Coil war eine britische Avantgarde-Band, die 1982 in London gegründet und von John Balance und Peter Christopherson angeführt wurde.

Geschichte Die Gruppe Coil wurde 1982 von John Balance in London gegründet. In ihrer Anfangszeit war sie eng verwoben mit dem Projekt Zos Kia. London war damals die Anlaufstelle für Musiker und Bands aus den experimentelleren Bereichen der Musik. Sowohl Noise, Industrial als auch Neofolk wurden hier entwickelt. Dies sorgte dafür, dass sich die Musiker untereinander austauschten und ein Jahr später schloss sich Peter Christopherson, genannt Sleazy, Coil an. Christopherson hatte zuvor die Band Throbbing Gristle mitbegründet. Beide waren auch Mitglieder von Psychic TV, einem der Nachfolgeprojekte von Throbbing Gristle. Auch andere Mitglieder der Industrial-Szene entstammten diesem Umfeld. Künstlerische Differenzen über die musikalische Zukunft von Psychic TV waren schließlich der Auslöser dafür, dass Christopherson und Balance gemeinsame musikalische Wege gingen und dafür den von Balance bereits genutzten Namen Coil verwendeten.

Am 13. November 2004 starb John Balance an schweren Kopfverletzungen, nachdem er unter Alkoholeinfluss im Treppenhaus des von ihm und Christopherson bewohnten Hauses gestürzt war. Daraufhin verkündete Peter Christopherson das Ende von Coil.

Sechs Jahre nach dem Tod von John Balance, am 25. November 2010, starb Peter Christopherson im Alter von 55 Jahren im Schlaf.

Ein Musikvideo zu Coils Coverversion von Gloria Jones’/Ed Cobbs Tainted Love, in dem Marc Almond als Todesengel auftritt, wird im Museum of Modern Art ausgestellt – mehrere Fernsehsender weigerten sich, das Video aufgrund seiner AIDS-Thematik zu spielen. Für den Film Hellraiser – Das Tor zur Hölle bat Regisseur Clive Barker die Band, die Filmmusik zu komponieren, die dann allerdings vom Studio abgelehnt wurde. Sie wurde zunächst als 10"-Single und später auch mit zusätzlichem Material als Maxi-CD unter dem Titel The Consequences of Raising Hell (als Vinyl) bzw. The unreleased Themes for Hellraiser (als CD) bei dem Bonner Label Normal veröffentlicht.

Stil Die Musik von Coil ist düster und psychedelisch, variiert aber von Aufnahme zu Aufnahme. Samples, Synthesizer, Tonband Loops werden ebenso benutzt wie orchestrale Instrumente. Einflüsse von Folkmusik bis hin zu Acid House sind je nach Album zu hören. Sexualität, Drogen und Spiritualität werden häufig thematisiert.

Zwischen der Gruppe und den anderen Projekten desselben künstlerischen Einflusskreises fand ein reger Austausch von Gastmusikern statt. Besonders hervorzuheben wären hier J. G. Thirlwell von Foetus, Stephen Thrower von Cyclobe, Gavin Friday, Boyd Rice, Steven Stapleton von Nurse with Wound, Current 93 und Marc Almond von Soft Cell.

Bands wie Nine Inch Nails, Marilyn Manson und Ulver zählen Coil zu ihren Einflüssen. Außerdem ist Trent Reznors Projekt How to Destroy Angels nach Coils erster Single benannt.

Diskografie

Alben 1984: Transparent 1984: Scatology 1986: Horse Rotorvator 1987: Gold Is the Metal with the Broadest Shoulders 1988: Scatology – 1988 Reissue 1991: Love's Secrets Domain 1994: The Angelic Conversation 1995: Worship the Glitch 1996: Black Light District: A Thousand Lights in a Darkened Room 1998: Time Machines 1999: Astral Disaster (LP) 1999: Musick to Play in the Dark 2000: Astral Disaster (CD) 2000: Constant Shallowness Leads to Evil 2000: Queens of the Circulating Library 2000: Musick to Play in the Dark² 2001: Scatology – 2001 Reissue 2003: The Plastic Spider Thing (Remixed) 2003: Moon's Milk (In Four Phases) 2003: Live One 2003: Live Two 2003: Live Three 2003: Live Four 2004: ANS, drone music, experimental 2004: Selvaggina, Go Back into the Woods 2005: …And the Ambulance Died in His Arms 2005: Black Antlers 2005: The Ape of Naples 2008: New Backwards

Kompilationen 1990: Unnatural History I 1992: Stolen And Contaminated Songs 1995: Unnatural History II 1996: Windowpane/The Snow 1997: Unnatural History III 2002: The Golden Hare With a Voice of Silver (2 CD, ursprünglich ein russisches Bootleg, nachträglich durch die Band autorisiert)

Singles und EPs 1984: How to Destroy Angels 1985: Panic 1987: The Anal Staircase (12") 1987: The Unreleased Themes for Hellraiser (10") 1987: The Wheel (7") 1990: Windowpane (12", auch als 12" Picture Disc) 1991: The Snow (12") 1992: How to Destroy Angels (Remixes and Re-Recordings) (CD) 1993: Airborne Bells 1993: Themes for Derek Jarman's „Blue“ (7", auf 1.000 Stk. limitiert, 23 Exemplare in gelbem Vinyl, der Rest dunkelblau) 1994: pHILM #1 (10") 1996: Coil Vs. Elph (10") 1998: Summer Solstice: Bee Stings 1998: Autumn Equinox: Amethyst Deceivers (7", mit zusätzlichem Material auch als CD) 1998: Spring Equinox: Moon's Milk 1999: Winter Solstice: North

Literatur David Keenan: England's Hidden Reverse: A Secret History of the Esoteric Underground. New edition, 2004. ISBN 978-0-946719-67-9. Robert Jelinek (Ed.) Coil. Der Konterfei 02, 2014, ISBN 978-3-9503749-1-9.

Quellen

Weblinks

Coil bei brainwashed.com (englisch)

Kategorie:Post-Industrial-Band Kategorie:Britische Band Kategorie:Dark-Ambient-Projekt