mini| mini|hochkant|Grab von Gebhard Fugel auf dem Waldfriedhof in München-Solln mini|hochkant|Grundsteinlegung des Klosters Petershausen durch Bischof Gebhard von Konstanz, Gemälde von Gebhard Fugel, 1907 mini|hochkant|Gebhard Fugel: Erste Kreuzwegstation, St. Elisabeth, Stuttgart mini|Gebhard Fugel: Deckengemälde „Weltgericht“, 1921, St. Martin Hauerz mini| Gebhard Fugel (* 14. August 1863 in Oberklöcken bei Oberzell, heute zu Ravensburg; † 26. Februar 1939 in München) war ein deutscher Maler. Er war auf christliche Motive spezialisiert; sein bekanntestes Werk ist das Panorama Kreuzigung Christi in Altötting.

Leben und Werk Gebhard Fugel wuchs in Oberschwaben auf und studierte ab 1879 an der Kunstschule Stuttgart (u. a. bei Alexander von Liezen-Mayer und Claudius Schraudolph d. J.). Er wandte sich schon während seiner Studienzeit christlichen Motiven zu, die er in einem realistischen, von der Historienmalerei und den Nazarenern beeinflussten Stil verwirklichte. Das 1884/1885 entstandene Bild Christus heilt Kranke wurde mit Erfolg im Münchner Kunstverein ausgestellt; in der Folge war er in Ausstellungen im In- und Ausland vertreten. 1890 zog Fugel nach München und gründete dort mit Kollegen die Deutsche Gesellschaft für christliche Kunst. In seinem Werk herrschten nun großformatige Wandgemälde in Kirchen und Altarbilder vor.

Sein 1902 und 1903 entstandenes, 1140 m² großes Rundgemälde Panorama Kreuzigung Christi, das in einem eigens errichteten Gebäude in Altötting gezeigt wird, gehört zu den letzten erhaltenen Panoramen und ist in seiner religiösen Thematik ungewöhnlich für diese Kunstform, die ansonsten von historischen Motiven bestimmt ist. 1905 wurde Fugel zum „königlichen Professor“ ernannt.

Fugels Schulwandbilder, 136 Gemälde zu biblischen Themen, machten ihn auch einer breiteren Öffentlichkeit bekannt, sie wurden auch als Illustrationen in Schulbibeln und anderen Büchern verwendet.

Grabstätte Fugels Grabstätte befindet sich auf dem Waldfriedhof Solln, Grabstätte Nr. 6-W-22.vgl. Foto des Grabs

Namensgeber für Straßen Nach Gebhard Fugel wurden Straßen und Wege in verschiedenen Gemeinden in Deutschland benannt: eine Gebhard-Fugel-Straße gibt es in Friedrichshafen und in Oberzell-Ravensburg einen Gebhard-Fugel-Weg gibt es in Altötting und in Ravensburg eine Fugelstraße gibt es in Homburg (Saar), München, Weingarten

Ehrungen Nach Gebhard Fugel ist der Gebhard-Fugel-Kunstpreis benannt. Fugel war Ehrenmitglied der katholischen Studentenverbindungen Saxonia-München im KV und KDStV Aenania München im CV.

