Onmyōza (jap. , dt. etwa „Zusammenkunft von Yin und Yang“) ist eine japanische Metal-Band. Ihre Musik beschreiben sie selbst als Youkai Heavy Metal, wobei das japanische Wort „Yōkai“ () für unheimliche Erscheinung, Spuk, Monster oder Ungeheuer steht.
Bandgeschichte Onmyōza gaben ihr erstes Konzert im Juni 1999. Nachdem sie dann Mitte 1999 ihre erste Demoaufnahme herausgebracht hatten, folgte im Dezember des gleichen Jahres das Debütalbum „Kikoku Tenshou“ (Wiedergeburt des klagenden Geistes), das die Band noch vor einer Single in Eigenregie herausbrachte.
Bereits 2001 bot King Records den Fünfen einen Major-Vertrag an. Im Dezember 2001 folgte mit der Single „Tsuki ni Murakumo Hana ni Kaze“ (Die Wolken vor dem Mond, der Wind in den Blumen), das Major-Release-Debüt, gefolgt vom ersten Major-Album „Koujin Rasetsu“ (Die edlen Gedanken des bösen Geistes). Auch der Schritt nach Westen wurde früh angegangen: Onmyōza waren als einzige japanische Band auf dem Iron Maiden- sowie auf dem Judas Priest-Tributealbum vertreten. Auf der EP „Fuin Kairan“ (Versiegelte Zirkulation) wurden hauptsächlich Songs der Indie-Zeit veröffentlicht, die bislang auf keinem Album zu finden waren. Außerdem erschienen weitere zahlreiche Single-, Album-, DVD-, VHS-Veröffentlichungen und Band-Score-Bücher.
Onmyōza waren die bisher einzige Band, die jemals ein Konzert in der Noh playing Hall geben durften, die eine Bühne für ausschließlich traditionelle japanische Bühnenstücke ist; sie haben für den Anime „Kouga Ninpouchou Basilisk“ den Anfangstitel beigesteuert, welcher auf der Single „Kouga Ninpouchou“ (Die Ninja-Kunst des Kouga-Clans) zu finden ist und brachten am 22. Juni 2005 das Album „Garyou Tensei“ (Das Auge des Imperialisten) heraus.
2009 verabschiedete sich Schlagzeuger Tora von der Band als offizielles Mitglied und wird fortan als Support-Drummer dienen. Aber nicht mehr mit Künstlernamen Tora, sondern mit seinem bürgerlichen Namen Atsushi Kawatsuka.
Mitglieder Onmyōza wurden im Frühjahr 1999 von Bassist und Sänger Matatabi (Kanji: Feuerblitz, Lesung: Silberdistel), Vokalistin Kuroneko (Schwarze Katze) und den beiden Gitarristen Maneki (Kanji: Geisterbeschwörer, Lesung: Willkommens Katze) und Karukan (Kanji: Jäger des Unheils, Lesung: Katzenfuttermarke) gegründet. Wenig später stieß der Schlagzeuger Tora (Kanji: Sake-Säufer, Lesung: Tiger) dazu.
Außer Matatabi, Kuroneko und Tora brachte keines der anderen Bandmitglieder irgendwelche Erfahrungen im Musikgeschäft mit sich. Vor Onmyōza waren Matatabi und Kuroneko gemeinsam bei der Band „Kusou Kagaku Byounin ~Kami to Memo Kami~“, was so viel wie „Notizzettel des Patienten der Wissenschaft der Tagträume“ bedeutet. Außerdem war Kuroneko davor in der fast ausschließlich auf chorale Gesänge ausgelegten Gruppe Lorelei Mitglied. Tora war meist nur als Support-Drummer in unbekannten Visual-Kei-Indie-Bands tätig. 2009 verließ er aus persönlichen Gründen die Band und unterstützte diese zunächst unter seinem Geburtsnamen Atsushi Kawatsuka als Support-Drummer, wurde jedoch inzwischen von Tomotaka Ishikawa ersetzt. Masahiro Abe spielt mindestens seit Anfang 2004 für Onmyōza Keyboard.
Stil Onmyō bedeutet „Schatten und Licht“, za steht für die Position, die man einnimmt – im alten China ging man davon aus, dass alles auf der Welt in Schatten und Licht geteilt ist, eben das Prinzip des Yin und Yang, das auch Onmyōza zelebrieren.
Wie die Band über sich selbst sagt, beinhalten sowohl die Texte als auch das Auftreten der Band im Allgemeinen eine starke kulturelle Bindung zum alten Japan und China und deren Weisheiten.
Das stilistische Bild des alten Japans zur Heian-Zeit (794–1185) wird durch das Tragen der für jene Zeit typischen traditionellen Kostüme dargestellt.
Live Ganz gemäß dem Konzept der Band, nämlich der Gegensätzlichkeit, präsentieren sich Onmyōza auf der Bühne mit männlichem und weiblichem Vokalisten. Auf Live-Konzerten unterstreichen Kuronekos Tänze zusätzlich die Atmosphäre der Songs.
Maneki, einer der beiden Leadgitarristen, ist neben seiner Tätigkeit als Gitarrist auch ein Backgroundsänger, der Kuroneko und Matatabi stimmlich unterstützt. Außerdem entwirft er Illustration für offizielle Band-Goodies.
Texte Das Konzept der Gegensätzlichkeit u. a. „Aufbruch und Stillstand“; „Dunkelheit (Schatten) und Licht“; „Standhaftigkeit und Nachgiebigkeit“ wird vor allem in den Liedtexten stark zum Ausdruck gebracht. Da alle Texte der Band ausschließlich in japanischer Sprache und Schrift gehalten sind und sie oft aus dem Altjapanischen stammende Begriffe und teilweise sogar chinesische Kanji verwenden, soll es vorkommen, dass nicht einmal Japaner immer alle Lieder verstehen.
Musik Die musikalische Skala der Band rangiert von Pop (vor allem bei ihren neueren Songs) über Balladen bis hin zu Heavy-Metal-Songs.
Diskografie
Studioalben
Livealben
Kompilationen
Singles
Weitere Singles 2005: (JP: )
Videoalben 2003: Hakkō Ranbu () Wilder Tanz des weißen Lichts (26. Januar 2003 live in Nagoya (Electric Lady Land)) 2004: Hyakki Kōrinden () Legende von der Ankunft der hundert Dämonen (15. September 2001 live in Tokyo (Meguro Live Station)) 2005: Waga Shikabane wo koete yuke () Schreitet über unseren Leichnam (9. Dezember 2004 live in Tokyo (Shibuya AX)) 2005: Yūgen Reibu () Mystischer Seelentanz (2 Disks, Fotos, Liveaufnahmen, Interviews; nur für Fanclubs) 2006: Shugyoku Enbu () Juwelen-Festtanz 2008: Tenka Fubu () Weltlicher Tüchertanz 2010: Ryuuou Rinbu () Reigen des Drachenkönigs 2010: Shikigami Raibu () Donnertanz der Shikigami/Shikigami Live (nur für Fanclubs) 2012: Zekkai Enbu () Hidden World Live 2013: Shikigami Oubu () Shikigami Celebration Live (nur für Fanclubs) 2015: Fujin Raibu () Wind God Live 2015: Raijin Raibu () Thunder God Live 2017: Zetten Ranbu () Absolute Dance 2019: Hadou Seibu ()
Weblinks offizielle Website
Einzelnachweise
Kategorie:Japanische Band Kategorie:J-Rock-Band Kategorie:Heavy-Metal-Band