Peter Bastard von Geldern oder von Egmond (; * 1513 vermutlich in Grave; † zwischen dem 3. und 12. Februar 1566 in Kampen) war Hauptmann und Landsknechtführer in lübisch-oldenburgischen, geldrischen und englischen Diensten.
Leben Peter Bastard von Geldern war ein nichteheliches Kind von Karl von Egmond (1467–1538), Herzog von Geldern aus dem Haus Egmond. Seine Mutter war wahrscheinlich Maria van Zuijderstein (* um 1477; † 1538)Auch: Maria van Enderstein. aus Grave oder Geldern,Als Mutter wird in älterer Literatur unzutreffend auch Johanna (Anna) van Rietwijck (1490–1562) aus Grave genannt, die Mutter seiner Halbschwester Catharina van Gelre. die mit Karl von Egmond auch die Tochter Anna Bastardin van Geldern (* 1505; † vor 1537Urkunden vom 21. August 1537 und 9. Februar 1538; Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland (AA 0608 / Paffendorf, Urkunden AA 0608, Nr. 670; archive.nrw.de, und Nr. 672; archive.nrw.de).)⚭ I. 1520 Adriaan van Buren (1495–1527), Herr von Aldenhaag bei Buren-Zoelen, Amtmann in Neder-Betuwe, Richter zu Tiel, ⚭ II. 1530 Claes Vijgh (1505–1581) zu Blankenberg aus Nijmegen, Herr von Elst, Amtmann in Neder-Betuwe. bekommen haben soll.Genealogische Sammlung des Willem Anne van Spaen la Lecq (1750–1815) im Hoghe Raad van Adel in Den Haag; nach Willem de Haas: Het Geslacht Vijgh. In: Heraldieke bibliotheek NF 2 (1880), S. 54–84, bes. S. 62 (Google-Books).Willem Jan d’Ablaing van Giessenburg, Peter A. N. S. van Meurs: De ridderschap van het kwartier van Nijmegen. van Stockum, Den Haag 1899, S. 5, 10, 12f, 94, 105 und 107 (Google-Books; eingeschränkte Vorschau), (digitale-sammlungen.de). Ein Halbbruder von Peter Bastard von Geldern war Karl Bastard von Geldern (* 1507/08; † 1568), Hauptmann und Maréchal de camp in geldrischen, habsburgischen, französischen und Danziger Diensten. Die Halbschwester Catharina van Gelre (1511–1601) heiratete 1532 Walraven van Arkel († 1557), den Herrn van Heukelom und Waardenburg.
Schlacht von Helsingborg in der Grafenfehde Im Frühjahr 1534 hatte der „Bastard von Geldern“ Landgraf Philipp I. „dem Großmütigen“ von Hessen seine Kriegsdienste angeboten.Akten, März, April 1534; Hessisches Staatsarchiv Marburg (Bestand 3 Politisches Archiv, Nr. 334) 1535 war Peter Bastard von Geldern Hauptmann eines Lübeck-Oldenburger Fähnleins von Landsknechten in der Grafenfehde, die von Christoph von Oldenburg, einen Cousin des abgesetzten Königs Christian II. von Dänemark, Norwegen und Schweden, gegen Christian III. von Dänemark und Norwegen geführt wurde.
Am 1. Januar 1535 unterzeichneten „Junker Peter“ von Geldern, Michel Bleck (Mikkell Blick) († um 1540),Aus der jütischen Adelsfamilie Blik, 1525 in Bratsberg (heute: Telemark); Jens Christian Berg (Bearb.): B. W. Lüxdorphs Extract af K. Frederik den Förstes norske breve. (Samlinger til det Norske Folks Sprog og Historie 6). Roshauer, Oslo (Christiania) 1839, S. 24f, 29, 45, bes. S. 7 und S. 60 (Google-Books). Hins Krocks, Jacob van Utrecht, Sebastian (Bastel) von Jessen (* um 1507/08; † 1535) – ein natürlicher Sohn Friedrichs III. „des Weisen“ von Sachsen –,Sohn von Anna Weller (* um 1490/91; † nach 1525) aus (nicht: „von“) Molsdorf, von Georg Spalatin in Wittenberg erzogen; seine Mutter wird 1525 auch als „Anna Kasper Dornle Stief Tochter“ (Caspar Dornlein, verheiratet mit Barbara N., war ein Nürnberger Kaufmann) bezeichnet; Iris Ritschel: Friedrich der Weise und seine Gefährtin. In: Andreas Tacke (Hrsg.): „… wir wollen der Liebe Raum geben“. Konkubinate geistlicher und weltlicher Fürsten um 1500. Wallstein, Göttingen 2006, S. 296–341, bes. S. 336–340; doi:10.11588/artdok.00002812 (Universitätsbibliothek Heidelberg). Jörgen Kock genannt Mynter (= Münzmeister)Wolfgang Menzel: Geschichte der Deutschen bis auf die neuesten Tage. 3. Auflage. J. C. Cotta, Stuttgart / Tübingen 1837, S. 597 f. (Google-Books). und Reimer von dem Wolde († 1559), die Hauptleute Christophs von