Das Gamaleja-Institut für Epidemiologie und Mikrobiologie () ist ein staatliches Forschungsinstitut für Immunologie, Virologie, medizinischer Mikrobiologie, Epidemiologie und BiotechnologieResearchgate: Research Institute of Epidemiology and Microbiology n.a. N. F. Gamalei, Russian Academy of Medical Sciences (englisch, abgerufen am 12. August 2020), das in der russischen Hauptstadt Moskau angesiedelt ist.

Geschichte Die Ursprünge des Instituts gehen auf das Jahr 1891 zurück, als der russische Naturforscher Filipp M. BlumenthalInformationen zur Person in der Personendatenbank Wissenschaftsbeziehungen im 19. Jahrhundert zwischen Deutschland und Russland auf den Gebieten Chemie, Pharmazie und Medizin, Sächsische Akademie der Wissenschaften zu Leipzig ein privates bakteriologisches Labor eröffnete. Im Jahr 1919 wurde es verstaatlicht und in das staatliche Bakteriologische Institut des Volkskommissariats für Gesundheit der RSFSR umgewandelt.Darstellung der Institutsgeschichte auf der offiziellen Homepage (russisch, abgerufen am 12. August 2020) 1931 wurde es in das Zentralinstitut für Epidemiologie und Mikrobiologie (CIEM) des Volkskommissariats für Gesundheit der RSFSR umgewandelt, in welchem weitere biochemische Forschungsinstitute zusammengefügt wurden. Mit dem Beginn des Deutsch-Sowjetischen Krieges wurden Zweigstellen in Alma Ata und im damaligen Swerdlowsk gegründet. Zudem wurde eine Arbeitsgruppe des CIEM nach Kasan entsandt. Nach weiteren strukturellen Änderungen erfolgte im Jahr 2017 die Umbenennung in Gamaleja-Institut für Epidemiologie und Mikrobiologie zu Ehren des russischen Impfstoffpioniers Nikolai Gamaleja. Der aktuelle Institutsleiter ist Alexander Ginzburg.

Impfstoffentwicklung mini|Sputnik-V-Impfstoff Im Jahr 2015 wurde der Ebola-Impfstoff GamEvac-Combi vorgestellt, der gemäß der Angaben des Instituts in der Republik Guinea zur Infektionsprophylaxe angewendet wird.Вакцина от Эболы (russisch, abgerufen am 12. August 2020) Er basiert auf zwei rekombinant hergestellten, replizierenden viralen Vektoren – vesikulärer Stomatitis-Virus (VSV) und humaner Typ5-Adenovirus (Ad5) – in die der genetische Code für ein Glykoprotein in der Hülle des Zaire-Ebolavirus eingesetzt wurde (VSV-EBOV/Ad5-EBOV).

Ein kombinierter Vektorimpfstoff ähnlicher Art ist der Impfstoff Gam-COVID-Vac (, alternative Bezeichnung Sputnik V ) zur Vorbeugung gegen die durch das neuartige Coronavirus SARS-CoV-2 ausgelöste Krankheit COVID-19. Er erhielt am 11. August 2020 eine Notfallzulassung („Registrierung“),Russische Ärzte skeptisch gegenüber Sputnik-Impfstoff, Pharmazeutische Zeitung, 19. August 2020. am 25. August 2020 folgte die Notfallzulassung für die gefriergetrocknete Form Gam-COVID-Vac-Lyo.Гам-КОВИД-Вак-Лио im staatlichen Arzneimittelregister, abgerufen am 1. September 2020. Zuvor war der Abschluss der klinischen Studien der Phasen 1 und 2 bekannt gegeben worden.Impfstoffe zum Schutz vor Covid-19, der neuen Coronavirus-Infektion abgerufen am 28. August 2020.Сколько хотят заработать на прививках от коронавируса, Vedomosti.ru (abgerufen am 13. August 2020) Der Staat stellte den Impfstoff bereits besonders gefährdeten Gruppen wie Ärzten oder Lehrern zur Verfügung, parallel dazu soll die Phase-3-Studie laufen.Russland lässt Impfstoff gegen SARS-CoV-2 zu. In: aerzteblatt.de. 11. August 2020, abgerufen am 11. August 2020. Man argumentierte damit, dass der Impfstoff auf einer bereits lange bekannten Adenoviren-Plattform basiere, die gegen Ebola und MERS-CoV erfolgreich sei.FAZ: „Wir können den Impfstoff früher zulassen“ (abgerufen am 13. August 2020)

Seit 2021 hat das Gamaleya-Institut seine Aktivitäten über die COVID-19-Pandemie hinaus diversifiziert. Während die Weiterentwicklung der Sputnik-Plattform fortgesetzt wurde, liegen die aktuellen Forschungsschwerpunkte laut dem Institut auf personalisierter Krebstherapie und der Bekämpfung von Antibiotikaresistenzen.Russian Cancer Vaccine to Be Launched in 2025 (englisch, abgerufen am 16. April 2026) Die internationale Zusammenarbeit des Instituts hat sich nach dem russischen Überfall auf die Ukraine seit 2022 deutlich verändert: viele Kooperationen mit westlichen Einrichtung wurden beendet, so zum Beispiel mit dem italienischen Istituto nazionale per le malattie infettive.

Weblinks

Offizielle Homepage (russisch, englisch)

Einzelnachweise

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