La Gomera, alternativ auch La Gomera – Verpfiffen und verraten, (Originaltitel La Gomera, internationaler englischer Titel The Whistlers) ist eine rumänische Gangster-Filmkomödie von Corneliu Porumboiu aus dem Jahr 2019 und ist die Fortsetzung von Police, Adjective aus dem Jahr 2009.

Handlung Zsolt ist ein korrupter Geschäftsmann in Bukarest, der mit der spanischen Mafia in Verbindung steht und Gelder, die aus dem Drogenhandel stammen, in Matratzen versteckt außer Landes bringt. Der örtliche Polizist Cristi wird von ihm geschmiert. Cristi lagert seine illegal erworbenen Nebeneinkünfte im Weinkeller seiner Mutter. Auch die glamouröse Gilda, Zsolts Geliebte, steht auf dessen Gehaltsliste. Als Zsolt verhaftet wird, schmieden die Spanier einen Plan zu dessen Befreiung, denn er hat 30 Millionen Euro unterschlagen und weiß als einziger, wo das Geld versteckt ist. Gilda nimmt Kontakt zu Cristi auf. Da beiden bekannt ist, dass der Polizist überwacht wird, gibt sich Gilda als Edelprostituierte aus und steckt ihm nach dem Akt einen Umschlag mit Reisetickets zur spanischen Insel La Gomera zu.

Dort soll er die Pfeifsprache El Silbo der Einheimischen erlernen, um in Rumänien an der Befreiung des inhaftierten Matratzenfabrikanten Zsolt aus dem Gefängnis mitzuwirken. Da Cristis Lungen nicht über eine ausreichende Kraft zum Erlernen der Pfeifsprache verfügen, wird ihm von den Mafiosi Schwimmtraining in der spanischen See verordnet. Zwischenzeitlich erfahren die Mafiosi, dass Gilda in das Verschwinden des Geldes verstrickt ist. Ihr Leben wird zunächst verschont, damit sie Cristi die Pfeifsprache beibringen kann. Die Cristi von Gilda nahegebrachte Reduzierung der Vokale und Konsonanten der gesprochenen Sprache auf einige wenige unterscheidbare Tonhöhen, -längen und -lautstärken erschließt sich ihm recht schnell. Mit der Kenntnis über die Pfeifsprache kehrt er nach Bukarest zurück.

Der Plan zur Befreiung Zsolts beginnt damit, dass diesem von Cristi ein Mittel zu trinken gegeben wird, das nach kurzer Zeit zum Erbrechen führt, so dass Zsolt unter Bewachung in ein Krankenhaus überführt wird, wo er als Gegenmittel Cortison erhält und sein Zustand sich stabilisiert. In die Befreiung ist Magda, die ebenfalls korrupte Vorgesetzte von Cristi, verwickelt. Sie will den Mafiosi eine Falle stellen und beauftragt Zsolt damit, diesen den Außenbereich eines verlassenen Filmstudios als fingierten Ort zu nennen, an dem er das Geld versteckt habe. Den Namen des Krankenhauses gibt Cristi pfeifend über die Dächer bekannt. Zudem gelingt es ihm die Nummer des Krankenzimmers, in dem sich Zsolt befindet, in Erfahrung zu bringen, die er ebenfalls pfeifend an Gilda übermittelt. Diese übersetzt die auf Rumänisch erhaltenen Informationen in die spanische Sprache, so dass die Mafiosi Zsolt aufsuchen und aus dem Krankenhaus befreien können.

Sie machen sich auf den Weg in die Filmstudios, um das angeblich dort versteckte Geld abzuholen. Zwischen den Kriminellen und den sie erwartenden Polizisten entwickelt sich ein Schusswechsel, in dessen Verlauf Cristi schwer verletzt wird. Er wird zur medizinischen Rehabilitation in ein Sanatorium gebracht. Gilda erfährt den Namen des Sanatoriums, als sie sich Cristis Mutter gegenüber als Interessentin für deren zum Verkauf stehendes Haus ausgibt. Magda, die gerade zu Gast ist, erkennt Gilda und folgt ihr zum Sanatorium. Aus dem Park des Sanatoriums verabredet sich Gilda pfeifend mit Cristi für ein Treffen in einem Park in Singapur. Als Gilda sich umdreht, erblickt sie Magda. Beide Frauen ziehen ihre Waffen und ein Schuss fällt.

Cristi macht sich auf die Reise nach Singapur und trifft Gilda beim Lichtermeer im Park Gardens by the Bay.

Produktion Gedreht wurde der Film im Zeitraum vom 18. Februar bis April 2018 in Bukarest und auf La Gomera. Die Aufnahmen für die letzten Szenen des Films entstanden in Singapur im Gardens by the Bay.Internet Movie Database: Dreharbeiten und Produktion, abgerufen am 6. Januar 2024.

