mini|Skizze, welche die zentrale Stelle der Samoainseln im Pazifik verdeutlicht mini|Roger Curtis Green, ein führender Archäologe von Samoa, 1964, Neuseeland Archäologie von Samoa begann mit einer ersten systematischen Überblicksstudie von archäologischen Überresten auf Savaiʻi durch Jack Golson 1957.Janet M. Davidson: In: The Journal of the Polynesian Society. 1969, Vol. 78, No. 1: S. 44–82. Seither haben Überblicksstudien und Untersuchungen in ganz Samoa bedeutende Funde von Siedlungen, Stein- und Erd-Hügeln (mounds) inklusive star mounds (Sternhügeln, Observatorien), Lapita-Scherben und prähistorischen Artefakten zu Tage gebracht.Helene Martinsson-Wallin: Samoan archaeology: a review of research history. In: Archaeology in Oceania. 1. Oktober 2007.

Ein wichtiges Ziel der Archäologie in Samoa und in ganz Ozeanien ist die Beantwortung der Frage nach der Herkunft der Polynesier. Die laufenden Forschungen werden in Verbindung mit anderen Wissenschaftszweigen wie Linguistik und Genetik vorangetrieben.

Die ältesten prähistorischen Überbleibsel in Samoa wurden von neuseeländischen Wissenschaftlern auf circa 3.000 BP (Before Present) berechnet (calculated). Es handelt sich um Funde aus einer Lapita-Stätte bei Mulifanua, welche in den 1970ern ausgegraben wurden.Roger C. Green & Helen M. Leach: In: Journal of the Polynesian Society. Vol. 98, No. 3, 1989.

Geschichte mini|Jack Golson an der Ausgrabungsstelle in Vailele mit Mitgliedern der Iʻiga-Pisa-Familie, 1957 Schon früh waren Berichte von 'earthmounds' und 'monumental architecture' bekannt, aber es gab keine wissenschaftlichen Untersuchungen bis 1957 Jack Golson seine umfangreichen Arbeiten durchführte. Golson war es auch, der in Upolu die ersten Keramikscherben in Samoa beim Dorf Vailele an der Nordküste der Insel entdeckte. Beim 10. Pacific Science Congress in Honolulu 1961 entschieden Archäologen, eine koordinierte Untersuchungskampagne zur Prähistorie der Region zu starten.

1963 bis 1964 wurde diese Kampagne von einem internationalen Team unter der Leitung von Roger Curtis Green unter dem Polynesian Archaeology Programme der University of Auckland durchgeführt. Aufbauend auf Golsons Überblicksuntersuchungen führte das Team Feldarbeit auf den Inseln Savaiʻi, Upolu und Apolima durch. Ein anderes Team unter Leitung der neuseeländischen Archäologin Janet Davidson konnte ebenfalls wichtige Beiträge zur Archäologie in Samoa und dem Rest der Pazifikregion legen. Green und Davidson legten die Grundlagen für die Archäologie in Samoa. Unter den verschiedenen Funden des Projekts gab es Keramiken in Upolu und Apolima. Ein Schlüsselfund gegen Ende der Expedition war die Entdeckung von Lapita-Scherben in Mulifanua. Die Funde wurden mit Hilfe von Radiokarbondatierung auf 930–800 v. Chr. datiert. Bis zum Jahr 2008 waren alle bekannten Scherben in Samoa 'plain ware' mit Ausnahme derer, welche in Mulifanua ausgegraben worden waren.David J. Addison, Christophe Sand (hgg.): Samoan Plain Ware Ceramics of Tutuila Island, American Sāmoa: Some thoughts on their Spatial and Chronological Distribution by David J. Addison, Jeffery Toloa, Tuipuavai Tago, Siaki Vaueli, Recent Advances in the Archaeology of the Fiji/West-Polynesia Region. (PDF) S. 97. University of Otago Studies in Prehistoric Anthropology. No. 21, Dunedin 2008. Archivlink Ein wichtiger Teil von Davidsons Arbeit in Samoa konzentrierte sich auf Siedlungsmuster vor dem europäischen Kontakt. Sie war die erste, die auf der Grundlage archäologischer Feldforschung Argumente für die Verteilung einer viel größeren samoanischen Bevölkerung im 17. und 18. Jahrhundert n. Chr. vorlegte, als dies in frühen Bevölkerungsschätzungen im 19. Jahrhundert der Fall war.

