mini|Jens Vilhlem Petersen Jens Vilhelm Petersen (* 9. Januar 1851 in Odense; † 17. Juni 1931 ebenda) war ein dänischer Architekt und königlicher Gebäudeinspektor für Fünen und Sønderjylland.

Familie Jens Vilhelm Petersen war Sohn des Zimmermeisters und Feuerwehrchefs Rasmus Petersen (1823–94) und Bolette, geb. Jørgensen (1815–86). Am 9. Januar 1887 heiratete er in Odense Marie Gottschalt (* 1. Februar 1858 in Odense; † 1. Dezember 1951 in Odense), Tochter des Schornsteinfegermeisters Carl Gottschalt (1821–70) und Marie Aagaard (1822–1915). 1881 zog er nach Odense und wurde dort sesshaft. Sein Sohn, Knud Lehmann Petersen, wurde auch Architekt und übernahm sogar das Amt des königlichen Gebäudeinspektors seines Vaters.

Ausbildung Er machte das große Präliminärexamen, entsprechend dem Abitur, am Gymnasium 'Odense Katedralskole', machte seine Zimmermannslehre beim Vater und arbeitete mehrere Jahre dort als Geselle, während er gleichzeitig die Technische Schule in Odense besuchte. Er zeichnete auch für den Architekten Carl Lendorf. Im Oktober 1870 begann er sein Studium an der Kunstakademie in Kopenhagen, das er im Dezember 1875 abschloss.

1881 arbeitete er als Zeichner und Bauleiter für den Architekten Hans J. Holm. Von 1877 bis 1878 machte er auf eigene Kosten eine einjährige Studienreise nach Frankreich, Italien und Deutschland.

Arbeitsleben In Odense arbeitete Jens Vilhelm Petersen als selbständiger Architekt von 1889 bis 1929 und war gleichzeitig Beamter, nämlich 'königlicher Gebäudeinspektor' für Fünen, Vejle Amt, das Bistum Ribe und Teile Sønderjyllands. 1879 gehörte er zu den Stiftern des Akademischen Architektenvereins. Als Schüler von Hans J. Holm war er zu Anfang ziemlich in den historizistischen Stil eingebunden. Er folgte jedoch den Tendenzen der Zeit in Richtung und löste sich etwas vom Historismus. Als ein schönes Beispiele für die verschiedenen Stilarten, in denen er baute, sind: die Ane Margrethe Petersens Stiftung – reine italienische Renaissance das Bahnpostgebäude in Odense – dänisch-italienisch Renaissance die Thomas Kingo Kirche – dänische Renaissance Petersens Stellung als königlicher Gebäudeinspektor brachte viele Aufgaben mit sich, neben seinen privaten Arbeiten. Dieser Arbeitsdruck führte zeitweise zu weniger künstlerischen Qualität.

Auszeichnungen 1875 – den Neuhausen’sche Preis für seine Aufgabe „ein Kamin im Renaissancestil“ 1881 – die kleine Goldmedaille für ein fürstliches Landschloss im gotischen Stil 1894 – Ritter des Dannebrogorden 1920 – Dannebrogsmann 1929 – Ehrenmitglied des Akademischen Architektenvereins

Ausstellungen 1879 – Charlottenborgs Frühjahrsausstellung 1881 – Charlottenborgs Frühjahrsausstellung 1888 – Die Nordische Industrie-, Landwirtschafts- und Kunstausstellung in Kopenhagen

