Gerenot Richter (* 5. Dezember 1926 in Dresden; † 5. Januar 1991 in Berlin) war ein deutscher Graphiker und Hochschullehrer.

Leben und Werk Gerenot Richter besuchte 1933 bis 1944 die Volks- und Oberschule in Dresden. 1943 bis 1945 war er Luftwaffenhelfer und als Soldat an der Westfront. Nach der Rückkehr aus der Kriegsgefangenschaft in Belgien und England machte er eine Ausbildung zum Lehrer und arbeitete 1948–1949 als Neulehrer in Dresden. 1949 bis 1953 studierte er Kunsterziehung und Geographie an der Technischen Hochschule Dresden, der Universität Leipzig und der Humboldt-Universität zu Berlin.

1952 heiratete er Ingeborg Grampp, mit der er bis zu seinem Tod zusammenblieb und mit der er zwei Kinder hatte. 1953 wurde Richter wissenschaftlicher Assistent für Methodik der Kunsterziehung und der künstlerischen Praxis an der Humboldt-Universität. 1955 erhielt er einen Lehrauftrag für Malerei und Grafik am Institut für Kunsterziehung der Humboldt-Universität, wo er 1957 promovierte. 1962 bis 1965 machte er ein externes Studium an der Hochschule für bildende und angewandte Kunst Berlin-Weißensee bei Heinrich Burkhardt und Fritz Dähn, das er mit dem Diplom abschloss. 1966 wurde Richter Dozent für Theorie und Praxis der künstlerischen Gestaltung am Institut für Kunsterziehung der Humboldt-Universität. 1971 erfolgte seine Berufung zum außerordentlichen Professor und 1979 bis zu seiner Emeritierung 1989 war er Professor mit künstlerischer Lehrtätigkeit für Malerei und Grafik an der Humboldt-Universität. Zu seinen Schülerinnen und Schülern gehörten u. a. Michael Diller, Hartmut Hornung, Götz Schallenberg und Karin Sakrowski.

Richter war Mitherausgeber der Originalgraphik-Editionsreihe der Zeitung „Junge Welt“. 1988 erkrankte er an Krebs.

Er war ein Meister der Radierung. Das von ihm selbst erstellte Werkverzeichnis der Druckgraphik 1964–1989 enthält 50 Flachdrucke und 304 Tiefdrucke (weitere 43 Lithographien wurden nicht in das Werkverzeichnis aufgenommen). Sein Werk umfasst auch eine Vielzahl von Zeichnungen, unter denen sich etliche befinden, die an die Qualität seiner besten Tiefdrucke heranreichen, sowie eine beachtliche Zahl von Aquarellen, Pastellen und Gemälden. Jedoch spielte die Malerei in seinen fruchtbarsten Jahren als Grafiker eine sehr untergeordnete Rolle.

Nach 1983 gibt es von Richter keine Menschenbildnisse mehr. 1989 entstand seine letzte Druckgraphik Herbstlicht, die er seiner Frau widmete.

Richter war bis 1990 Mitglied des Verbands Bildender Künstler der DDR. Er hatte in der Zeit der DDR im In- und Ausland eine große Zahl von Einzelausstellungen und Ausstellungsbeteiligungen, u. a. von 1977 bis 1988 von der VIII. bis zur X. Kunstausstellung der DDR in Dresden.

Die Grabstätte Richters befindet sich auf dem Friedhof Pankow III in Berlin-Pankow.

Rezeption

Einzelausstellungen (Auswahl)

Museen und öffentlichen Sammlungen mit Werken Richters Quelle: Website über Gerenot Richter.

Museen und öffentliche Sammlungen mit Werken Richters

Literatur (chronologisch)

Gisold Lammel: Meister des Kupferstichs – Gerenot Richter. Edition Schwarz Weiß, Spröda 1997, ISBN 3-00-001461-6. Volkhard Böhm: Gerenot Richter – ein Meister des Gleichnisses. In: Graphische Kunst. 52/1999, Edition Curt Visel, Memmingen, ISSN 0342-3158, S. 14.

Dietmar Eisold (Hrsg.): Lexikon Künstler in der DDR. Verlag Neues Leben, Berlin 2010, ISBN 978-3-355-01761-9, S. 762. Peter H. Feist: Nachlese. Aufsätze zu bildender Kunst und Kunstwissenschaft. Lukas Verlag, Berlin 2016, ISBN 978-3-86732-232-4, S. 131 De Gruyter. Allgemeines Künstlerlexikon. Band 98, 2018, S. 441

Weblinks

https://www.bildindex.de/ete?action=queryupdate&desc=%22gerenot%20richter%22%20&index=obj-all Werke im Bildindex

Hommage an Gerenot Richter - Eine Werkschau in 6 Kapiteln.

Einzelnachweise

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