollegiums in Straelen

Einzelnachweise

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