Den Film produzierten die rumänische 42 Km Film, die französische Les Films du Worso und die deutsche Komplizen Film GmbH.

Regisseur Corneliu Porumboiu schätzte das benötigte Budget auf das Zweieinhalbfache dessen, mit dem er bislang arbeitete, was die Finanzierung des teuersten seiner bisherigen Filme herausfordernd gestaltete.Internet Movie Database: Wissenswertes, abgerufen am 6. Januar 2024.

Der Film wurde zuerst am 18. Mai 2019 auf dem Cannes Film Festival in Frankreich gezeigt, im Anschluss auf weiteren Filmfestivals, dem Transilvania International Film Festival, dem Sydney Film Festival, dem Filmfest München, dem Film Festival Cologne, dem Nowe Horyzonty und dem Toronto International Film Festival, bevor der Kinostart in Rumänien am 13. September 2019 stattfand.Internet Movie Database: Informationen zur Veröffentlichung, abgerufen am 6. Januar 2024. In den Kinos in Deutschland und Österreich startete der Film am 13. Februar 2020.

Die Erzählung des Films gliedert sich in acht Kapitel, die durch vollflächige, farbliche Einblendungen kenntlich gemacht werden und überwiegend mit den in Großbuchstaben geschriebenen Namen der Schlüsselfiguren betitelt sind.thefilmstage.com: Cannes Review: Broadly Comic Noir Makes for Surprisingly Subpar Porumboiu in ‘The Whistlers’, Rory O’Connor, 20. Mai 2019.classiq.me: La Gomera: In Conversation with Costume Designer Dana Păpăruz, 1. Oktober 2019 Dabei folgt der Film während der ersten fünf Kapitel keiner chronologischen Erzählweise.

Kapitelnummer Chronologie Bezeichnung und Farbgebung 1 3 GILDA 2 5 EL SILBO 3 1 SZOLT 4 4 KIKO 5 2 MAMA 6 6 PACO 7 7 MAGDA 8 8 CRISTI

Die Farben der Kapiteleinblendungen sind nach Aussage des Regisseurs Corneliu Porumboiu und Kostümdesignerin Dana Păpăruz bewusst gewählt, ihre Abfolge lehnt sich an der eines Regenbogens an und die Farben werden von der Bildsprache der jeweiligen Kapitel aufgegriffen, beispielsweise spiegelt sie sich im ersten Kapitel in Gildas rotem Kleid oder dem roten Sofa in Cristis Wohnzimmer wider. Als künstlerische Leiterin des Films war Arantxa Etcheverria, die Ehefrau des Regisseurs, tätig.

Das Ende ließ Regisseur Corneliu Porumboiu eigener Aussage bewusst offen:

Synchronisation Die deutschsprachige Synchronisation entstand durch Christa Kistner Synchronproduktion nach einem Dialogbuch von Elke Weber-Moore, die zugleich die Dialogregie übernahm.

Darsteller Synchronsprecher Rolle George Piștereanu Jannik Endemann Alin Cristóbal Pinto Nico Mamone Carlito Vlad Ivanov Oliver Siebeck Cristi Julieta Szönyi Sabina Trooger Cristis Mutter Ioan Coman Georgios Tzitzikos Daniel Catrinel Marlon Anna Grisebach Gilda Antonio Buíl Abelardo Decamilli Kiko Rodica Lazar Katrin Zimmermann Magda Agustí Villaronga Bernd Vollbrecht Paco Sabin Tambrea Sabin Tambrea Zsolt Patrick Roche Regisseur Alexander Doering Rezeptionist Jörg Pintsch überwachender Polizist

Rezeption Der Film wird von vielen Stellen gelobt, bei Metacritic sind 25 von 28 Rezensionen positiv und der Film hat einen Score von 76/100. Prisma schreibt:

Das Lexikon des Internationalen Films urteilt:

Die Washington Post gibt dem Film 4 von 4 Sternen und lobt:

Auszeichnungen Beim Seville European Film Festival wurde Corneliu Porumboiu 2019 in der Kategorie Best Screenplay ausgezeichnet.Internet Movie Database: Auszeichnungen, abgerufen am 6. Januar 2024. Bei den Online Film Critics Society Awards erhielt der Film 2020 den Preis als Best Non-U.S. Release. Im selben Jahr wurden bei den Gopo Awards in Rumänien der Regisseur mit dem Preis in der Kategorie Best Directing, die Produzentinnen Marcela Ursu und Patricia Poienaru in der Kategorie Best Feature Film und Darsteller István Téglás in der Kategorie Best Actor in a Supporting Role geehrt.

Der Film und seine Filmschaffenden erhielten darüber hinaus diverse weitere Nominierungen bei unterschiedlichen Filmveranstaltungen.

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Filmtitel 2019 Kategorie:Rumänischer Film Kategorie:Filmkomödie