Weitere Archäologen, die in Samoa wichtige Feldarbeiten durchführten, waren in den 1970er Jahren die Amerikaner Jesse D. Jennings und Richard Holmer. Jennings leitete Studien auf der Mt. Olo Plantation auf Upolu und landeinwärts von Sapapaliʻi auf Savaiʻi. Umfangreiche prähistorische Siedlungsreste wurden im August, September und Oktober 1974, 1976 und 1977 im Rahmen des Samoan Archaeological Program der University of Utah untersucht, kartiert und ausgegraben. Von 1978 bis 1979 wurden weitere Feldarbeiten mit umfangreichen Untersuchungen einer prähistorischen Siedlung im Bezirk Palauli durchgeführt. Diese Untersuchung in Palauli wurde von Gregory Jackmond durchgeführt, einem Freiwilligen des American Peace Corps, der zuvor vom Dorf Sapapaliʻi aus Feldarbeiten zu prähistorischen Stätten landeinwärts durchgeführt hatte.

In den Jahren 2002–2004 wurden umfangreiche Ausgrabungen am Pulemelei-Hügel in Savaiʻi unter der Leitung der schwedischen Archäologin Helene Martinsson-Wallin (Forschungsinstitut Kon-Tiki-Museum/Universität Gotland) in Zusammenarbeit mit Paul Wallin (Kon-Tiki-Museum/Gotland University) und Geoffrey Clark (Australian National University) durchgeführt. Diese Ausgrabungen und anschließenden Feldstudien von Martinsson-Wallin auf der Letolo-Plantage, Malaefono Starmound und Fale o le Feʻe führten zu einer Zusammenarbeit mit der National University of Samoa und der Einrichtung eines Archäologieprogramms.

Viele andere Gelehrte leisteten vor dem Jahr 1957 Beiträge auf dem Gebiet der Archäologie in Samoa, darunter der Māori-Historiker Te Rangi Hīroa (auch bekannt als Sir Peter Henry Buck) und Derek Freeman, der als Schullehrer in den frühen 1940er Jahren Feldarbeiten in Vailele und an den Falemauga-Höhlen auf Upolu durchführte.

Archäologische Fundstellen mini|Blick vom Pulemelei Mound aufs Meer Savaiʻi Zu den wichtigsten Fundorten auf der Insel Savaiʻi gehören prähistorische Siedlungen im Landesinneren bei Sapapaliʻi, ausgedehnte Dorfsiedlungen in Palauli, wo sich der Pulemelei-Hügel befindet, und eine Muschelhaufen-Stelle (midden site) beim Dorf Siutu an der Südküste.Tomo Ishimura, Tomohiro Inoue: Archaeological Excavations at the Siutu Midden Site, Savaiʻi Island. (PDF) anthropology.hawaii.edu. In: The Journal of Samoan Studies. Vol. 2, S. 1006. Archivlink Die archäologischen Arbeiten in Sapapaliʻi wurden von Jackmond durchgeführt, der ein 20 ha großes Gebiet untersuchte und ausgedehnte prähistorische Ruinen entdeckte. Die Daten von Jackmonds Arbeit in Sapapaliʻi ähnelten tendenziell den Daten, die am Standort Mt. Olo Plantation auf Upolu mit ähnlichen Steinmauern, erhöhten Gehwegen und Plattformen gesammelt wurden. Ein wichtiger Unterschied war die größere Anzahl von Erdöfen, die am Standort Savaiʻi freigelegt wurden. Das Team am Standort Mt. Olo hatte zuvor die Theorie aufgestellt, dass Erdöfen ein Zeichen für sozialen Rang und Status seien. Als diese Untersuchungen 1976 abgeschlossen waren, wurde die Arbeit von Jackmonds Peace Corps um weitere zwei Jahre verlängert und er führte Feldarbeiten an den ausgedehnten prähistorischen Siedlungen im Bezirk Palauli durch. Frühere Kartierungen von Savaiʻi einschließlich des Pulemelei-Hügels wurden 1969 von S. D. Scott und Alistair G. Buist durchgeführt. Ihre Feldarbeiten auf Savaiʻi im Jahr 1969 zeigten archäologische Überreste dichter Siedlungen im Landesinneren vor dem europäischen Kontakt in Safotu, Safune und Fagamalo (Dorfbezirk Matautu, Insel Savaiʻi), an der Nordküste der Insel.Patrick Vinton Kirch, Jean-Louis Rallu: The Growth and Collapse of Pacific Island Societies: Archaeological and Demographic Perspectives. (Google Books) S. 222.