Werke mini|Postzentrale in Marstal mini|Broholm Kirche mini|Die Erlöser Kirche mini|Nøvling Kirche mini|Thomas Kingos Kirche 1872 – Grabkapelle auf dem Friedhof der Kværndrup Kirke 1873–76 – Etagenhaus, Gothersgade 160, Kopenhagen, seit 1978 unter Denkmalschutz 1873–76 – Etagenhaus, Nørre Søgade 7, Kopenhagen, seit 1978 unter Denkmalschutz 1872–76 – Etagenhaus, Søtorvet 1–3, Kopenhagen, seit 1978 unter Denkmalschutz 1872–76 – Etagenhaus, Søtorvet 2, Kopenhagen, seit 1979 unter Denkmalschutz 1872–76 – Etagenhaus, Søtorvet 5, Kopenhagen, seit 1978 unter Denkmalschutz 1872–76 – Etagenhaus, Øster Søgade 8, Kopenhagen, seit 1978 unter Denkmalschutz 1883 – Bethania, Missionshaus, Ryttergade 3, Odense 1885–86 – Gemeindeschule, Klaregade, Odense 1886 – Ane Margrethe Petersens Stiftung, Smedestræde 33, Odense 1887 – Wasserturm in Ribe 1887–89 – Gutshof Skovsgaard auf Langeland 1888 – Wasserturm in Odense gemeinsam mit Prof. Otto Intze 1889–90 – die kommunale Mädchenschule, Hundegade 123, Ribe 189-91 – Infanteristenkaserne, Sdr. Boulevard 19–21, Odense, heute Sergentenschule 1890–92 – Garnisonskrankenhaus, Fredericia 1891 – Zollkammer in Ringkøbing 1892 – Posthaus in Herning 1892–93 – Lehrerseminar, Vejle 1892–94 – Das Gymnasium Odense Katedralenschule, Jernbanegade, Odense 1894 – Vorstandhaus, Lehrerseminarium in Jelling 1895 – Sparekasse, Kerteminde 1897 – Zollkammer in Esbjerg seit 1984 unter Denkmalschutz 1897 – Post- und Telegraphenhaus, Vejle 1899 – Kinderkrankenhaus, Odense 1899 – Zollkammer, Østre Stationsvej, Odense 1899–1900 – Amtshof, Vejle 1901 – Zollkammer in Ærøskøbing 1901 – Zollkammer in Svendborg 1902 – Ravnebjerg Kirche, Fünen 1906–07 – Broholm Kirche, Fünen 1906–07 – Zollkammer, Havnepladsen 2, Vejle, seit 1991 unter Denkmalschutz 1908–09 – die Erlöserkirche, Odense 1911 – Klarebrücke in Odense 1911 – Nordwestfünen’sche Eisenbahnhöfe 1913 – Posthus in Brande 1913–14 – die königliche Taubstummenschule in Fredericia 1913–14 – Videbæk Kirche 1916 – Bahnpostbüro, Østre Stationsvej, Odense 1917 – Die Sparkasse „Spare- og Laanekassen“ in Middelfart 1917 – Posthaus in Bramming 1917 – Das Zollkammergebäude in Kolding 1918–19 – Nøvling Kirke bei Herning 1919 – Post- und Telegraphenhaus in Marstal 1919 – Kirchensaal, Bülowsvej 1, Odense (später Teil der Thomas Kingo Kirche) 1919–21 – Posthaus, Rousthøjs Allé 8, Juelsminde 1920–21 – Zollkammer in Lemvig 1922–24 – Thomas Kingo Kirche, Odense 1925–26 – Zollkammer in Sønderborg 1926 – Posthaus, Gravene 8, Haderslev seit 2003 unter Denkmalschutz

Restaurierungen und Umbauten 1888 – Fuglebjerg Kirche 1895 – Nørre Nissum Kirche 1898 – Humble Kirche auf Langeland 1905 – Bjergby Kirke, Fünen 1909–10 – Haupthaus auf dem Gut Holstenshuus, Slotsallen 9, Faaborg, seit 1990 unter Denkmalschutz 1916 – Kavslunde Kirke 1920 – Staatslehrerseminarium, Haderslev (mit Peder Gram) 1924 – Haderslev Kathtedralenschukole, mit Neubau des Ostflügels 1925–26 – Adsbøl Kirche

Dekorative Arbeiten 1890 – Kruzifix in der St.-Hans-Kirche, Odense 1890 – Glasgemälde im großen Ostfenster in der St. Knuds Kirche, Odense 1894 – Königsstuhl in der St. Knuds Kirche, Odense 1916 – Tür für die Marslev Kirche auf Fünen 1920 – Gedenktafel für den Stadt- und Hafeningenieur N.H. Blicher im Odense Rathaus

Quellen Gravsted.dk (dänisch) Jens Vilhelm Petersen im Weilbachs Kunstnerleksikon, 1947 im neuen dänischen Weilbach Künstlerlexikon (dänisch) Kraks Blaa Bog, 1929 Denkmalgeschützte Gebäude (Dänisch) Madsen, Johannes, (Herausgeber), 1903, DE KGL. DANSKE RIDDERORDENER – Personalhistorisk Festskrift, A. Christiansens Forlag, København

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