Oldenburg, eine Aufforderung des Grafen Johann VII. von Hoya an Truid Gregersen Ulfstand (1487–1545) in der Festung Varberg in Halland (heute schwedische Provinz Hallands län), sich neutral zu verhalten.Erik Jöransson Tegel: Her Gustaffs, Fordom Sweriges, Göthes och Wendes Konungs etc. Histories, Bd. II. Christopher Reusner, Stockholm 1622, S. 45–47 (Google-Books).Olof von Dalin: Geschichte des Reiches Schweden, Bd. III/1 (schwedisch 1760), übersetzt von Johann Carl Dähnert. Anton Ferdinand Röse, Rostock und Greifswald 1763, S. 214 Anm. o) (Google-Books). Nach einer misslungenen Belagerung von Halmstad durch Christoph von Oldenburg und Johann VII. von Hoya zogen sich die Hauptleute Marx Meyer, Michel Bleck, Peter von Geldern und Jörgen Kock mit ihren Truppen nach Helsingborg zurück. Bei Ängelholm soll Johan Turesson „mit den drei Rosen“ (* um 1490; † 1556), Heerführer Christians III., ein Blutbad unter ihrer Nachhut angerichtet haben.Friedrich von Alten: Graf Christoff von Oldenburg und die Grafenfehde. (1534–1536.). Perthes-Besser & Mauke, Hamburg 1853, S. 221 f. (Google-Books); hier „Engelborg“. 250px|mini|Schloss Häckeberga auf einer Insel im Häckeberga-See In Helsingborg residierte der dänische Reichsmarschall Tyge Krabbe (* um 1474; † 1541) als Verbündeter des Grafen Christoph von Oldenburg. Er ließ dessen Truppen jedoch nicht in die eigentliche Festung, sondern sie mussten sich in der offenen Stadt unterhalb des Schlosses lagern. In der Schlacht von Helsingborg am 14. Januar 1535 siegten die Schweden unter Johan Turesson.Ausführliche Darstellung durch Friedrich Wilhelm Barthold: Jürgen Wullenweber von Lübeck oder die Bürgermeisterfehde. Aus handschriftlichen und gedruckten Quellen (1835). In: Oscar Ludwig Bernhard Wolff (Hrsg.): Encyclopädie der deutschen Nationalliteratur, Bd. III. Otto Wigand, Leipzig 1847, S. 20–46, bes. S. 34f (Google-Books). Krabbe wechselte die Seite und richtete seine Geschütze gegen die bisherigen Verbündeten. 60–80 Landsknechte fielen, und etwa 900 wurden gefangen genommen, auch „Marcus Meyer,… Michel Block, vnd Juncker Peter van gelleren“.Brief von Jörgen Kock an Herzog Albrecht VII. an Mecklenburg vom 23. Januar 1535 aus Kopenhagen. Johann VII. von Hoya hatte sich rechtzeitig abgesetzt und war mit Wulf Gyler († 1562)Auch Wolf(gang) (Oluf; Ulf) Gijler oder (verlesen) Gigler u. ä., deutscher Sekretär König Gustavs I. Wasa, 1528/29 schwedischer Gesandter in Lübeck, 1534 aus Stockholm geflohen, in den Dienst Christophs von Oldenburg getreten, später herzoglich preußischer Amtmann in Waldau. Die Familie Gylers war 1535 in Stockholm gefangen und wurde später ausgetauscht; Friedrich von Alten: Graf Christoff von Oldenburg und die Grafenfehde. (1534–1536.). Perthes-Besser & Mauke, Hamburg 1853, S. 230 (Google-Books). über den Sund nach Dänemark geflohen.Niels Krag (1550–1602): Annalium libri IV, hrsg. von Hans Gram. Paullus, Kopenhagen 1737, S. 75 (Google-Books); dänisch Den Stormägtigste Konge Kong Christian III. Godich, Kopenhagen 1776, S. 78 (Google-Books). Jörgen Kock genannt Mynter und Sebastian von Jessen entkamen nach der Schlacht mit einem Boot nach Landskrona. Peter Bastard von Geldern konnte aus dem Gewahrsam des Reichsrates Holger Gregersen Ulfstand († 1542) aus Schloss Häckeberga in Schonen fliehen,Johann Isaak Pontanus: Historiae Gelricae libri XIV. Wieringen, Janssonius, Harderwijk / Amsterdam 1639, S. 777; Johann Isaak Pontanus, Arend van Slichtenhorst: XIV boeken van de Geldersse geschiedenissen. Biesen, Arnhem 1654, S. 422. indem er sich an einem zerrissenen Laken durch ein Fenster abseilte.Niels Krag: Annalium libri IV, hrsg. von Hans Gram. Paullus, Kopenhagen 1737, S. 77 (Google-Books); dänisch Den Stormägtigste Konge Kong Christian III. Godich, Kopenhagen 1776, S. 80 (Google-Books); Johan Christopher Georg Barfod: Märkvärdigheter rörande skånska adeln (1787–1789). Hjerta, Stockholm 1847, S. 198 (Google-Books).