Letolo mini|alt=Mahlsteine bei Myer’s plantation, 1957. Große flache Steine im Unterholz mit runden Vertiefungen.|Mahlsteine bei Myer’s plantation, 1957 Die prähistorische Siedlung Letolo liegt im Bezirk Palauli an der Südküste am östlichen Ende von Savaiʻi. Der Standort befindet sich in einem Areal, welches in der Neuzeit zum Besitz der Nelson Corporation gehört und als Nelson Plantation bekannt ist. Während der Kolonialzeit im späten 19. Jahrhundert gelangte das Land in deutschen Besitz und wurde an den schwedischen Händler August Nilspeter Gustav Nelson verkauft, der eine samoanische Frau heiratete und einen Handelsposten in Safune betrieb. In den letzten Jahren kam es zu Gerichtsverfahren zwischen Häuptlingen in Palauli und der Familie Nelson über den Besitz des Landes. Der Zugang zur Plantage erfolgt über die Brücke am westlichen Ende von Vailoa, der Hauptstadt von Palauli.

Jackmonds Untersuchung in Letolo zwischen 1977 und 1978 deckte ein Gebiet von der Südküste über sanft abfallendes Land 3 km landeinwärts bis zu einer Höhe von 135 m am Nordrand ab. Das Gebiet wird auf der Ostseite vom Faleata-Fluss und auf der Westseite vom Seugagogo-Fluss begrenzt. Innerhalb des 198,8 ha (491 Acres) großen, untersuchten Gebiets wurden etwa 3.000 Artefakte menschlicher Herstellung erfasst, darunter Fundamentplattformen, 64,6 km Steinzäune, primäre und sekundäre Gehwege und etwa 300 Wohnplätze. Insgesamt wurden 1059 Wege erfasst. Der größte davon ist der Pulemelei-Mound, über den bereits andere Archäologen berichtet hatten. Der Pulemelei-Mound ist 50 m × 61 m groß und 12 m hoch. Vom Boden aus fällt er stufenweise nach innen und oben ab, bis hin zu einer flachen, ebenen Spitze. Von der Spitze des Pulemelei aus kann man das Meer in Richtung Süden sehen. Schätzungen zufolge wurde der Bau zwischen 1100 und 1400 n. Chr. ausgeführt. Die Plattformen haben eine durchschnittliche Grundfläche von 236 ± 251 m² und eine Höhe von 46 ± 52 cm. Die Plattformen hatten eine rechteckige oder ovale Form, mit Ausnahme von zwei kleinen Sternhügeln mit einem Durchmesser von 7,8 m (7 Armlängen) und 10 m (5 Armlängen) und einer Höhe von 50 cm. Alle Hügel bestehen aus Basaltsteinen und Felsbrocken.Jesse D. Jennings, Richard Holmer, Gregory Jackmond: In: Journal of the Polynesian Society. Vol. 91, No. 1, University of Utah 1982.

Der archäologische Überblick ergab, dass es einst buchstäblich Hunderte von Wohneinheiten gab, die sich weit landeinwärts über das kartierte Gebiet hinaus erstreckten, jenseits des Pulemelei-Hügels. Der Hauptweg durch die Siedlung führte weiter durch das bergige Innere von Savaiʻi auf einer „alten Straße“, die von frühen Missionaren erwähnt wurde.

Umfangreiche archäologische Ausgrabungen wurden in den Jahren 2002–2004 am Pulemelei-Mound von Helene Martinsson-Wallin vom Kon-Tiki-Museum der Gotland-Universität und Professorin an der National University of Samoa durchgeführt. Die Ausgrabungen zeigten, dass der Bau des Pulemelei-Hügels vor etwa 700–900 Jahren als 60 × 65 m große und 3 Meter hohe Plattform begann, deren Umriss aus behauenem Stein am Rand bestand. Es wurde auf einer früheren Siedlung errichtet, die mindestens 2000 Jahre alt ist und Funde von Tonscherben, Steinwerkzeugen und Feuerstellen enthielt. Vor etwa 400–500 Jahren wurde der Hügel auf eine Höhe von 12 m erweitert und an der West- und Ostseite des Hügels wurden zwei Wege angelegt. Der Pulemelei ist ein zentraler Ort in einem großflächigen Siedlungsgebiet an den Hängen von Palauli, das im 18. Jahrhundert aufgegeben wurde.Helene Martinsson-Wallin, Paul Wallin, Geoffrey Clark: 3. The Excavation of Pulemelei Site 2002–2004. In: Archaeology in Oceania. vol. 42. 2007: S. 1–38. doi=10.1002/j.1834-4453.2007.tb00009.x

Upolu Mulifanua