Werke (Auswahl) Wand- und Altarbilder Christus heilt Kranke im Missionshaus Hl. Kreuz, Altötting, 1884–1885 Ehemalige Wandbemalung der Stemmer-Kapelle, Lauterbach (Schwarzwald), 1888 Kreuzabnahme, Städtische Galerie Fähre Bad Saulgau, 1889–1890 Seitenaltarblätter Maria mit dem Jesuskind/Herz Mariä sowie St. Josef mit dem Papst Leo XIII., in der St.-Georgs-Kirche, Auernheim, 1891 Deckenfresken, Wallfahrtskirche St. Gebhard auf dem Gebhardsberg bei Bregenz, 1895–1896 Maria mit dem Kinde in der Pfarrkirche St. Antonius, Oberzell, 1897siehe Abbildung Deckengemälde Ambrosius verwehrt Kaiser Theodosius den Zugang zur Kirche und Ölbergszene an der Außenfassade der Pfarrkirche St. Ambrosius in Hergensweiler, Westallgäu 1897 Predigt des Paulus auf dem Areopag, 1898 in der Pfarrkirche St. Peter und Paul, Ellhofen/Westallgäu Freskenzyklus zum Leben des Hl. Martin in der Stadtpfarrkirche St. Martin, Wangen im Allgäu, 1899 Heilige Familie und Kreuzweg in der Pfarrkirche St. Elisabeth, Stuttgart, ab 1903 Kreuzwegfresken und Altarbilder der Kirche St. Joseph, München, 1904–1908 (im Zweiten Weltkrieg zerstört) Deckengemälde Jesus segnet die Kinder, Geburt Jesu und Abendmahl in der Pfarrkirche Hohenweiler/Vorarlberg 1908 Fresken zur Andreaslegende in der Liebfrauenkirche, Ravensburg, 1908–1909 Altarblatt Martin teilt den Mantel in der Pfarrkirche St. Martin, Aystetten, 1912 Kreuzweg (1921) und Seitenaltarbilder (1929/1930) in der Pfarrkirche St. Johann Baptist, München-Solln Kuppelgemälde Weltgericht in der Pfarrkirche St. Martin in Hauerz, 1921siehe Abbildung Josefszyklus in der Apsis der neogotischen Kirche St. Josef und St. Wendelin (Diefflen), 1921, Zerstörung im Zweiten Weltkrieg Altarbilder und Kreuzweg, Pfarrkirche St. Anton, Passau, 1922 (ehem.) Altarbild in der Kirche St. Elisabeth in Ulm, 1923 Deckengemälde Wundersame Brotvermehrung in St. Stephan in Moggast, Oberfranken, 1926siehe Abbildung Hochaltarbild Geburt des Heilandes in der Stadtpfarrkirche Heilige Familie in Bad Griesbach im Rottal, um 1915 Deckengemälde Vom Wachsen der Saat in der Pfarrkirche St. Peter und Paul, Münster/Lech, 1917 Deckengemälde in der Kath. Pfarrkirche St. Maximilian in Ludwigsmoos, um 1912 Flügelaltar in Köln-Ehrenfeld Altarbild in St. Elisabeth in Hamburg Drei Altarbilder, Spitalkirche Saulgau Deckengemälde Mariä Himmelfahrt in der Kapelle St. Maria, Ursberg (bei einem Brand vernichtet) Deckengemälde Bergpredigt, Grenchen (Kanton Solothurn, Schweiz) Freskenzyklus in der Stadtpfarrkirche St. Stephan, Mindelheim Deckengemälde der Kapelle bei der Eich bei Ellwangen (zum Gedenken der Gefallenen des Ersten Weltkriegs) Gemälde in der Kirche St. Elisabeth, Berlin-Schöneberg zwei Altarbilder in der Pfarrkirche St. Peter in cathedra, Großheubach: Jesus begegnet seiner Mutter und Kreuzesabnahme (beides sichtbar während der Fastenzeit) Altarblatt in der Salvatorkirche in Berlin-Lichtenrade (Hochaltar von Thomas Buscher) Deckengemälde in der Pfarrkirche St. Johannes Baptist, Ravensburg-Obereschach Werk in St. Kolumba, Köln (im Zweiten Weltkrieg zerstört) Deckengemälde St. Sebastian, Haisterkirch 1892 Deckengemälde Petri Pfingstpredigt in der Pfarrkirche St. Martin, Röthenbach

Sonstige Werke Jerusalem-Panorama Kreuzigung Christi, Altötting, Größe: 12 × 95 m, 1902–1903 136 Gemälde zur Bibel, so genannte Schulwandbilder, 1908–1932 (Originale heute im Diözesanmuseum Freising) 25 Entwürfe zur Apokalypse, 1933

Literatur Ludwig Baur: Der Kreuzweg von Gebhard Fugel. In: Archiv für christliche Kunst. 28. Jg. 1910, S. 4–8 (Digitalisat). Ludwig Baur: Die Fugelschen Fresken in der kath. Stadtpfarrkirche zu Ravensburg. In: Archiv für christliche Kunst. 28. Jg. 1910, S. 65–66, 73–76, 81–82 und 92–95 (Digitalisat). Oskar Döring-Dachau: Gebhard Fugel. In: Die christliche Kunst, 6. Jg. 1909–1910, VI. Heft (Februar 1910), S. 133–143 (Digitalisat). Peter Eitel: Fugel, Gebhard. In: Maria Magdalena Rückert (Hrsg.): Württembergische Biographien unter Einbeziehung hohenzollerischer Persönlichkeiten. Band I. Im Auftrag der Kommission für geschichtliche Landeskunde in Baden-Württemberg. Kohlhammer, Stuttgart 2006, ISBN 3-17-018500-4, S. 83–84. Bernd Feiler: Der Blaue Reiter und der Erzbischof. Religiöse Tendenzen, christlicher Glaube und kirchliches Bekenntnis in der Malerei Münchens von 1911 bis 1925. Dissertation, LMU München, 2002 (Volltext), insbes. S. 200 ff. Gabriele Koller: Das Jerusalem-Panorama Kreuzigung Christi in Altötting (Kunstführer; Nr. 2487). Schnell und Steiner, Regensburg 2002, ISBN 3-7954-6389-0. Gabriele Koller (Hrsg.): Die Welt der Panoramen. Zehn Jahre Internationale Panorama-Konferenzen. Büro Wilhelm, Amberg 2003, ISBN 3-936721-08-4. Karl Muth: Von christlicher Malerei und ihren Schöpfern. In: Hochland – Monatsschrift für alle Gebiete des Wissens, der Literatur und Kunst. Kösel, Kempten und München, 4. Jg. 1906–1907, Band I, S. 60–66 (Digitalisat). Walter Rothes: Gebhard Fugel. Eine Einführung in des Meisters Werk und Leben. Parcus & Co., München 1925. Franz Schultheiß: Gebhard Fugel. Eine Lebens- und Künstlerskizze. Süddeutsche-Verlagsanstalt, Ulm 1920. Gebhard Streicher (Hrsg.): Gebhard Fugel. Apokalypse. Ausstellung der Stadtgalerie Altötting. Büro Wilhelm, Amberg 2003, ISBN 3-936721-04-1. Franz Schiermeier: Panorama München. Illusion und Wirklichkeit. München als Zentrum der Panoramenherstellung. Franz Schiermeier Verlag, München 2010, ISBN 978-3-9813190-2-6.

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Panorama Altötting

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