Geldern Beim Abschluss des Ehevertrags von Elisabeth von Bueren († vor 1557) – einer natürlichen Enkelin Karls von Egmont – mit dem bergh’schen Landdrosten Cracht van Camphuysen († vor 1546)Urkunde vom 1. Juni 1546; Erfgoedcentrum Achterhoek en Liemers Doetinchem (0214-REG Regestenlijst Huis Bergh, Nr. 2597). fungierte ihr Onkel „Peter van Gelre, Bastard“ als einer der Siegelzeugen. Claeß Vyghe (Claes Vijgh) (1505–1581), der Stiefvater der Jungfer Elisabeth von Bueren hatte in erster Ehe die Witwe Adrians von Bueren (1495–1527), † Anna van Gelre, Bastard (* 1505; † 1527/37 oder 1568), Peters Schwester, geheiratet.Urkunde vom 9. Februar 1538; Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland Duisburg (Paffendorf, Urkunden Nr. 672) (Digitalisat). 1537/38 wird „Peter Bastard van Gelre“ als geldrischer Statthalter zu Tiel in der Betuwe erwähnt.Heiratsvertrag zwischen Cracht van Camphuyssen und Jungfer Lysbeth van Bueren, Tochter des † Adriaen van Bueren und der † Anna Bastert van Gelre vom 21. August 1537; vgl. Urkunde vom 9. Februar 1538; Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland Duisburg (Paffendorf, Urkunden Nr. 670); Kaufvertrag vom 20. März 1538; Gelders Archief Arnhem (0447 Huis Soelen, Nr. 25). Sein Vater Herzog Karl von Egmond starb 1538. Dessen Testamentsvollstrecker waren Graf Joost von Bronckhorst-Borculo, Graf Christoph von Moers und Saarwerden und Rat Zeger van Arnhem (1502–1557).Johann Isaak Pontanus: Historiae Gelricae libri XIV. Wieringen, Janssonius, Harderwijk / Amsterdam 1639, S. 795; Johann Isaak Pontanus, Arend van Slichtenhorst: XIV boeken van de Geldersse geschiedenissen. Biesen, Arnhem 1654, S. 435. Sie übertrugen 1539 Peter Bastard von Geldern und seinem Halbbruder Adolf Bastard von Geldern († nach 1549) zu gleichen Teilen den Zehnten in Groot-Driel (heute Maasdriel), der früher dem Propst des Oud-Munster zu Utrecht gehört hatte.Anthonie Paul Schilfgaarde: Het testament van hertog Karel en zijn afstammelingen. In: Bijdragen en Mededelingen der Vereniging Gelre 50 (1950), S. 23–53, bes. S. 50f. Adolf verkaufte seinen Anteil 1544.Urkunden vom 10. September 1544; Gelders Archief Arnhem (2003 ORA Arnhem, Nr. 298 und 299).Anthonie Paul Schilfgaarde: Het testament van hertog Karel en zijn afstammelingen. In: Bijdragen en Mededelingen der Vereniging Gelre 50 (1950), S. 23–53, bes. S. 51.
In englischen Diensten „Petter van Gelder“ (Peter Bastard of Geldres)Brief von John Dymocke an William Paget, 1. Baron Paget (1506–1563) vom 7. August 1545; Henry VIII: August 1545, 6-10. In: Letters and Papers, Foreign and Domestic, Henry VIII- Bd. XX/2 August-December 1545. Hrsg.: James Gairdner and Robert H. Brodie. London 1907, S. 24–45 (British History online). stand 1545/46 im Dienst Heinrichs VIII. von England.Brief von John Brigantyne an William Cecil, 1. Baron Burghley, vom 8. Juni 1560; Elizabeth: June 1560, 6-10. In: Calendar of State Papers Foreign: Elizabeth, Bd. III 1560-1561, hrsg. von Joseph Stevenson. London, 1865, S. 100–113 (British History online). Schon vor dem Frühjahr 1545 war er zweimal in England gewesen und hatte sich gegenüber Heinrich VIII. verpflichtet, in Deutschland 2000 Mann für den Dienst gegen Frankreich anzuwerben.Briefe des „Bastard of Gueldres“ an Heinrich VIII. und an William Paget, 1. Baron Paget vom 18. August 1545 aus Bremen (British History online). Im März 1545 forderte Heinrich VIII. in einem Brief weitere 1000 Soldaten und 1000 Seeleute an.Brief von Peter Bastard von Geldern an Heinrich VIII. vom 14. März 1545 aus Kampen. British History online – . Brief des englischen Kronrates an Nicholas Wotton und Sir Edward Carne vom 28. April 1545. British History online